Warum ich niemals Buy & Hold betreiben werde

Häufig berichtete ich über meinen Wandel vom Trader zum Buy & Hold Investor, dessen Vollendung ich auf den August 2015 datierte. Doch betreibe ich tatsächlich Kaufen und Halten im wahrsten Sinne?

7 der 24 Unternehmensbeteiligungen, die ich seit August 2015 eingegangen bin, habe ich bereits wieder aufgelöst. Das klingt nicht nach langfristiger Orientierung und schon gar nicht nach ruhiger Hand, oder?

8 Positionen hat Warren Buffetts Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway allein im zweiten Halbjahr 2016 abgestoßen (hinzu kamen Reduzierungen bei weiteren 7 Positionen). Das ist mehr, als ich in der vierfachen Zeit losgeworden bin. Eine schwache Rechtfertigung, ich weiß.

Der von mir sehr geschätzte Tim Schäfer, der mitverantwortlich für meinen Strategiewandel sowie meine Blogger-„Karriere“ war, brüstet sich häufig damit, keine seiner Unternehmensbeteiligungen verkaufen zu wollen, solange er lebt.

Eine solche Disziplin ist bewundernswert, doch führt dies langfristig zu optimalen Ergebnissen?

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Warum die Daimler-Aktie in den letzten 20 Jahren eine schlechtere Geldanlage war als das Festgeldkonto

Die Daimler-Aktie zählt seit vielen Jahren zu den beliebtesten Aktien unter deutschen Kleinanlegern.

Heute möchte ich euch erklären, warum ich Automobilhersteller als schreckliche Investments einschätze und warum es mich nicht wundert, dass Festgeld in den letzten 20 Jahren eine höhere Rendite abgeworfen hat als die Daimler-Aktie.

Ich halte meine Analyse bewusst kurz, weil ich glaube, dass der Großteil der Daimler-Kleinanleger keine Lust auf lange Analysen hat. Sie sehen die Fahrzeuge auf der Straße, wissen um die langjährige Historie, sehen die 5% Dividendenrendite und das 7er KGV und schon sind 1.000 Euro investiert.

Wenn ich ein Unternehmen analysiere, dann gehe ich wie folgt vor.
(1) Analyse des Geschäftsmodells
(2) Analyse der Geschäftsentwicklung (letzte 10+ Jahre)
(3) Analyse des Marktes
(4) Bestimmung des fairen Preises

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Gentex Corporation – überaus aktionärsfreundlich

Die Gentex Corporation wurde heute zum 17. Unternehmen in meinem privaten Aktienportfolio mit einem Anteil von rund 3,0%.

Der Geschäftsbericht

Ich habe mir unter anderem den Geschäftsbericht für 2016 genau angesehen. Die Ansicht der Jahresberichte empfehle ich allen Investoren.

In meinen knapp 3 Jahren als Aktionär (davon die letzten 2 Jahre langfristig orientiert) habe ich eine ganze Reihe von Jahresberichten gelesen.

Geschäftsberichte dienen nur einem Zweck: Die Aktionäre sollen darüber aufgeklärt werden, wie die Geschäfte laufen.

Ich bin der festen Überzeugung, dass man aus einem solchen Bericht einiges darüber rauslesen kann, inwieweit sich ein Unternehmen als langfristiges Investment eignet. Das betrifft nicht nur die harten Zahlen für ein konkretes Geschäftsjahr. Darüber hinaus geht es um die Art und Weise, wie die Geschäftsführung mit den Aktionären kommuniziert.

Aber nun zu Gentex.

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TJX Companies – Wo Aktionäre breiter grinsen als der Joker

TJX Companies wurde heute zur Nummer 16 in meinem Depot.

TJ wer ??? Was hat der Stefan denn da wieder für ein Small Cap ausgebuddelt?

Nun ja. TJX verdient mehr Geld mit Bekleidung als beispielsweise H&M, C&A, die Otto-Gruppe, VFC, Inditex oder GAP. Einzig Nike erreicht etwa dieselbe Umsatzhöhe wie TJX.

1956 in den USA gegründet, ist TJX heute mit seinen 235.000 Mitarbeitern der weltweit führende Einzelhändler für Off-Price Bekleidung und Heimtextilien.

Seine mehr als 3.800 Shops bieten ein sich schnell veränderndes Sortiment an Qualität, Mode, Markennamen und Designer-Waren zu Preisen von in der Regel 20-60% unter den regulären Preisen der Kaufhäuser und Fachgeschäfte.

Opportunistische Kaufstrategien und ein flexibles Geschäftsmodell unterscheiden TJX von traditionellen Einzelhändlern. Es bietet in Relation zu den traditionellen Einzelhändlern ein Einkaufserlebnis wie eine Schatzsuche und einen schnellen Umschlag der Vorräte. TJX betreibt sein Geschäft in vier Hauptgeschäftsbereichen, nämlich Marmaxx und HomeGoods, beide sowohl in den USA als auch TJX Kanada (betreibt Winners, HomeSense und die Marshalls Ketten) und TJX Europe (betreibt die T.K. Maxx und HomeSense Ketten).

108 der über 3.800 Shops befinden sich in Deutschland (T.K. Maxx).

[Quellen: Geschäftsberichte, finanztreff.de]

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Bäume wachsen eben manchmal doch in den Himmel

Eines der 15 Unternehmen, an denen ich beteiligt bin, hat heute Quartalszahlen veröffentlicht: Henry Schein.

Im Kommentar eines Finanzportals las ich einen Satz, der ganz beiläufig geschrieben wurde und der mir die Schuppen aus den Haaren gepustet hat: Das Unternehmen hat noch nie (!) einen Umsatzrückgang vermelden müssen (Year over Year).

Das klingt so unglaublich, dass ich es nachprüfen musste. Ich habe die jährlichen Umsätze bis zurück ins Jahr 1989 recherchiert. Und der Autor scheint Recht zu haben. Ich habe die Zahlen für euch grafisch dargestellt.

Henry Schein Umsatz

Falls ihr ein weiteres Unternehmen kennt, das Umsatzsteigerungen in jedem der vergangenen 27 Jahresberichte vermelden konnte, dann lasst es mich wissen. 😉

Allen Schlaumeiern, die sich jetzt denken, eine solche Serie kann ihr Indexfonds ebenfalls hinlegen, sage ich: Ätsch, bätsch! Der S&P 500 hat zwischenzeitlich ganze 5x geschwächelt und Umsatzrückgänge vermeldet, und zwar 2015, 2009, 2002, 2001 sowie 1998. Und übrigens auch 1986 und 1982.

Umsatzsteigerungen sind selbstverständlich nicht alles. Aus meinen Unternehmensanalysen wisst ihr, dass ich auf unzählige Faktoren Wert lege. Außerdem gilt es zu unterscheiden zwischen organischem Wachstum und Wachstum durch Übernahmen.

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Portfolio-Analyse

Wenn ich Geld an der Börse anlege, dann sehe ich ein Unternehmen. Die meisten anderen Anleger sehen nur einen Aktienkurs. Sie verbringen viel Zeit und Mühe damit, Preisänderungen zu beobachten, vorherzusagen und vorwegzunehmen, und zu wenig Zeit damit, das Unternehmen zu verstehen, das ihnen zum Teil gehört.

In meinen letzten beiden Artikeln – es ging um Vermögensaufbau und Konsum – habe ich nur ein einziges Mal das Wort „Aktie“ benutzt. Ich schreibe in letzter Zeit viel lieber über „Unternehmensbeteiligungen“.

Das ist möglicherweise auch ein Grund dafür, dass der Traffic auf meinem Blog nicht mehr an die Spitzenwerte von November, Dezember und Januar herankommt. Meine Überzeugung ist mir wichtiger als die Anzahl der Klicks über Google.

In meinen Unternehmensanalysen wird euch aufgefallen sein, dass es zu 95% um die Analyse des Geschäfts geht und der Vollständigkeit halber in 2-3 Sätzen um den Kursverlauf. Hier grenze ich mich ganz klar von anderen Bloggern wie z.B. Christian Thiel ab.

Auch mein Header-Bild hat sich geändert. Es zeigt nun eine Hängematte am Strand anstelle des DAX-Verlaufs eines Tages. Mir geht es darum, dass wir alle in nicht allzu ferner Zukunft in der Hängematte liegen können, sofern wir das wollen.

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