Zur Hölle mit den Reichen?

Es waren einmal zehn Männer, die jeden Mittag miteinander zum Essen in ein Wirtshaus gingen. Die Rechnung für alle zusammen betrug jeden Tag genau 100 Euro. Die zehn Männer teilten sich diese Rechnung nach demselben System auf, wie in Deutschland zurzeit Steuern festgesetzt werden: Vier Gäste (die ärmsten) zahlten gar nichts, der fünfte zahlte 1 Euro, der sechste 3 Euro, der siebte 7 Euro, der achte 12 Euro, der neunte 18 Euro. der zehnte (der reichste) 59 Euro. So ging das eine ganze Zeit lang. Jeden Tag trafen sie sich zum Essen in dem Wirtshaus und alle waren glücklich und zufrieden.

Doch eines Tages kam Unruhe in dieses Arrangement. Der Wirt hatte die Idee, die Rechnung um 20 Euro zu verringern. „Weil ihr so gute Gäste seid”, sagte er. Das war an sich richtig nett von ihm, die zehn Gäste freuten sich darüber auch sehr, jetzt kostete das Essen nicht mehr 100 Euro, sondern nur noch 80.

Die Gruppe wollte es natürlich beibehalten, anteilmäßig so zu bezahlen, wie man in Deutschland besteuert wird. Dabei änderte sich für die ersten vier Gäste gar nichts, sie aßen weiterhin völlig kostenlos. Wie aber sah es für die restlichen sechs aus? Wie konnten sie die Ersparnis von 20 Euro so aufteilen, dass jeder etwas davon hatte?

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Was uns der Staat aus der Tasche zieht

Ich weiß noch, wie wütend ich war, als ich im Geschichtsunterricht hörte, wie vor einigen hundert Jahren die Bauern ein Zehntel ihrer Ernte an ihren Lehnsherren oder die Kirche abgeben mussten – und wie froh, als es darum ging, wie die Bauern all ihren Mut fassten, sich zusammenschlossen und dagegen demonstrierten (trotz Todesangst).

Heute nimmt uns Vater Staat nicht mehr nur 10% weg, sondern selbst bei Normalverdienern über 50%, doch kaum jemand zuckt mit der Wimper. Die Ikea-Generation klebt mit dem Hintern an der Couch.

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Herr Gabriel vergreift sich im Ton

Mein ehemaliger VWL-Professor hat im ersten Semester immer auf seiner letzten Folie den Klops der Woche präsentiert – eine aktuelle und besonders einfältige Aussage eines Politikers. Mein Klops der Woche geht heute an Vizekanzler Sigmar Gabriel.

Es könne nicht sein, dass „jemand, der auf dem Sofa liegt und Aktien hat, weniger Steuern zahlt als einer, der jeden Tag arbeiten geht“, wird Gabriel heute in der Printausgabe der Rheinischen Post zitiert. (Quelle)

Eine solche Aussage ausgerechnet von jemandem zu hören, der die Einführung von Abgeltungssteuer und Riester-Rente mitbestimmt hat, ist schon ziemlich schizophren.

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Die FDP mit einem Lichtblick

Wenn ich in politischen Sendungen höre, was die im Deutschen Bundestag vertretenden Parteien zur Rente und zur Besteuerung von Kapitalerträgen und Vermögen zu sagen haben, dann ist das oft einfach nur zum Heulen.

Auf den Internetseiten der CDU springen mir als Erstes zwei Links ins Auge: „Mitglied werden“ und „Spenden“. Unter „Politik A-Z“ suche ich vergeblich nach R wie Rente.

SPD und Grüne führten die Riester-Rente ein – ein unflexibles, renditeschwaches Gebühren-Monster, von dem vor allem die Versicherungskonzerne profitieren.

Anders bei der FDP. Dort bin ich auf folgendes Papier gestoßen, das gerade zwei Wochen alt ist.

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Riester-Rente oder Schäuble-Bonds? Aktiensparen!

Ich denke, du wirst mit mir übereinstimmen, dass der demografische Wandel eine der größten Baustellen darstellt, die wir in Deutschland in den kommenden Jahren und Jahrzehnten angehen müssen. Privat fürs Alter vorsorgen muss in meiner Generation jeder, der später nicht in Armut enden will. Doch wie sorgt man am besten fürs Alter vor?

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Steuer-Freibetrag ausschöpfen!

Die ersten 801 Euro (1.602 Euro bei Paaren) der in Deutschland im Jahr erzielten Kapitalerträge sind steuerfrei. Dies ist ein Geschenk von Vater Staat und Geschenke sollte man annehmen.

Wer seinen Freibetrag noch nicht voll ausgeschöpft hat und wer gleichzeitig ein paar Gewinner-Aktien im Depot hat, für den kann es sich lohnen, sich bis Jahresende von einigen Aktien zu trennen – selbst wenn man diese zu Jahresbeginn wieder zurückkauft.

Ich werde morgen oder übermorgen ein paar Dutzend Patrizia-Aktien verkaufen, denn so kann ich

  • steuerfreie Gewinne realisieren,
  • mich von Aktien der Position trennen, von der ich in den kommenden Jahren am wenigsten erwarte und bei der mir die aktuelle Depot-Gewichtung von 17% zu hoch ist,
  • meine recht hohe Aktienquote senken bzw. Cash besorgen, um Aktien zu kaufen, von denen ich überzeugter bin.

Zusätzlich solltet ihr in den kommenden Tagen überprüfen, ob ihr eure Freistellungsaufträge für 2015 optimal erteilt habt. Diese könnt ihr immer noch anpassen. Ich habe Girokonto, Tagesgeldkonto und Depotkonto bei 3 verschiedenen Banken und muss immer versuchen, den Freibetrag bestmöglich aufzuteilen.