Engel links, Teufel rechts (Wann & wo investieren?)

Ich habe einen Freund – Ein guter? – Sozusagen mein bester,
und ich habe ein Problem, ich steh auf seine Aktie. – Nicht auf seine Immobilie?
Würd ich auf die Immobilie steh’n, hätt‘ ich nicht das Problem,
das wir haben, wenn er, sein Depot und ich uns sehen.

Blick ich auf den Chart, wird mir schwindelig.
Sag ich, die Aktie will nichts von mir, dann schwindel ich.
Ich will sie, sie will mich, das weiß sie, das weiß ich.
Nur mein bester Freund, der weiß es nich.

Und somit sitz‘ ich sozusagen in der Zwickmühle
und das ist auch der Grund, warum ich mich vom Schicksal gefickt fühle.
Warum hat er die beste Aktie im Depot?
Mit den besten Fundamentaldaten! – Und sie steigt? – Jo!

Es steigen einem die Tränen in die Augen, wenn man sieht
was mit mir passiert und was mit mir geschieht.
Es erscheinen Engelchen und Teufelchen auf meiner Schulter,
Engel links, Teufel rechts: „Lechz!“

„Nimm dir die Aktie, sie will es doch auch
kannst du mir erklären, wozu man ETFs braucht?“
„Halt, der will dich linken“, schreit der Engel von der Linken,
„weißt du nicht, dass so was riskant ist und Stockpicker stinken?“

Und so streiten sich die beiden um mein Gewissen.
Und ob ihr’s glaubt oder nicht, mir geht es echt beschissen.
Und während sich der Teufel und der Engel anschreien,
entscheide ich mich für ja, nein, ich mein jein!

[in Anlehnung an „Jein“ von Fettes Brot]

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Warren Buffett – Trifft der Rockstar noch die richtigen Töne?

In den 53 Jahren zwischen 1965 und 2018 stieg die Berkshire Hathaway Aktie um 20,5 Prozent pro Jahr – eine unglaubliche Leistung des Managements, das große wie kleine Anteilseigner stets als Partner angesehen hat.

2008 wurde Buffett im Alter von 78 Jahren zum reichsten Menschen der Welt. Heute dirigiert der 88-Jährige noch immer die Geschicke seines Unternehmens. Vor 50 Jahren, als Neil Armstrong und Buzz Aldrin auf dem Mond spazierten, war Buffett bereits Millionär.

Wir alle hätten die relative Vermögensentwicklung dieses Mannes eine Zeit lang nachbilden können – mit wenigen Einschränkungen. So gibt es die günstigen B-Aktien erst seit Mai 1996. Kurz zuvor musste man noch 34.000 Dollar für eine A-Aktie berappen, um mit an Bord zu sein. Zudem war für meine Eltern bis Oktober 1990 unter dem menschenverachtenden, sozialistischen SED-Regime nicht an Aktienbesitz zu denken.

Bei einigen kommen immer wieder Zweifel auf, ob Berkshire-Aktien in Zeiten von Google, Facebook & Netflix noch die richtige Wahl sind. Diese Frage hatte ich im Rahmen einer Analyse von Berkshires Geschäft und Strategie im Mai 2018 eindeutig bejaht. (hier)

Gestern kaufte ich zum dritten Mal Berkshire-Aktien. Heute möchte ich für die jüngere Vergangenheit beleuchten, wie sich die Aktie gegenüber ihrem Benchmark geschlagen hat.

Trifft Buffett – der Rockstar unter den Investoren – noch die richtigen Töne?

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Wenn der Kapitalist zum Poeten wird

Gestern war einer dieser Tage, die sich langfristig orientierte Anleger rot im Kalender markieren. Warren Buffett schrieb seinen jährlichen Shareholder Letter.

Ich habe meine Lieblingsstellen aus dem 13-seitigen Brief für euch ins Deutsche übersetzt, empfehle euch aber, ihn selbst im Original zu lesen (hier).

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Der US-Aktienmarkt unter der Lupe

In meinem letzten Artikel hatte ich über meinen ersten ETF-Kauf berichtet. Als Index entschied ich mich für den S&P 500, den ich heute genauer betrachten möchte.

 

Was ist langfristig zu erwarten?

Gestern habe ich den Kursverlauf des S&P 500 von 1968 bis 2017 auseinander genommen, um euch tabellarisch und grafisch zu zeigen, welche Jahresrenditen man in verschiedenen 15-, 20- und 30-Jahres-Zeiträumen erzielt hätte, und zwar mit Dividenden-Reinvestition und inflationsbereinigt.

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Mein erster ETF-Kauf nach 4 Jahren als Aktionär

Gestern, vier Tage nachdem Konsumenten rund um den Globus den „Cyber Monday“ zu Amazons umsatzstärkstem Tag der Firmengeschichte machten, habe ich mir ein ganz besonderes Weihnachtsgeschenk gemacht.

Jenny hat es schon. Nico auch. Und Oliver, Holger, Albert, um nur einige zu nennen.

Die Rede ist vom exchange-traded fund.

Nun ist ein ETF-Kauf eines Finanzbloggers nichts Besonderes. Wenn man allerdings in seinen bisherigen 4 Jahren als Aktionär der ETF-Versuchung widerstehen konnte, dann ist das einen Blogbeitrag wert.

Dabei möchte ich drei Fragen beantworten: woher der Sinneswandel; für welchen Index habe ich mich entschieden und warum; und welcher ETF auf diesen Index ist es geworden und aus welchen Gründen.

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Don’t look back in anger

Vor zwei Jahren habe ich die Airbus-Aktie zum Kurs von knapp 53€ aus meinem Portfolio entfernt. Heute steht sie bei 98€. Ich habe eine Performance von 85% verpasst, zzgl. entgangener Dividenden.

Normalerweise sehe ich es wie die beiden Herren von Oasis. Don’t look back in anger. Heute war mir allerdings langweilig genug, dass ich mir die Performance der Aktien angesehen habe, die ich 2016 und 2017 verkauft habe.

7 der 9 aufgelösten Positionen haben den S&P 500 im jeweiligen Zeitraum (seit Verkauf) underperformt. Insgesamt liegt die Performance dieser 9 Unternehmen satte 16 Prozentpunkte unter der des S&P 500.

Die nackten Zahlen sprechen also für mich. Doch auch ohne diese Information war ich froh, die Beteiligungen an diesen Unternehmen, von deren Zukunft ich nicht mehr hinreichend überzeugt bin, mit mir herumzuschleppen. Kurzfristige Zahlenspielerei ist egal.

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