Reaktion der Kurse auf historische Ereignisse

In wenigen Minuten wird die FED ihre Zinsentscheidung verkünden sowie ihre Einschätzung zur wirtschaftlichen Entwicklung und zur mittelfristigen Entwicklung der Zinssätze. Darauf haben die Börsianer wochenlang hingefiebert.

„Spiele werden von denjenigen Spielern gewonnen, die sich auf das Spielfeld konzentrieren – nicht von denen, deren Augen auf der Anzeigetafel kleben.“

Hier denke ich ebenso wie Warren Buffett, von dem dieses Zitat stammt. Meine Investitionen lasse ich nicht von Entscheidungen der Zentralbanken oder von Prognosen zur Entwicklung der Wirtschaft beeinflussen. Unter den 20 reichsten Menschen der Welt war noch nie einer, der versuchte, Konjunkturzyklen vorherzusagen.

„Ich würde gern Marktentwicklungen vorhersagen und Rezessionen antizipieren können, aber weil das unmöglich ist, bin ich ebenso wie Buffett damit zufrieden, profitable Unternehmen zu finden“ (Peter Lynch, 1989)

Dennoch finde ich es hochinteressant zu beobachten, wie die Aktienkurse auf Nachrichten reagieren oder wie sie künftige Nachrichten versuchen zu antizipieren.

Im Folgenden will ich einige Fakten auflisten, die aus dem 15. der 23 Kapitel von Jeremy Siegels fantastischem Buch „Aktien für die Ewigkeit“ stammen, das ich zurzeit lese.

Sie sollen die Unvorhersehbarkeit des Marktes bestätigen sowie die Schwierigkeit, Kursbewegungen zu prognostizieren.

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Die Angst vor dem Brexit geht um

Ein beliebter Spruch in der Finanzwelt lautet: „Kurse machen Nachrichten, nicht umgekehrt!“. Nachdem ich die Aktienmärkte nun knapp 2 Jahre lang beobachtet habe, muss ich sagen: An dieser Aussage ist was dran!

Im Juni und Juli des vergangenen Jahres wurde die Volatilität des DAX mit dem griechischen Schuldendrama erklärt. Ging es den Griechen davor und danach besser? Wohl kaum. Haben wir seitdem nochmal einen Bericht gesehen, der die Entwicklung der Aktienkurse deutscher Unternehmen mit der Griechenlandkrise in Verbindung gebracht hat? Ich zumindest nicht.

Im August und September musste China für die Kursverluste herhalten. Heute stehen DAX und S&P 500 höher als zu den damaligen Tiefstkursen. Wächst die chinesische Wirtschaft seitdem wieder schneller? Mitnichten.

Später wurden größere Kursausschläge wahlweise mit dem VW-Skandal, der FED-Zinserhöhung, der Ölpreisentwicklung oder dem Geflüster des Herrn Draghi erklärt.

Jeden Abend wollen die Journalisten den Bürgern eine sinnvolle Begründung für die Kursentwicklung liefern.

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Wieso die Normalisierung gelingen kann und muss

Die Entwicklung der Aktienmärkte wurde in den vergangenen 7 Jahren stark von der Politik der großen Notenbanken beeinflusst. Auch in Zukunft werden Wirtschaft und Kursentwicklung von deren Geldpolitik abhängen. Ich hatte zuletzt einen kurzen Beitrag dazu verfasst: „Wann werden die drogenabhängigen Märkte auf Entzug gesetzt?

Heute hat Clemens Schmale auf der Guidants-Plattform einen weiteren interessanten Beitrag dazu geliefert:

„In diesen Tagen steht viel auf dem Spiel. Es geht im Kern um nicht weniger als die Entscheidung, ob sich die globale Geldpolitik jemals wieder normalisieren kann.

Die Volatilität an den Märkten zu Beginn des Jahres hat viele aufgeschreckt. Nichts schien den Kursrutsch aufhalten zu können, doch dann kam ein Reigen an Zinsentscheidungen der Notenbanken. Innerhalb von zwei Wochen veröffentlichen die EZB, die US-Notenbank Fed und die Bank of Japan ihre Pläne für die zukünftige Geldpolitik.

Die EZB deutete weitere Lockerung an. Das stabilisierte den Markt. Die US-Notenbank war in ihrem Statement sehr vorsichtig. Für viele klang es so als würde die Fed von ihrem Plan abrücken die Zinsen in diesem Jahr 4 Mal anzuheben. Die Entscheidung der japanischen Notenbank brachte dann den entscheidenden Durchbruch. Sie senkte die Zinsen erstmalig in den negativen Bereich. Weltweit war der Jubel groß.

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Wann werden die drogenabhängigen Märkte auf Entzug gesetzt?

Markus Fugmann von finanzmarktwelt.de vergleicht die Aktienmärkte gern mit Drogensüchtigen – ein sehr treffender Vergleich, wie ich finde.

Die Dealer sind die großen Notenbanken: allen voran die Federal Reserve (FED), daneben die Europäische Zentralbank (EZB), die Bank of Japan sowie die People’s Bank of China.

Wie man es in den letzten Jahren von ihnen gewohnt war, haben alle 4 den Märkten in den vergangenen zwei Wochen einen weiteren Schuss gesetzt und damit die Stimmung aufgehellt.

DrogenZig Billionen US-Dollar, Euro, Yen und Yuan werden in die Märkte gepumpt. Die Zinsen werden immer weiter gesenkt. Vielerorts sind die Zinsen bereits im negativen Bereich (z.B. Eurozone, Japan, Schweiz, Dänemark)!

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