Aufruf zur Blogparade „Wir machen uns alle nackig“

Würdest du deine Herz-OP einem Menschen anvertrauen, der zwar nicht Medizin studiert hat, aber dafür großer Fan von Dr. House ist? Würdest du mit deinem Rechtsstreit an jemanden herantreten, der zwar das Anwaltsexamen nicht bestanden hat, aber dafür alle Dialoge aus der Serie „Suits“ auswendig gelernt hat? Würdest du dich für deinen Hochsprung-Wettkampf von Peter Dinklage trainieren lassen?

Wohl kaum.

Heute vor fünf Monaten rief ich zu mehr Transparenz unter Finanzbloggern auf (>>>hier geht’s zum Beitrag<<<). Viel geändert hat sich seitdem nicht, obwohl es der Beitrag mit den fünftmeisten Aufrufen 2017 war und außerdem der Beitrag mit den viertmeisten Kommentaren unter all meinen 164 Beiträgen.

Heute starte ich einen erneuten Versuch.

Ich träume davon, dass Finanzblogleser per Knopfdruck die Renditen der deutschsprachigen Finanzblogger abrufen können. Lasst uns gemeinsam diesen Knopf bauen!

Zunächst ist wichtig, dass wir unsere Renditen auf dieselbe Weise ermitteln. Hier rufe ich dazu auf, den internen Zinsfuß (also die wertgewichtete Jahresrendite) zu verwenden. Hinweise zu den Vorteilen und zur Berechnungsmethode findet ihr in meinem Beitrag „Der Königsweg der Rendite-Ermittlung“.

Als Nächstes müssen wir sicherstellen, alle denselben Zeitraum zu verwenden. Da ich erst seit dem 25.08.2015 langfristig orientiert investiere, schlage ich diesen Tag als Startdatum vor und den heutigen Tag (18.08.2017) als Enddatum.

Knackpunkt hier: Unter anderem müsstet ihr dafür euren Depotstand vom 25.08.2015 kennen.

Folgender Vorschlag: Jeder, der grundsätzlich Interesse an einer Teilnahme hat, schreibt eine Mail an mich (stefansboersenblog@gmx.de) mit der Info, welches Startdatum um diese Zeit herum für ihn möglich wäre. Okay wäre für mich auch der 31.08.2015 oder der 31.12.2015, falls einige ihren August-Depotstand nicht mehr heraussuchen/ermitteln können. Selbstverständlich soll niemand seinen Depotstand veröffentlichen. Ihr braucht ihn nur für eure eigene Berechnung.

Sobald mich die ersten beiden Teilnehmer angeschrieben haben und wir uns auf einen Zeitraum festgelegt haben, schreibe ich meinen Rendite-Beitrag und starte damit die Blogparade mit hoffentlich zahlreicher Beteiligung.

Vielleicht wird es auch ein Schuss in den Ofen und niemand hat Bock. Nun ja, ich habe kein Problem damit, mich öffentlich ein bisschen lächerlich zu machen. Den Versuch ist es allemal wert.

Natürlich sind auch ETF-Investoren herzlich willkommen. Das wäre mir sogar eine besondere Freude. Ich habe nämlich die Vermutung, dass der eine oder andere ETF-Fan in den vergangenen beiden Jahren besser performt hat als ich. Ich bin gespannt.

Selbstverständlich können auch Leser ohne eigenen Blog teilnehmen. Schreibt mir dazu einfach euren internen Zinsfuß und den Zeitraum per Mail – gern auch mit Kommentaren. Ich werde das dann veröffentlichen – anonym oder nicht, ganz wie ihr wollt.

[Der Kleene in der Badewanne bin ich.]

 

Da ich den einen oder anderen kritischen Kommentar erwarte, möchte ich bereits im Vorfeld auf kritische Punkte eingehen. Also, was könnte euch zur Nicht-Teilnahme verleiten?

 

#1 – „Ich finde dich doof, Stefan“

Was machst du dann auf meinem Blog?

 

#2 – „Ich bin unsicher, ob ich die Rendite korrekt berechne“

Frag mich einfach! Entweder hier oder per Mail an stefansboersenblog@gmx.de.

Mir hat damals zum Beispiel mein Leser „Dummerchen“ per Mail bei der Berechnung geholfen. Lieben Dank nochmal!

 

#3 – „Ich investiere erst seit 2016/2017“

Hmm.. blöd. Dann eben beim nächsten Mal 🙂

 

#4 – „Ich habe Angst, dass meine Leser mir weglaufen, wenn sie meine Rendite erfahren“

Sorry, aber für Blogger die aus diesem Grund ihre Rendite verheimlichen habe ich kein Verständnis.

 

#5 – „Der Zeitraum ist viel zu kurz. Ich investiere nicht auf kurze, sondern auf lange Sicht. Die Auswahl meiner Investments wird sich erst bei Zeiträumen ab 5 Jahren als gut herausstellen“

Dem stimme ich völlig zu. Trotzdem hab ich gerade Bock auf den Vergleich.

 

#6 – „Die Ermittlung des internen Zinsfußes für zwei Jahre ist mir zu zeitaufwändig“

Ihr benötigt den Depotstand von Start- und Endpunkt sowie sämtliche Zahlungsflüsse des Zeitraums aus Käufen, Verkäufen und Dividenden. Bei den meisten Banken/Brokern sollte das für die vergangenen zwei Jahre kein Problem sein.

Es dauert eben nur ein bisschen. Doch glaubt mir: Den einmaligen Aufwand ist es wert. Anschließend lässt sich die Tabelle schnell und einfach aktualisieren, sodass man jederzeit seine Rendite für den gesamten Zeitraum ermitteln kann – und sogar gegen einen Benchmark vergleichen kann. (>>>hier geht es zu meinem letzten Rendite-Beitrag mit Benchmark-Vergleich<<<)

Der eine oder andere lässt vielleicht sogar eine Software den internen Zinsfuß berechnen, z.B. „Portfolio Performance“.

 

#7 – „Hey, pass auf: Ich mache gern mit, aber nur wenn ich weiß dass noch ein paar interessante Blogger mitmachen“

Ein legitimer Gedanke. Falls es dir so geht, melde dich einfach per Mail und ich halte dich auf dem Laufenden, wer teilnehmen wird.

 

#8 – „Solche Schwanzvergleiche sind nicht mein Ding“

Mein Ziel ist absolut nicht, den „tollsten Hecht“ zu identifizieren und ihm eine Krone aufzusetzen. Ich möchte auch nicht mit dem Finger auf jemanden zeigen, der auf den hinteren Rängen landet.

Aussagen wie „Person A hat bessere Fähigkeiten bewiesen als Person B“ sind nicht das Ziel. Ich werde auch kein persönliches Ranking aufstellen. Vielmehr würde ich am Ende gern ein wenig kategorisieren. Interessante Aussagen können sein:

  • ETF-Investoren liegen vor den Einzelaktien-Investoren.
  • Leser liegen vor den Bloggern.
  • Die Ich-verkaufe-nie-Fraktion liegt vor der Rein-und-Raus-Fraktion.
  • Die Streuung der Renditen dividendenorientierter Anleger ist geringer als die der anderen.
  • Auch die Renditen von einzelnen ETF-Investoren unterscheiden sich stark.
  • etc.

Leser können wie gesagt auch gern anonym teilnehmen, sollten dann aber neben ihrer Rendite noch ein paare Sätze zu ihren Investments schreiben: welche Unternehmen/Indizes und welche Strategie (Value, Growth, Quality, Income etc).

Mir ist bewusst, dass es auf weit mehr ankommt als auf die Rendite. Warren Buffett fasst es mit drei Worten perfekt zusammen: Zeit, Geduld, Disziplin.

Die Rendite eines 2-Jahres-Zeitraums hat sehr, sehr wenig Aussagekraft – insbesondere im vermeintlich letzten Drittel eines Bullenmarktes.

Dennoch glaube ich, das Ganze könnte Spaß machen. Ich habe auch schon ein paar Leute im Hinterkopf, die bestimmt Lust haben.

Also, seien wir transparent und überlassen wir unseren Lesern die Entscheidung, was sie mit dem Ergebnis anstellen.

 

Hosen runter und macht mit bei der Blogparade „Wir machen uns alle nackig“!

Mach dich nackig

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38 Gedanken zu „Aufruf zur Blogparade „Wir machen uns alle nackig“

  1. Pingback: Die Suche nach den niedrig hängenden Früchten — Das deep value Depot | Freiheit und Optimismus

  2. Hallo Zusammen,

    ich habe über das Thema auch schon nachgedacht und für mich einen Mittelweg gewählt.
    Zuerst aber ist folgendes anzumerken: Anders als in Amerika, wo viel offener über Geld geredet wird, regiert in Deutschland & Co. eher der Neid. Ausserdem hab ich auch keine Lust, dass irgendwelche „Bettler“ vor der Tür stehen un die Hand aufhalten – nur weil sie nicht verstanden haben, wie man erfolgreich ein Vermögen bildet.

    Hierfür gibt es bekanntlich viele Wege. DEN WEG gibt es nicht!

    Ich selbst gebe auf meinem Blog lediglich das Dividendendepot bekannt und erläutere meine Handlungen dort. Dadurch wird ersichtlich was meine Indention bei meiner Anlage ist. Die Realwerte habe ich prozentual verschlüsselt. Die Aussage denke ich wird dadurch aber nicht geschmälert. Kann ja jeder seine Zahlen einsetzen und schon kommt rüber, wie ein Dividendendepot – das noch im Aufbau ist funktionieren kann.

    Da das Ziel also ein Dividendeneinkommen ist, ist ein internen Zinsfuß nicht zielführend, denn es ist letztlich egal welche Rendite da steht. Vielmehr kommt es auf die Höhe des gewünschten regelmäßigen Einkommens an.

    Grüße Thomas

    Zu guter Letzt erlaube ich mir hier mal einen Link zu nennen (Falls ungewünscht bitte löschen :-)). So mach ich es: http://divdepot.de/mein-weg-zum-einkommen-mit-dividenden/

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  3. Pingback: Der nackte Wahnsinn - jsfiles.de

  4. Moin Moin,
    für mich eine Selbstverständlichkeit. Ich gebe auf meinem Blog jeden Trade zeitnahe bekannt und jeder kann sehen was ich da mache. Leider habe ich erst im April angefangen meine PayRoll öffentlich zustellen und eine nachträgliche PayRoll anzufügen, halte ich für fast so unseriös, wie gar keine zu veröffentlichen. Deswegen bin ich leider bei dieser Challenge raus, freue mich aber zukünftig mich beteiligen zu können!
    Fantastisch finde ich deine Auswertungsidee! Ich komme ja aus der Trading Ecke und werde in der Finanzbloggerszene gemieden wie der Teufel das Weihwasser, denn hin und her macht bekanntlich ja Taschen leer… oder doch nicht 😉 !?
    Ich wünsche bestes gelingen!
    Axe

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  5. Pingback: Was kümmert mich die Rendite? | Lifestyle, Finanzen und Lebensfreude

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