Walt Disney – Der König der Unterhaltungsbranche

Kaum ein Unternehmen stand länger auf meiner Watchlist als Walt Disney. Nun konnte ich der Versuchung nicht länger widerstehen, mich am Maus-Konzern zu beteiligen.

Das Geschäft des Riesen aus der Unterhaltungsbranche (195.000 Mitarbeiter) besteht aus 4 Teilen:

  • Fernseh- und Radiosender (43% Umsatzanteil)
  • Freizeitparks und Hotels (30%)
  • Filme (17%)
  • Fanartikel (10%)

(Quelle)

Fernseh- und Radiosender

Hierzu zählen unter anderem ABC, ABC News, ESPN (80% Beteiligung), Disney Channel, Disney Junior, Radio Disney, Super RTL (ESPN hält 50%) und Toggo Plus. (Quelle)

Disney Channel und Disney Junior haben ca. 300 Millionen Abonnenten. Der Disney Channel erscheint in 34 Sprachen. (Quelle)

ESPN ist einer der großen Sportsender in den USA mit etwa 85 Millionen Abonnenten. „Monday Night Football“ ist eine der beliebtesten Fernsehsendungen in den Vereinigten Staaten. Neben Football (auch College Football) werden u.a. Basketball und Baseball gezeigt – also alles, was das amerikanische Sportlerherz begehrt. (Quelle)

Mit dem kleinen deutschen „Sky“ ist das Pay-TV in den USA bei weitem nicht vergleichbar. So ziemlich jeder Amerikaner schaut Pay-TV. Ein Abo des großen Sportsenders ESPN ist auch sehr viel günstiger als alles, was Sky anbietet. Mit 7,21 USD monatlich ist der Ami dabei. Für 1 USD mehr gibt es ESPN2 dazu. (Quelle)

Dennoch ist ESPN für Disney eine Cash-Maschine, generierte 10,3 Milliarden USD an Umsatz in 2015, wovon starke 2,2 Milliarden als Gewinn übrig blieben. (Quelle)

Pain Point: ESPN hat in den letzten 5 Jahren insgesamt 15 Millionen Abonnenten verloren. Tim McAleenan schätzt, dass bei einem Verlust von weiteren 10 Millionen Abonnenten die Gewinne dieses Geschäftsbereichs in Gefahr sind. (Quelle)

ESPN ist also ein Sorgenkind Disneys. Ich habe allerdings Vertrauen in die sportbegeisterten US-Amerikaner einerseits und in das Management andererseits. Disney wird absolut erstklassig geführt und wird eine Lösung für das Problem finden, und sei es ein Verkauf von ESPN.

Disney hat die Zeichen der Zeit früh erkannt, nämlich den Trend zum Streaming. Bereits im Jahr 2012 schloss man einen Lizenz-Deal mit Netflix – dem weltweit führenden Streaming-Anbieter. Netflix darf nun Disney-Filme zeigen. Und auch für Disney dürfte sich der Deal gelohnt haben. Spekuliert wird sogar über eine Übernahme von Netflix durch Disney. Das wäre ein Hammer. (Quelle)

Auch der Netflix-Konkurrent Hulu hat einen Lizenz-Deal mit Disney geschlossen und darf mehr als 50 Disney-Filme zeigen. (Quelle)

Außerdem hält Disney eine 33%-Beteiligung (mit Option auf Mehrheitsübernahme) an BamTech – dem Streaming-Dienst der nationalen Baseball-Liga mit 7,5 Millionen zahlenden Kunden. (Quelle)

 

Filme

Wenn ihr euch anseht, was für eine Vielzahl von Weltklasse-Filmen von Disney produziert wurde, dann wird euch sicher die Kinnlade auf den Fußboden fallen. Hier geht’s zur Übersicht.

Die Einspielergebnisse sind unheimlich beeindruckend.

9 der 20 (finanziell) erfolgreichsten Filme aller Zeiten wurden von Disney produziert. 5 befinden sich in den Top10. (Link zur Übersicht)

Betrachtet man das Ganze inflationsbereinigt, also in Preisen von 2016, dann kommt Disney auf 6 aus den Top20. Disney ist aus der Filmindustrie nicht wegzudenken, nicht zuletzt seit dem Kauf der Rechte an Pixar (2006), Marvel (2009) und Lucasfilm (2012).

2016 holte Disney 7 Millarden USD an den Kinokassen rein. Damit gelang es zum ersten Mal einem Studio, diese Schallmauer zu durchbrechen.

Tim McAleenan sieht beim Kauf von Filmrechten sogar einen Wettbewerbsvorteil auf der Seite Disneys. Er schreibt, viele Rechteverkäufer geben ihre Rechte nicht dem Meistbietenden, sondern Disney, selbst wenn der Maus-Konzern weniger bietet – einfach weil sie wissen, dass die Rechte dort in besten Händen sind. Nicht wenige behaupten, der 4-Milliarden-Dollar-Deal mit Lucasfilm wäre ein irres Schnäppchen gewesen und die Kosten würde man innerhalb weniger Jahre locker wieder reinholen. Die Hälfte davon hat man als Reingewinn bereits in den ersten 4 Jahren generiert. Stark! (Quelle)

 

Fanartikel

Wer hat keine Bücher, Decken, Kuscheltiere oder Spielzeug von Disney zu Hause? Mir fällt niemand ein. Und ich wüsste nicht, warum sich das in den kommenden Generationen ändern sollte.

Disneys Marken und Figuren „setzen den Produktlebenszyklus quasi außer Kraft, denn sie sind zeitlos und beliebig oft erneuer- & ausschlachtbar.“ (Jasper Quast)

Walt Disney Figuren

In der von Millward Brown seit 2000 jährlich veröffentlichten Rangliste der wertvollsten Marken nimmt Disney stets Spitzenplätze ein, liegt derzeit auf Rang 13. (Quelle1) (Quelle2)

 

Freizeitparks und Hotels

1955 wurde der erste Disneyland-Themenpark in Kalifornien eröffnet. 1971 folgte Walt Disney World in Florida, 1983 Tokyo Disney Resort, 1992 Euro Disney in Paris, 2005 Hong Kong Disneyland, 2016 Shanghai Disney Resort. (Quelle)

Dazu kommen 33 Hotels, der Verkauf von Kreuzfahrten (Disney Cruise Line) sowie die Organisation von Reisen (Disney Vacation Club; Adventures by Disney). (Quelle)

 

Management

Das Management von Disney kann man als stabil bezeichnen. Michael Eisner war CEO von 1984 bis 2005, Robert Iger ist es seit 2005. Die Experten sind sich einig darüber, dass Iger einen erstklassigen Job gemacht hat. Er sitzt außerdem im Apple-Aufsichtsrat und berät seit 2010 Präsident Obama in wirtschaftlichen Fragen.

Leider hört der 65-Jährige im Jahr 2018 als Disney-CEO auf. Ein Nachfolger steht noch nicht fest. Doch Disney ist ein solcher Magnet – welcher Top-Manager würde sich nicht die Finger danach lecken, den Konzern leiten zu dürfen? Ich bin mir sicher, dass man einen würdigen Nachfolger präsentieren wird.

 

Umsatz

Die Entwicklung der Umsätze ist eine wahre Freude für Disney und seine Investoren. Nachfolgend seht ihr die Entwicklung von 1991 bis 2014.

Walt Disney Umsatz

Im Geschäftsjahr 2016 (abgeschlossen im September) wurden 55,6 Milliarden USD umgesetzt – ein gigantischer Wert.

Der Umsatz ist das Produkt aus Menge und Preis. Nur die allerbesten Unternehmen schaffen es, ihre Preise Jahr für Jahr zu steigern, ohne dass die abgesetzten Mengen sinken. Warren Buffett liebt solche Unternehmen.

Hier ein lesenswerter Artikel zu diesem Thema: http://harvestblog.de/buffett-entdeckt-die-preismacht-von-sees-candies-bis-coca-cola/

Walt Disney hat den Eintrittspreis für Disneyland von 1971 bis 2016 in jedem einzelnen Jahr erhöht. Trotzdem strömen die Leute in die Parks. Wahnsinn!!

Walt Disney Park Preise

 

Verschuldung

Disneys Eigenkapitalquote sieht klasse aus! Sie lag zwischen 2007 und 2016 nie unter 47%.

 

Profitablität

Die Umsatzrendite zählt zu den wichtigsten Kennzahlen für Investoren. Sie sagt aus, wie viel vom Umsatz als Gewinn im Unternehmen verbleibt. Dieses Geld kann verwendet werden, um Dividenden auszuschütten, eigene Aktien zurückzukaufen, die Kriegskasse für Übernahmen zu füllen oder andere Investitionen in weiteres Wachstum zu tätigen.

Von 100 Euro Umsatz bleiben Disney 17 Euro an versteuertem Gewinn übrig. Bärenstark, und übrigens auch der Bestwert im Zeitraum 2007 bis 2016. Hier läuft also alles rund.

Die Kapitalrendite ist nicht weniger wichtig. Für Warren Buffett ist sie die wohl wichtigste Kennzahl. Mit 21,4% Eigenkapitalrendite und 10,4% Gesamtkapitalrendite spielt Disney, was die Profitabilität angeht, in der Champions League der Unternehmen.

 

Wachstum

Von 2006 bis 2016 wuchs der Umsatz um 5% pro Jahr. Durch einen Produktivitätsanstieg waren es beim Nettogewinn 11% pro Jahr und durch Aktienrückkäufe sogar 13% pro Jahr beim Gewinn je Aktie.

Für die kommenden Jahre gehen Analysten von einem Wachstum (Gewinn je Aktie) von 8% pro Jahr aus.

 

Dividenden / Aktienrückkäufe

Disney hat in jedem der letzten 61 Jahre eine Dividende gezahlt. Zuletzt wurde die Dividende 6x in Folge angehoben, nachdem sie in den Krisen-Jahren 2009 und 2010 konstant gehalten wurde. Von 2007 bis 2016 wurde die Dividende um 18,4% pro Jahr angehoben.

Disney erfreut seine Eigentümer auch mit einem Aktienrückkaufprogramm. Die Anzahl der Aktien wurde von 2007 bis 2016 um 21,7% reduziert (2,7% pro Jahr).

 

Shareholder Value

In den 10 Jahren von Ende 2006 bis Ende 2016 stieg der Kurs der Disney-Aktie um 14,3% pro Jahr. Nimmt man die mittlere Dividendenrendite von 1,3% hinzu, so kommt man auf einen Shareholder Value von 15,6% pro Jahr.

 

Kaufzeitpunkt

Lange habe ich mich gegen eine Beteiligung an Disney gewehrt. Was hat sich geändert?

Ich möchte mit meinem Portfolio noch etwas weiter in die Breite gehen. Es sollte also ein Neukauf werden, kein Nachkauf. 14 fantastische Unternehmen schieden also von vornherein aus.

Ich halte die USA, Kanada und Europa für die besten Orte, um Unternehmen als potentielle Investments zu identifizieren. Bei meinen Größen-Kriterien (Umsatz, Marktkapitalisierung) kommen also etwa 1.000 Unternehmen als mögliche Beteiligungen für mich infrage.

Bei einer Entscheidung für oder gegen ein Investment geht es für mich zuerst um Qualität und dann um den Preis.

Von 1.000 Unternehmen – wie viele davon würden nach euren Qualitätskriterien als Investments infrage kommen (zunächst unabhängig vom Preis)? Ich finde, das ist eine wichtige Frage.

Bei dem einen Investor sind es vielleicht 200. Er will mit den schlechtesten 80% nichts zu tun haben. Der nächste Investor ist kritischer. Für ihn liegt die Grenze bei 10%/90%.

Ich bin extrem kritisch. Im S&P 500 finde ich weniger als 50 Unternehmen, die meine Qualitätsanforderungen erfüllen. Im Stoxx Europe 600 sind es noch weniger.

Nun zu Disney. Müsste ich die 500 Unternehmen des S&P 500 nach Qualität sortieren, dann würde Disney vermutlich nicht in den Top10 landen, sondern eher auf Platz 15 oder 20.

Das Problem: Unternehmen allerhöchster Qualität werden derzeit zu unverschämt hohen Preisen gehandelt. Disney hingegen hat derzeit ein ordentliches Verhältnis von Qualität zu Preis, wie ich finde.

Dazu kommt, dass das Disney-Management mit offenen Augen herumläuft. Fielmann oder Inditex (Zara) haben sich beispielsweise viele Jahre lang dagegen gewehrt, einen Onlineshop einzurichten. Günther Fielmann wehrt sich heute noch dagegen. Mit solchen Unternehmen kann ich nichts anfangen. Disney ist bereits 2012 eine Partnerschaft mit Netflix eingegangen. Außerdem hält Disney eine 33%-Beteiligung an BamTech – dem Streaming-Dienst der nationalen Baseball-Liga (mit Option auf Mehrheitsübernahme).

Disney ist ein Traditionsunternehmen, doch erkennt die Zeichen der Zeit. Das gefällt mir.

Der Branche steht ein Umbruch bevor. Doch ich bin überzeugt davon (überzeugter als der Markt?), dass Disney das packt und stärker daraus hervorgehen wird.

Was ist mit dem KGV?

Es liegt derzeit bei 18,4 bis 18,9 – je nachdem ob man 0, 1 oder 2 Quartale in die Zukunft schaut beim Gewinn. Ein Blick in die jüngere Vergangenheit zeigt: Der Median von 2011 bis 2015 liegt bei 20,3 und der Mittelwert bei 18,4.

Pain Points sind für mich:

  • sinkende ESPN-Abonnentenzahlen
  • das Ende von Robert Iger als Manager 2018
  • Verlagerung von Pay-TV/Kino auf Streaming-Angebote
  • in der bald kommenden Rezession werden die Leute weniger Geld für Kino und Freizeitparks ausgeben (es wird also vermutlich in 2017 oder 2018 noch bessere Einstiegszeitpunkte in die Aktie geben)

Die Disney-Aktie wird derzeit mit einem Discount auf das Markt-KGV gehandelt. Das Disney-KGV liegt bei 18,4 bis 18,9, doch das KGV des S&P 500 liegt bei 24 bis 25. Das Disney-KGV ist in den letzten Monaten so niedrig wie seit 2012 nicht mehr. Es sieht so aus, als seien die Pain Points bereits eingepreist.

Warren Buffett sagt, er möchte zu Preisen kaufen, die ihn glücklich machen. Der aktuelle Preis macht mich nicht unglücklich.

 

Aktie

Abschließend der Kursverlauf der letzten 15 Jahre.

Walt Disney Aktie

 

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12 Gedanken zu „Walt Disney – Der König der Unterhaltungsbranche

  1. Also ich hab 2016 erst Disney gekauft und wurde schon mit paar Prozenten glücklich gemacht. Ich persönlich finde Disney Klasse und denke es ist eine Cashmaschine, mit einem ungeheuren Potenzial.
    Was die Sache mit ESPN angeht, wird ebenfalls schon dran gearbeitet, bei finanzen.net stand schon das Disney da Verhandlungen führt, 2017 sollte dann ESPN neu glänzen, mal sehen was die machen.

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  2. Hi Stefan,

    ich hatte mir Disney im letzten September schon angesehen (http://konservative-aktien.com/walt-disney-aktienanalyse/) und fand die Aktie sehr gut bewertet. Du hast die aktuellen Probleme ja angesprochen, ich denke aber im Gesamtkontext des Unternehmens sind das eher „Problemchen“, so dass die Preisabschlag zu stark ausfällt für ein extrem starkes Unternehmen.

    Glückwunsch zu deinem Kauf!

    Jonas

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  3. Hey Stefan,
    das ist aber eine Überraschung 😀
    Meine Meinung dazu kennst du ja bereits und ich beglückwünsche dich zu diesem tollen Unternehmen!
    Ich warte wie du ja bereits weißt auch hier auf bessere Kurse, was aber eine gute Streitfrage ist –> „Schadet warten der Rendite?“ oder wie lange warten zu lange ist 🙂
    Für ESPN wird eine Lösung gefunden, die zufriedenstellend sein wird. Aktuelle Probleme sind die besten Kaufzeitpunkte, denn sobald größere Fische beginnen das Risiko zu meiden müssen wir kommen und es eingehen. Nicht um jeden Preis versteht sich, aber wer könnte besser von den Bewegungen der Großen profitieren als wir?
    Danke für das Zitat! Disney ist für mich ein Unternehmen, dass ich wie Nike auch überproportional in meinem Depot halten würde.
    Disney, IBM und Apple habe ich dieses Jahr verpasst und wie so oft kann ich es mir im Nachhinein nicht erklären… Naja, schauen wir positiv ins neue Jahr!

    Liebe Grüße
    Jasper

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  4. Erstmal Danke für die wieder sehr gute Analyse, das Lesen macht wirklich Spaß. Dazu auch noch eine Frage: Wie bewertest du den hohen Anteil des Goodwill in der Disney-Bilanz (immerhin ~30%)? Der muss Ja irgendwann auch wieder abgeschrieben werden und wird dementsprechend die Gewinne drücken.

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    • Hallo Pascal,

      vielen Dank für die lobenden Worte. Es freut mich sehr, einmal eine Frage zur Bilanz zu lesen. Ich finde, da werfen viel zu wenige Kleinanleger einen Blick rein. Zitat Peter Lynch: „Viele Menschen investieren ungefähr so, als würden sie den ganzen Abend pokern, ohne ihre Karten anzuschauen“.

      Ich könnte es nicht besser ausdrücken, als es Christian im Oktober gemacht hat: http://www.hamsterradblog.com/geschaftsberichte-verstehen/geschaftsberichte-verstehen-die-bilanz-lesen-teil-2/
      Zitat: „Disney hat einen sehr hohen Anteil an Goodwill (31,5% der Bilanzsumme) und an immateriellen Vermögenswerten (8,1%). Dies sind insgesamt über 39% der Vermögenswerte. Hier sehe ich Disney als eines der wenigen Unternehmen, für die dieser Zustand in Ordnung ist. Warum? Der Goodwill kommt aus den vielen Einzel-Akquisitionen der letzten Jahre (z.B. Lucasfilm). Ich persönlich halte diese Zukäufe für sehr schlau. Außerdem sprechen die Zahlen dafür, dass das Unternehmen durch diese Zukäufe sehr gut gewachsen ist und auch weiter wachsen wird. Daher ist dies für mich im Fall von Disney kein K.O.-Kriterium. Schaut man zudem in die Vergangenheit, dann stellt man fest, dass Disney historisch immer einen hohen Anteil an Goodwill hatte. Trotzdem ist dies definitiv ein kleines Manko der Bilanz von Disney. Super: Durch das Bilanz lesen konnten wir in der sonst sauberen Bilanz noch ein kleines Manko finden.“

      Viele Grüße, Stefan

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  5. Artikel von fool.com:

    „Seit seiner Gründung 1923 hat Walt Disney (WKN:855686) Millionen Menschen auf der ganzen Welt erfreut. Der weltweit agierende Unterhaltungsriese hat eine lange Geschichte, die kühne Abenteuer, riesige Zukäufe und beeindruckende Wertzuwächse umfasst.

    Obwohl die Marke Disney weltweit bekannt ist und von Millionen Leuten geliebt wird, gibt es noch viele Aspekte, die du noch nicht kennst. Hier sind sechs Fakten über die Walt Disney Company, die für dich vielleicht interessant sind.

    1. Ein holpriger Start
    Die ambitionierte Vision des Gründers Walt Disney wurde am 17. Juli 1955 in Form eines riesigen Themenparks Wirklichkeit. Die Eröffnung verlief aber nicht reibungslos, wenn man History.com glaubt.

    Die Leute fälschten Tickets und das führte dazu, dass zu viele Menschen im Park waren. Die Fuhrgeschäfte gingen kaputt, Teile des Parks waren noch nicht fertig und es gab ein Gasleck, woraufhin Fantasyland geschlossen werden musste. Die Eröffnung von Disneyland wurde live im Fernsehen übertragen. Ca. 70 Millionen Amerikaner schauten sich die Sendung an, die von dem damaligen Noch-Schauspieler Ronald Reagan moderiert wurde. Jedoch traten technische Schwierigkeiten auf.

    Trotzdem schreibt History.com, dass Disneyland ein sofortiger Erfolg war. Im ersten Monat kamen mehr als eine halbe Million Besucher. In den letzten Jahren knackte Disneyland die 18 Millionen-Marke der jährlichen Besucher und ist damit einer der Top-10-Themenparks weltweit.

    2. Warum mit einem aufhören?
    Disney baute einen noch größeren Park – Walt Disney World. Dieser öffnete 1971 seine Pforten. Der Park umfasste damals 64 Quadratkilometer. Das ist die Größe von San Francisco. Mehr als 70.000 Mitarbeiter arbeiten in diesem riesigen Ressort und machen Walt Disney World zu dem größten Arbeitgeber mit einem einzigen Standort in den USA. Und dank der mehr als 20 Millionen Besucher pro Jahr ist er der am meisten besuchte Themenpark der Welt.

    3. Das magische Königreich trifft das Reich der Mitte
    Disney expandierte später über die Grenzen der USA hinaus. Es wurden Parks in Japan und Europa eröffnet. Erst vor Kurzem investierte das Unternehmen mit der Mickey Maus in einen neuen Park in China, der Schanghai Disneyland heißt.

    In einem Radius von nur 3 Stunden Zugfahrt leben schätzungsweise 330 Millionen Menschen. Und seit einer Eröffnung im Juni 2016 haben bereits mehr als 10 Millionen Gäste den Park besucht.

    4. Preissetzungsmacht
    1955 kostete der Eintritt für Erwachsene 1 US-Dollar, Kinder zahlten 0,50 US-Dollar. Jede Attraktion kostete weitere 0,10 bis 0,25 US-Dollar. Heute kann ein Tagesticket in der Hauptsaison bis zu 124 US-Dollar kosten.

    Wenn man nur die allgemeine Inflation betrachtet, müsste ein 1-Dollar-Ticket von 1955 heute 9,13 US-Dollar kosten. Der größte Teil des Preisanstieges ist daher der Preissetzungsmacht von Disney geschuldet. Diese ist deutlich größer als die Inflation und damit ein wichtiger Faktor für den langfristigen Erfolg für das Geschäft und die Investitionen.

    5. Große Übernahmen
    Das Disneyimperium erstreckt sich natürlich auf mehr als nur Themenparks. Große Übernahmen haben dabei eine wichtige Rolle gespielt. Das Unternehmen zahlte 2006 7,4 Milliarden US-Dollar für Pixar und 2009 bzw. 2012 legte es 4 Milliarden US-Dollar für Marvel und Lucasfilm auf den Tisch. Mit der Zeit erwarb Disney berühmte Geschichten wie Toy Story, The Avengers und Star Wars. Alle davon sind milliardenschwere Franchises von Disney.

    6. Disney ist auch sportlich
    Die vielleicht einflussreichste Übernahme war die von ESPN. Disney kaufte 80 %, als es 1996 ABC übernahm. Heute erwirtschaftet ESPN laut Economist schätzungsweise 4 Milliarden US-Dollar pro Jahr an Gewinn.

    Obwohl das Kabelfernsehen rückläufig ist, konnte das Netzwerk die Sportunterhaltungsbranche dominieren. 2016 hatten ESPN, ESPN2 und ESPNU 42 % mehr Zuschauer als die folgenden acht am meisten geschauten englischsprachigen Kabelsportnetzwerke zusammen.

    Und es gibt auch Hinweise, dass ESPN in einer Mehrgerätewelt bestehen kann. Die WatchESPN-App ist auf 8,2 Millionen Geräten installiert und spielte 2016 1,8 Milliarden Minuten pro Monat ab. Das sind 32 % bzw. 52 % mehr als noch im Vorjahr. Auch das Engagement der Fans bleibt stark. Das ist daran zu erkennen, dass die Vorzeigeshow SportsCenter und ESPN selbst mehr als 30 Millionen Twitterfollower haben. Das ist zehn Mal mehr als der nächste Konkurrent von ESPN.

    Wir schließen also daraus, dass ESPN wie Pixar, Marvel und Lucasfilm ein Riese in seiner Branche ist. Zusammen mit dem sich immer weiter ausdehnenden Themenparknetzwerk von Disney ist das Unternehmen der Kern der weltweiten Unterhaltungsindustrie und ihr unangefochtener Führer. Und auch in den kommenden Jahren sieht es so aus, als ob das so bleibt.“

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  6. Disney gab gestern bekannt, man habe die Partnerschaft mit Nexflix gekündigt, die Mehrheit an BAMTech übernommen und werde bis 2019 einen eigenen Streamingdienst aufbauen für den zahlreichen Content, an dem man die Rechte besitzt.

    Ich freue mich darüber und bin sehr gespannt!

    Dieser Artikel von Filmstarts erklärt es sogar noch ein wenig besser als die Artikel, die ich auf Seekingalpha gelesen hatte: http://www.filmstarts.de/nachrichten/18513930.html

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  7. https://www.fool.de/2017/08/30/disney-und-nvidia-kuenstliche-intelligenz-fuer-bessere-filme/

    Walt Disney stellte auf einer Konferenz im letzten Monat eine neue Technologie im Bereich künstliche Intelligenz vor, womit die Reaktionen an den Gesichtern der Zuschauer im Kino ausgewertet werden sollen. Diese Technologie könnte es Disney ermöglichen, noch bessere Filme herzustellen und noch ganz große Kreise ziehen.

    Disney benutzt dafür die GPUs von NVIDIA. Hier ist, was du dazu wissen solltest.

    Das Publikum auswerten
    Diese neue Technologie von Disney fällt in einen Bereich der künstlichen Intelligenz, die auch Deep Learning genannt wird. Dabei wird versucht, menschliche Gedankenprozesse nachzustellen. Beim Deep Learning werden künstliche neurale Netzwerke trainiert, wie sie denken sollen und wie Ableitungen erstellt werden sollen. Dann wird das Gelernte auf neue Datensätze angewendet, was Bilder, Sprachdateien und so weiter sein könnten. Die GPUs von NVIDIA bieten mehrere Anwendungsmöglichkeiten von leistungsstarken Computern bis hin zur Verkürzung der Zeit, in der diese neutralen Netzwerke trainiert werden. In diesem Fall benutzte Disney Research den Tesla K40 GPU, um die Gesichtserkennung voranzutreiben.

    Diese neue Technologie von Disney wurde darauf trainiert, die Gesichter der Zuschauer im dunklen Kino zu beobachten, um ihre Reaktionen wie Lächeln, Stirnrunzeln und Anzeichen von Angst auszuwerten. Das kann mit den erwünschten Reaktionen auf bestimmte Szenen abgeglichen werden. Diese Technologie kann die Reaktionen sehr genau erkennen, was es Disney erleichtern sollte, die wahren Gefühle des Publikums festzuhalten. Die bisher benutzten Methoden wie Interviews und Fragebögen sind nämlich notorisch unzuverlässig.

    Die offensichtlichste Möglichkeit, diese Technologie zu benutzen, liegt beim Testpublikum. Disney könnte damit seine Filme testen und noch einige Veränderungen vornehmen, die auf den Reaktionen der Zuschauer basieren. Diese Technologie könnte auch zu einem responsiven Geschichtenerzählen führen, wo sich die Geschichte verändert und auf die Reaktionen der Zuschauer eingeht. Außerhalb des Filmbereiches könnte Disney diese Technologie auch in den Themenparks benutzen, um die Reaktionen der Besucher auf bestimmte Attraktionen zu testen. Diese Ergebnisse können dann benutzt werden, um den Unterhaltungswert weiter zu steigern.

    Potenzielle Probleme mit dem Datenschutz müssen natürlich erst noch ausgeräumt werden. Die Nutzung dieser Technologie sollte aber keine Probleme darstellen. Disney könnte zuvor darüber informieren, dass diese Technologie benutzt wird, und diejenigen, die ein Problem damit haben, können sich dann einfach dazu entschließen, nicht teilzunehmen. Die Sache wird allerdings schwieriger, wenn es sich um das allgemeine Filmpublikum und die Besucher im Park handelt.

    Das phänomenale Filmgeschäft
    Das Filmgeschäft von Disney entwickelte sich in den letzten Jahren sehr gut. Im Steuerjahr 2016 erhöhten sich die Umsätze um 28 % im Jahresvergleich auf 9,44 Milliarden US-Dollar, was 17 % der Gesamtumsätze des Konzerns ausmacht. Die operativen Einnahmen stiegen um 37 % auf 2,7 Milliarden und machen 17,2 % in dem gesamten Segment aus. Das Filmgeschäft ist wichtiger für das Gesamtgeschäft von Disney als diese Zahlen nahelegen. Erfolgreiche Filme bieten Content für neue Attraktionen in den Themenparks und die Produktion von einer großen Bandbreite von Konsumgütern.

    Das Steuerjahr 2017 entwickelt sich etwas langsamer als das Vorjahr, was das Management aber schon erwartet hatte. Das Unternehmen hatte Hits wie Rogue One, Die Schöne und das Biest und Guardians of the Galaxy 2 veröffentlicht. Das war allerdings nicht genug, um dem schwierigen Vergleich mit dem Vorjahr stand zu halten. Das Steuerjahr 2016 hatte mit Megahits wie Star Wars: Das Erwachen der Macht, Captain America: Civil War, Finding Dory, Zootopia und Das Dschungelbuch auch warten können.

    Die gute Nachricht für die Investoren ist, dass der CEO von Disney, Bob Iger, erwartet, dass sich die starken Wachstumstreiber bis in das Steuerjahr 2018 fortsetzen werden.

    Unterm Strich
    Die neue Technologie könnte es Disney ermöglichen, Filme herzustellen, die besser beim Publikum ankommen, selbst wenn die Technologie nur beim Testpublikum zum Einsatz kommen sollte. Wenn diese Technologie niemals herauskommen sollte, könnte sie doch helfen und als Sprungbrett für andere Technologien dienen. Alles was Disney tun kann, um den Unterhaltungsfaktor seiner Produkte zu erhöhen, sollte auch die Gewinne erhöhen.

    Für NVIDIA sind das natürlich auch gute Neuigkeiten. Es scheint wahrscheinlich, dass Disney, das die GPUs von NVIDIA für mehrere Anwendungen benutzt, die GPUs auch in Zukunft für Deep Learning einsetzen wird. Die GPUs von NVIDIA im Deep Learning finden schon viele Anwendungen, von Datenzentren bis hin zu selbstfahrenden Autos.

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