Ein gutes Jahr (Teil 1)

Meine Geburtsstunde als Investor war der Vormittag des 25. August 2015. Ich nutzte den weltweiten Marktcrash, um meine ersten Positionen zu eröffnen – mit dem Ziel, langfristig an diesen Unternehmen beteiligt zu bleiben.

Seitdem ist ein Jahr vergangen – ein guter Zeitpunkt, um zurückzublicken und meine Rendite für das erste Jahr zu ermitteln. Doch eines nach dem anderen.

Die Vorgeschichte

Im ersten Halbjahr 2014 fühlte ich mich wohl damit, mein Vermögen auf dem Girokonto herumliegen zu haben. Ich hatte kein Depotkonto und noch nicht mal ein Tagesgeld- oder Festgeldkonto. Über Vermögensaufbau machte ich mir keine Gedanken. Und für den Beginn der Altersvorsorge hätte ich noch ein paar Jahre Zeit, dachte ich mir. Wenn ich heute an diese Zeit zurückdenke, wird mir schwindelig. Wer war dieser Typ, der sein Vermögen zinslos vergammeln ließ?

Den Aktienmarkt hielt ich für eine Spielwiese reicher Schnösel und gieriger Spekulanten. Börse war für mich Gordon Gekko.

Gordon Gekko
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Danke!

Nach 100 Beiträgen ist es Zeit für ein kurzes Zwischenfazit.

Zunächst die gute Nachricht: Ich habe heute die Seite „Basis“ für euch überarbeitet. Vorher war es lediglich eine Abstellkammer für ein paar Links. Nun findet ihr dort meine fünf zentralen Themenbereiche chronologisch geordnet und mit Links zu den wichtigsten Beiträgen versehen.

Vor neun Monaten haben mich vor allem zwei Ziele angetrieben, diesen Blog ins Leben zu rufen.

1.) Ich hatte viel Wissen angesammelt, an dem ich meine Freunde und Bekannten teilhaben lassen wollte. Die meisten von ihnen hielten Aktien – wie auch ich vor zwei Jahren – für Teufelszeug, von dem man die Finger lassen sollte. Viele hatten eine weniger gute oder gar keine Strategie für Vermögensaufbau und Altersvorsorge. Ich wollte möglichst vielen Freunden dabei helfen, die Angst vor Aktien zu überwinden, so wie ich es zuvor durch angesammeltes Wissen bei mir selbst geschafft hatte.

2.) Ich wollte meine Gedanken und Analysen aufschreiben, um sie selbst später noch einmal abrufen zu können.

Nie im Leben hätte ich damit gerechnet, dass der Blog so viele Leser anziehen und begeistern würde. Der zahlreiche Zuspruch in den Kommentaren und Mails hat mich überwältigt und hält mich bei der Stange, denn er zeigt mir, dass der Blog euch einen echten Mehrwert bietet.

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Dummes deutsches Geld

15 oder 16 Jahre ist es her, dass ich zum ersten Mal ein Moped fuhr. Doch ich erinnere mich so gut, als wäre es gestern gewesen.

Hinter dem Haus, in dem meine Großeltern damals lebten, befindet sich ein Weg, auf dem täglich nur eine Hand voll Fahrzeuge unterwegs sind. Dort passierte es. Ich schnappte mir meine saphirblaue Schwalbe, die etwa doppelt so alt war wie ich, und fuhr los.

Die Strecke führte weit genug geradeaus, um auf der Hälfte der Strecke in den 3. Gang hochzuschalten. Doch ich hatte so viel mit diesem neuen Fahrerlebnis zu tun, dass ich mich nicht traute. Und so fuhr ich einige Zeit mit Vollgas im 2. Gang.

Genauso investieren die meisten Deutschen ihr Geld: hohe Gebühren (Benzinkosten), lausige Verzinsung (Geschwindigkeit). Sie setzen auf Sicherheit statt auf Rendite. Die Medien tragen leider einen erheblichen Teil dazu bei, dass die Leute schlecht informiert und ängstlich sind. Mir ging es vor 2 Jahren genauso.

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Erste Schritte zur finanziellen Unabhängigkeit

Viele von euch werden meine Grafik zur Wertentwicklung meines Aktienportfolios (hier) bereits kennen. Heute möchte ich euch eine Grafik präsentieren, die zwei weitere Komponenten enthält und meine Vermögensentwicklung im Zeitverlauf glättet. Genauer gesagt zeigt sie nicht mein Vermögen, sondern mein Eigenkapital.

Zum Aktienportfolio-Wert hinzuaddiert habe ich mein Bankguthaben. Abgezogen habe ich meine Schulden. Übrig bleibt, was ihr in der Abbildung seht. Einflussfaktoren sind also Gehälter/Boni, Dividenden, Zinsen, Geldgeschenke, Konsum (bzw. Ausgaben) und die Wertentwicklung meiner Aktien. Sonstigen Firlefanz wie die monatliche Wertentwicklung meines Autos oder meiner Wohnungseinrichtung lasse ich außen vor.

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Raus aus dem Hamsterrad!

Einige von euch dachten heute vielleicht dasselbe wie ich: „Donnerstag frei! Wie geil ist das denn?! Wäre das doch jede Woche so!“.

Spätestens am nächsten Tag ist dieser Gedanke wieder verflogen und man ist zurück im Hamsterrad. Arbeiten, Geld ausgeben, arbeiten, Geld ausgeben. Bis man 67 Jahre alt ist und eine mickrige Rente bekommt.

Geht es vielleicht auch anders? Ja, aber nicht von allein.

Die ersten Schritte sind

1.)   Ziele definieren.
2.)   Beantwortung der Frage: Wie viel von meinem monatlichen Einkommen muss ich zur Seite legen, um diese Ziele zu erreichen?
3.)   Schulden tilgen.
4.)   Sparen.
5.)   Risikoprofil erstellen.

Lasst mich etwas zu den 5 Schritten schreiben und euch anschließend von der Geschichte um Sabine und Burkhard Koch berichten.

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