Verschließt die Augen vor der Finanzpornographie

Zwei Kollegen baten mich kürzlich, mich mit ihnen zusammenzusetzen und über ihre Anlagestrategien zu sprechen. Das freute mich.

Doch weit häufiger kommt es vor, dass ich nach „heißen Aktientipps“ gefragt werde. Viele Menschen haben nicht die nötige Disziplin und Geduld für den Aktienmarkt. Sie spielen Lotto, müssen morgen reich werden oder spätestens übermorgen. Sie kaufen völlig überteuerte Aktien und stoßen sie unter hohen Verlusten frustriert wieder ab.

Die Finanzbranche und die Finanzmedien machen sich dies zunutze. Wenig liest man über Buy & Hold und über die Aktien von Zahnpasta- und Waschmittelherstellern. Viele meinen, die ersten sein zu können, die das nächste Google, Twitter oder Facebook entdecken.

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Steuer-Freibetrag ausschöpfen!

Die ersten 801 Euro (1.602 Euro bei Paaren) der in Deutschland im Jahr erzielten Kapitalerträge sind steuerfrei. Dies ist ein Geschenk von Vater Staat und Geschenke sollte man annehmen.

Wer seinen Freibetrag noch nicht voll ausgeschöpft hat und wer gleichzeitig ein paar Gewinner-Aktien im Depot hat, für den kann es sich lohnen, sich bis Jahresende von einigen Aktien zu trennen – selbst wenn man diese zu Jahresbeginn wieder zurückkauft.

Ich werde morgen oder übermorgen ein paar Dutzend Patrizia-Aktien verkaufen, denn so kann ich

  • steuerfreie Gewinne realisieren,
  • mich von Aktien der Position trennen, von der ich in den kommenden Jahren am wenigsten erwarte und bei der mir die aktuelle Depot-Gewichtung von 17% zu hoch ist,
  • meine recht hohe Aktienquote senken bzw. Cash besorgen, um Aktien zu kaufen, von denen ich überzeugter bin.

Zusätzlich solltet ihr in den kommenden Tagen überprüfen, ob ihr eure Freistellungsaufträge für 2015 optimal erteilt habt. Diese könnt ihr immer noch anpassen. Ich habe Girokonto, Tagesgeldkonto und Depotkonto bei 3 verschiedenen Banken und muss immer versuchen, den Freibetrag bestmöglich aufzuteilen.

Jahresendrallye abgesagt (?)

Es verbleiben nur noch wenige Börsentage bis zum Jahresabschluss. Für gewöhnlich ist die zweite Dezember-Hälfte die stärkste Phase des Jahres. Institutionelle Anleger versuchen, ihre Zahlen für das Gesamtjahr „schön zu kaufen“.

In diesem Jahr hingegen beginnt die zweite Dezember-Hälfte schwach. Für den europäischen und US-amerikanischen Aktienmarkt ahne ich Böses. Ich rate euch dringend davon ab, in den kommenden 3 Wochen Aktien zu kaufen.

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Idee: Monatlicher ETF-Sparplan auf den MSCI World Index

Im August legte ich ein Langfristdepot an. Seitdem sind meine Aktien um 24% gestiegen, während die großen, breit gestreuten Indizes nur um etwa 8% zulegen konnten.

Vier Monate – das ist ein viel zu kurzer Zeitraum, um herauszufinden, ob man den Markt langfristig outperformen wird. Ich denke, dass ich das schaffen kann – zumindest um 2% pro Jahr.

Die Frage ist: Will ich das? Möchte ich mich mein Leben lang ständig auf dem Laufenden halten, was gerade an den Finanzmärkten passiert? Möchte ich mich jeden Monat fragen: Welche Aktie kaufe ich? Ist jetzt der richtige Einstiegszeitpunkt? Ist es Zeit, eine meiner Positionen zu verkaufen?

Ich denke derzeit über einen monatlichen ETF-Sparplan auf den MSCI World Index nach. Damit lässt sich zwar keine Outperformance erzielen, doch ich müsste mir diese Fragen nicht mehr stellen.

Aktien-ETFs (Exchange Traded Funds) sind Aktienfonds, die an der Börse gehandelt werden und zumeist passiv einen Aktienindex wie den DAX abbilden, wodurch die Gebühren sehr viel niedriger sind als bei aktiv gemanagten Fonds.

Welche Vorteile sehe ich?

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Die richtige Branche zur richtigen Zeit

Eine wichtige Frage beim Investieren ist, auf welche Branchen man setzen soll und zu welchem Zeitpunkt.

Zunächst solltet ihr alle Branchen herausfiltern, in die ihr aus moralischen Gründen nicht investieren wollt. Die Klassiker sind Rüstung und Tabak. Auch Alkohol oder Fleisch werden von einigen abgelehnt.

Als Nächstes ist es ratsam, Branchen auszuschließen, von deren Zukunftsaussichten ihr nicht überzeugt seid oder deren Geschäftsmodelle ihr nicht zu 100% versteht oder bei denen ihr Leichen im Keller vermutet.

Ich investiere z.B. grundsätzlich nicht in Banken, Versicherungen und sonstige Finanzdienstleistungen sowie in Beteiligungsgesellschaften. Auch bei Technologie-Werten bin ich ähnlich vorsichtig wie Warren Buffett, der mit Aktien zum reichsten Menschen der Welt wurde. Aber das muss jeder selbst entscheiden.

Die übrigen Branchen kann man in 3 Klassen einteilen: zyklisch, defensiv, neutral.

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So einfach ist das!

Aus diesen Gründen besitzen viele Deutsche keine Aktien:

1.) Fehlendes Vermögen (teilweise durch zu hohen Konsum)
2.) Versagen der Politik
3.) Falsche Wahrnehmung / Versagen der Medien

Auf die Punkte 1 und 2 bin ich in früheren Beiträgen eingegangen. Nun zu Punkt 3.

Negatives wird vom menschlichen Gehirn sehr viel stärker wahrgenommen als Positives. Berichte über Aktien-Crashs, Pleiten und Unternehmensskandale bleiben hängen. Damit lassen sich auch mehr Leser anlocken. Berichte über stetig steigende Gewinne und Dividenden sind zu langweilig.

Außerdem sind Banken und Fondsmanager nicht daran interessiert, dass ihr Aktien langfristig haltet. Sie wollen, dass ihr möglichst oft kauft und verkauft. Immer hin und her. Damit verdienen sie ihr Geld. Dafür müssen sich Euphorie und Panik möglichst häufig abwechseln.

Ich werfe weder den Medien, noch den Banken und Fondsmanagern ihr Verhalten vor. Im Gegenteil. Sie alle versuchen, ihre Gewinne zu maximieren.

Genau das ist der Punkt. Sie erhöhen ihre Gewinne und ihr könnt daran mitverdienen, wenn ihr es richtig anstellt.

Ich werde nicht müde, zu betonen, dass Aktienkurse langfristig um 7 bis 10 Prozent pro Jahr steigen. Der Dow Jones steigt seit über 100 Jahren um durchschnittlich 10 Prozent pro Jahr. Dazu kommen Dividenden.

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