Public Storage: Einer der profitabelsten Blue Chips der Welt

Public Storage wurde heute zum 15. Unternehmen in meinem Portfolio. Es handelt sich dabei um den ersten Real-Estate-Investment-Trust (REIT), an dem ich mich beteilige.

Das Unternehmen mit Sitz in Kalifornien wurde 1972 gegründet, hat etwa 5.500 Mitarbeiter und erzielte 2016 einen Umsatz von 2,6 Mrd. US-Dollar. Public Storage ist im S&P 500 Index gelistet.

Im Geschäftsbereich der häuslichen Selbsteinlagerung erwirbt, betreibt und verwaltet das Unternehmen Self-Storage-Anlagen für die private und geschäftliche Nutzung und bietet Lagerräume auf monatlicher Mietbasis an. Das Unternehmen versteht sich als der größte Eigentümer und Betreiber von Self-Storage-Anlagen in den Vereinigten Staaten. Es verfügt über direkte und indirekte Beteiligungen an mehr als 2.200 Self-Storage-Anlagen.

Das europäische Self-Storage-Geschäft wird über eine 49%-Beteiligung an Shurgard Europe Ltd. vertreten, die über 190 Self-Storage-Anlagen in sieben Ländern in Westeuropa besitzt. Das Handelsgeschäft umfasst eine 42%-Beteiligung an der PS Business Parks Inc., die mehr als 2,6 Millionen m² vermietbare Gewerbeflächen besitzt und betreibt. (Quelle)

Das Mieten von Lagerräumen/Stellflächen ist in den USA nicht ungewöhnlich, vor allem in den Großstädten. Etwa 9,5% der US-Amerikaner mieten derartige Stellflächen. Das sind mehr als 30 Millionen Menschen allein in den USA.

Die Nachfrage danach steigt. Vor 20 Jahren waren es gerade einmal 6% der US-Amerikaner. (Quelle)

Was fasziniert mich so an dem Unternehmen?

# 1 – Einer der profitabelsten Blue Chips

Der Vorsteuergewinn betrug im vergangenen Jahr 57% vom Umsatz. Das muss man sich mal vorstellen! Von 100 Dollar Umsatz bleiben 57 Dollar an unversteuertem Gewinn übrig. Keines meiner übrigen 14 Unternehmen kommt auf mehr auf 36%. Public Storage packt nochmal 21% drauf.

Warum auch nicht? Die Betreibung der Lagerräume kostet so gut wie gar nichts. Dafür fließt monatlich ordentlich Geld in die Taschen von Public Storage.

Die Umsatzrendite im Vergleich zu den direkten Konkurrenten spricht Bände. Dies ist die vielleicht beste Kennzahl, um einen dauerhaften Wettbewerbsvorteil in einer einzigen Zahl auszudrücken.

Public Storage Marge

Der Vorstand behauptet sogar stolz, dass man lediglich eine 30%-Auslastung der Lager/Stellflächen bräuchte, um kostendeckend zu arbeiten. Tatsächlich liegt die Auslastung bei 94,5%. (Quelle)

Umsatzrendite und Kapitalrendite befinden sich auf 10-Jahres-Hochs. Das Management scheint hervorragende Arbeit zu leisten.

Außerdem ist – trotz der beträchtlichen Beteiligungen an den Unternehmen Shurgard Europe sowie PS Business Parks – der Anteil Goodwill, der künftige Gewinne schmälern könnte, sehr gering (weniger als 2% der Bilanzsumme).

# 2 – Schuldenfreiheit

Die Eigenkapitalquote beträgt 93%. Auch das bedeutet den Spitzenplatz unter meinen 15 Beteiligungen.

Die Verbindlichkeiten am 31.12. betrugen 689 Mio. Euro und der Jahresüberschuss betrug 2016 mehr als das Doppelte dessen. Auch der Free Cash Flow liegt deutlich über den Schulden. Es gibt nur ganz wenige Unternehmen, die das von sich behaupten können. Vor Zinserhöhungen muss sich Public Storage nicht fürchten.

Die geringe Verschuldung und die extrem hohe Profitabilität verschafften dem Unternehmen ein A-Rating von Standard & Poor‘s. Die Kosten der Kapitalbeschaffung sollten also minimal sein. Gerade bei REITs ist dies extrem wichtig!

# 3 – Marktführerschaft, und zwar mit Abstand

Das Unternehmen ist größer als die 4 größten Konkurrenten zusammen! Nur wenige Unternehmen können das von sich behaupten.

Umsatz Storage 2016

# 4 – Insider Ownership

Die Gründerfamilie hält 14,4% der Aktien von Public Storage.

Gründer Bradley Wayne Hughes (83) besitzt 0,9%. Sein Sohn Bradley Wayne Hughes Jr. (57) hält 3%. Die Gründertochter Tamara Hughes Gustavson hält sogar 10,5% und ist damit Milliardärin. Alle drei sitzen im Aufsichtsrat. (Quelle)

Ich liebe solche Firmen. Familienunternehmen sind ebenso an der langfristigen Entwicklung interessiert wie ich als Kleinaktionär.

CEO ist der 59-jährige Ronald Havner, der seit 1986 für Public Storage tätig ist und seit 2002 an der Spitze steht.

Public Storage

Wachstum, Dividende und Aktienrückkäufe

In den vergangenen 10 Jahren wurde der Umsatz um 6,4% pro Jahr gesteigert und der Nettogewinn um 17% pro Jahr.

Für die kommenden 3-5 Jahre gehen Analysten von einem Wachstum von 7-8% pro Jahr aus.

Die Dividende wurde in den letzten 20 Jahren um 10,5% pro Jahr erhöht. In den letzten 10 Jahren waren es 13,1% pro Jahr. (Quelle)

Wie bei REITs üblich, wird ein Großteil des freien Cash Flows an die Aktionäre ausgeschüttet. Die Ausschüttungsquote lag in den letzten 5 Jahren bei 73% des Free Cash Flow. Public Storage nutzt die Tatsache aus, dass ausgeschüttete Gewinne bei REITS nicht der Körperschaftssteuer unterliegen.

Ihr fragt euch vielleicht: Wie soll ein Unternehmen, das mehr als 70% seines freien Cash Flows ausschüttet, wachsen?

Nun… das hat in den vergangenen 9 Jahren auch ganz gut geklappt trotz hoher Ausschüttungsquoten. Der Umsatz wurde um 41% erhöht, der Nettogewinn um 217%, der Free Cash Flow um 58%.

Konkret sehe ich Wachstumsperspektiven

  • durch Mieterhöhungen,
  • durch Wachstum der Beteiligungen (Shurgard Europe, PS Business Parks),
  • durch neue Akquisitionen/Expansion,
  • durch Zukauf weiterer Self-Storage-Anlagen (der Marktanteil auf dem Heimatmarkt ist zwar größer als der der 4 größten Konkurrenten, liegt jedoch „nur“ bei 5%, sodass noch viel Luft nach oben ist),
  • durch weitere Effizienzsteigerungen.

Public Storage konzentriert sich auf die Großstädte, wie folgende Grafik zeigt. (Quelle)

Public Storage Marktanteile

Die Leute schaffen sich mehr und mehr Plunder an, der irgendwo gelagert werden muss. Wie gesagt ist der Anteil der US-Amerikaner, die Self-Storage-Anlagen mieten, in den letzten 20 Jahren von 6% auf 9,5% gestiegen.

Hier seht ihr das Umsatzwachstum seit 1992.

Public Storage Umsatz

Aktienrückkäufe wurden vom Aufsichtsrat genehmigt, jedoch vom Management in 2016 nicht ausgeführt, da es nach eigenen Angaben sinnvollere Möglichkeiten gab, Geld zu investieren. Rückkäufe zum richtigen Zeitpunkt behält sich das Management vor. Hier verhält sich der Vorstand um Ronald Havner vorbildlich.

KGV

Das vergangenheitsorientierte KGV liegt derzeit bei etwa 34.
Im historischen Vergleich ist das günstig. Hier die Median-Werte, die ich von 3 verschiedenen Quellen ermittelt habe.

Letzte 5 Jahre: 35-37
Letzte 7 Jahre: 38
Letzte 10 Jahre: 37

Auch Durchschnittswerte liegen im Bereich 35-38.
Qualität hat eben ihren Preis.

Shareholder Value

Kurssteigerungen und Dividenden zusammen genommen, lag der Shareholder Value in den letzten 10 Jahren bei etwa 12% pro Jahr. Das bedeutet eine Outperformance gegenüber dem S&P 500 Total Return Index.

Wer meint, diese Aktie sei nur etwas für (angehende) Rentner, dem entgegne ich: Public Storage ist genau die Art von Unternehmen, die ich suche:

  • leicht zu verstehendes Geschäftsmodell
  • Marktführerschaft
  • wachsender Markt
  • stetig steigene Umsätze und Cash Flows
  • extrem hohe Profitabilität
  • weiter steigende Profitabilität
  • extrem geringe Verschuldung
  • Insider Ownership im zweistelligen Prozentbereich
  • Kundenbindung (Wer schafft schon sein ganzes eingelagertes Zeug woanders hin, nur weil die Lagermiete um 4% erhöht wurde?)
  • Outperformance gegenüber dem Index (als Resultat der vorherigen Punkte)

Aktie

Ich denke, der Verlauf (hier seit 2002) spricht für sich. Hinzu kamen Dividenden. Die Dividendenrendite lag im Mittel über die letzten 7 Jahre bei 3,0%.

Public Storage Aktie

Derzeit befindet sich die Aktie 17% unter dem vor einem Jahr erreichten Allzeithoch.

Zu guter Letzt

Was für Walter Whites 80 Millionen Dollar gut genug war, ist auch gut genug für mich! 😉 Um ehrlich zu sein, hat mich Breaking Bad auf die Idee gebracht, in einen Vermieter solcher Anlagen zu investieren.

Walter White Geld

 

Advertisements

22 Gedanken zu „Public Storage: Einer der profitabelsten Blue Chips der Welt

  1. Klasse Tipp! Hatte ich bisher nicht wirklich auf dem Radar, obwohl ich schon davon gelesen habe, daß es sich hier um ein Qualitätsunternehmen handelt. Für einen REIT ist PSA aussergewöhnlich wachstumsstark, während man sonst nur im Schnitt mit 4% Dividendenwachstum rechnen darf.

    Gefällt 1 Person

    • Danke, Bert.

      In Deutschland wird die Aktie tatsächlich kaum gehandelt. Habe gerade spaßeshalber nachgesehen. An den Börsenplätzen Stuttgart, Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, München, Tradegate und Lang & Schwarz gab es seit meinem Kauf gestern um 15:56 Uhr nur eine einzige Transaktion. Heute um 08:03 wurden 25 Stück gehandelt (Tradegate). Das war nicht besonders schlau, denn US-Aktien mit so dünnem Handelsvolumen in Deutschland sollte man an deutschen Börsen nur zu den Öffnungszeiten der US-Börsen handeln. Ansonsten ist der Spread zu groß. Da hat jemand heute Vormittag etwa 50 Euro verschenkt, weil er keine 8 Stunden warten wollte.

      Gefällt mir

      • Ja, den Fehler hab ich früher auch gemacht, weil ich ungeduldig war. Hat mich schon mehr als 50 Euro gekostet.

        Die PSA scheint in Deutschland ja extrem wenig bekannt zu sein, aber man liebt halt hierzulande zu sehr den DAX und das was man kennt.
        Ich bin zunächst auch nach dem Motto verfahren, nur Aktien von Unternehmen zu kaufen, die ich kenne, aber inzwischen ist mir klar geworden, daß letztlich nur Qualität und Total Return zählen und da haben eben auch eher unbekannte Unternehmen aus den USA viel zu bieten.
        Ich entdecke hier immer wieder neue Perlen. Z.B. bin ich neulich auf TJX und ROST aufmerksam geworden. Hatte ich vorher noch nie gehört.

        Gefällt mir

  2. Och Stefan, muß das denn sein? Meine Watchlist quillt doch eh schon über…. 😉 .
    Spaß beiseite. Das Unternehmen ist echt interessant. Ein REIT fehlt mir noch im Portfolio, auch wenn PS hierbei wohl aus dem üblichen Rahmen fällt.

    Wieder mal eine gelungene Arbeit von dir. Respekt!

    Gefällt 1 Person

  3. Wow, ziemlich beeindruckende Rendite in der Vergangenheit! Hast du mehr zu Wettbewerbsvorteilen gelesen (sind sie in Vergleich zur Konkurrenz teurer oder billiger, haben bessere lagen oder Bekanntheit? ) . Wenn du schreibst die Rendite ist auf Rekordkurs , gibt es Gründe warum man die verteidigen könnte wenn einer der Wettbewerber aus den restlichen 95% des Marktes aggressive Rabatte bietet z.b.? ( auch wenn ich zustimme dass man wegen einer kleinen Erhöhung nicht immer alles zeug umlagert würde es ja das Wachstum stoppen können). Ansonsten, wenn die ihr Wachstum bei der Rendite halten können sicherlich eine der besten Investitionen die es gibt, ich sollte es mir mal genauer anschauen…

    Gefällt mir

    • Hi Tobi,

      du wirfst interessante Fragen auf.

      zu den Mietpreisen:
      Das konnte ich leider nicht herausfinden. Das ist auch nicht so einfach zu recherchieren. Man muss ja ähnliche Lage und Größe miteinander vergleichen.

      zur Bekanntheit:
      Ich gehe davon aus, dass Public Storage (PSA) mit 5% Marktanteil bekannter ist als der größte Konkurrent Extra Space Storage (EXR) mit 1,9% Marktanteil.
      Hinzu kommt, dass PSA deutlich mehr Mittel zur Verfügung hat, um die Bekanntheit weiter zu steigern. Und sollte man dafür Fremdkapital benötigen, würde PSA dies zu besseren Konditionen bekommen aufgrund der größeren finanziellen Stabilität.

      zur Attraktivität der Locations:
      Dazu kann ich wenig sagen. PSA hat aber weitaus mehr Anlagen als EXR. PSA ist auch geografisch stärker diversifiziert durch die Beteiligung in Europa. Und PSA hat mehr Mittel (und sollte auch in Zukunft mehr Mittel generieren), um weitere Anlagen (in guter Lage) zu erwerben.

      zum möglichen Preiskrieg:
      Die Gefahr besteht natürlich. Allerdings wäre das ein Krieg, den EXR kaum gewinnen könnte.

      Hier ein paar Zahlen im direkten Vergleich:

      Wert der Anlagen
      PSA: 11070 Mio. (davon 3738 Mio. bereits abgeschrieben)
      EXR: 6749 Mio.

      Schulden (in Relation zum vorherigen Wert zu sehen)
      PSA: 718 Mio.
      EXR: 4847 Mio.

      Free Cash Flow
      PSA: 1178 Mio.
      EXR: -576 Mio. (negativ)

      Free Cash Flow / Umsatz
      PSA: 46%
      EXR: -58% (negativ)

      Umsatzkosten 2016
      PSA: 26% vom Umsatz
      EXR: 27% vom Umsatz

      Vertriebs-, Verwaltungs- und sonstige Gemeinkosten 2016
      PSA: 20% vom Umsatz
      EXR: 28% vom Umsatz

      Zinsen 2016
      PSA: Zinserträge übersteigen Zinsaufwendungen (Saldo 3% vom Umsatz)
      EXR: Zinsaufwendungen übersteigen Zinserträge (Saldo 12% vom Umsatz)

      Return on Invested Capital 2016
      PSA: 22%
      EXR: 8%

      Debt / Equity
      PSA: 0,08
      EXR: 1,76

      Wie man’s dreht und wendet – Dass die Nummer 2 zur Aufholjagd ansetzt, halte ich für unwahrscheinlich. PSA ist in jeglicher Hinsicht besser aufgestellt. Der Vergleich zur Nummer 3, 4 und 5 sieht übrigens ähnlich aus.

      Natürlich können jederzeit neue finanzkräftige Player auf dem Markt erscheinen. Die geringen Eintrittsbarrieren halten mich davon ab, eine noch größere Position aufzubauen.

      Gefällt mir

  4. Vielen Dank für den Tipp und die umfassende Analyse! Kommt bei mir auch auf die Watchlist.

    Kenne diese Self Storage Dinger hauptsächlich von den wenigen Momenten wo ich eine Minute von Storage Hunter gesehen habe. Aber auch bei uns in den Städten sieht man solche Anlagen immer häufiger.

    Kleiner Scherz am Rande: Neben Public Storage, fehlt dir jetzt nur noch das Crystal Meth um Walter White nachzueifern. 😀

    Gefällt 1 Person

  5. Hallo Stefan, ich verstehe einges von Aktien durch langjährige Erfahrung, von Reits eher wenig. Meine Frage: Muss man sich nicht Sorgen machen um den gewaltigen Unterschied von Umsatz ca. 2,5 Mrd. Zu Marktkapitalisierung von 40 Mrd.
    Im Aktienbereich ist so etwas eher selten, bzw. ein Alarmsignal!

    Gefällt mir

    • Hallo Claudio,

      ein guter Punkt. Ich war selbst erstaunt über die hohe Marktkapitalisierung und hoffe, nun ein wenig Aufklärung betreiben zu können.

      Das Verhältnis von Marktkapitalisierung zu Umsatz wird im Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) erfasst, da

      Marktkapitalisierung = Kurs * Aktienanzahl
      Umsatz = Umsatz je Aktie * Aktienanzahl
      und
      KUV = Kurs / Umsatz je Aktie

      Da sich die Geschäftsmodelle von Branche zu Branche teilweise stark unterscheiden, sollte man Bewertungskennzahlen wie das KUV nur innerhalb einer Branche vergleichen. Hier kommen wir auf

      Public Storage: 15,6
      Extra Space Storage: 10,2
      Life Storage: 8,2
      CubeSmart: 9,8
      National Storage Affiliates: 10,2

      Public Storage ist also – gemessen am KUV – mit Abstand am „teuersten“. Warum halte ich das für gerechtfertigt?

      Durch die weitaus höhere Profitabilität kann Public Storage einen sehr viel höheren Wert für die Aktionäre für jeden Euro an Umsatz generieren. Vielleicht wird das an einem vereinfachten Beispiel deutlich.

      Wir haben die Profit AG (PAG) und die KeinProfit AG (KAG). Beide erzielen einen Umsatz von 100 Euro je Aktie. Die Aktienanzahl beider Unternehmen ist identisch. Beide haben ein KGV von 20. Der Gewinn der PAG beträgt 57 Euro je Aktie und der Gewinn der KAG beträgt 33 Euro je Aktie. (dies entspricht den Margen von Public Storage und Extra Space Storage)

      Frage: Warum ist für die PAG ein weitaus höheres KUV gerechtfertigt als für die KAG – trotz identischer Umsätze und KGVs?

      Kurs (PAG) = Gewinn je Aktie * KGV = 57 * 20 = 1140
      Kurs (KAG) = Gewinn je Aktie * KGV = 33 * 20 = 660

      und damit:
      KUV (PAG) = Kurs / Umsatz je Aktie = 1140 / 100 = 11,4
      KUV (KAG) = Kurs / Umsatz je Aktie = 660 / 100 = 6,6

      Ich bin gespannt, was du von der Rechnung hältst 😀

      Viele Grüße, Stefan

      Gefällt mir

  6. Hey Stefan, deine Rechnung habe ich soweit verstanden. Was ich nicht verstehe, ist warum dieser Branche ein so hohes KUV zugestanden wird. Ich finde deine Analyse zu Public Storage klasse, keine Frage, was mich an dem Unternehmen wirklich stört, ist die extrem hohe Marktkapitalisierung. 40 Mrd. Nur weil sie ein paar Lagerräume vermieten ( ich übertreibe mal absichtlich etwas) , ist für mich ne menge Holz! Aber damit wir uns richtig verstehen, ich wills nicht schlecht reden, mir gehts nur darum, die hohe MK zu verstehen, und da hab ich ein Problem! Zu unrecht?

    Gefällt mir

    • Ja. Ich denke, zu Unrecht.

      Nochmal: Public Storage holt einen weitaus höheren Wert für die Aktionäre aus jedem Euro an Umsatz heraus als die Konkurrenz. Für diesen höheren Wert sind die Aktionäre bereit, einen höheren Preis zu zahlen (pro Euro an Umsatz).

      Du möchtest das KUV allerdings mit Unternehmen aus anderen Branchen vergleichen. Wie gesagt: Das tut man nicht, da z.B. die Bilanz völlig anders aufgebaut ist. Aber machen wir uns den Spaß und vergleichen Public Storage mit dem Unternehmen KaumProfit AG aus einer anderen Branche.

      Public Storage
      – hat eine überragende Eigenkapitalquote und damit (pro Euro an Umsatz) weitaus geringere Zinsaufwendungen als die KaumProfit AG. Und nicht nur das: Bei Public Storage sind die Zinserträge sogar höher als die Zinsaufwendungen. Dies kommt den Aktionären zugute.
      – hat kaum Mitarbeiter (pro Euro an Umsatz) und damit geringere Personalkosten. Und die wenigen Mitarbeiter, die man hat, sind eher gering qualifiziert und damit billiger als bei der KaumProfit AG. Dies kommt den Aktionären zugute.
      – ist ein Real-Estate-Investment-Trust (REIT). Damit sind alle Gewinne, die an die Aktionäre ausgeschüttet werden, von der Körperschaftssteuer befreit. Bei der KaumProfit AG dagegen wird zuerst die Steuer fällig. Von dem, was übrig bleibt, werden Ausschüttungen getätigt. (meine ich)
      – hat keinerlei Vertriebskosten, da nichts vertrieben wird. Die KaumProfit AG hingegen zahlt viel Geld (pro Euro an Umsatz) an Logistikdienstleister für Versand und Retouren. Dieses Geld kommt nicht den Aktionären zugute.
      – hätte weiterhin einen enormen Unternehmenswert, selbst wenn der Umsatz in 2018 auf 0 Euro sinken würde. Warum? Die Self-Storage-Anlagen sind Gold wert und diesen stehen nur mickrige Schulden gegenüber. Die KaumProfit AG hat dagegen einen gewaltigen Schuldenberg im Verhältnis zum Anlagevermögen. Diese Schulden müssten auch bei 0 Euro Umsatz beglichen werden.

      Die Schlüssigkeit meiner Ausführung ist gewiss nicht perfekt. Nochmal: Das KUV von 2 Unternehmen unterschiedlicher Branchen miteinander zu vergleichen – das tut man einfach nicht. 🙂

      Viele Grüße, Stefan

      Gefällt mir

  7. @ Claudio

    Um es auf einen Nenner zu bringen:
    Was muss Public Storage tun, um 100 Euro an Umsatz zu generieren? Antwort: Eine popelige, kleine Garage zur Verfügung stellen. Von da an zahlt der Mieter 100 Euro auf das Konto von Public Storage, und zwar Monat für Monat für Monat.
    Andere Unternehmen müssen, um 100 Euro an Umsatz zu erzielen, enorme Mittel aufwenden für Forschung und Entwicklung, Vertrieb, Zinsen, hoch qualifiziertes Personal usw.

    Übrigens kostet die Miete einer 6 m² Garage von Shurgard Europe (an denen ist Public Storage beteiligt) in Berlin-Friedrichshain mehr als die Kaltmiete meiner Magdeburger Studentenbude (33m²) vor 6 Jahren gekostet hatte.

    Gefällt mir

  8. Nachdem ich die finanzielle Situation der direkten Konkurrenten noch stärker unter die Lupe genommen habe, hab ich meine Beteiligung an Public Storage heute erhöht.

    Der Zugang zu Kapital ist in dieser Branche enorm wichtig und Public Storage ist der Konkurrenz hier meilenweit voraus (durch eine ausgezeichnete Bilanz sowie Cash Flow Generierung).

    Gefällt mir

  9. Ich habe bis jetzt noch keinen Reit im Portfolio, von Public Storage hab ich auch noch nie was gehört, eigentlich wollte ich eher mal so Omega Healthcare, oder W.P. Carey kaufen, aber Deine Recherchen bringen ja immer wieder Erstaunliches zutage, vielen Dank für Deine Bemühungen, das liest sich wirklich gut.

    Gefällt 1 Person

  10. hallo Stefan,
    es lässt mir keine Ruhe, hab jetzt mal die Zahlen bei finanzen.net nachgeschaut, die geben eine EK – Quote von 49.8% an, bei ariva.de sind es auch über 90%, wieso differiert das so stark und wo hast Du Deine Zahlen her, die Aktie würde mir nun eben auch gefallen, und evtl. würde ich einen anderen Kauf zurückstellen, ich möchte nur nicht zu U.S lästig werden, brauch noch Church&Dwight und Procter&Gamble, Walt Disney, McCormick und Henry Schein könnt‘ ich auch gebrauchen, aber ich muss auch mal was aus Europa kaufen *lach*

    schönen Abend Dir!

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s