Zunehmende Verschuldung – eine tickende Zeitbombe?

Vor einem Monat veröffentlichte ich einen Artikel von Finanzmarktanalyst Clemens Schmale: „Wieso die Normalisierung gelingen kann und muss“.

Ein neuer Artikel des Herrn Schmale ist nicht weniger lesenswert. Ich möchte ihn euch nicht vorenthalten:
http://www.godmode-trader.de/artikel/kommt-der-grosse-crash-noch-diese-beiden-probleme-koennten-unloesbar-sein,4563490

Herr Schmale ist keiner dieser Spinner, die versuchen mit der Vorhersage von Markteinbrüchen reich und berühmt zu werden. Was er schreibt, hat Hand und Fuß – anders als bei manchen „Clowns of Wall Street“:
http://fundreference.com/articles/2015/1000555/the-clowns-of-wall-street/

Sollte das Finanzsystem zusammenbrechen, dann ist es auch egal, ob wir unser Geld in Aktien angelegt haben oder in Tages- und Festgeld, Kapitallebensversicherungen oder Riester.

Es ist richtig und wichtig, vor den Risiken zu warnen, die am Aktienmarkt lauern – insbesondere in einem Blog wie meinem, in dem sich viele Leser tummeln, die wie ich noch keinen Bärenmarkt aktiv miterlebt haben.

„Kaufe nie eine Aktie, wenn du nicht damit Leben kannst, dass sich der Kurs halbiert“ (Warren Buffett)

Man kann so breit streuen, wie man will. Wenn die Märkte einbrechen, dann brechen sie ein. Krasse Beispiele aus der jüngsten Vergangenheit sind das Platzen der Dotcom-Blase 2000-2003 oder die Finanzkrise 2007-2009, in der der MSCI World Index sich bis zu 55% vom vorherigen Hoch entfernt hat. Wer weniger breit streut – und das trifft auf nahezu alle Anleger zu – den kann es noch heftiger erwischen.

Gründe für bevorstehende Markteinbrüche um 30% und mehr lassen sich jederzeit finden. Wer suchet, der findet. Auch im Nachhinein lässt sich immer eine schöne Begründung finden. Häufig machen eben die Kurse die Nachrichten und nicht umgekehrt.

Für das Eingehen von Risiken und das Aushalten von Schwankungen werden Aktionäre mit einer Rendite belohnt, die sich mit keiner anderen Asset-Klasse erzielen lässt. Langfristig liegt sie bei etwa 7 bis 10 Prozent pro Jahr. Der Zinseszinseffekt macht aus einem kleinen Schneeball eine gewaltige Lawine.

Es gibt gute Gründe, anzunehmen dass sich die Rendite an den Aktienmärkten in den kommenden Jahrzehnten in ähnlichen Bereichen bewegen wird. Pessimisten rechnen möglicherweise mit einem Abschlag von ein bis zwei Prozentpunkten auf die angesprochenen 7-10%.

Buy Hold SellEin Punkt ist mir besonders wichtig: Lest ihr etwas über den Aktienmarkt oder andere Finanzthemen, dann hinterfragt stets kritisch die Motivation des Autors. Finanzpornographie kann euer Vermögen gefährden.

Nun sind die Artikel von Clemens Schmale nicht unbedingt ein Paradebeispiel für Finanzpornographie. Dennoch gilt es auch hier, zu hinterfragen:

Herr Schmale schreibt u.a. auf den Plattformen Godmode Trader und Guidants. Beide gehören zur BörseGo AG. Womit verdient die BörseGo AG ihr Geld? Größtenteils mit Premium-Services und kostenpflichtigen Seminaren.

Die Autoren, die sich dort zu Wort melden, sind überwiegend Trader, die auf Sicht von Minuten, Stunden oder wenigen Tagen handeln. Sie wollen nicht, dass wir glauben, Buy and Hold sei eine überlegene Strategie für Privatanleger.

Herr Schmale schreibt im verlinkten Artikel: „Keiner weiß, wie hoch die Verschuldung steigen muss, damit diese Zeitbombe explodiert, doch sie wird explodieren. Das kann in zwei Jahren oder auch erst in 10 Jahren sein“.

Wenn wir glauben, es wird bald einen großen Marktcrash geben, vielleicht sogar einen Zusammenbruch des Systems wie wir es kennen, dann ist das eine wunderbare Sache für die BörseGo AG. Wir werden vom Buy and Hold abrücken, auf kurzfristiges Trading setzen, für Webinare und Premium-Services zahlen.

Es ist vielleicht etwas übertrieben dargestellt, aber die Kernaussage ist: Hinterfragt stets, wer was aus welchem Grund schreibt.

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