Hilfe, der Index schlägt mich

Seit meinem letzten ausführlichen Beitrag zu meiner Rendite (hier der Link) sind 4 Monate vergangen. Heute war ich mal wieder neugierig.

Ich ermittle meine Rendite über den internen Zinsfuß. Mehr dazu hier und hier.

Als Benchmarks nutze ich drei thesaurierende ETFs auf den MSCI World, den MSCI Europe sowie den MSCI USA. Ich nehme jeweils den ETF mit dem größten Fondsvolumen unter den rund eintausend ETFs auf justetf.com. Als Börsenplatz sämtlicher Benchmark-Berechnungen entscheide ich mich für Frankfurt als liquiden deutschen Börsenplatz, sodass sichergestellt ist dass meine Benchmark-Rendite ebenfalls in Euro errechnet wird und nicht über Aktienkurse in US-Dollar.

  • MSCI World (iShares Core MSCI World UCITS ETF, WKN: A0RPWH)
  • MSCI Europe (db x-trackers MSCI Europe Index UCITS ETF (DR) 1C, WKN: DBX1ME)
  • MSCI USA (db x-trackers MSCI USA Index UCITS ETF 1C, WKN: DBX1MU)

Sämtliche Benchmark-Käufe und -Verkäufe finden an denselben Tagen und in derselben Höhe statt wie meine echten Einzelwert-Käufe und –Verkäufe. Somit geht es im Vergleich lediglich um Stock Picking vs. Indexing, nicht um Market Timing.

Good Will Hunting

Hier der interne Zinsfuß („wertgewichtete Jahresrendite“) seit dem 25. August 2015.

25 % – MSCI USA
20 % – MSCI World
15 % – mein Depot
8 % – MSCI Europe

Meine Rendite war zwar nahezu doppelt so hoch wie die des europäischen Aktienmarktes, aber schwächer als der MSCI World und klar schwächer als der US-Aktienmarkt.

Zu meiner Verteidigung: Ich wähle meine Unternehmen nicht danach aus, welche auf Sicht von wenigen Monaten am besten abschneiden könnten, sondern auf Sicht vieler Jahre.

Dennoch ist mein Zwischenergebnis natürlich Balsam auf die Seelen von Eugene Fama, Gerd Kommer, Jürgen Nawatzki und wie sie alle heißen, die behaupten, niemand könne den Markt langfristig schlagen, und wenn, dann wäre es nur Zufall.

Bei der „einfachen Rendite“ nach folgender Formel ergibt sich übrigens ein ähnliches Bild.

Rendite = (Depotwert + Nettodividenden + Nettoverkaufserlöse – gesamtes investiertes Kapital) / gesamtes investiertes Kapital

Was nun?

Ich werfe die Flinte nicht ins Korn, bin nach wie vor absolut überzeugt davon, dass meine Qualitätsunternehmen sich langfristig durchsetzen werden. Spätestens in der nächsten Krise wird sich zeigen, dass es richtig ist, auf Qualität zu setzen.

Hier noch einmal meine Kriterien beim Aktienkauf.

  • Das Geschäftsmodell sollte leicht verständlich und im Idealfall schwierig zu kopieren sein.
  • Die Marktaussichten müssen gut sein. Ich muss das Gefühl haben, die Umsätze und Gewinne werden in 10 bis 15 Jahren sehr wahrscheinlich höher liegen als heute.
  • Das derzeitige Management bringt das Unternehmen nach vorn, hat im Idealfall eine enge Verbindung zum Unternehmen (Mitglied der Gründerfamilie) und wird voraussichtlich noch einige Jahre im Amt bleiben.
  • Es liegt ein Wettbewerbsvorteil vor, z.B. durch die höchste Qualität oder die niedrigsten Preise.
  • hohe Kundenbindung – wer einmal dort kauft, soll mit einer hohen Wahrscheinlichkeit wieder dort kaufen
  • Im Idealfall schafft es das Unternehmen, hochqualifizierte Mitarbeiter für sich zu gewinnen.
  • keine zu starke Abhängigkeit von einzelnen Produkten, Kunden und Lieferanten
  • Das Geschäft darf nicht zu zyklisch sein, falls der Kauf nicht am vermeintlichen Rezessionstief stattfindet.
  • hohe Profitabilität im Vergleich zur Konkurrenz
  • geringe Verschuldung
  • im Optimalfall ein hoher geografischer Diversifizierungsgrad
  • stetige Steigerung von Umsätzen und Gewinnen

Wie Aschenputtel werde ich weiterhin versuchen, die Guten von den Schlechten zu unterscheiden und zu trennen. Dabei helfen wird mir ein Buch über Warren Buffett, das ich heute bestellt habe (vor meiner Berechnung).

Warren Buffett

Ich würde mich freuen, wenn noch mehr Finanzblogger ihre Renditen veröffentlichen würden und sich dabei um Vergleichbarkeit (interner Zinsfuß) und Benchmarking bemühen würden. Ich befürchte, viele tun das nicht, weil sie dem Markt meilenweit hinterherlaufen. (ohne mit dem Finger auf eine bestimmte mit „D“ beginnende Strategie zu zeigen)

Weit wichtiger als die Allokation innerhalb einer bestimmten Anlageklasse sind beim langfristigen Vermögensaufbau die Sparquote und die Asset Allokation. Und mit 50% Sparquote und 85% Aktienquote muss ich mir um Altersarmut wohl keine Sorgen machen, sofern ich in Bärenmärkten nicht in Panik gerate.

Auch wenn mich MSCI World und MSCI USA bisher geschlagen haben: Mein Nettovermögen ist von August 2015 bis November 2016 um 156% angewachsen. Ich denke, das ist nicht so schlecht für jemanden im 5. Berufsjahr. 😉

 

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31 Gedanken zu „Hilfe, der Index schlägt mich

  1. Glückwunsch zu Deinem Portfolio, ich bewundere die Art wie Du Deine Investments aussuchst.
    Dein net-worth Anstieg von 156% ist eine absolut starke Leistung!
    Ich habe nur Nestle in meinem Depot, lauere aber noch auf Church&Dwight und auf Johnson&Johnson, evtl. Nike,
    für mich habe ich festgestellt dass ETFs‘ und Einzelaktien der beste Weg für mich sind, die ETF’s verhalten sich wie ein ruhender Pol.
    Viel Glück weiterhin und danke dass Du uns an Deinem Erfolg so offen teilhaben lässt.

    Frohe Festtage dann!

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  2. Hallo Stefan,

    toll, dass Du den Vergleich weiterführst – und auch in einer Phase etwas zurückbleibender Renditen öffentlich machst. Die meisten aktiven Anleger hätten jetzt wahrscheinlich geschrieben, dass der Vergleich mit einem Index ja eigentlich überhaupt nicht so gemacht werden darf, weil ja das Risiko auch noch betrachtet werden müsste und die Schwankungen vom Index nicht die gleichen wie die Deines Depots sind, usw. usf.
    Halte uns mal weiter auf dem Laufenden – wir werden nach dem nächsten Crash sehen, wie der Vergleich sich weiterentwickelt. Etwas mehr als 1 Jahr ist immer noch „ein klein wenig“ kurz.

    D-Strategen interessiert ihr interner Zinsfuß nicht. Kurse sind was für „Verkäufer“, weißt Du doch. Der Cashflow ist die einzig wichtige Größe. Daher wirst Du eine solche Zahl nie von ihnen sehen.

    Mein IZF ist übrigens seit Deinem Einstieg 2015 (25.08.) 12,57% (Stand heute) – zumindest von meinem Aktienanteil. Ich habe allerdings zu anderen Zeitpunkte mit anderen Beträgen als Du gekauft, bzw. bin an dem Tag ja nicht mit 0€ gestartet. Daher kann man unsere Zahlen nur bedingt vergleichen.

    Liebe Grüße
    Dummerchen

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  3. Moin Stefan,

    you win some, you lose some. Im nächsten Jahr wird es sich vielleicht drehen – oder auch nicht. Das Schöne an der Börse ist ja, dass man es nicht voraussagen kann. Dann hast Du nächstes Jahr ein paar Einzeltitel im Portfolio die abgehen wie Schmitz Katze und lässt Du die Vergleichsindizes mit einem milden Lächeln links liegen. Ich finde es toll wie Du hier offen mit der Performance umgehst und nichts verschweigst. Das hebt Dich tatsächlich ab.

    Ich wünsche Dir eine schöne Weihnachtszeit mit Deinen Liebsten.

    VG, nico

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  4. Hi Stefan,
    Das ist natürlich immer authentischer, wenn man seine Renditen veröffentlicht. Ich werden im Jahr 2017 auch meine Renditen veröffentlichen.

    Ich würde es nicht zu eng betrachten, dass du den MSCI World und MSCI USA nicht schlagen konntest. Ersten ist der MSCI World keine Abbildung von der ganzen Welt und zweitens kommt es auch sehr auf die Zusammenstellung deines Depots an, ob du diesen Index schlägst oder nicht. Das heisst, wenn du wenige Aktien von den USA hast, dann wird dein Wert oft ziemlich stark vom MSCI World und MSCI USA abweichen. Da auch der MSCI World ungefähr 60% aus Aktien der USA besteht. So wird ein Trader, der nur in Europa investiert, nicht viel mit dem MSCI World gemeinsam haben.

    -Erfolgsmaschine

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    • Hallo Erfolgsmaschine,

      ich denke es ist am besten, das individuelle Alternativ-Investment als Benchmark zu nutzen. Wie würde ich mein Geld anlegen, wenn ich meine Einzelwert-Strategie an den Nagel hängen würde?

      Bei mir würde es wohl auf ETFs hinauslaufen, mit Aufteilung etwa 65% USA/Kanada, 35% Europa.

      VG Stefan

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  5. Klar ist das ein gutes Ergebnis – aber es wurmt eben doch, weniger zu erwirtschaften als der Index. Mir droht in diesem Jahr das gleiche Schicksal: Der Index schlägt mich!

    Was kann man da tun?

    Zunächst einmal lege ich ja schon eine Weile an und zähle gerne auch die letzten vier Jahre – und schwupp, schon ist mein Ergebnis gar nicht mehr so schlecht.

    Sodann könnte ich einfach das vergangene Jahr (das erste in dem ich öffentlich, so wie du angelegt habe) und das laufende Jahr zusammenzählen. 47% im letzten und sagen wir mal 3% in diesem macht immerhin 50%. In zwei Jahren. Sieht schon viel besser aus.

    Aber am langen Ende hilf alles nichts: Wenn der Index mich noch einmal schlägt, dann ist es soweit: Ich kaufe den ersten ETF. Ich lege ja nicht zum Vergnügen an. Sondern wegen der Ergebnisse.

    Schöne Grüße aus Pankow in den Friedrichshain
    Christian

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  6. Hallo Stefan,

    Respekt, nicht viele aktive Investoren hier auf den diversen Blogs sind so ehrlich zu sich selbst, dass sie sich den Vergleich mit dem Index gefallen lassen.

    Der Schluss, der auf der Hand liegt, nämlich in einen ETF zu investieren mag zwar dem Hobbyinvestor nicht so viel Spass machen, doch ist es für die Rendite langfristig die beste Entscheidung.

    Viele Grüße und viel Erfolg beim Investieren,
    FF

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    • Das lässt sich aus dem kurzen Betrachtungszeitraum wohl kaum ableiten. Es wird immer Jahre mit ausschlägen in beide Richtungen geben. Definitive Aussagen lassen sich erst nach mindestens 5-10 Jahren abgeben. Und da werden Sie sehen, dass Stefan mit seiner Strategie und seinem know-how die Indizes deutlich outperformen wird. In der aktuellen Konjunkturphase ist die ETF-Anlage natürlich groß in Mode, aber Ich werde zu gern sehen wie groß das Geschrei bei der nächsten Korrektur sein wird. Das größte Problem der ETF-Sparpläne ist doch, dass aktuell monatlich eine marktbreite überbewertung (s. S&P KGV usw.) ins ETF Depot wandert, die sich wieder ausgleichen muss. ETFs können wahnsinnig performant sein- aber dann nur durch Kauf in den Kriesen. Der Vorteil von Stefans Strategie ist, dass er in der aktuellen Phase auch unternehmen kaufen kann, die nicht extrem überbewertet sind. Jeder ETF – sparer sollte sich in Phasen wie der aktuellen überlegen ob er\sie nicht eine Cash Position aufbaut. Die Bewertung des Gesamtmarktes ist aktuell einfach jenseits von gut und Böse

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      • Hallo Pascal,
        Klar wird sich insb. über einen (sehr) langen Zeitraum zeigen, ob der Index oder welche Anlagestrategie auch immer erfolgreicher ist. Allerdings haben sich aktive Strategien gerade über sehr lange Zeiträume als nicht erfolgreich erwiesen. Das heißt sicher nicht, dass die Fondsmanager kein Know-How hatten oder sonst bescheuert waren…
        Dein Vorschlag, statt regelmäßig in ETFs zu investieren in der derzeitigen Börsenkonjunktur lieber einen Cash-Polster aufzubauen, kann ich allerdings nicht nachvollziehen. Woher sollte man denn wissen, wann der vermeintliche Börsecrash und damit die Kaufmöglichkeit denn kommt? Wenn man es wüsste, wäre es doch besser zu genau diesem Zeitpunkt mit Optionen eine goldene Nase zu verdienen, oder?
        Viele Grüße und viel Erfolg beim Investieren,
        FF

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        • Hallo FF,

          die Vergleiche Index vs. Fondsmanager und Index vs. Kleinanleger sind zwei verschiedene Paar Schuhe. Ich muss keine 5% Ausgabeaufschlag und 2,5% laufende Kosten von meiner Rendite abziehen und mir sitzt auch kein Chef im Nacken und drängt, die Gewinner-Aktie X zu kaufen oder die Verlierer-Aktie Y abzustoßen oder eine bestimmte Quote (nach Anlageklassen, Regionen, Branchen, Währungen usw.) zu erfüllen und mir droht auch nicht die Kündigung, wenn ich in einem Quartal schlechter abschneide als andere. Ich handle auch nicht mit dem Geld von anderen und muss somit nicht ihre (möglicherweise kurzfristigen) Erwartungen erfüllen, damit sie ihr Geld nicht abziehen. Da habe ich als Kleinanleger also von vornherein schon einige nicht zu unterschätzende Vorteile gegenüber dem Fondsmanager, der von den Index-Investoren immer zum Vergleich herangezogen wird.

          Beim zweiten Punkt gebe ich dir Recht. Und dazu fallen mir direkt einige Zitate ein.

          „Wer nicht investiert ist, wenn die Kurse fallen, der ist auch nicht investiert, wenn sie steigen.“

          „Viele haben weit mehr Geld dadurch verloren, sich auf Crashs vorzubereiten, als in den Crashs.“ (Peter Lynch, wenn ich mich nicht irre)

          „Ich denke nicht darüber nach, ob ein Markt nach oben oder nach unten geht. Ich kümmere mich nur darum, ob ich ein Unternehmen zu einem akzeptablen Preis kaufen kann. Ich sehe mich nicht als Teil eines Bullenmarkts, sondern als Teilhaber an wunderbaren Firmen.“ (Warren Buffett)

          „Ich weiß nie, was die Märkte machen werden, wenn wir davon sprechen, was in einem Tag oder einer Woche, einem Monat oder einem Jahr passieren wird. Ich hatte nie das Gefühl, das zu wissen und ich hatte auch nie das Gefühl, dass es wichtig wäre. Ich denke aber, dass die Kurse in 10, 20 oder 30 Jahren deutlich höher sein werden als jetzt.“ (Warren Buffett)

          „Ich würde gern Marktentwicklungen vorhersagen und Rezessionen antizipieren können, aber weil das unmöglich ist, bin ich ebenso wie Buffett damit zufrieden, profitable Unternehmen zu finden.“ (Peter Lynch)

          Viele Grüße, Stefan

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          • Hallo Stefan,
            Erstmal alles Gute für 2017!!
            Cool Sammlung an Zitaten zum Thema Market-Timing und warum es Unsinn ist, hast Du da aufgeführt!
            Mir ging es ehrlich gesagt weniger darum die „bösen Fondsmanager“ in die Ecke zu stellen, denn diese sind wie Du richtig sagst, auf Grund von Investment-Richtlinien und dem Spesenprobelm klar im Nachteil. Letzteres wird allerdings bei Performance-Vergleichen gern mal zur Seite gedrängt 😉 Die Frage aller Frage ist letztlich ob aktive Strategien, wie auch immer ausgestaltet, über passive Strategien erhaben sein werden. Ich glaube daran nur in wenig entwickelten Aktienmärkten, wo aktive Investoren entweder Informationsvorteile erhalten können oder wenn Investoren anderen Zugang zu Investment-Möglichkeiten haben (s. Warren Buffet).
            Viele Grüße und weiterhin happy investing in 2017,
            FF

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  7. Hey Stefan,

    also ca. 1,5 Jahre sagen schon mal gar nichts.
    Selbst die hier erwähnten 5 – 10 Jahre haben keine…. absolut keine Prognosekraft für die Zukunft!
    Ein Indexler wie ich, hat die letzten 7, 8 Jahre alt gegen einen reinen 100 % Ami-Index alt ausgesehen. Trotzdem bin ich sehr zufrieden, da ich aktuell nur noch 4 – 8 Jahre von der FF weg bin. Abhängig von der Börsenphase evtl. auch mehr…
    Es wird immer mehrjährige Phasen geben, in denen dies oder jenes besser läuft. Mal sind es small caps, mal Value, mal Dividenden, mal Growth, mal Asia, mal Europa, mal Amerika, mal Emergings…
    Sogar besser läuft über 5 Jahre, was manche an den Rand der Verzweiflung bringt und Zweifel an der Strategie aufwirft.
    Im nachhinein grübelt man menschlicher-weise schon darüber nach, hätte ich doch mal 100% in United Internet mit Kaufkurs 9 €, BB-Biotech mit 50 € oder Starbucks mit 6 $ in 2008 belassen…
    Klingt recht einfach im nachhinein, aber viele Blogger waren 2008 noch gar nicht dabei… und eine Konzentration auf wenige Outperfomer-Werte halten auch die wenigsten wirklich durch.

    Sicher gibt es leider die Hardcore-Besserwisser Indexler vs. Einzelaktienanleger-Diskussionen noch. Oder die Thesurierer vs. Dividenden-Fans…
    Aber ich sehe das entspannter und ich finde es gibt für beides seine Berechtigung.
    Bei Immo`s bin ich etwas voreingenommener, wobei es über 10-15 Jahre eine ganz schöne Hausse war…
    Man muss die für sich selbst passende Strategie finden, mit der man gut schlafen kann und wenig handelt.
    Qualitätsaktien oder etf`s ist jedem selbst überlassen.

    150 % Vermögenszuwachs… na ja, kommt immer auf die Startgröße drauf an. Bei 10 € wäre es etwas mau. 😉

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  8. Also zunächst 15% Performance sind doch ordentlich. Wäre doch wichtiger, diese über mehrere Jahre zu erhalten, als irgendeinen Index zu schlagen, egal auf welchen Zeitraum.

    Dann noch zu deiner Benchmark-Systematik. Wenn ich richtig verstehe, kaufst du immer zum Tag X soundsoviel Benchmark-Anteile, genauso viele, wie reale Aktien. Hmm, so macht das niemand und in Fondsvergleichen ist das auch nicht so. Heißt das, Du kaufst im Falle eines Kaufs einer US-Firma dann x Anteile MSCI USA und im Falle eines Kaufs in Europa dann y Anteile MSCI Europa? Wenn das so wäre, dann ist doch deine reale Benchmark nicht ein einzelner Index, sondern die Performance des so zusammengekauften „ETF-Portfolios“, das einen Mix aus Anteilen der 3 ETFs enthält ?

    Dann macht deine Tabelle aber so keinen Sinn, weil Du gegen die einzelnen Indizes vergleichst.
    Vielleicht kannst du ja diese Zahl mal noch berechnen und mitteilen.

    Und dann ist da natürlich die Frage, ob Du deinen Cash-Anteil in die Performance mit einrechnest. Gehört nämlich eigentlich dazu. Ich habe schon viele Performancedaten gesehen, die super Aussehen, aber nur für 10% des liquiden Vermögens stehen. Dann gerne in ETFs oder aktive Fonds investiert, aber 90% bleiben wegen des Risikos auf dem Tagesgeldkonto 😉

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    • Ziel ist, meinen Plan A mit meinem Plan B zu vergleichen. Und sobald ich das Vertrauen verliere, dass Plan A langfristig besser läuft, schwenke ich auf Plan B um.

      Da mein Cash-Anteil bei Plan B genauso hoch wäre, brauche ich diesen nicht berücksichtigen.

      Wenn ich am 1. August 1000€ in ein Unternehmen investiert habe, davon 10€ Ordergebühren, dann lasse ich diese 1000€ auch in die Benchmark-Berechnung einfließen. Steht der MSCI Europe dann bei 99€, dann werden fiktiv 10 Anteile gekauft.

      Verkaufe ich am 15. August Aktien für 500€ (davon 10€ Ordergebühren) und steht der MSCI Europe dann bei 96€, dann verkaufe ich fiktiv 5,1042 Anteile (490 geteilt durch 96) und verliere 10€ durch Ordergebühren.

      Erhalte ich zwischen dem 16. und 30. August Dividenden in Höhe von 30 Euro und investiere dann am 1. September 1500€ (davon 10€ Ordergebühren) in Aktien, dann kaufe ich fiktiv für 1460€ ETF-Anteile und 10€ gehen für Ordergebühren drauf.

      So wird sichergestellt, dass die Höhe der Investition bei Plan A und B identisch ist. Außerdem verzerrt Market Timing nicht das Bild. Es wird lediglich Stock Picking vs. Indexing verglichen.

      Laufende Kosten (TER +/- Tracking-Differenz) berücksichtige ich ebenfalls.

      Diese Benchmark-Berechnung führe ich für jeden der 3 ETFs durch. Die Alternative dazu wäre, dass ich mir immer aufschreibe, in welchen ETF ich an genau diesem Tag investiert hätte. Man kann es auch übertreiben 😉

      Zu „so macht das niemand“:

      Wichtig sind bei der Berechnung nur 2 Dinge:
      1.) Wie investiert man? (Plan A)
      2.) Wie würde man investieren, wenn man Plan A aufgeben würde? (Plan B)

      An 2.) möchte ich in meiner Benchmark-Berechnung möglichst nah herankommen. Wie Plan B bei anderen Leuten aussieht, ist dabei irrelevant.

      Umstellen müsste ich meine Benchmark-Berechnung beispielsweise, wenn ich einen automatisierten ETF-Sparplan favorisieren würde. Oder wenn ich einen ausschüttenden ETF einem thesaurierenden ETF vorziehen würde. Doch beides ist nicht der Fall.

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      • @Stefan

        „Ziel ist, meinen Plan A mit meinem Plan B zu vergleichen. Und sobald ich das Vertrauen verliere, dass Plan A langfristig besser läuft, schwenke ich auf Plan B um.“

        Hm, also ich selbst, habe in denn ca. 16 Börsenjahren 3 x meine Strategie geändert. Von Aktienfonds zu Einzelaktien und dann zu etf`s.

        Es muss einem bewusst sein, dass jeder Strategiewechsel Steuern und Kosten verursacht.
        Zu häufig würde ich aus diesem Grund einen kompletten Switch nicht machen. Wobei auch sehr viele etf-Anleger irgendwann wieder in Versuchung kommen, direkte Aktien zu kaufen, weil es einfach sehr, sehr langweilig ist und man das Gefühl hat, dass man direkt am Unternehmen beteiligt sein möchte…

        Underperformance über 5 oder mehr Jahre ist gegenüber Highflyern oder besser laufenden asset-Klassen immer möglich und sogar wahrscheinlich.

        Deswegen eine Strategie zu ändern ist als Performance-Chasing-Fehler durchaus bekannt und etabliert.

        Es muss für den Investor selbst/individuell und zu dessen Zielen langfristig passen!

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  9. Ja, es wird immer einen Index, einen Sektor oder eine Strategie geben, die über einen bestimmten Zeitraum bewertet, besser läuft als ein individuelles Depot. Die Überperformance im betrachteten Zeitraum ist dann die Vorankündigung, dass im Folgezeitraum oft eine Unterperformance auftritt 😉

    Ich wollte Stefan nur nahelegen, dass er entweder sich gegen den breitest möglichen Index benchmarkt (MSCI Wolrd AWI) oder gegen ein ETF-Portfolio, was in etwa die regionale Gewichtung hat, wie sein Depot. Meinetwegen auch nur für den Risikoanteil. Wenn er Wechselkursschwankungen (v.a. Dollar/Euro) außen vor läßt bzw. als unkritisch erachtet über lange Zeiträume, kann man das sicher so machen.

    Bei den 4 europäischen und 10 amerikanischen Werten im Depot kommt übrigens mit dieser Gewichtung ebenfalls überschlagsmäßig ca. 20% Performance für das kombinierte Portfolio heraus, wenn man MSCI Europa und MSCI USA nutzt.

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    • @Covacora

      Kann man so wie nach Deinem Vorschlag, wie auch nach Stefans Vorgehensweise machen… 😉
      Für einen relativ jungen Börsenfrischling (sorry Stefan;-) )macht er sich schon recht gute Gedanken.
      Es kommt auf die Kontinuität, dauerhaft hohe Sparquote und den Durchhaltewillen auch bei persönlichen Lebenskrisen an.

      Ich persönlich benchmarke lieber mit einer per annum Rendite um meine persönlichen Vermögensziele zu überwachen.

      Streng wissenschaftlich genommen ist dass auch sehr grenzwertig, setzt mich aber unter Zugzwang wenn ich unter die historisch, langfristige Rendite falle.

      Druck und Reibung ist für nen faulen Investor wie mich doch manchmal notwendig! 😉

      @Stefan

      Ich finde Deine Vorgehensweise bei der Selektion schon recht gut und durchdacht!
      Wo ich immer ein wenig am grübeln bin, ist das Kommer z. B. behauptet es gibt keine Evidenz dafür, dass betriebswirtschaftlich gute bis sehr gute Unternehmen die besseren Aktionärsrenditen als mittelmäßige und schlechte Unternehmen erbringen….
      Er schreibt sogar, dass betriebswirtschaftliche schlechte Unternehmen sogar häufiger besser sind, da diese öfters in die Value-Kriterien fallen…

      Andererseits ist eine Kombi aus quality zu nem vernünftigen Preis ne „Warren-Schiene“, außer seinem günstigem Leverage und dem größeren Wissen…

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  10. @Stefan

    Mal ne Frage zum internen Zinsfuß…
    Inwiefern berücksichtigst Du die wahrscheinlich monatlichen Sparquoten bei der Formel?

    Wenn die nämlich komplett raus fallen (nicht berücksichtigt werden), bekommt man ne gewaltige Verzerrung z. B. bei jährlicher Betrachtung. Wenn ich da bei mir in der Formel im letzten Quartal überdurchschnittlich viel kaufe zieht es die interne Zinsfuß-Rendite gewaltig nach unten, obwohl evtl. das Depot 2 stellig im plus lag.

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    • Hi Markus,

      die Frage ist, was man berechnen möchte – die Verzinsung der Aktien-Investments oder die Verzinsung der gesamten Asset Allokation inklusive bspw. Tagesgeld und Festgeld.

      Mir geht es um die Erfolgsmessung meiner Aktien-Investments. Somit bleiben andere Anlageklassen außen vor.

      Mir ist unklar, worauf du hinaus willst, wenn du den Begriff Sparquote ansprichst. Willst du Konsum bei der Berechnung berücksichtigen? Die Messung des Anlageerfolgs und die Messung der Vermögensentwicklung sind zwei völlig verschiedene Sachen. Ich ermittle beides, doch nur beim Anlageerfolg ist der interne Zinsfuß meiner Meinung nach sinnvoll.

      „Wenn die nämlich komplett raus fallen (nicht berücksichtigt werden), bekommt man ne gewaltige Verzerrung z. B. bei jährlicher Betrachtung.“
      Der interne Zinsfuß ist IMMER auf einen 1-Jahres-Zeitraum bezogen.

      „Wenn ich da bei mir in der Formel im letzten Quartal überdurchschnittlich viel kaufe zieht es die interne Zinsfuß-Rendite gewaltig nach unten, obwohl evtl. das Depot 2 stellig im plus lag.“
      Eine Neuinvestition verändert den internen Zinsfuß nicht. Das ist ja gerade einer der Vorteile gegenüber der einfachen Rendite.

      01.01.2016 Aktienkauf 1000 Euro
      01.01.2017 Depotwert 1100 Euro
      Einfache Rendite: 10% (100/1000)
      Interner Zinsfuß: 10%
      Jetzt kauft der Anleger nach.
      01.01.2017 Aktienkauf 500 Euro
      01.01.2017 Depotwert 1600 Euro
      Durch diesen Nachkauf sinkt die einfache Rendite auf 6,67% (100/1500). Der interne Zinsfuß beträgt weiterhin 10%.

      Hier gibt es mehr Beispiele: https://www.justetf.com/de/news/etf/renditeberechnung-unter-der-lupe-nur-die-zeitgewichtete-rendite-gewaehrleistet-vergleichbarkeit.html

      Viele Grüße, Stefan

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      • Thx für Deine Antwort.

        „Willst du Konsum bei der Berechnung berücksichtigen?“

        Nein, mein Gedankengang war dass meine Ergebnisse mit Hilfe einer Excel-Formel für den internen Zinsfuß sehr wohl verändert werden, wenn ich vermehrt Käufe im letzten Quartal habe und dass das das jeweilige Jahresergebnis nach unten zieht, da der interne Zinsfuß sowohl Wert, wie auch Zeit-gewichtet Berücksichtigung findet.
        Deswegen der Gedankengang, dass die Käufe ja nicht aus dem Luftleerem Raum entstehen, sondern aus meinen Sparquoten, die ich nicht mit in die Formel gepackt habe…

        Wobei dann die von Dir erwähnte Verwechslung Anlageerfolg vs. Vermögenszuwachs ensteht, was suboptimal ist.

        Andererseits differenzierst Du auch die Zeit-gewichtete Rendite mit dem internen Zinsfuß nicht.

        Das ist ein Unterschied. Beim Vergleich von der Zeit-gewichteten mit dem internen Zinsfuß kann man sein timing-Geschick nachvollziehen…

        Ich glaub ich lass das jetzt mit dem Excel und probier es mal mit der PortfolioPerformance-Software, die angeblich beide Arten berechnet.

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              • Hallo Markus,

                entscheidend ist, dass Du alle (!) Zahlungsflüsse mit dem entsprechenden Datum erfasst.
                Dabei kannst Du wie Jan bei Smart-Reich-Werden alle Käufe mit einem Minuszeichen versehen und alle Verkäufe mit einem Pluszeichen (oder genau umgekehrt – man muss nur einheitlich arbeiten).
                Wichtig ist vor allem – und das wird gerne mal vergessen – am Ende einen (virtuellen) Verkauf des Vermögens einzutragen.
                Die Beispiele von Stefan oben würden also so aussehen:
                01.01.2016 Aktienkauf +1000 Euro
                31.12.2016 Depotwert -1100 Euro
                Mit diesen beiden Zahlen ergibt sich ein interner Zinsfuss bzw. eine Rendite von exakt 10%.
                Kaufst Du hingegen am 31.12.2016 noch für 500 Euro nach, so ergibt sich eine weitere Zeile in Excel:
                01.01.2016 Aktienkauf +1000 Euro
                31.12.2016 Aktienkauf +500 Euro
                31.12.2016 Depotwert -1600 Euro
                Auch hier liefert Excel einen internen Zinsfuss von exakt 10%. Die Rendite hat sich durch den Kauf nicht geändert.

                (Ich fürchte so ein Beispiel meinte Stefan, als er Dich danach gefragt hat.)

                Liebe Grüße
                Dummerchen

                Gefällt mir

  11. Ich habe diesen Beitrag schon als er rauskam gelesen, leider in Eile und habe es danach vergessen zu kommentieren.

    Viel zu spät, aber ich muss dir gratulieren. Die meisten Blogger verstecken sich, was ihr Performance angeht, aber schreiben gleichzeitig darüber, wie man steinreich werden kann. Du hast dich dagegen entschieden und da muss dir einfach Anerkennung zollen.

    Bei mir ist es so, dass ich eine Empfehlunsseite mit meinen Aktien habe, wo ich beschreibe, wann ich sie gekauft habe und zu welchem Kurs. Am Ende des Jahres will ich auch mal schauen, ob ich überhaupt weniger schlecht investiert habe… 😂

    Alles Gute für deine 2017er Investments.

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