Leserfrage: Warum nicht 100% Tech-Aktien?

Ein Leser fragte mich heute, was ich von der Idee halte, das gesamte in Aktien & Aktienfonds investierte Vermögen in Tech-Aktien zu stecken, genauer gesagt in einen ETF auf den US-amerikanischen Nasdaq-100 Index.

Dieser Frage kann man aus verschiedenen Gesichtspunkten betrachten:

  • Warum US-Tech und nicht Tech weltweit?
  • Warum ein Tech-ETF und nicht einzelne Tech-Werte?
  • Warum US-Tech anstelle eines breiteren US-Indizes?

Gemeint war die dritte Frage, um die es heute gehen wird.

Für mich spricht vieles für Technologie-Werte:

  • Ihre Geschäftsmodelle skalieren oft gut (Booking, Netflix, Facebook).
  • Nicht selten läuft es auf „the winner takes it all“ hinaus (Google, Facebook, Amazon) durch Netzwerkeffekte, hohe Wechselkosten oder Plattform-Modelle. Hohe Umsätze & Marktanteile führen zu hoher Preissetzungsmacht und Economies of Scale, also dass die Stück-Fixkosten sinken.
  • In den Industrieländern scheint der Anteil am Einkommen, der für Unterhaltung/Elektronik ausgegeben wird, zu steigen. Gleichzeitig reden wir aber über Luxusprodukte, d.h. auch in Schwellen- und Entwicklungsländern liegt noch riesiges Potential. Auch hat China mehreren großen US-Technologieunternehmen den Marktzugang untersagt – das muss nicht ewig so bleiben.

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Vermögensentwicklung und Stationen 2012 bis 2020

Am stärksten motiviert mich beim Vermögensaufbau der Blick auf meine Vermögensentwicklung. Hier der monatliche Verlauf, den ich bis März 2012 zurückverfolgt habe.

Es ist verrückt, wie sich mein Lebensverlauf darin ablesen lässt.

April 2012:
Viel Geld ist nicht übrig. Nachdem ich mich im Studium mit Einnahmen von 500 Euro im Monat durchgeschlagen hatte bis zum Master-Abschluss, folgten 6 Monate Hartz4 und ein Aushilfsjob an der Supermarktkasse. Nachdem ich bei Penny (9€ Stundenlohn) nach Zoff mit einer Kollegin entlassen wurde, ging es bei Rewe (6,50€ Stundenlohn) weiter. Nach rund 80 Bewerbungen und 5 Bewerbungsgesprächen nehme ich das erste Jobangebot an, das meiner Qualifikation entspricht – als Controller in Berlin, wo ich niemanden kenne. An meinem Geburtstag (1.4.), in den wir in einer legendären Nacht reingefeiert hatten, lade ich meinen Opel Corsa voll (die Möbel waren schon in Berlin) und los gehts.

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38 unangenehme Wahrheiten übers Investieren

Morgan Housel schrieb von 2007 bis 2016 für die 1993 gegründete Plattform fool.com, die sich als Ziel gesetzt hat: „To make the world smarter, happier and richer“.

2012 veröffentlichte Housel dort den Beitrag „50 unfortunate truths about investing“, auf den ich vergangene Woche aufmerksam wurde.

2014 schrieb er „Why I love investing“. Diesen Beitrag hatte ich euch in übersetzter Fassung 2016 hier auf dem Blog zur Verfügung gestellt und habe ihn seitdem bestimmt zehnmal gelesen.

Ebenfalls in 2014 schrieb er den Beitrag „122 things everyone should know about investing and the economy“. Es war das Ende seiner 2013 geborenen Idee, ein Buch zu veröffentlichen unter dem geplanten Titel „500 things you need to know about investing“.

Housel ist ein Börsen-Poet, der eine Kolumne im Wall Street Journal hatte und dessen Twitter-Kanal ich täglich verfolge.

Im September wird sein erstes Buch erscheinen unter dem Titel „The psychology of money – timeless lessons on wealth, greed and happiness“. Darauf warte ich gespannt.

Links zu den Beiträgen sowie zum Buch und Twitter-Kanal findet ihr am Ende meines heutigen Beitrags.

Zuvor möchte ich euch meine 38 Highlights seiner „50 Wahrheiten“ und „122 Dinge“ in deutscher Übersetzung präsentieren. Wertvoll und zeitlos.

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Warum ich jetzt von Hunderttausenden Mietern bezahlt werde

Gestern habe ich meine Überlegungen aus dem Juli 2019 (hier dokumentiert) zum Abschluss gebracht: Ich habe in den Vanguard Real Estate ETF investiert. Von jetzt an bezahlen mich Hunderttausende Mieter.

Aber eines nach dem anderen.

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Engel links, Teufel rechts (Wann & wo investieren?)

Ich habe einen Freund – Ein guter? – Sozusagen mein bester,
und ich habe ein Problem, ich steh auf seine Aktie. – Nicht auf seine Immobilie?
Würd ich auf die Immobilie steh’n, hätt‘ ich nicht das Problem,
das wir haben, wenn er, sein Depot und ich uns sehen.

Blick ich auf den Chart, wird mir schwindelig.
Sag ich, die Aktie will nichts von mir, dann schwindel ich.
Ich will sie, sie will mich, das weiß sie, das weiß ich.
Nur mein bester Freund, der weiß es nich.

Und somit sitz‘ ich sozusagen in der Zwickmühle
und das ist auch der Grund, warum ich mich vom Schicksal gefickt fühle.
Warum hat er die beste Aktie im Depot?
Mit den besten Fundamentaldaten! – Und sie steigt? – Jo!

Es steigen einem die Tränen in die Augen, wenn man sieht
was mit mir passiert und was mit mir geschieht.
Es erscheinen Engelchen und Teufelchen auf meiner Schulter,
Engel links, Teufel rechts: „Lechz!“

„Nimm dir die Aktie, sie will es doch auch
kannst du mir erklären, wozu man ETFs braucht?“
„Halt, der will dich linken“, schreit der Engel von der Linken,
„weißt du nicht, dass so was riskant ist und Stockpicker stinken?“

Und so streiten sich die beiden um mein Gewissen.
Und ob ihr’s glaubt oder nicht, mir geht es echt beschissen.
Und während sich der Teufel und der Engel anschreien,
entscheide ich mich für ja, nein, ich mein jein!

[in Anlehnung an „Jein“ von Fettes Brot]

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Soll ich in diesen Immobilien-ETF investieren?

Unter meinen 215 Blogbeiträgen werdet ihr keinen finden, in dem es um Gold, P2P, Optionsstrategien, Kryptowährungen, Staatsanleihen oder Eigentumswohnungen geht, denn ich schreibe nur über Themen, für die ich mich selbst begeistere.

So auch heute, denn ich denke darüber nach, mein Portfolio nach fünf Jahren um einen Immobilien-ETF zu erweitern.

Vor acht Monaten investierte ich erstmals in einen ETF, der inzwischen einen Portfolioanteil von 22% erreicht hat, jedoch nur einen geringen Immobilienanteil von 3% aufweist (als REIT geführte Unternehmen).

Nach einiger Recherche ist der Kandidat für meinen zweiten ETF der iShares Developed Markets Property Yield UCITS ETF. Der Fonds bildet den Index FTSE EPRA/NAREIT Developed Dividend+ ab.

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