14 Bücher, die ich in den letzten 7 Monaten gelesen habe

Meinen Jahresrückblicken entnehme ich, dass ich 2019 neun und 2020 zehn Bücher las. 2021 waren es bislang vierzehn – und es ist erst Juli.

Darunter waren einige echte Perlen und die möchte ich euch nicht vorenthalten.

Thema: Reisen

Meine Stammleser wissen wie naturverbunden ich bin. Nun hab ich endlich mal zwei Reise-Dokumentationen gelesen.

Familienvater Tim Voors aus den Niederlanden ist vor ein paar Jahren den PCT gewandert. Das ist der Pacific Crest Trail – einer der bekanntesten Fernwanderwege der Welt über 4265 Kilometer. Dauer: 6 Monate.

Dabei hat er einige Abenteuer erlebt und später das wunderbare Buch „The Great Alone: Walking the Pacific Crest Trail“ geschrieben.

Hinterher hatte ich das Gefühl, ich wäre selbst gewandert. Tim Voors ist ein toller Autor und das Buch ist gespickt mit schönen Bildern in hoher Qualität.

Kurz darauf las ich „Anekdoten eines Beifahrers“ von Daniel Dakuna.
In knapp 2 Jahren bereiste Daniel 42 Länder mithilfe von 432 Mitfahrgelegenheiten (über 53000 Kilometer) und 135 kostenfreien Schlafplätzen.

Darüber hat er einiges zu erzählen – teilweise witzig, teils traurig. Inzwischen füllt er sogar ganze Hallen mit Vorträgen zu seiner Reise.

Mir persönlich gefällt der Schreibstil von Tim Voors noch besser als der von Daniel Dakuna. Auf Amazon sind beide Bücher sehr stark bewertet: 4,6 vs. 4,7.

Thema: Flucht

Die junge Nordkoreanerin Yeonmi Park veröffentlichte 2016 ihr Buch „In Order to Live: A North Korean Girl’s Journey to Freedom“ (dt. Titel: Meine Flucht aus Nordkorea).

Ich will hier gar nicht viel zu ihrer Geschichte über die Flucht aus der kommunistischen Diktatur verraten. Schon bei den Basic Facts würde euch die Kinnlade runterfallen.

Nur so viel: Es war mit weitem Abstand das bewegendste Buch, das ich je gelesen habe. Ich habe Rotz und Wasser geheult, musste an einigen Stellen stoppen und erst mal einige Minuten über das Gelesene nachdenken. An einem Tag habe ich 100-120 Seiten gelesen. Als ich fertig war, habe ich mich noch stundenlang über Google mit Fluchten aus Nordkorea und Spendenmöglichkeiten beschäftigt.

Einiges im Buch scheint einfach zu krass, um wahr zu sein. Und so gibt es einige Blogbeiträge, die Teile ihrer Geschichte infrage stellen und dies mit Links zu verschiedenen Videos von Fernsehauftritten begründen. Je bekannter sie wurde, desto dramatischer wurde ihre Geschichte bis hin zur Veröffentlichung des Buches. Auf diese Vorwürfe ging sie ein und lieferte verständliche Begründungen.

Letzten Endes würde ich dieses Buch aber auch dann empfehlen, wenn sie selbst zugeben würde: 90% ist wahr und 10% übertrieben dargestellt.

Apropos Flucht: Fast fertig bin ich mit dem Buch „Von hier nach drüben: Grenzgänge, Fluchten und Reisen 1949-1961. 46 Geschichten und Berichte von Zeitzeugen“. Für mich als in der DDR Geborener ist dies interessanter Stoff, zumal die „bekannten Geschichten“ zur Flucht aus der DDR immer welche aus der Zeit nach dem Mauerbau sind. Diese 46 Geschichten aus den Jahren zuvor kennt so gut wie niemand.

An die Sprache im Buch musste ich mich erst gewöhnen. Es sind eben Geschichten, erzählt von Menschen in ihren 70ern/80ern.

Thema: Sport

Als Tennisspieler und -fan habe ich das Buch von Felix Hutt sehr genossen: „Lucky Loser: Wie ich einmal versuchte, in die Tennis-Weltrangliste zu kommen“.

Der Klappentext beschreibt es perfekt:
„Felix Hutt zählte einmal zu den besten Junioren Deutschlands, doch für die große Tenniskarriere hat es nicht gereicht. Er begann zu arbeiten, heiratete, und verlor den Sport aus den Augen. Bis zu diesem einen Morgen, als er sein Idol Roger Federer im Fernsehen kämpfen und gewinnen sieht. Mit Ende 30 packt Hutt nochmal das Fieber: Er will sich seinen Jugendtraum erfüllen und seinen Namen einmal in der Weltrangliste lesen. Und so beginnt er eine Reise zu exotischen und weniger exotischen Orten, zu Tennisturnieren in Pakistan, Kambodscha, Israel, Uganda und Bayern … Wird es ihm gelingen, den einen ATP-Punkt zu holen, der ihm einen Eintrag in der Liste der Besten beschert?“

Ein wunderbar humorvoll geschriebenes Buch mit viel Selbstironie. Die 240 Seiten lesen sich schnell.

Auf einer 10er Skala würde ich dem Buch eine 8,5 geben. Nicht unerwähnt lassen möchte ich an dieser Stelle: „Open“, die Autobiografie von Andre Agassi, die ich 2020 las, war für mich eine absolute 10,0. Perfekt. Dabei war ich zu Agassis aktiver Zeit eher ein Anhänger von Pete Sampras und Goran Ivanisevic.

Wenn wir schon beim Thema Tennis sind: Fast fertig bin ich dem Buch von Florian Goosmann: „111 Gründe, Tennis zu lieben: Eine Liebeserklärung an den großartigsten Sport der Welt“. Ein gutes Buch für Tennis-Begeisterte. Bei 13 Euro für 352 Seiten kann man auch nicht meckern.

Ich würde sagen: So wie Frank Buschmann ein Basketball-Wahnsinniger ist, so ist Florian Goosmann ein Tennis-Wahnsinniger.

Zuvor las ich die Autobiografie von einem der erfolgreichsten deutschen NFL-Spieler aller Zeiten: Sebastian Vollmers „German Champion: Die Geschichte meiner NFL-Karriere“. Ein Muss für Football-Fans. Knapp 200 Seiten die sich ratzfatz lesen lassen. Beim Schreibstil sollte man natürlich nicht allzu viel von einem Tackle erwarten 😉

Thema: Militär

Geschichten über die Spezialeinheit US Navy SEALs wurden schon so einige verfilmt, u.a. „G.I. Jane“ mit Demi Moore, „American Sniper“ mit Bradley Cooper oder „Lone Survivor“ mit Mark Wahlberg.

Seit Jahren begeistern mich Autobiografien von Menschen, die Unglaubliches erlebt haben. Und so bin ich irgendwie bei den SEALs gelandet und habe dieses Jahr gleich 2 Geschichten gelesen:

1. „Warrior Soul: The Memoir of a Navy SEAL“ von Chuck Pfarrer. Ein Highlight war der Teil über seinen Einsatz im libanesischen Bürgerkrieg 1983.

2. „SEAL Team 6“ von Howard Wasdin, der u.a. seine Einsätze im Zweiten Golfkrieg 1991 sowie im Bürgerkrieg in Somalia 1993 beschreibt. Wer den Film „Black Hawk Down“ kennt, der ist bereits vertraut mit einem Tag aus Wasdins zweitem Einsatz.

Wenn ihr solche Geschichten im Kino oder auf Netflix mögt, dann werden euch die Bücher begeistern. Das zeigen auch die hervorragenden Bewertungen auf Amazon von jeweils 4,6.

Thema: Finanzen

Der Bitcoin-Standard: Die dezentrale Alternative zum Zentralbankensystem“ von Saifedean Ammous ist die Bibel zum Thema Kryptowährungen und Geldsystem/-geschichte.

Ein Buch zu lesen von einem Wirtschaftsprofessor, der Keynes/Friedman verachtet und Mises/Hayek liebt empfand ich in unserer heutigen Zeit als Segen.

Es ist ähnlich aufgebaut wie ein Buch das ich kurz zuvor las: „Die größte Chance aller Zeiten: Was wir jetzt aus der Krise lernen müssen und wie Sie vom größten Vermögenstransfer der Menschheit profitieren“ von Marc Friedrich.

Falls euch mein Blogbeitrag „Bitcoin. Eine Liebeserklärung.“ gefällt, werdet ihr beide Bücher lieben.

Thema: Geschichte

Das Buch „Geschichte der USA: Von der ersten Kolonie bis zur Gegenwart“ von Bernd Stöver war nichts für mich. Ein ziemlich einseitiges Buch von einem Deutschen, der die USA offenbar nicht besonders mag. Somit habe ich es auch nicht zu Ende gelesen.

Was mich geritten hat, das Buch „The Complete Book of North American Railroading“ zu kaufen (gebraucht für $17 statt neu für $60-70), weiß ich nicht so recht. Mich begeistern Wildwest-Geschichten aus der Zeit, als die Eisenbahn-Verbindungen von Ost nach West entstanden (und ich beschäftige mich ja schon seit 2016 mit möglichen Investments in nordamerikanische Eisenbahngesellschaften). Bei diesem Buch liegt der Fokus vor allem auf Technik und Bildern.

Sonstiges

Ein Buch, welches in keine der Schubladen dieses Beitrags passt, ist die Autobiografie des Schauspielers Matthew McConaughey: „Greenlights“, das eher wie eine Art Ratgeber fürs Leben daher kommt.

Letztes Jahr verbrachte er 52 Tage in der Wüste, um ein Buch über sein bisheriges Leben zu schreiben – basierend auf seinen Tagebücher, die er seit Jahrzehnten führt.

Tolle Geschichte, toller Schreibstil von einem Oscar-Gewinner, der weit mehr erlebt hat als ein paar Filme zu drehen.

Was habt ihr gelesen?

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