Vermögensentwicklung und Stationen 2012 bis 2020

Am stärksten motiviert mich beim Vermögensaufbau der Blick auf meine Vermögensentwicklung. Hier der monatliche Verlauf, den ich bis März 2012 zurückverfolgt habe.

Es ist verrückt, wie sich mein Lebensverlauf darin ablesen lässt.

April 2012:
Viel Geld ist nicht übrig. Nachdem ich mich im Studium mit Einnahmen von 500 Euro im Monat durchgeschlagen hatte bis zum Master-Abschluss, folgten 6 Monate Hartz4 und ein Aushilfsjob an der Supermarktkasse. Nachdem ich bei Penny (9€ Stundenlohn) nach Zoff mit einer Kollegin entlassen wurde, ging es bei Rewe (6,50€ Stundenlohn) weiter. Nach rund 80 Bewerbungen und 5 Bewerbungsgesprächen nehme ich das erste Jobangebot an, das meiner Qualifikation entspricht – als Controller in Berlin, wo ich niemanden kenne. An meinem Geburtstag (1.4.), in den wir in einer legendären Nacht reingefeiert hatten, lade ich meinen Opel Corsa voll (die Möbel waren schon in Berlin) und los gehts.

August 2012:
Mein Chef sagt: „Drück mal Windows+L und komm mit“. Ich lande in einem Büro, wo bereits eine Dame aus der Personalabteilung wartet. Ich bin entlassen. Mit zittrigen Händen unterschreibe ich die Freistellungsvereinbarung. Die Dame bleibt sitzen und entlässt 4 weitere Kollegen aus meiner Abteilung. Auf dem Heimweg heule ich Rotz und Wasser.

Januar 2013:
Nach einer weiteren Runde Hartz4 und Supermarkt (dieses Mal bei Kaisers für 7,50€ die Stunde) sowie zusätzlichen 35 Bewerbungen starte ich meinen zweiten richtigen Job – dieses Mal als Entwickler im Bereich Business Intelligence.

April 2014:
Nach 2 erfolgreichen Gehaltsverhandlungen bezahle ich mein 2. Auto in bar.

Juli 2014:
Ich starte mein 3. Job-Abenteuer – dieses Mal freiwillig und mit knapp 50% höherem Bruttogehalt.

September 2014:
Ich zeichne Aktien zum Börsengang meines Arbeitgebers. Von jetzt an arbeite ich nicht nur für Geld – nun arbeitet Geld auch für mich!

Dezember 2015:
Meine Sparquote macht einen Sprung auf 39% in 2015 nach 16% im Jahr zuvor.

November 2016:
Ich leite einen Teamwechsel in die Wege und fordere erfolgreich eine Gehaltserhöhung.

Dezember 2016:
Ich bezahle meine Bafög-Schulden auf einen Schlag und bin erstmals seit 10 Jahren schuldenfrei. (Schulden sind oben in der Grafik zu jedem Zeitpunkt abgezogen)

Mai 2017:
Ich leiste mir den mit Abstand teuersten Urlaub meines Lebens: 10 Tage in Kalifornien – ein unvergessliches Erlebnis! Im darauffolgenden Jahr werden 8 Tage in New York folgen.

April 2018:
Meine Oma überrascht ihre drei Enkel, indem sie uns bereits zu Lebzeiten einen Teil ihrer Erbschaft überweist. Wow!

Juli 2018:
In der diesjährigen Gehaltsrunde nimmt mein Arbeitgeber eine größere Anpassung bei zahlreichen Mitarbeitern vor. Ich mache einen ordentlichen Sprung.

Dezember 2018:
Von jetzt an arbeite ich nur noch 4 Tage pro Woche für je 8 Stunden.

März 2020:
Ich erlebe meinen ersten richtigen Crash. Der S&P 500, in dem über 90% meines Vermögens investiert sind, sinkt um 35% in kürzester Zeit. Ans Verkaufen denke ich keine Sekunde. Im Gegenteil: ich kaufe nach. Im April liegt mein Vermögen wieder höher als ein Jahr zuvor.

Im betrachteten Zeitraum ist mein Vermögen um den Faktor 14 gestiegen, d.h. um 1300%.

Mein Bruttogehalt ist 137% höher als im Februar 2013 als Entwickler – und das obwohl ich nur noch 80% arbeite. Mein Brutto-Stundenlohn hat einen Sprung von 196% gemacht – eine Verdreifachung in 7 Jahren.

Die Magie des Zinseszinseffekts ist jetzt spürbar.

„Find a way to make money while you sleep – otherwise you will work until you die.“
(Warren Buffett)

13 Gedanken zu „Vermögensentwicklung und Stationen 2012 bis 2020

  1. Sehr geil. Gratuliere. Sehe die Steigerungen bei mir in ähnlicher Weise. Dein Blog ist klasse. Steter Tropfen höhlt den Stein. Habe heute mit meinem kleinen Sohn Diktatübung gemacht. Nur läppische 50 Wörter. Habe ihm dann gezeigt, wieviel Wörter das dann sind, wenn man das 1 Jahr lang jeden Tag macht. Wahnsinn. Und so ist es auch mit dem Vermögensaufbau wenn man immer dran bleibt.

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  2. Hi Stefan,
    Respekt, wie du dich durchgekämpft hast! Deine anfänglichen Schwierigkeiten bei der Jobsuche waren mir nicht bewusst. Aber da weiß man das Erreichte noch mehr zu schätzen. Bin gespannt, wie der Zinseszins die nächsten Jahrzehnte umso mehr wirkt.

    Liebe Grüße
    Jenny

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      • Hallo Stefan,

        großen Respekt und super Job hier im Blog!Hast mich auch inspiriert zu Etfs anstelle von Aktien zu wechseln…man fühlt dich einfach freier 🙂

        Bist wirklich zu 90 % in SP500 investiert?
        Bin am überlegen anstelle sp500 Berkshire zu wählen aufgrund von Steuerstundung auf Sicht von 30 Jahren…seh es als USA Etf …nur schwächelt er in letzter Zeit…was hälst du davon?

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        • Danke, Dimi!

          Meine Pro Berkshire Argumente findest du hier: https://stefansboersenblog.com/2018/05/30/berkshire-hathaway/

          Dagegen halte ich:

          1.) Ich kann Weschler, Combs, Abel und Jain so gut wie gar nicht einschätzen.
          2.) Viele der Geschäfte sind sehr kapitalintensiv.
          3.) Kein Einblick, welche Risiken in den Versicherungen schlummern. (Entschädigungen bei Hurricanes, Erdbeben etc, Absage von Großveranstaltungen wg. Corona)
          4.) Berkshire hat eine Größe erreicht, bei der es schwierig wird Geschäfte zu finden die etwas bewegen.
          5.) Viele Aktienpositionen machen knapp 10% der Marktkapitalisierung des jeweiligen Unternehmens aus. Entscheidet sich Berkshire für einen Ausstieg, dauert dieser sehr, sehr lange. Man muss jedoch sehr früh mitteilen dass sich die Positionsgröße geändert hat. Das bringt häufig den Kurs unter Druck.
          6.) wie 5. aber für Käufe: Es dauert ewig, eine Position wie Apple aufzubauen. In der Zwischenzeit geht der Kurs durch die Decke, gerade weil Berkshire einsteigt.

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  3. Tolle Entwicklung, Respekt! Du hast Dich ja wirklich durchgekämpft. Den Crash sehe ich ebenso wie Du, sehr entspannt. Beherzt nachkaufen und ansonsten: Augen zu und durch.
    Du schreibst hier jetzt vor allem über die finanzielle Seite, aber ich hoffe, das Leben hatte es ansonsten auch gut mit Dir gemeint!

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  4. Vorbildhaft, wie du dich nicht hast unterkriegen lassen, Stefan. Respekt! Erfolg kommt nicht von ungefähr! Schön, dass wir unseren rollenden Schneebällen auch in Zukunft gemeinsam zuschauen können.

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