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Ich bin seit 12 Jahren Aktionär, und heute ist es mir wichtiger als je zuvor, dass die Unternehmen in die ich investiere von den richtigen Menschen geleitet werden. Uber hat meiner Meinung nach seit 9 Jahren den perfekten CEO für dieses Geschäft. Den heutigen Beitrag schrieb ich mit kräftiger Unterstützung von ChatGPT.
Als Dara Khosrowshahi im August 2017 den CEO-Posten bei Uber übernahm, trat er ein Unternehmen in einer schweren Krise an. Uber war zwar bereits ein global bekanntes Technologieunternehmen, kämpfte jedoch mit hohen Verlusten, regulatorischen Problemen, einer angeschlagenen Unternehmenskultur und den Folgen zahlreicher Skandale.
Er wurde im Iran geboren und musste mit seiner Familie während der Islamischen Revolution im Alter von neun Jahren das Land verlassen. Er wuchs anschließend in den USA auf und studierte Ingenieurwesen an der Brown University. Seine berufliche Laufbahn begann jedoch nicht im Silicon Valley, sondern im Investment Banking: Bei Allen & Company arbeitete er mehrere Jahre als Analyst und wurde später Vice President.

Diese Kombination aus technischer Ausbildung und Finanzhintergrund sollte später zu einem wichtigen Teil seines Managementstils werden.
Von der Wall Street zu Expedia
Nach Allen & Company wechselte Khosrowshahi zu IAC und übernahm zunächst verschiedene strategische und operative Aufgaben, bevor er CFO von IAC Travel wurde. 2005 wurde er zum CEO von Expedia.
Dort sammelte er genau die Erfahrung, die später für Uber entscheidend werden sollte: ein digitales Plattformgeschäft skalieren, Unternehmen zukaufen, unterschiedliche Marken integrieren und gleichzeitig massiv in neue Technologien investieren.
Unter seiner Führung entwickelte sich Expedia zu einem der weltweit größten Online-Reiseunternehmen. Khosrowshahi trieb unter anderem Übernahmen voran und investierte aggressiv in den mobilen Vertrieb.
Damit war seine Berufung zum Uber-CEO im Jahr 2017 aus Investorensicht durchaus folgerichtig. Er war kein klassischer Silicon-Valley-Gründer, sondern ein Manager mit Erfahrung in Finanzen, M&A, Plattformgeschäft und internationaler Skalierung.
2017 bis 2019: Uber wird professionalisiert
Khosrowshahi übernahm Uber in einer Phase, in der Wachstum lange wichtiger gewesen war als Profitabilität. Unter seinem Vorgänger Travis Kalanick hatte Uber aggressiv expandiert – teilweise um den Preis hoher Verluste und erheblicher regulatorischer Risiken.
Die erste Phase von Khosrowshahis Amtszeit war deshalb vor allem eine Professionalisierung und Fokussierung. Nicht-strategische Geschäftsbereiche wurden verkauft oder eingestellt, Kosten reduziert und die Organisation stärker auf nachhaltige wirtschaftliche Erträge ausgerichtet.
Ein wichtiger Meilenstein folgte im Mai 2019: Uber ging an die Börse. Der IPO wurde zu 45 US-Dollar je Aktie bepreist.
Damit begann die eigentliche Bewährungsprobe. Uber musste nun zeigen, dass aus enormem Wachstum auch ein dauerhaft tragfähiges Geschäftsmodell werden konnte.
2020: COVID wird zum Wendepunkt
Die größte unmittelbare Krise folgte 2020. Die Corona-Pandemie ließ das Mobility-Geschäft massiv einbrechen.
Khosrowshahi reagierte mit drastischen Kostensenkungen und beschleunigte gleichzeitig den Ausbau von Uber Eats. Aus einem ursprünglich ergänzenden Geschäft wurde ein strategisch bedeutendes zweites Standbein.
Während die Mobilität unter den Lockdowns litt, stieg die Nachfrage nach Lieferdiensten. Uber kam dadurch nicht nur durch die Krise, sondern ging aus ihr mit einem deutlich diversifizierteren Geschäftsmodell hervor.
COVID wurde damit zu einem Wendepunkt: Uber musste lernen, mit weniger Kapital effizienter zu wirtschaften und gleichzeitig neue Wachstumsquellen aufzubauen.
2021 bis 2023: Der Übergang zur Profitabilität
Nach der Pandemie konzentrierte sich Khosrowshahi zunehmend auf eine Frage, die bei Uber lange zweitrangig gewesen war: Wie lässt sich das enorme Wachstum in nachhaltige Gewinne und Cashflows umwandeln?
Der entscheidende Meilenstein kam 2023. Uber erzielte erstmals einen Jahresgewinn nach GAAP. Der Nettogewinn belief sich auf 1,887 Mrd. US-Dollar, nachdem im Vorjahr noch ein Nettoverlust von 9,141 Mrd. US-Dollar angefallen war.
Noch wichtiger für langfristige Aktionäre war die Entwicklung des Cashflows: Der Free Cashflow stieg von 390 Mio. US-Dollar im Jahr 2022 auf 3,36 Mrd. US-Dollar im Jahr 2023. Gleichzeitig wuchsen die Gross Bookings weiter deutlich.
Damit wurde erstmals sichtbar, dass Uber nicht mehr ausschließlich Wachstum finanzieren musste, sondern Wachstum zunehmend aus der eigenen operativen Ertragskraft finanzieren konnte.
2024 bis 2025: Aus Uber wird eine Plattform
In den folgenden Jahren rückte eine andere Entwicklung in den Mittelpunkt: Uber wurde immer stärker zu einer Multi-Service-Plattform.
Mobility und Delivery wachsen nicht mehr isoliert nebeneinander. Uber One bindet Kunden an das Ökosystem, während Grocery, Retail Delivery, Werbung und weitere Dienstleistungen zusätzliche Nutzungsmöglichkeiten schaffen.
Das Entscheidende daran ist der Netzwerkeffekt: Ein Kunde, der Uber nicht nur für Fahrten, sondern auch für Essen, Lebensmittel oder andere Lieferungen nutzt, wird für die Plattform wertvoller und stärker an sie gebunden.
Hier zeigt sich auch Khosrowshahis Erfahrung aus seiner Expedia-Zeit. Wie bei einem Online-Reiseportal geht es nicht nur darum, eine einzelne Transaktion zu vermitteln, sondern möglichst viele Transaktionen innerhalb desselben digitalen Ökosystems zu bündeln.
2026: Die operative Hebelwirkung wird sichtbar
Die Zahlen des zweiten Quartals 2026 zeigen besonders eindrucksvoll, was aus dieser Strategie geworden ist.
Uber erzielte in nur einem Quartal 58,0 Mrd. US-Dollar Gross Bookings. Mobility steuerte 29,0 Mrd. US-Dollar bei, Delivery 27,5 Mrd. US-Dollar und Freight 1,6 Mrd. US-Dollar.
Noch beeindruckender ist die Profitabilität: Das Adjusted EBITDA stieg um 33 % auf 2,8 Mrd. US-Dollar, während der Free Cashflow ebenfalls 2,8 Mrd. US-Dollar erreichte. Der Trailing-Twelve-Month-Free-Cashflow überschritt erstmals 10 Mrd. US-Dollar.
Gleichzeitig legten die Trips um 18 % auf 3,9 Milliarden zu.
Genau diese Kombination macht Khosrowshahis Transformation so bemerkenswert: Uber wächst weiterhin mit hoher Geschwindigkeit, während die Profitabilität noch schneller steigt.
Autonomes Fahren: Der Plattformgedanke wird konsequent weitergedacht
Eine weitere strategisch wichtige Entscheidung betrifft das autonome Fahren.
Uber versucht nicht, selbst den kompletten autonomen Fahrstack zu entwickeln und gleichzeitig eigene Robotaxis in großem Umfang zu produzieren. Stattdessen setzt das Unternehmen auf Partnerschaften mit verschiedenen Technologie- und Fahrzeugunternehmen.
Die Grundidee ist typisch für Khosrowshahis Uber: Andere Unternehmen tragen einen großen Teil der Kapital- und Entwicklungsrisiken – Uber stellt Nachfrage, Kundenbeziehung und Plattform bereit.
Sollte sich autonomes Fahren zu einem Massenmarkt entwickeln, könnte Uber deshalb erheblich profitieren, ohne selbst die vollständige Kapitalintensität eines autonomen Fahrzeugherstellers übernehmen zu müssen.
Damit wird der Asset-light-Charakter des Geschäftsmodells noch deutlicher.
Was macht Khosrowshahi anders als Kalanick?
Der Unterschied zwischen den beiden Uber-CEOs könnte kaum größer sein.
Travis Kalanick war der Gründer und Disruptor. Er baute das ursprüngliche Netzwerk auf und trieb Uber mit enormem Tempo in zahlreiche Märkte.
Dara Khosrowshahi ist der Skalierer und Kapitalallokator. Er übernahm das Netzwerk, professionalisierte die Organisation und machte aus Wachstum ein wirtschaftlich nachhaltiges Geschäftsmodell.
Seine frühere Karriere passt erstaunlich gut zu dieser Aufgabe: Investment Banking vermittelte ihm finanzielle Disziplin und Erfahrung mit Transaktionen; Expedia brachte ihm die Skalierung eines digitalen Plattformgeschäfts und den Umgang mit komplexen Akquisitionen bei.
Fazit
Dara Khosrowshahi hat Uber nicht erfunden. Seine Leistung liegt vielmehr darin, das von Kalanick aufgebaute globale Netzwerk ökonomisch neu organisiert und weiterentwickelt zu haben.
Als er 2017 antrat, war Uber vor allem eine aggressive Wachstumsstory mit enormem Kapitalbedarf. Heute ist Uber ein globaler Plattformkonzern mit mehreren großen Geschäftsbereichen, hoher operativer Skalierbarkeit und einem Free Cashflow von mehr als 10 Mrd. US-Dollar auf TTM-Basis.
Für langfristige Investoren ist genau diese Transformation entscheidend. Khosrowshahi hat gezeigt, dass ein Unternehmen mit einem ursprünglich extrem kapitalintensiven Wachstumsprofil durch Skalierung, Netzwerkeffekte, operative Hebelwirkung und ein asset-light Plattformmodell zu einer echten Cashflow-Maschine werden kann.
Die nächste große Bewährungsprobe ist das autonome Zeitalter. Sollte Uber auch dort seine Rolle als zentrale Vermittlungsplattform behaupten, könnte sich Khosrowshahis bisher vielleicht wichtigste strategische Entscheidung erst noch als sein größter Erfolg erweisen.