Mein Weg

Wenn ihr euch in meinem Blog ein wenig umgesehen habt, dann wisst ihr: Ich setze mich intensiv mit dem Thema auseinander. Ich verbringe viel Zeit mit meinem und anderen Blogs. Ich informiere mich umfassend über die Finanzmärkte. Meine Kaufentscheidungen sind analytisch durchdacht, wie mir immer wieder gesagt wird.

Für mich ist das keine verlorene Zeit. Es geht mir auch nicht nur darum, eine möglichst hohe Rendite zu erzielen. Mir macht das alles unheimlich viel Spaß.

Ex-Studentin Jenny veröffentlichte gestern einen tollen Artikel über ihren Weg:
https://exstudentin.wordpress.com/2016/03/26/ich-gebe-meine-finanzen-nicht-aus-der-hand/

Das regte mich dazu an, selbst darüber nachzudenken, wie ich zum Anleger wurde.

In den Jahren 1995/96, als ich 9-10 Jahre alt war, legten sich immer mehr Haushalte in meinem Bekanntenkreis ihren ersten Computer zu.

Ich habe in meiner Kindheit wirklich alle möglichen Arten von Computerspielen gezockt. Am meisten Zeit verbrachte ich mit Fußball Management Simulationen. Die standen auf meinem Wunschzettel für den Weihnachtsmann einige Jahre lang ganz oben.

Anstoß 3
Stundenlang habe ich vor dem PC gesessen mit Spielen wie Anstoß 3, Bundesliga Manager 97 oder Fußball Manager 2003. Ich habe neue Spieler verpflichtet, Stadien ausgebaut und mich um die Jugendarbeit gekümmert.

Es dauerte nicht lange, bis es zu meinem größten Traum wurde, einmal Manager vom FC Bayern München zu werden. Ihr müsst wissen: Ich bin Bayern-Fan seit 1995.

Als kleiner Dreikäsehoch habe ich sogar einen Brief an mein Idol Uli Hoeneß geschrieben, in dem ich ihm von meinem Traum berichtete. Ich muss lachen, wenn ich heute daran denke.

Kleiner Tipp: Wenn ihr ein hohes Tier ablösen wollt, erzählt ihm nicht davon. Das geht meist nicht gut aus. 😉

Mein letzter „Berührungspunkt“ mit Uli Hoeneß war, dass ich wenige Tage nach seiner Verurteilung wegen Steuerhinterziehung eine beträchtliche Steuerrückzahlung vom Finanzamt erhielt.

Wenn ich so darüber nachdenke… die Suche eines Fußballmanagers nach den besten Spielern ist zu vergleichen mit der Suche eines Anlegers nach den besten Unternehmen.

Uli Hoeneß
Schnell wurde mir klar, wie naiv dieser Traum war. Später, im Jahr 2003, wusste ich noch immer nicht so genau, was ich nach dem Abi 2005 mit meinem Leben anstellen wollte.

Es war meine Tante, die mich auf die Idee brachte, zu studieren.

Die Entscheidung für das Studium war eine der besten Entscheidungen, die ich in meinem bisherigen Leben getroffen habe. Vielleicht die allerbeste von allen.

Viele Freunde, die sich für die Realschule und eine Berufsausbildung entschieden, haben später doch noch das Fachabitur gemacht und studiert, weil sie gemerkt haben, dass sie mit ihrer Ausbildung nicht weit kommen würden.

Im Jahr 2004 wälzte ich Bücher mit Informationen über verschiedene Hochschulen und Studiengänge. Ich schwankte zwischen VWL und BWL und entschied mich letztlich für BWL.

Die Nähe zu Familie und Freunden war mir wichtig und so bewarb ich mich bei 4 Hochschulen in Sachsen-Anhalt und bekam eine Zusage u.a. von meiner Wunsch-Uni – der Otto-von-Guericke Universität in Magdeburg.

Auf dem Foto seht ihr das Gebäude der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften. Oben auf dem Dach ist – hier leider vom Baum verdeckt – in Leuchtschrift immer der aktuelle Stand von DAX, Dow Jones und Nikkei zu sehen.

Universität Magdeburg
Nach dem Studium bin ich beruflich irgendwie in den Bereich Business Intelligence gerutscht, in dem ich nun seit einigen Jahren tätig bin.

Bedenkt man, wie analytisch meine heutigen Unternehmens- bzw. Aktienbewertungen sind, so ist ein roter Faden über die letzten 20 Jahre erkennbar.

Für Aktien interessiere ich mich seit 2014. Das hätte bereits viel früher passieren können. Mein Cousin verdient damit seit vielen Jahren seine Brötchen (seit 2004 oder länger, schätze ich). Vor 2014 waren Aktien für mich Teufelszeug. Meinen Cousin habe ich auch nie wirklich darauf angesprochen. Die Börse fand ich stinklangweilig.

Das alles änderte sich mit dem Mitarbeiter-Beteiligungsprogramm meines Arbeitgebers.

Meine ersten Aktien hatte ich im Herbst 2014 im Depot. Ich saugte alle Informationen zum Thema Börse auf, die ich finden konnte. Es dauerte 6 Monate, bis ich mich schließlich traute, Aktien eines weiteren Unternehmens zu kaufen.

Nach einigen Monaten des Tradings begriff ich, dass Aktien langfristig die Anlageklasse mit der höchsten Rendite sind, ein wichtiger Baustein einer guten Altersvorsorge und ein Sprungbrett zur finanziellen Freiheit.

Für mich ist die Börse allerdings weit mehr als eine Möglichkeit, Vermögen aufzubauen und passives Einkommen in Form von Dividenden zu generieren. Es bereitet mir viel Freude, Informationen aufzusaugen, zu analysieren und mich mit anderen darüber auszutauschen.

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5 Gedanken zu „Mein Weg

  1. Hat Uli Hoeneß dir wenigstens geantwortet? 😀 Interessant, dass deine Tante bei dir so einen positiven Einfluss hatte. Hast alles richtig gemacht. 🙂 Spaß bei der Sache ist wichtig.
    Bei mir war mein größter Wunsch, Lehrerin zu werden. Deswegen war das mit dem Abitur schon immer klar. Dass das Gymmi 45min Zugfahrt entfernt war, prägte mein Leben mit am meisten. Ich merkte, dass man in die Stadt muss, um mehr Möglichkeiten zu haben. Diese Erkenntnis war eigentlich fast wichtiger als der Schulabschluss.

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    • Leider nicht, aber das nehme ich dem guten Uli nicht übel 🙂

      Oh je.. mein Gymmi war auch etwa 45min entfernt. Das war nicht schön.

      Ich sehe das mit den Städten genauso. Die Größe Magdeburgs hat mich zu Beginn des Studiums erschlagen. Vorher wohnte ich in einem 460-Einwohner-Nest. Heute, nach 4 Jahren in Berlin, kann ich mir nicht mehr vorstellen, in eine solch kleine (!) Stadt wie Magdeburg zurück zu ziehen. Wenn ich mir allein überlege, dass man 200 Kilometer fahren muss, wenn man etwas von Ikea haben möchte (100km bis Braunschweig).

      Hier habe ich ALLES direkt vor der Tür und kann mir bspw. aus 3 IKEAs eins aussuchen. Berlin ist ein solcher Anziehungspunkt. Viele langjährige Freunde sind mit der Zeit hierher gezogen. Sucht man einen neuen Arbeitgeber, wird man schnell fündig. So ziemlich jede Band, jeder Künstler den man mag, kommt bei jeder Tour nach Berlin. Ich könnte bis an mein Lebensende jede Woche eine unbekannte Bar, einen unbekannten Club oder ein unbekanntes Restaurant ausprobieren.

      Und wenn ich mir überlege, wie stark mich die kulturelle Vielfalt geprägt hat… wie sehr ich mein Englisch verbessern konnte, ohne Kurse! Vor 2 Jahren hatte ich die Hosen voll, wenn ich gezwungen war, mit jemandem Englisch zu sprechen. Heute spreche ich auf der Arbeit zu 60-70% Englisch und es fällt mir nicht mal mehr auf, wenn ich einen Kollegen auf Englisch anspreche, dessen Muttersprache Deutsch ist.

      Tagtäglich zu erfahren, wie in anderen Kulturkreisen gelebt und gedacht wird, empfinde ich als sehr wertvoll.

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  2. Tatsächlich ist auch bei mir über Computersimulation , das Spiel hieß Port of call das Zweite Hanse, das Interesse an Wirtschaft und Finanzen geweckt worden. Gespart habe ich aber schon immer. Beim Investieren freuen wir uns heute, wenn unsere Überlegungen aufgehen ( ähnlich wie bei den Simulationen ) . Klappt nicht immer, aber wie heißte es doch so schön:“ Verlieren muß man, gewinnen kann man“ oder der gute alte Kosto sagte mal :“ In 49% der Fälle liege ich falsch. In 51% der Fälle richtig. Von diesen 2% lebe ich “

    Alles Gute Dir und Deinen Investments

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  3. Man merkt auf Anhieb, dass dir dieses Thema viel Spaß bereitet und wenn man erstmal den diffusen Nebel, der dem Wort „Börse“ im allgemeinen Sprachgebrauch anhängt, durchdrungen hat, findet man wirklich schnell Spaß daran. Bin selbst erst seit Anfang 2016 investiert, doch Bücher zu dem Thema verschlinge ich wie kein anderes Thema.
    Großes Lob an dein Portfolio übrigens!

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