Imperium zum Schnäppchenpreis? – Was ich für Berkshire zu zahlen bereit bin

1965 übernahm Warren Buffett die Aktienmehrheit eines kleinen Textilunternehmens namens Berkshire Hathaway. Seitdem stieg der Aktienkurs um mehr als 2 Millionen Prozent.

2019 erzielte Berkshire einen Jahresumsatz von 327 Mrd. USD bei einem operativen Cash Flow von 39 Mrd. USD. Die Bilanzsumme beträgt 760 Mrd. USD, das Eigenkapital 375 Mrd. USD, das Cash 133 Mrd. USD.

Mit einer Marktkapitalisierung von 426 Mrd. USD ist man das 6.-wertvollste börsennotierte US-Unternehmen. Das ist mehr als der summierte Wert von VW, BMW, Daimler, Allianz, Deutsche Telekom, Adidas und Deutsche Bank.

Heute möchte ich berechnen, ob es für mich sinnvoll ist, in Berkshire zu investieren.

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Neuer Finanz-Porno von FMW

In den Jahren 2014 und 2015 hing ich Finanzmarktwelt und Godmode Trader täglich an den Lippen. Anfang 2016 wurde mir klar: Das ist Finanzpornographie, die für langfristig orientierte Anleger nicht nur nutzlos, sondern auch schädlich ist.

Unter reißerischen Überschriften werden nach Börsenschluss die Kursverläufe irgendwie erklärt. Hauptsache Klicks. Das bringt Umsatz. Panik und Gier werden ausgenutzt und verstärkt.

Nebeneffekt ist, dass die Leser verkaufen wollen was sie im Depot haben – und kaufen wollen was sie nicht im Depot haben. Broker verdienen am Hin und Her und reiben sich die Hände.

Ob die Prognosen von Journalisten-Darstellern wie Markus Fugmann, die vor Jahren getroffen wurden, zutrafen, wird nie überprüft.

Von solchen Seiten habe ich mich die letzten 4 Jahre fern gehalten, doch heute Vormittag schlug mir Google News den gestrigen FMW-Artikel „Apple und der Schneeball-Effekt durch ETFs“ vor. Darin versucht Herr Fugmann seinen Lesern weiszumachen, dass die Aktien großer Unternehmen dadurch stärker als andere steigen, dass die ETFs sie kaufen (müssen), um den jeweiligen Index abzubilden.

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Warren Buffett – Trifft der Rockstar noch die richtigen Töne?

In den 53 Jahren zwischen 1965 und 2018 stieg die Berkshire Hathaway Aktie um 20,5 Prozent pro Jahr – eine unglaubliche Leistung des Managements, das große wie kleine Anteilseigner stets als Partner angesehen hat.

2008 wurde Buffett im Alter von 78 Jahren zum reichsten Menschen der Welt. Heute dirigiert der 88-Jährige noch immer die Geschicke seines Unternehmens. Vor 50 Jahren, als Neil Armstrong und Buzz Aldrin auf dem Mond spazierten, war Buffett bereits Millionär.

Wir alle hätten die relative Vermögensentwicklung dieses Mannes eine Zeit lang nachbilden können – mit wenigen Einschränkungen. So gibt es die günstigen B-Aktien erst seit Mai 1996. Kurz zuvor musste man noch 34.000 Dollar für eine A-Aktie berappen, um mit an Bord zu sein. Zudem war für meine Eltern bis Oktober 1990 unter dem menschenverachtenden, sozialistischen SED-Regime nicht an Aktienbesitz zu denken.

Bei einigen kommen immer wieder Zweifel auf, ob Berkshire-Aktien in Zeiten von Google, Facebook & Netflix noch die richtige Wahl sind. Diese Frage hatte ich im Rahmen einer Analyse von Berkshires Geschäft und Strategie im Mai 2018 eindeutig bejaht. (hier)

Gestern kaufte ich zum dritten Mal Berkshire-Aktien. Heute möchte ich für die jüngere Vergangenheit beleuchten, wie sich die Aktie gegenüber ihrem Benchmark geschlagen hat.

Trifft Buffett – der Rockstar unter den Investoren – noch die richtigen Töne?

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Wenn der Kapitalist zum Poeten wird

Gestern war einer dieser Tage, die sich langfristig orientierte Anleger rot im Kalender markieren. Warren Buffett schrieb seinen jährlichen Shareholder Letter.

Ich habe meine Lieblingsstellen aus dem 13-seitigen Brief für euch ins Deutsche übersetzt, empfehle euch aber, ihn selbst im Original zu lesen (hier).

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Analysten: Die Astrologen am Aktienmarkt

Ich finde es immer wieder ulkig, wenn die Analysten der Banken ihre Kursziele und Kauf-/Verkaufsempfehlungen in die Welt hinaus posaunen. Ebenso, wenn die Banken zu Jahresbeginn Zielmarken für die Jahresschlusskurse von DAX & Co. abgeben. Finanzpornographie vom Feinsten.

Es wird euch ebenso gehen wie mir: Hin und wieder läuft uns tatsächlich jemand über den Weg, der Wert auf diese Zahlen legt. So wie es Menschen gibt, die Horoskope lesen.

Mein heutiges Tageshoroskop sagt mir, dass der Mond eine Trendwende für mich als Widder einleitet. Ich werde mich gut fühlen, sehr stabil und die Ärgernisse der letzten Tage vergessen. Ich werde neu starten und den Schalter umlegen. Am Nachmittag werden Termine zu meinen Gunsten verlaufen. Jemand wird ein gutes Wort für mich einlegen. Den Abend soll ich mit einer Tasse Tee oder einem Glas Wein ausklingen lassen. Na dann, Prost!

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Don’t look back in anger

Vor zwei Jahren habe ich die Airbus-Aktie zum Kurs von knapp 53€ aus meinem Portfolio entfernt. Heute steht sie bei 98€. Ich habe eine Performance von 85% verpasst, zzgl. entgangener Dividenden.

Normalerweise sehe ich es wie die beiden Herren von Oasis. Don’t look back in anger. Heute war mir allerdings langweilig genug, dass ich mir die Performance der Aktien angesehen habe, die ich 2016 und 2017 verkauft habe.

7 der 9 aufgelösten Positionen haben den S&P 500 im jeweiligen Zeitraum (seit Verkauf) underperformt. Insgesamt liegt die Performance dieser 9 Unternehmen satte 16 Prozentpunkte unter der des S&P 500.

Die nackten Zahlen sprechen also für mich. Doch auch ohne diese Information war ich froh, die Beteiligungen an diesen Unternehmen, von deren Zukunft ich nicht mehr hinreichend überzeugt bin, mit mir herumzuschleppen. Kurzfristige Zahlenspielerei ist egal.

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