Geld als Kontrollsystem

Ein Mitglied des iranischen Parlaments droht damit, Frauen ihre Bankaccounts einzufrieren, falls sie keine Kopfbedeckung tragen. (hier der Artikel von heute)

Das Thema finanzielle Überwachung und Kontrolle ist keineswegs neu; und auch nicht auf Entwicklungs- und Schwellenländer begrenzt. In Kanada wurden vor zwei Jahren die Konten derer, die Proteste der LKW-Fahrer gegen Covid-Gesetze unterstützten, eingefroren.

Einer guten Freundin von mir wurde gerade 4 Wochen lang der Zugang zu ihrem Bankkonto gesperrt.

Die EZB arbeitet gerade an der Einführung einer CBDC (Central Bank Digital Currency), deren einziges neues Feature ist: mehr Kontrolle über die Bürger. Geld wird dann nur noch zweckgebunden ausgegeben werden können; und finanzielle Bestrafung und Exklusion war nie einfacher.

Seit Tausenden von Jahren hat Geld drei Funktionen:
• Werterhalt (store of value)
• Tauschmittel (medium of exchange)
• Recheneinheit (unit of account)

Regierungen und Banken haben eine vierte Funktion hinzugefügt:
• Kontrollsystem (system-of-control)

Andreas Antonopoulos hat das hier vor fünf Jahren wunderbar erklärt:

Bitcoin fixes this.

Die EZB hat panische Angst vor Bitcoin.

Lina Seiche bringt es visuell perfekt auf den Punkt:

„There are billions of people who need this. There are billions of people who don‘t have access to the nice gold cage. They will never have enough documentation, enough provable wealth, enough bright white skin color, enough recognition as a human being, enough documentation as a citizen, in some countries enough of a penis, to ever have access to banking. Bankers built this cage and they‘re now locked in, and it‘s getting smaller. And all I have to say to you is: It‘s lovely out here. Come and join me outside the cage. Let them regret the decision to become the law enforcement arm of corrupt governments. We [Bitcoiners] are outside, and we are free. We have sovereignty. We have control over our money. We have monetary policies that we can choose.“ (Andreas Antonopoulos)

„Im Jahr 2013 wandte sich Wikileaks Bitcoin zu, weil die US-Regierung es nach der Veröffentlichung der Kriegsdokumente vom legalen Bankensystem abschnitt. In diesen Leaks wurden die grausamen Kriegsverbrechen des US-Militärs in Afghanistan und im Irak detailliert beschrieben. Die USA sperrten seine persönlichen Bankkonten, seinen Zugang zu Visa, Mastercard und PayPal. Wikileaks war nur durch Bitcoin in der Lage zu überleben. In gewisser Weise war dies der ursprüngliche Proof of Concept. Selbst die mächtigste Instanz der Welt konnte es nicht aufhalten. Ich gehe zu Bitcoin-Konferenzen wie dieser, um die Gemeinschaft daran zu erinnern, wie mächtig sie ist. Was ihm passiert, kann jeden treffen, der sich gegen diese Kräfte stellt.“ (Gabriel Shipton, Bruder von Julian Assange)

Hier gehts zu meinen anderen 10 Bitcoin-Beiträgen.

11 Gedanken zu „Geld als Kontrollsystem

  1. Gute Argumente für staatsunabhängige wertaufbewahrungsmittel bzw. Zahlungsmittel a la klassisch Silber, Gold oder neumodisch auch Krypto.

    Bis auf den Satz mit dem gesperrten Konto der Freundin. Ohne Hintergrund ist der aus meiner Sicht sinnlos. Z.B. Pleite, kriminelle Aktivitäten, ID-Diebstahl usw usf.

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  2. Bitcoin ist zwar Vermögenswert und Rohstoff, und wird häufig als digitales Gold bezeichnet, auch von Leuten die Ahnung haben, aber dennoch möchte ich es so nicht stehen lassen, dass du Gold und Bitcoin auf eine Stufe setzt.

    (1)
    Gold ist nicht für ein digitales Zeitalter gemacht – im Gegensatz zu Bitcoin. Willst du Amazon ein Stück Gold im Briefumschlag schicken, um für deine Bestellung zu zahlen?
    Bitcoin ist nicht nur digital leichter nutzbar, sondern es ist programmierbares Geld, auf das man weitere Schichten aufbauen kann (wie das Lightning Netzwerk im Second Layer, also eher wie TCP/IP für das Internet).

    (2)
    Gold ist schlecht teilbar und eignet sich somit nicht für Micro Payments – im Gegensatz zu Bitcoin.

    (3)
    Goldkauf- und verkauf hat fürchterlich hohe Transaktionskosten – im Gegensatz zu Bitcoin.

    (4)
    Goldtransport ist fürchterlich teuer, langsam und gefährlich – im Gegensatz zu Bitcoin.

    (5)
    Gold ist schlecht verifizierbar – im Gegensatz zu Bitcoin. Es löst nicht das Oracle-Problem. Gold zieht seinen Wert aus seiner Seltenheit bzw. aus der geringen Stock-to-flow-Ratio. Aber niemand kann verifizieren, wie viel Gold tatsächlich existiert (und damit: wie hoch dein Anteil ist); und zudem ob das ganze Papiergold auch tatsächlich mit ebenso viel physischem Gold hinterlegt ist.

    (6)
    Gold ist nicht so selten wie Bitcoin. Die Goldmenge steigt jährlich um 1-2%. Die Bitcoin-Menge steigt dieses Jahr um 1.7%, in vier Jahren um 0.85%, in acht Jahren um 0.42% usw.
    Die Gold-Mengenausweitung steigt zudem mit steigendem Preis. Bei Bitcoin sorgt das Mining Difficulty Adjustment dafür, dass dem nicht so ist.
    Zudem wird man irgendwann in der Lage sein, Gold auf vorbei fliegenden Asteroiden abzubauen. Findet man auf Asteroiden die zehnfache Goldmenge wie auf der Erde, ist dein Goldklumpen 90% weniger wert.

    (7)
    In Gold sind (sofern man Vertrauensstellen glauben darf) derzeit 11789 Milliarden US-Dollar investiert; in Bitcoin hingegen erst 323 Milliarden US-Dollar. Zur Bitcoin-Adoption waren bisher knapp 14 Jahre Zeit; das ist auch ein Grund für das größere Potential.

    7 zu 0, würde ich sagen.

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    • Das ist jetzt aber das Programm Fakten die Ich sehen will und nicht Fakten die existieren.

      Gold ist über eine 5000-jährige Historie wertstabil. Für Bitcoin steht dieser Wert noch aus.
      Gold hat seit seinem Hoch 20% verloren, Bitcoin 70%. Soviel zur Wertstabilität.

      Ich halte die Denke Gold vs. Krypto für zu kurz gedacht. Das ist in etwa so als würdest du sagen: Investieren in US- oder Europäische Unternehmen. Warum nicht beides? Über die Gewichtung kann man streiten, aber warum das eine ausschließen?

      Grüße aus Wien
      Valueer

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    • Hallo Stefan,

      ich sehe ebenso wie du Vorteile von Bitcoin, lege aber auch Gold intellektuell nicht zum „Altmetall“.
      Im größeren Kontext neuer globalpolitischer Blockbildungsbewegungen („der Westen“ vs. BRICS) kann man beide Assets nicht außer Acht lassen.

      Leider ist es so, dass „der Westen“ die Überwachungs- und Kontrollschrauben anscheinend noch weiter anziehen will und wird, und zwar ggü. allen Bezahlformen, die keine CBDCs sind:

      Bargeldvergällung wird gepaart mit Krypto-Tot-Regulation und dem seit 1971 bestehenden Nutzlos-Reden von Gold. Man schaue in Deutschland nur auf das zum 31.12.2022 in Kraft tretende „Sanktionsdurchsetzungsgesetz II“. Vordergründig ein Gesetz um „böse“ Oligarchen zu strafen, wendet es sich gegen jeden unbescholtenen Bürger der BRD; dir wird der Kauf einer Immobilie mit dem laut EWG- und EU-Verträgen einzig zulässigen Zahlungsmittel – Eurobanknoten – explizit verboten, auch in Krypto und/oder Commidities darf nichts bezahlt werden…auch wenn du diese Mittel legal mit eigenem Geld erworben hast!

      In the long run geht es m.E. nach allein um das allmähliche Durchsetzen eines EU-weiten totalen Vermögensregisters unter (Supra-)Staatskontrolle, um die „notwendige volle Integration in die Staatenunion“ (EU-/EZB-Neusprech für grenzlose Verteilungs- und Schuldenunion ohne Haftung der Regierenden) zu ermöglichen. Der Ukraine-Krieg ist – bei aller realer Grausamkeit – für EU-Kommission und EZB ein willkommener Tatbestand, um die Bevölkerung mit Kriegsretorik abzulenken oder einzupeitschen, und so den Dissens zur totalen Schulden- und Vermögenskontrollunion so lange hinauszuzögern, bis man in den Hinterzimmern von Brüssel die nötigen Papiere ratifiziert und unumstößliche Fakten geschaffen hat.

      Denn: Wenn du deine Kryptotransfers dem Staat anzeigen musst, weil er dich sonst als z.B. „Feind der Demokratie“ anklagen oder anprangern kann (Stichwort: Sozialkreditsystem), dann bringen Bargeld, Krypto oder Gold auch nichts mehr.

      Der ‚Totalitäre Drang‘ flammt in Krisen und v.a. in Rezessionen (Wer bekommt welches Stück vom Schrumpfenden Kuchen?) immer wieder neu auf. Währet den Anfängen!

      Viele Grüße,
      Dein Guter Verwalter

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  3. Einer guten Freundin von mir wurde gerade 4 Wochen lang der Zugang zu ihrem Bankkonto gesperrt. Was war der angegebene Grund hierfür?
    Und worin liegt der Unterschied von Bitcoin zu Bargeld oder Wertgegenständen außer dass sich Bitcoins zurückverfolgen lassen?

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  4. https://bitcoinmagazine.com/culture/bitcoin-helped-me-escape-a-doomsday-cult

    After reading “The Bitcoin Standard,” I finally understood why sound money was important and why fiat was doomed to fail. […]

    When COVID-19 first reared its ugly head in early 2020 […] Trillions of dollars were printed out of thin air, proving true the Cantillon effect that says the largest beneficiaries of changes in money supply are the people and corporations closest to the money printers. […]

    Governments use fiat to rob citizens by printing money without citizens’ consent. This is, in effect, a tax that has not been approved by or voted on by the people. It’s theft.

    For example, prior to fiat, governments would need actual hard currency (usually gold) to fund the wars they wanted to fight. If they didn’t have the money, they couldn’t fight the wars without raising taxes, which is never a popular proposition. With fiat, however, the government can print as much money as they want, pulling the money to fund their self-serving conflicts out of the pockets of the people who use that fiat currency: no permission necessary, and without most people realizing what’s happening.

    Fiat also keeps people on a perpetual hamster wheel through inflation. If you know the money you have in the bank will be worth less next year than it is this year, you must keep trying harder to earn more money, year after year, just to keep your head above water. This keeps the majority of people as perpetual wage slaves, never quite able to get ahead, at least not enough to stop and enjoy their lives.

    Without inflation you could live below your means, save your extra money, and trust in the deflationary effects of technology to make your money stretch much further once you decide to retire. After all, with technology constantly making supply chains more efficient through improvements in transportation and automation, everything should cost less over time, not more. And yet prices keep rising. Why? Inflation. […]

    Bitcoiners are people who, like me, have escaped a cult: the cult of fiat. Once they were like everyone else, brainwashed into believing that the government could be trusted with control over the money printer, that the Fed was capable of central planning of the economy, and that inflation was necessary for economic growth. […]

    The Bitcoiner tribe can be rowdy and crass and harsh, but you must consider what they’re out to achieve and what they’re up against. Their endeavor is not for the faint of heart. It’s a real David and Goliath moment. The Bitcoiner stands, golden coins in hand, looking the giant in the eye with a defiance that onlookers usually perceive as madness. Maybe it is madness, but without that dauntless quality, Bitcoin wouldn’t have come as far as it has. And I, for one, will cheer them on as the giant collapses.

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    • @Valueer:

      Als Privatperson (ohne Ambitionen in Politik einzusteigen) bleiben wohl nur folgende Ansätze, um sich der finanziellen Totalität zu entziehen:

      1. Agil bleiben durch…
      +…Besitz schnell liquidierbarer, werthaltiger Assets.
      +…Investition in sich selbst (Know-How, Gesundheit).

      2. Diversifikation
      + Eben auch über Landesgrenzen hinaus.

      Man muss für sich nur wissen, welche Opportunitätskosten man für seine Strategien eingehen will/kann.

      Bitcoin ist wie Stefan sagt sicher:
      Selbst wenn all dein Besitz weg sein sollte (Krieg, Enteignung,etc ), eine SeedPhrase im Kopf kann dir niemand klauen.

      Grüße, Guter Verwalter

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