Auf dem Weg zur finanziellen Freiheit

Derzeit schaffe ich es, etwa 45% meiner monatlichen Einkünfte zur Seite zu legen. Ich denke, das ist verdammt viel. Vor kurzem las ich, der Durchschnitt in Deutschland liegt bei 9%. Nahezu den gesamten Sparbetrag investiere ich in Qualitätsaktien.

Ich verzichte auf vieles, was Freunde und Verwandte sich leisten. Und mit meiner hohen Aktienquote gehe ich ein hohes Risiko bei der Geldanlage ein.

Was mich antreibt, ist die finanzielle Freiheit.

Moment mal. Finanzielle Freiheit? Was soll das denn sein?

Finanziell frei ist, wer kein Arbeitseinkommen und keine weiteren Rentenpunkte mehr benötigt, um die Ausgaben zu decken, die voraussichtlich bis zum Lebensende anfallen werden. Dieses Ziel versuche ich, möglichst früh zu erreichen.

Im Gegensatz zu vielen anderen Finanzbloggern und deren Lesern habe ich dafür kein bestimmtes Alter im Kopf. Es hängt von Millionen Dingen ab. Außerdem bin ich erst 29 und mein Job macht mir großen Spaß.

Zur Zielerreichung ist diszipliniertes Sparen und sinnvolles Investieren nötig. Zum Thema Sparen lest gern meine Beiträge „Wozu das alles?“ und „Sparen“.

Woher werde ich wissen, dass ich finanziell frei bin? Jeder muss für sich selbst die zu erwartenden Einnahmen (z.B. Dividenden, gesetzliche Rente, Aktienverkäufe) und die zu erwartenden Ausgaben ausrechnen und miteinander vergleichen.

Dabei sollte man ein großes Sicherheitspolster einplanen. Aktienmarkteinbrüche können den Depotwert innerhalb weniger Monate halbieren. Dividenden können gekürzt oder gar gestrichen werden (was auch bei Dividenden-Aristokraten passieren kann). Gesetze können geändert werden (Vermögensteuer, Besteuerung von Kapitalerträgen). Eltern/Partner können zu Pflegefällen werden. Und, und, und.

Eine Vorstufe zur finanziellen Freiheit könnte sein, dass ich sage: Ab jetzt arbeite ich nur noch 35 Stunden pro Woche. Dann 30. Dann 25.

HängematteIn meiner Generation wird es selbst für diejenigen schwer, im hohen Alter ihren Lebensstandard zu halten, die bis zum 67. Lebensjahr Vollzeit arbeiten. Womöglich beträgt die gesetzliche Rente dann nur noch 30% des Nettogehalts. Die übrigen 70% müssen woanders herkommen.

Will man – wie ich – noch deutlich früher in Teilzeit und später in Rente gehen, so sind noch viel größere Anstrengungen notwendig.

Die entscheidende Frage ist: Auf wie viel Konsum möchte man heute verzichten, um später mehr konsumieren zu können? Und was heißt „mehr“?

Dazu ist ein Verständnis von Aktienmärkten und Zinseszinseffekt die Grundvoraussetzung. Aus 10.000 Euro, die man bspw. im ersten Berufsjahr im Alter von 25 Jahren nicht ausgibt, werden richtig angelegt bis zum 60. Lebensjahr eben nicht nur 12.000 oder 15.000 wie einige vielleicht vermuten, sondern eher 150.000 Euro (vor Steuern).

Angenommen wird hier ein Zinssatz von 8%, was durchaus realistisch ist. Die US-Aktienmärkte steigen seit 100 Jahren um knapp 10% pro Jahr.

Jetzt stellt euch vor, was passieren könnte, wenn ihr diszipliniertes (Aktien-)Sparen nicht nur im ersten Berufsjahr durchzieht, sondern langfristig.

Sparen
In meinem Beitrag „Riester-Rente oder Schäuble-Bonds? Aktiensparen!“ findet ihr ein Excel-Template, in dem ihr durch die Anpassung verschiedener Variablen den Vermögensaufbau durch Aktiensparen durchspielen könnt.

Ich kann mich nicht erinnern, dass das Thema finanzielle Freiheit in Gesprächen mit Freunden oder Verwandten jemals thematisiert worden ist. Letzten Monat traf ich mich mit 15 Finanzbloggern/Finanzbloglesern in einem Berliner Restaurant. Eines hat uns alle miteinander verbunden: Wir wollen finanziell frei werden. Und das nicht erst mit 60.

Einer der Blogger war Lars. Schaut gern in seinen Blog. Er hat bereits einiges zum Thema geschrieben:
http://finanziell-umdenken.blogspot.de/p/finanzielle-freiheit.html

Den neuesten Beitrag von Tim Schäfer kann ich auch sehr empfehlen: „Fast jeder kann Millionär werden“.

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7 Gedanken zu „Auf dem Weg zur finanziellen Freiheit

  1. Hey Stefan,

    Jaja die finanzielle Freiheit. Das stimmt darüber freuen würde ich mich sehr. Mittlerweile denke ich doch ein wenig in eine andere Richtung. Natürlich wird weiterhin gespart.

    Aber viel mehr interessiert mich persönlich das Thema. Stunden reduzieren. Ich versuche mit so wenig wie möglich Zeit mein entsprechendes Einkommen zu generieren. Mein Ziel ist in 5 Jahren selbständig so viel Geld zu verdienen um mein Leben auch ohne Job finanzieren können. Am besten mit knapp 40 Stunden Arbeit pro Monat. Was durchaus realistisch ist.

    Arbeite werde ich jedoch weiterhin. Wegen der finanziellen Freiheit. Aber für mich ist es so ein Zwischenschritt.

    Gruß,
    Maxi

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      • Ja. Bin nebenberuflich selbstständig und mache immer mal kleinere Projekte im Auftrag. Aber nicht so lohnenswert (noch etwas geringer Stundensatz) aktuell und halt noch viel zu unplanbar.

        Ändere ich mein Lebensstil nicht und habe ein wenig Reserven wäre das kein Problem mit den 40h. Ist ein „bescheidenes“ Leben. Aber für Luxus würde ich dann halt mal ein paar Stunden draufschlagen.

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  2. Bisher traue ich mir das Ziel „Finanzielle Freiheit“ noch nicht zu. Bei so einem Ziel müsste ich eigentlich viel mehr einem höheren Gehalt nachjagen als ich es jetzt tue. Ich habe eher den Ansporn, dass ich mal eine mehrjährige Berufsunfähigkeit ausgleichen könnte bzw. bei einem Jobverlust nicht gleich Existenzängste haben muss.

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  3. hallo Leute,

    mich interessiert dieses Thema ja ohnehin. Ich glaube ich bin auch gut dabei. Im März habe ich bis jetzt knapp 1200 Brutto Nebenbeinkommen verdient. Diese Summe ist wahrscheinlich nicht jedes Monat so hoch, aber ich glaube bereits genug zu wissen, dass ich langfristig gesehen sehr gut mit diesem Nebeneinkommen auskomme, und auch eher früher als später in „Rente“ gehen könnte.

    Schöner Artikel!

    mfG Christopher

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  4. Pingback: Mein Weg | Stefans Börsenblog

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