Warum ich niemals Buy & Hold betreiben werde

Häufig berichtete ich über meinen Wandel vom Trader zum Buy & Hold Investor, dessen Vollendung ich auf den August 2015 datierte. Doch betreibe ich tatsächlich Kaufen und Halten im wahrsten Sinne?

7 der 24 Unternehmensbeteiligungen, die ich seit August 2015 eingegangen bin, habe ich bereits wieder aufgelöst. Das klingt nicht nach langfristiger Orientierung und schon gar nicht nach ruhiger Hand, oder?

8 Positionen hat Warren Buffetts Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway allein im zweiten Halbjahr 2016 abgestoßen (hinzu kamen Reduzierungen bei weiteren 7 Positionen). Das ist mehr, als ich in der vierfachen Zeit losgeworden bin. Eine schwache Rechtfertigung, ich weiß.

Der von mir sehr geschätzte Tim Schäfer, der mitverantwortlich für meinen Strategiewandel sowie meine Blogger-„Karriere“ war, brüstet sich häufig damit, keine seiner Unternehmensbeteiligungen verkaufen zu wollen, solange er lebt.

Eine solche Disziplin ist bewundernswert, doch führt dies langfristig zu optimalen Ergebnissen?

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Eindrücke vom Berliner Börsentag

Vorgestern besuchte ich den Berliner Börsentag im Ludwig-Erhard-Haus.

Bereits im vergangenen Jahr war ich auf dieser Anlegermesse zu Gast und meine Erwartungen waren im Vorfeld nicht besonders hoch. Das liegt vor allem daran, wie die Veranstaltung finanziert wird und welche Folgen dies hat.

Eintritt musste ich nicht zahlen. Die Finanzierung erfolgt über die Aussteller, zu denen vor allem Banken und Broker zählen. Und da diese ihr Geld mit dem permanenten Rein und Raus aus dem Aktienmarkt verdienen, steht bei dieser Veranstaltung leider das Trading im Vordergrund und weniger das Kaufen und Liegenlassen.

Ich ging also eher zur Unterhaltung als zur Informationsbeschaffung dorthin.

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Ein gutes Jahr (Teil 1)

Meine Geburtsstunde als Investor war der Vormittag des 25. August 2015. Ich nutzte den weltweiten Marktcrash, um meine ersten Positionen zu eröffnen – mit dem Ziel, langfristig an diesen Unternehmen beteiligt zu bleiben.

Seitdem ist ein Jahr vergangen – ein guter Zeitpunkt, um zurückzublicken und meine Rendite für das erste Jahr zu ermitteln. Doch eines nach dem anderen.

Die Vorgeschichte

Im ersten Halbjahr 2014 fühlte ich mich wohl damit, mein Vermögen auf dem Girokonto herumliegen zu haben. Ich hatte kein Depotkonto und noch nicht mal ein Tagesgeld- oder Festgeldkonto. Über Vermögensaufbau machte ich mir keine Gedanken. Und für den Beginn der Altersvorsorge hätte ich noch ein paar Jahre Zeit, dachte ich mir. Wenn ich heute an diese Zeit zurückdenke, wird mir schwindelig. Wer war dieser Typ, der sein Vermögen zinslos vergammeln ließ?

Den Aktienmarkt hielt ich für eine Spielwiese reicher Schnösel und gieriger Spekulanten. Börse war für mich Gordon Gekko.

Gordon Gekko
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Börsenweisheiten

Buy & Hold Anleger haben es oft nicht leicht. Viele Interessengruppen wollen nicht, dass wir unsere Aktien und ETFs über Jahre oder gar Jahrzehnte halten. Darauf bin ich bereits mehrfach eingegangen, u.a. in meinem Beitrag „Verschließt die Augen vor der Finanzpornographie“.

Ich und viele meiner Leser sind noch nicht lange am Aktienmarkt aktiv. Wir sind davon überzeugt, dass Buy & Hold die beste Strategie ist, doch es erfordert Disziplin, dies umzusetzen.

Es kann nicht schaden, sich anzuhören, was erfahrene Investoren sagen, die bereits einige Bärenmärkte miterlebt haben. Nachfolgend findet ihr eine Auswahl an Zitaten, mit denen ich übereinstimme und die man sich hin und wieder mal durchlesen kann, um diszipliniert zu bleiben und seine eigene Überzeugung durchzuhalten.

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Nestlé – Ein Leckerbissen fürs Depot

Nestlé ist einer der beliebtesten Werte für Buy & Hold Anleger. Gestern landete die Aktie auch in meinem Depot.

1866 gegründet, ist Nestlé heute der weltgrößte Nahrungsmittelkonzern und zugleich das größte Industrieunternehmen der Schweiz. Über 330.000 Mitarbeiter erwirtschaften einen Jahresumsatz von mehr als 80 Mrd. €.

Nestlé ist in 197 Ländern aktiv mit Getränken, Milchprodukten, Eiscreme (Weltmarktführer), Tiefkühlpizzen (Weltmarktführer) und weiteren Fertiggerichten, Süßwaren, Kaffee, Frühstücksflocken, Säuglingsnahrung (Weltmarktführer) und Tiernahrung (Weltmarktführer bei Futter für Hunde und Katzen).

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Verkäufe: Patrizia und Tesoro

Heute habe ich zwei meiner Positionen geschlossen: Patrizia Immobilien und Tesoro Corporation. Verkäufe widersprechen meiner Buy & Hold Strategie. Diese zwei Positionen hatte ich allerdings aus den falschen Gründen gekauft und zuletzt habe ich mich mit diesen Beteiligungen nicht mehr wohl gefühlt.

Unter Berücksichtigung von Ordergebühren, Steuern und Dividenden blieb ein kleiner Gewinn übrig nach 4-5 Monaten Haltedauer.

Das frei gewordene Geld wartet nun auf die nächsten Kaufgelegenheiten. Mit meinen übrigen 9 Beteiligungen bin ich hochzufrieden. Weitere Verkäufe in 2016 sind nicht geplant bzw. höchstens um den Steuerfreibetrag im Dezember auszuschöpfen.