38 unangenehme Wahrheiten übers Investieren

Morgan Housel schrieb von 2007 bis 2016 für die 1993 gegründete Plattform fool.com, die sich als Ziel gesetzt hat: „To make the world smarter, happier and richer“.

2012 veröffentlichte Housel dort den Beitrag „50 unfortunate truths about investing“, auf den ich vergangene Woche aufmerksam wurde.

2014 schrieb er „Why I love investing“. Diesen Beitrag hatte ich euch in übersetzter Fassung 2016 hier auf dem Blog zur Verfügung gestellt und habe ihn seitdem bestimmt zehnmal gelesen.

Ebenfalls in 2014 schrieb er den Beitrag „122 things everyone should know about investing and the economy“. Es war das Ende seiner 2013 geborenen Idee, ein Buch zu veröffentlichen unter dem geplanten Titel „500 things you need to know about investing“.

Housel ist ein Börsen-Poet, der eine Kolumne im Wall Street Journal hatte und dessen Twitter-Kanal ich täglich verfolge.

Im September wird sein erstes Buch erscheinen unter dem Titel „The psychology of money – timeless lessons on wealth, greed and happiness“. Darauf warte ich gespannt.

Links zu den Beiträgen sowie zum Buch und Twitter-Kanal findet ihr am Ende meines heutigen Beitrags.

Zuvor möchte ich euch meine 38 Highlights seiner „50 Wahrheiten“ und „122 Dinge“ in deutscher Übersetzung präsentieren. Wertvoll und zeitlos.

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Ich will ja niemanden in Panik versetzen, aber …

… wenn wir nicht sofort die Lehren daraus ziehen, was Chinesen, Südkoreaner und Italiener in den letzten Wochen erlebt haben, dann findet das nächste Finanzblogger-Treffen auf dem Friedhof statt.

In der vergangenen Woche (07.03. bis 14.03.) ist die Zahl der bestätigten Corona-Fälle in Deutschland um den Faktor 5.7 gestiegen (Spanien 11.7; UK 5.8; Frankreich 4.7; Italien 3.6).

Sollten wir also demnächst so weitermachen wie letzte Woche, dann haben wir:

  • 26.439 Fälle am 21. März
  • 151.988 Fälle am 28. März
  • 873.743 Fälle am 4. April
  • 5.022.930 Fälle am 11. April
  • 28.875.567 Fälle am 18. April

(kumuliert, inkl. Geheilte & Verstorbene)

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Eine Ära geht zu Ende (Bankenwechsel)

Ich habe bei der Consorsbank (dort befindet sich bereits mein Wertpapierdepot) ein Girokonto eröffnet. Mein bisheriges Girokonto bei der Volksbank werde ich ebenso kündigen wie mein Tagesgeldkonto bei der Renault Bank Direkt.

Heute schreibe ich einen Erfahrungsbericht zur fast abgeschlossenen Umstellung. Aber eins nach dem anderen.

Vorgeschichte

Als ich ein Dreikäsehoch war, bekam ich von meinen Eltern Taschengeld aufs Sparbuch eingezahlt. Später eröffneten sie für mich ein Girokonto.

Wir lebten in einem 500-Einwohner-Dorf. Die nächste halbwegs große Stadt war 40 Kilometer entfernt. Die Regel lautete also: alle über 50 waren Kunden bei der Sparkasse, alle darunter bei der Volksbank (wobei unser Dorf bis heute weder eine Bankfiliale, noch einen Geldautomaten hat). Zumindest sah es für mich so aus in einem Alter, in dem ich mit platt getretenen Coladosen Fußball spielte.

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2020/06 – Die Woche, in der Deutschland aufhörte, Demokratie zu sein

Eigentlich wollte ich den heutigen Samstag damit verbringen, ein gutes Buch zu lesen, doch die Ereignisse dieser Woche erschütterten mich dermaßen, dass ich mich auf nichts anderes konzentrieren kann.

Dies wird ein Tagebucheintrag, geschrieben für jene, die mich in einigen Jahren nach Geschehnissen fragen werden, die dazu führten, dass ich meinen Wohnsitz in Deutschland aufgab.

Vorgeschichte

Bei allen Landtagswahlen in Thüringen von der deutschen Wiedervereinigung 1990 bis einschließlich 2014 erzielte die CDU die meisten Wählerstimmen und stellte den Ministerpräsidenten.

2014 ergab sich eine Koalition aus Linkspartei, SPD und Grünen, obwohl die CDU deutlich stärkste Kraft war, da die SPD lieber mit der Linkspartei zusammenarbeiten wollte anstatt mit der CDU (wie in der vorherigen Legislaturperiode). Dadurch wurde Bodo Ramelow erster Ministerpräsident der Linkspartei.

Die Koalition hatte eine Mehrheit von genau 1 Stimme im Landtag. Zur Mehrheit verhalf ein ehemaliger AfD-Abgeordneter, der zur SPD gewechselt war.

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Kapitalismus ist schuld (an allem)

Ich habe gerade folgende Aussage von einer ehemaligen Kollegin gelesen:

„Kapitalismus ist ein Monster welches nie satt wird und scheint für viele so alternativlos. Ich habe viele hässliche Fakten dazu gelesen, die ich nicht mehr ignorieren kann. Wir stoßen an natürliche Grenzen mit dieser Art des Wirtschaftens. Ich weiß noch immer zu wenig, aber zu viel mittlerweile um weiter zu machen wie bisher. Indigene Völker, Massensterben von Tier- und Pflanzenarten, Bienensterben, Verlust fruchtbarer Böden, Flüchtlinge, Krankheiten, moderne Sklaverei, Überfischung der Meere und Erwärmung der Meere. Die Liste ist endlos. Kapitalismus kills, Mensch versucht die Natur komplett zu kontrollieren und verliert sie dabei und ich hab mitgemacht und bin immer noch Teil davon.“

Das kann ich als leidenschaftlicher Kapitalist natürlich nicht so stehen lassen.

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