Wozu das alles?

In meinem letzten Beitrag „Aktien – die beste Geldanlage der Welt“ hatte ich aufgezeigt, wie hoch das Vermögen nach einigen Jahrzehnten des Aktiensparens werden kann.

Nehmen wir an, die Rechnung geht auf. Mein Vermögen wird eines Tages im 7-stelligen Bereich liegen. Und dann? Ist es wirklich erstrebenswert, der reichste Mann auf dem Friedhof zu sein? Warum gebe ich mein Geld nicht schon heute aus – für Reisen, eine größere Wohnung, ein schickes Auto? Würde es mir Freude bereiten, als 70-Jähriger im Ferrari herumzufahren, im Handschuhfach eine Packung Viagra?

Ich möchte mir vor allem eines kaufen: Zeit.
Ich erkaufe mir die Option, irgendwann nur noch halbtags arbeiten zu müssen und früher in Rente gehen zu können, um mehr Zeit mit meiner Familie zu verbringen.

Ich möchte nicht jahrzehntelang in Angst leben, weil meine gesetzliche Rente vielleicht nur 50% meines durchschnittlichen Nettogehalts betragen wird und weil ich das Kleingedruckte im Riester-Vertrag nicht verstehe.

opa

Ich spare. Ich bin ein sparsamer Mensch. Meine Eltern haben mich so erzogen.
Entscheidungen für oder gegen das Sparen treffen wir jeden Tag. Wer 2 Liter Volvic-Wasser pro Tag trinkt, zahlt dafür mehr als 500 Euro pro Jahr. Leitungswasser schmeckt mir genauso gut und dieselbe Menge kostet 5 Euro pro Jahr.

Ich mag meinen schwarzen Nike-Rucksack. Er ist der einzige Rucksack, den ich je besessen habe. Ich habe ihn seit der 7. Klasse. Ich rasiere mich heute mit demselben Nassrasierer wie vor 14 Jahren. Die teure Zahnpasta macht meine Zähne nicht sauberer als die Billigste. Ich kenne Menschen, die im Winter die Heizung bis zum Anschlag aufdrehen, um auch im Winter im T-Shirt im Wohnzimmer sitzen zu können. Ich besitze Pullover.

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Ich nehme mir jeden Tag ein selbst gemachtes Sandwich als 2. Frühstück mit zur Arbeit. Ich habe nie einen Laptop oder ein Tablet besessen, keinen DVD-Player, keinen Blu-Ray-Player, keine Kamera, keinen iPod, keine Mikrowelle, keinen Neuwagen, kein Motorrad.

„Ich habe viel von meinem Geld für Alkohol, Frauen und schnelle Autos ausgegeben. Den Rest habe ich einfach verprasst.“ (George Best)

„Wer Dinge kauft, die er nicht braucht, wird vielleicht schon bald Dinge verkaufen müssen, die er braucht.“ (Warren Buffett)

 

Nicht falsch verstehen. Auch ich leiste mir hin und wieder etwas Nettes. Letztes Jahr habe ich mir ein Auto gekauft und teuer versichert, obwohl ich in Berlin wunderbar ohne Auto auskommen würde. Die öffentliche Nahverkehrsanbindung vor meiner Wohnung ist nahezu perfekt. Die Tickets bekomme ich vom Arbeitgeber subventioniert. Der Weg zur Arbeit ist kurz. Dennoch möchte ich auf den Luxus, ein Auto in Berlin zu besitzen, nicht verzichten.

Ein teureres Smartphone, als ich es mir vor einigen Monaten kaufte, hat niemand in meinem Freundes- und Bekanntenkreis. Vor mehreren Wochen war ich im Schweden-Urlaub. Ich schätze, ich gebe mehr Trinkgeld als der durchschnittliche Deutsche.

Sparen heißt nicht, permanent auf Konsum zu verzichten.

Täglich treffen wir dutzende Entscheidungen für oder gegen Konsum. Ich entscheide mich meist fürs Sparen und investiere in Qualitätsaktien – und erkaufe mir damit die Möglichkeit, im Alter von 50 bis 65 Jahren sehr viel mehr Zeit außerhalb des Büros verbringen zu können.

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2 Gedanken zu „Wozu das alles?

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