Idee: Monatlicher ETF-Sparplan auf den MSCI World Index

Im August legte ich ein Langfristdepot an. Seitdem sind meine Aktien um 24% gestiegen, während die großen, breit gestreuten Indizes nur um etwa 8% zulegen konnten.

Vier Monate – das ist ein viel zu kurzer Zeitraum, um herauszufinden, ob man den Markt langfristig outperformen wird. Ich denke, dass ich das schaffen kann – zumindest um 2% pro Jahr.

Die Frage ist: Will ich das? Möchte ich mich mein Leben lang ständig auf dem Laufenden halten, was gerade an den Finanzmärkten passiert? Möchte ich mich jeden Monat fragen: Welche Aktie kaufe ich? Ist jetzt der richtige Einstiegszeitpunkt? Ist es Zeit, eine meiner Positionen zu verkaufen?

Ich denke derzeit über einen monatlichen ETF-Sparplan auf den MSCI World Index nach. Damit lässt sich zwar keine Outperformance erzielen, doch ich müsste mir diese Fragen nicht mehr stellen.

Aktien-ETFs (Exchange Traded Funds) sind Aktienfonds, die an der Börse gehandelt werden und zumeist passiv einen Aktienindex wie den DAX abbilden, wodurch die Gebühren sehr viel niedriger sind als bei aktiv gemanagten Fonds.

Welche Vorteile sehe ich?

Streuung
Durch die breite Streuung über viele Unternehmen, Branchen, Länder und Währungen unterliegt das Depot nicht so starken Schwankungen.

Zeitersparnis
Man kann in Unternehmen/Aktien investieren, ohne sich damit auseinandersetzen zu müssen.

Gebühren
Bei vielen ETF-Sparplänen werden (im Gegensatz zu Einzelaktien) keinerlei Ordergebühren fällig und (im Gegensatz zu aktiv gemanagten Aktienfonds) keine Ausgabeaufschläge. Die Gebühren liegen je nach ETF etwa zwischen 0,2 und 0,5%.
Man kann bereits mit monatlich oder vierteljährlich 25-50 Euro starten. ETFs bzw. ETF-Sparpläne sind vielen Deutschen unbekannt, denn die Banken empfehlen sie kaum, da sie fast nichts daran verdienen – anders als die Anleger.

Durchschnittskosteneffekt
Hat man einen Sparplan, muss man sich nicht permanent fragen: Sind Aktien gerade zu teuer? Man kauft monatlich oder vierteljährlich und zahlt so über einen längeren Zeitraum gewissermaßen einen Durchschnittspreis. So muss man keine Angst haben, große Beträge genau dann zu investieren, wenn Aktien besonders teuer sind.

Keine Gefahr der Underperformance
Setzt man auf Einzelaktien, hat man vielleicht das Pech, dass diese sich schlechter entwickeln als der Gesamtmarkt. Bei ETFs erzielt man die Performance des gewählten Index.

Anpassung der Gewichtung
Die Gewichtung über Unternehmen, Branchen und Länder wird bei einem Index wie dem MSCI World ständig an den aktuellen Wert bzw. die Marktkapitalisierung angepasst. Man muss nicht manuell die Unternehmen/Branchen/Länder heraussuchen, die gerade gut laufen. Das passiert automatisch.

Flexibilität
ETF-Sparpläne unterliegen keinen Laufzeiten oder Kündigungsfristen. Sie können jederzeit kostenlos angepasst oder beendet werden.

Steuerstundung
Je später man die Kapitalertragssteuer zahlt, desto besser, denn so kann man den Zinseszinseffekt möglichst lange für sich arbeiten lassen. Bei Einzelaktien werden – selbst wenn man nicht verkauft – Steuern fällig, nämlich die auf die ausgeschütteten Dividenden. Bei einer besonderen Art von ETFs – den synthetischen Thesaurierern – werden die Dividenden automatisch wieder angelegt. Die Steuern darauf werden erst fällig, wenn der ETF verkauft wird.

ETF

Warum der MSCI World Index?

Der Index umfasst aktuell mehr als 1.600 Unternehmen aus 23 Industrieländern. Die größten Positionen sind momentan Apple, Microsoft, Exxon Mobil, General Electric, Johnson & Johnson, Wells Fargo, Amazon, JP Morgan, Nestlé, Google und Facebook.

In den letzten 44 Jahren ist der Index um 7,4% pro Jahr gestiegen. In der letzten Finanzkrise betrug der maximale Verlust etwa 55%.

Die breite Streuung, die Konzentration auf Industrieländer und die Gewichtung nach Marktkapitalisierung gefallen mir. Die wertvollsten Unternehmen weisen immer die höchste Gewichtung auf und man ist nicht auf eine einzelne Region oder Währung festgelegt.

Es gibt unzählige ETFs. Da ist für jeden etwas dabei. Es gibt ETFs, die die Schwellenländer mit einschließen. ETFs auf die großen Dividenden-Zahler. ETFs auf einzelne Länder oder Kontinente. ETFs auf einzelne Branchen. ETFs auf mittelgroße oder kleine Unternehmen. Und, und, und.

Weiterführende Infos rund um das Thema ETFs findet ihr unter den folgenden Links.

Blogs:
http://www.finanzwesir.com/specials/etf-fonds-passiv-geld-anlegen

http://sauerkrautundzaster.de/etfs-gegen-dauerzinstief-2

http://etf-blog.com/private-altersvorsorge-mit-etfs/

https://exstudentin.wordpress.com/2015/12/10/aktien-vs-etfs-was-passt-besser-zu-mir-12/

ETF-Suche:
https://www.justetf.com/de/etf-overview.html

ETF-Sparplan:
https://www.dab-bank.de/Anlegen-Sparen/Sparplaene/Wertpapiersparen/ETF-Sparplaene.xhtml

Buch:
http://www.amazon.de/Souver%C3%A4n-investieren-Indexfonds-ETFs-Privatanleger/dp/3593504545/

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38 Gedanken zu „Idee: Monatlicher ETF-Sparplan auf den MSCI World Index

  1. Hallo Stefan,
    ich denke auch, dass es möglich ist den Markt zu schlagen. Charlie Munger hatte mal den Ansatz, dass man sich überlegen sollte in welche Unternehmen man nicht investieren würde. Nehmen wir als Beispiel den DAX. Wenn man hier die schlechten Unternehmen raus lässt muss es doch leicht sein besser zu sein. Die Automobilaktien kommen seit zwei Jahren nicht richtig vom Fleck und mit den Banken sieht es auch nicht so gut aus. Bei einem größeren Index wie dem S&P 500 ist es nicht so klar. Aber auch hier gibt es Unternehmen wo die Aktie seit Jahren seitwärts läuft und die Gewinne und Umsätze stagnieren.
    Grüße,
    Stefan

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  2. Sag mal Markus (sparta), hast du einen link zur Studie „Aktien von Topunternehmen liefern schlechtere Performance“ (weil immer teuer, so weit ich weiß). Ist das aus Siegel entnommen?
    Wäre wohl auch für Stefan interessant. Er fährt ja gerade diesen Ansatz.

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  3. Soweit ich weiß ist es aus einem meiner 3 Kommer-Bücher….
    Es ist auch in den unterschiedlichen Auflagen ein wenig mehr/weniger dazu geschrieben.
    Ob es die Korrelation mit überteuert gibt, hätte ich nicht gelesen.
    Muss es nachlesen (löchriges Gedächtnis), habe aber momentan wenig Zeit (70/80 Std. Woche).
    Ein Bezug zu dem Buch „in search of excellence“ wurde auch genommen.
    In einem anderen waren betriebswirtschaftliche Top-Unternehmen der letzten 5 Jahre mit den darauf folgenden 5 Jahren Aktienmarktrenditen verglichen.
    -> negative Korrelation wurde hier festgestellt.
    Wie tiefgründig die Analyse/Studie geführt wurde, kann ich nicht beurteilen, da ich sie nicht näher untersucht habe.
    Das mit Einstein habe ich auch irgendwo mal aufgeschnappt…

    Allerdings sind es auch nur aufgeschnappte Info-Fetzen meiner selektiven Wahrnehmung.

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