BMW – Wie ein Unternehmen seine Zukunft verspielt

Dies ist mein fünfter Beitrag zur Zukunft der Mobilität. Hier eine Übersicht der bisherigen Beiträge:

Heute soll es um BMW gehen.

 

# 1 – BMW als Betrüger

Im Rahmen des Dieselskandals musste man bereits eine Millionenstrafe wegen „fahrlässiger Aufsichtspflichtverletzung“ zahlen und zahlreiche Autos zurückrufen. Wie viele Kunden BMW darüber hinaus auf Schadenersatz verklagen, bleibt abzuwarten. Staatsanwaltschaften in München und den USA ermitteln noch wegen Betrugs gegen BMW. Zudem wird derzeit noch in Brüssel wegen illegaler Absprachen ermittelt, weswegen BMW kürzlich 1,4 Milliarden Euro wegen drohender Strafzahlungen zurückgestellt hat. (Quellen hier sowie hier und hier)

 

# 2 – Wahl falscher Partner

Beim autonomen Fahren kooperiert man mit Daimler. Wie Mario Herger richtigerweise kritisiert, „schließt man sich als Unternehmen, das von Software nichts versteht, mit einem Unternehmen zusammen, das von Software auch nichts versteht, um Software zu programmieren“ anstatt mit jenen zusammenzuarbeiten, die beim autonomen Fahren führend sind (Google-Waymo, GM-Cruise, Apple, Zoox, Aurora, Uber, Pony.ai).

Man bleibt im gemachten Nest in Süddeutschland und stellt öffentlich die Zukunftsfähigkeit des Silicon Valley infrage (hier), während man von anderen links und rechts überholt wird.

 

# 3 – Reine Compliance Cars

Während man sich bei Tesla stets fragt „Was müssen wir tun, damit die Kunden das Auto lieben“, sieht man Elektroautos bei BMW eher als Mittel zum Zweck, gesetzliche Regulierungen und politische Erwartungen zu erfüllen.

Der i3 ist ein unfassbar hässliches Auto und wird in der Folge auch hauptsächlich für Carsharing sowie als Firmenwagen genutzt, auf den Unternehmen ihr Logo kleben können um zu zeigen: guckt mal wie modern wir sind.

Das haben diejenigen Mitarbeiter, die die Entwicklung des i3 geprägt haben, schnell verstanden und sind nach China und Kalifornien abgewandert, während Tesla 2017 eine halbe Million (!) Bewerbungen auf 2.500 offene Stellen erhalten hat und auf Platz 6 der beliebtesten Arbeitgeber liegt, hinter Alphabet, Amazon, Facebook, Salesforce, Uber und noch vor Apple. (Quelle)

Dass mit Oliver Zipse nun einer BMW-Chef wird, der sein gesamtes berufliches Leben in der Verbrenner-Industrie gearbeitet hat, stimmt mich auch nicht gerade positiv, was die Zukunft von BMW betrifft.

 

# 4 – Keine vertikale Integration

Bei BMW legt man die Hände in den Schoß und überlässt alles den anderen: den Verkauf an den Endkunden, die Produktion der Batterien, den Aufbau der Ladeinfrastruktur, die Over-the-Air-Updates, Hardware und Software fürs autonome Fahren. Was bleibt dann eigentlich noch übrig in einer Zeit in der ALLE großen Länder Verkaufsverbote für Verbrennungsmotoren angekündigt haben (hier und hier)? Das Biegen von Blech?

Alexander Voigt bringt es auf den Punkt:
„Es ist eine Illusion zu glauben, dass man mit einem horizontal integrierten Unternehmen gegen einen vertikal integrierten Wettbewerber in einer Zeit der Disruption gewinnen kann. Um ein gutes vollelektrisches Fahrzeug zu bauen, müssen Sie vertikal integriert sein und alle Teile der Lieferkette, alle Teile des Fahrzeugs und alle Teile der Dienstleistungen kontrollieren und steuern. Wenn eine neue Technologie auftaucht, müssen Sie Ihr Geschäftsmodell von Grund auf in Frage stellen und anfangen, vom Ende bis zum Anfang zu denken und nicht anders herum. Wenn Sie nicht vertikal und vollständig integrieren, dann konkurrieren Sie mit nur einem Element Ihres Unternehmens gegen ein Universum, das Sie nicht besitzen, verwalten und kontrollieren.
Mit der vertikalen Integration können Sie Design, Engineering, Fertigung und die Balance der Kombination von Soft- und Hardware auf einem Niveau optimieren, das ein besseres Kundenerlebnis sowie mehr Marge und Gewinne bringt. Sie vermeiden Reibungsverluste, die alle anderen durch ständige Interessenkonflikte haben.
Wenn Sie horizontal integriert sind, können Sie nicht einfach in vertikal wechseln, da Sie alle Geschäftspartner verlieren würden und damit Know-how im Haus aufbauen müssen, das Sie heute nicht haben. Dafür braucht man Zeit, die man in einer Zeit der Disruption und schnellen Veränderung nicht hat.
Wenn das nicht wahr wäre, hätten wir längst gesehen, dass große horizontal integrierte Wettbewerber ihre Finanzkraft nutzten, sei es durch Kosten-, Margen- oder Größenvorteile, um die Bedeutung von Tesla, einem vertikal integrierten Unternehmen, zu verringern, zu minimieren und zu marginalisieren. Was wir heute tatsächlich sehen, ist nicht mehr so sehr ein Herausforderer und neuer Spieler, der gegen etablierte Unternehmen gewinnt, sondern ein neues Konzept, um ein Unternehmen aufzubauen, das gegen ein altes gewinnt.“
(hier der gesamte Beitrag von Alexander Voigt)

Besonders offensichtlich ist der Fehler von BMW, den Verkaufsprozess bei Elektroautos den Autohäusern zu überlassen anstatt sie online anzubieten. Die Autohäuser verdienen ihr Geld durch Inspektionen und Reparaturen. Bei Elektroautos fallen viel weniger Wartungs- und Reparaturkosten an. Somit haben die Autohäuser keinerlei Anreiz, Elektroautos statt Verbrenner zu verkaufen.

 

# 5 – Fehlende Effizienz

Der 2018er BMW i3 mit dem 42,2 kWh Batteriepack kommt auf eine kombinierte Reichweite von 246 Kilometern (nach EPA, also weniger geschummelt als nach NEFZ). (Quelle)

Das Tesla Model 3 mit dem 50 kWh Batteriepack kommt auf eine kombinierte EPA-Reichweite von 354 Kilometern. (Quelle)

BMW benötigt also 17,15 kWh je 100km Reichweite und Tesla nur 14,12 kWh. Anbei eine Grafik, die zeigt dass niemand Tesla hier das Wasser reichen kann.

Ein entscheidender Faktor für die Effizienz von Elektroautos ist der Luftwiderstand. Hier sind BMW, Daimler und Audi absolut unterirdisch und das führt zu den Zahlen in der Grafik. Sie haben z.B. Angst, sich vom riesigen, protzigen Kühlergrill zu verabschieden, weil ihre Stammkunden ebenfalls noch nicht verstanden haben, wie wichtig der Luftwiderstand bei Elektroautos ist.

„Der Kühlergrill ist mindestens genauso anachronistisch, wie es die Peitschenhalter waren, die noch bei den ersten Automodellen mit ausgelieferten wurden.“ (Mario Herger)

Dass kein Tesla-Konkurrent in 2019 ein Fahrzeug auf dem Markt hat, das auch nur annähernd mit dem Tesla Model S von 2012 (!) konkurrieren kann, ist ein Armutszeugnis. Nicht einmal die knapp 500.000 Vorbestellungen für das Tesla Model 3 aus 2016/17 schienen bei BMW einen Weckruf zu erzeugen.

Auch die Werte des für 2020 angekündigten Mini Cooper SE können eigentlich nur als schlechter Scherz zu verstehen sein. Selbst von Nissan Leaf und Chevy Bolt wird man nur die Rücklichter zu sehen bekommen (hier die Daten im Vergleich). Stand BMW nicht früher für Sportlichkeit?

 

# 6 – Fehlender langfristiger Blick

Seit Elon Musk bei Tesla in der Verantwortung ist, kommt demnächst bereits der vierte CEO bei BMW ans Ruder (Zipse ab 2019, Krüger 2015-2019, Reithofer 2006-2015, Panke 2002-2006). Die Chefs sind Zeitarbeiter, bei denen die Frage im Raum steht, ob sie überhaupt Interesse daran haben, BMW für die nächsten 10, 20, 30 Jahre aufzustellen oder ob der Fokus eher auf dem nächsten Quartalsbericht liegt.

Vergleichen wir mal BMWs Vision Statement mit einigen anderen.

BMW: „To be the most successful premium manufacturer in the industry“

Tesla: „To accelerate the world‘s transition to sustainable energy“
Facebook: „Connect the world“
Airbnb: „Belong anywhere“
Google: „Organize the world‘s information“
Uber: „Transportation as reliable as running water, everywhere for everyone“

Seht ihr den Unterschied? Andere wollen die Welt verändern, BMW will dort weitermachen wo man vor über 100 Jahren angefangen hat. Man will den alten Spielstand verwalten, während die Zuschauer längst auf dem Weg in ein anderes Stadion sind, mit anderen Spielregeln, wie es Mario Herger einmal formulierte.

Elon Musk formulierte 2016 in seinem zweiten Masterplan, dass er den Autopiloten so weiterentwickeln will, dass erstens die Anzahl der Unfälle um 90% sinkt und zweitens dass dein Auto als Robotaxi Geld für dich verdienen kann. DAS ist ein Ziel für das 21. Jahrhundert, und nicht „lasst uns jedes Jahr ein paar mehr Premiumautos verkaufen“ wie BMW es formuliert.

„The people who are crazy enough to think they can change the world, are the ones who do.“ (aus Apples Think Different Kampagne von 1997)

Apropos Premium: Tesla hat seine Produktionskosten je Auto von Q1/2018 bis Q2/2019 um ca. 35% reduziert (Quelle). Den durchschnittlichen Verkaufspreis hat man jedoch noch stärker reduziert, weil man das Model 3 möglichst vielen Kunden zugänglich machen will.

Tesla könnte es sich ganz einfach machen wie Ferrari, das letztes Jahr 9.300 Autos produziert hat, und wunderbar von den hohen Margen leben mit wenigen Mitarbeitern und wenigen Kunden. Aber über diese Premium-Positionierung, die in BMWs Vision Statement verankert ist, will man eben hinauswachsen.

 

# 7 – Quantität statt Qualität?

Vor zwei Monaten kündigte BMW an, 25 verschiedene Elektro-Modelle (inkl. Hybrid) bis 2023 auf dem Markt zu haben. Das ist bereits in 4 Jahren.

Ich verstehe nicht, warum es so viele sein müssen, denn bisher existiert kein Modell, das auch nur ansatzweise mit Teslas S-3-X-Y mithalten kann.

 

# 8 – Mit Hybrid auf dem Holzweg

BMW setzt voll auf Hybridfahrzeuge. Vor kurzem hat Entwicklungschef Fröhlich noch einmal betont, man sehe Plug-In-Hybride „nicht als Übergangstechnologie“, verbinde damit „das Beste aus beiden Welten“ und gehe davon aus diese „noch mindestens 20, 30 Jahre“ zu verkaufen. (Quelle)

Dabei zeigt der Markt deutlich, dass er kein Interesse mehr an Plug-In-Hybriden hat. Hier die Entwicklung des Anteils von Hybridfahrzeugen (PHEV) an allen Plug-Ins (PEV, also BEV plus PHEV) bei den weltweiten Neuzulassungen.

  • 34% in 2017
  • 31% in 2018
  • 27% in 2019 / Januar bis Mai
  • 24% in 2019 / Juni

(Quelle)

Dass reine Elektroautos die Plug-In-Hybride vollständig verdrängen, ist verständlich aus folgenden Gründen:

  • Die Reichweiten reiner Elektroautos steigen enorm. (Zur Info: Mit Plug-In-Hybriden kommt man gewöhnlich 30 bis 40 Kilometer weit, bevor der Verbrennungsmotor einspringen muss)
  • Die Ladeinfrastruktur verbessert sich enorm.
  • Die Kosten sind viel höher, da sowohl Verbrenner- als auch Elektrotechnologie benötigt werden. Dadurch liegen Anschaffungskosten, Verbrauchskosten, Wartungskosten und Reparaturkosten höher als bei reinen Elektroautos.
  • Die Sicherheit ist geringer gegenüber reinen Elektroautos. (hier)
  • Man muss nun sowohl Flüssigtreibstoff als auch Strom tanken, was nervig ist.

Unter den 10 meistverkauften Elektroautos (inkl. Plug-In-Hybrid) im ersten Halbjahr 2019 ist übrigens kein deutscher Hersteller zu finden. BMW liegt auf den Plätzen 11 und 14, Volkswagen auf 19, von Mercedes in den TOP-20 keine Spur, ebenso wenig von Audi. Teslas Model 3 liegt um Lichtjahre vorn, und das obwohl man auf traditionelle Werbung verzichtet. (hier die Übersicht)

 

„Tesla hat erkannt, dass der wichtigste Schlüssel des Erfolges nicht das Auto, sondern die Batterie ist. Tesla hat erkannt, dass der zweitwichtigste Schlüssel zum Erfolg nicht das Auto, sondern ein Netzwerk an Ladestationen ist. Tesla macht Elektroautos für Autofahrer und nicht für Jute-statt-Plastik-Tagträumer, die sowieso nie ein (neues) Auto kaufen. Tesla hat erkannt, dass Autofahrer nicht mit Verzicht zu ködern sind, sondern nur mit Euphorie und Begeisterung. Um Euphorie und Begeisterung für Elektrofahrzeuge aufkommen zu lassen, suchte und fand Tesla ein Feature, das Verbrenner alt aussehen lässt: Das Feature heißt Beschleunigung. Tesla hat mit Musk einen charismatischen CEO, der polarisiert und es brillant versteht, immer wieder Aufmerksamkeit zu generieren. Tesla hat sich von einem Autohersteller zu einem Energiekonzern gewandelt. Tesla verkauft nicht nur Autos, sondern das Gefühl, die Welt zu verbessern. Der aber wirklich größte Verdienst von Tesla fehlt in dieser Liste: Tesla hat einer uninspirierten, rückständigen und selbstgefälligen Industrie derart den Hintern versohlt, dass dieser nun nichts anderes übrig bleibt, als die ehemals belächelten Ideen kleinlaut und schnellst möglich zu kopieren.“ (Patrick Toggweiler)

 

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31 Gedanken zu „BMW – Wie ein Unternehmen seine Zukunft verspielt

  1. Keine Frage Tesla Autos sind mega nur der Preis ist einfach noch viel zu hoch! Der Großteil der Menschen kauft sich kein Auto was 45000€ und mehr kostet.
    Wenn es Richtung 30000€ dann wird es meiner Me nach interessant!
    Danke für deinen super Blog!!

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    • War am Anfang der Antriebsmotoren vor Jahrzehnten doch genauso. Die waren für den Normalbürger viel zu teuer. Mit der Zeit konnten sich die Leute erst ein Auto kaufen und leisten. Wird mit dem Elektroauto auch so sein. Die erhöhte Nachfrage und die Produktionsoptimierung senken den Preis

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  2. Hi Stefan,
    wenn man all deine Mobilitätsbeiträge gelesen hat, wiederholt sich halt vieles. Sei es grundsätzlich argumentativ (Verbrenner = der Teufel vs. Elektro = Mobilität-Messias) oder konkret inhaltlich. Ich weiß nicht, wie oft ich gefühlt schon bestimmte Tesla Statistiken bei dir gelesen habe 😄

    Den Vergleich bei den Slogans fand ich so lala.
    „der führende Premium Hersteller“ sein zu wollen impliziert für mich keineswegs, dass man alles beibehalten will und Innovationen blockiert. Es heißt einfach nur, dass man unter einem bestimmten Kreis von Herstellern der beste sein will. Ein nachvollziehbares Ziel, oder?
    Und die Auswahl der Vergleichs Firmen erscheint mir als Laien etwas fragwürdig, betrachtet man allein die derzeitigen Produkte/Dienstleistungen der Unternehmen. Wo konkurriert BMW denn mit airbnb, Facebook und. Co?

    Ich weiß worauf du insgesamt hinaus willst. Werde aber den Eindruck nicht los, dass BMW hier nur der „Sündenbock“ ist, stellvertretend für den Großteil der „alten“ Auto Hersteller, auf die du dich (korrigier mich wenn es anders ist) eingeschossen hast.
    Und die Lob-Hudelei für Tesla ist auf Dauer halt mittlerweile auch etwas anstrengend. 😜
    Wenn Elektroautos insgesamt so auf dem Vormarsch sind, wo sind dann die anderen wirklich vielversprechenden Hersteller mit vergleichbaren Ansätzen?
    Oder provokant gefragt: warum sind deren Zahlen nicht so krass wie die von Tesla? Ist Tesla auf Dauer doch nur ein teurer Hype (wie Apple bei den Smartphones)?
    Dein Standpunkt ist klar. Ich bleibe jedoch nach wie vor skeptisch bzgl „rein Elektro“ als DIE Antriebsart der Zukunft.

    Gruß
    Tim

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    • Hi Tim,

      ein Preissegment zu bestimmen und dort die Nummer Eins sein zu wollen, den Verbrennungsmotor 100 Jahre lang jedes Jahr 1% besser machen zu wollen, ist ein legitimes Ziel. Teslas Herangehensweise, die menschliche Abhängigkeit vom Erdöl zu reduzieren und die Zahl der Verkehrstoten (derzeit etwa 1,4 Millionen Menschen pro Jahr, davon 94% der Unfälle durch menschliches Versagen) durch künstliche Intelligenz versuchen zu verringern, gefällt mir besser.
      Tesla blickt weiter über den Tellerrand von BMW hinaus. Zuerst hat man 4 langfristige Ziele ausgegeben, von denen 3 überhaupt nichts mit dem menschlichen Steuern von Autos zu tun haben. Dann hat man das Wort „Motors“ aus dem Unternehmensnamen entfernt und dann schließlich SolarCity übernommen.

      Ich liebe auch den Gedanken der „Energiewende von unten“. Zwar nicht überall, aber doch in vielen Regionen hat jeder Hausbesitzer die Möglichkeit, seinen Bedarf an Energie für Haushalt und Auto über Solarstrom selbst zu produzieren, wenn auch vielerorts nur für 6-9 Monate im Jahr.

      Es gibt übrigens derzeit 1,4 Milliarden Apple-Geräte auf der Welt. Apple hat letztes Jahr 265 Milliarden Dollar umgesetzt. Die einzigen Unternehmen auf der Welt, die höhere Gewinne als Apple erwirtschaften, sind nicht-börsennotierte Ölkonzerne im Mittleren Osten. Apple als Hype zu bezeichnen ist schon gewagt 😉

      Viele Grüße

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  3. Es wird sich zeigen, welches Unternehmen bei der Elektromobilität die Nase vorn haben wird. Der Pioneer mit dem besten Produkt oder ein etablierter Großkonzern, mit dem zweitbesten Produkt. Langfristig muss die Marge stimmen und ein Unternehmen Gewinne erzielen. Und da bin ich bei Tesla skeptisch. Ich bin gespannt, wie erfolgreich Volkswagen mit dem ID3 sein wird. Die Langlebigkeit der Batterie wird entscheidend sein. Denn keiner will nach 5 Jahren bereits einen Haufen Elektroschrott besitzen: https://www.google.de/amp/s/ecomento.de/2019/07/29/elektro-smart-batterie-defekt-wirtschaftlicher-totalschaden-moeglich/amp/

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  4. Hallo Stefan,

    Mit einigen Punkten hast Du sicher tendenziell Recht. Ganz so schwarz / weiss ist es aber auch nicht. Ja, Elektroautos werden einen signifikanten Marktanteil haben. Allerdings sind die (vorhandenen) Vorteile ggü. Verbrennern nicht so dramatisch wie bei Autos vs. Kutschen, und werden zumindest teilweise durch Nachteile kompensiert (abnehmend). Daher kommt der Umbruch möglicherweise langsamer.

    Was die Fahrzeug-Effizienz anbelangt kann man sich auch Statistiken zurechtbiegen. Dieser Eindruck entsteht insbesondere dann, wenn Du Vergleichstabellen angibst und darin das BMW Fahrzeug nicht direkt verortest – indem du einen Wert für BMW angibst, der von den Einheiten nicht zu den Werten in der Tabelle passt.

    Bis 2016 war der i3 das EFFIZIENTESTE jemals EPA getestete Fahrzeug mit 270 Wh/Mile (für Vergleichbarkeit mit Deiner Tabelle, letzte Spalte) und wurde dann von einem Hyundai abgelöst:
    https://en.m.wikipedia.org/wiki/BMW_i3

    Dieser Wert liegt besser als bei einigen Tesla Modellen – zB Model S. Trotz angedeuteten Kühlergrill? 😉

    Das Model 3 liegt im gleichen EPA Messverfahren in der effizientesten Konfiguration bei 253 Wh/Mile. Damit ist es genau 6,7% besser als der i3.

    Ein struktureller Vorteil sieht anders aus, das liegt im Bereich üblicher Optimierungen.

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  5. Ganz gleich ob Tesla nun der Messias der Autohersteller ist oder nicht, stellt sich mir die Frage ob sich nicht tatsächlich BMW nicht nur ein Platzhalter ist für die gesamte deutsche Premium Automobilindustrie… Was denkt ihr darüber?

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  6. Hi Stefan,
    interessante Vergleiche. Die Automobilindustrie wird sich die nächsten Jahre vieles umkrempeln müssen, nicht nur BMW. Der Antrieb ist mir persönlich nicht so wichtig. Ich fände es eher besser, wenn Autos nicht mehr 22h am Tag rumstehen würden, z.B. durch Car-Sharing. Ein besserer Ausbau der Öffentlichen wäre ebenso gut. Letztlich würden dadurch die Stückzahlen einbrechen. Stattdessen holen Firmen Geld über Mobilitätsdienste wieder rein. Bin gespannt, wie es weiter geht.

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    • Hi Jenny,

      nicht wenige sind ja der Meinung, der ÖPNV wird in absehbarer Zeit vollständig von den Robotaxis verdrängt. In ersten Städten gibt es bereits jetzt Robotaxi-Flotten auf öffentlichen Straßen.

      Leider werden keine Forschungsgelder bereitgestellt, um herauszufinden, wie umweltfreundlich der ÖPNV wirklich ist. Zum Beispielt wird jede S-Bahnstation, jede U-Bahnstation, jede Straßenbahnstation und jede Bushaltestelle 365 Nächte pro Jahr durchgängig beleuchtet, egal ob dort jemand sitzt oder nicht. In den Bahnen/Zügen/Bussen dasselbe.

      Überleg dir, was es kostet, Uber zu fahren. 80% davon bekommt der Fahrer. Bleiben 20% übrig als Kosten einer Robotaxi-Fahrt. Dieser Preis sinkt dann noch, wenn man elektrisch unterwegs ist, da die Anschaffungskosten, Verbrauchskosten, Wartungskosten und Reparaturkosten niedriger sind.
      Ob der ÖPNV da mithalten kann?

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      • Viele Großstädte (New York, Rom, London) würden ohne ein vernünftiges Metro-Netz nicht funktionieren. Man kann wesentlich mehr Leute auf engem Raum unterbringen, vor allem während der Hauptverkehrszeiten. Robotertaxis werden vielleicht mal viel kleiner als sie es jetzt sind. Wenn es mehr Ladestationen gibt, braucht man keine große Batterie. Wenn alles automatisch fährt, braucht man keine stabile Karosserie. Man braucht keinen Kofferraum, keine Rückbank usw. Aber ein paar Jährchen wird das noch dauern. Ich werd sicherlich noch 10 Jahre mit dem Zug fahren müssen. Ein Uber-Fahrer kostet zwar Geld, aber wer autonome Autos entwickelt, wird sich das auch zahlen lassen.

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        • Das ist schon richtig, dass Ballungszentren ohne hochsubventionierten ÖPNV nicht funktionieren würde. Allein in München fließt täglich 1 Mio. € Steuergeld in dieses System (360 Mio. € im Jahr). Das zahlt auch die Landbevölkerung mit, die nichts davon hat.
          Und an die Energieeffizienz der Systeme glaube ich auch nicht. Zu Stoßzeiten herrscht absolute Überfüllung und unerträgliches Gedränge und den Rest werden tonnenschwere Züge bewegt, in denen 3 Personen sitzen. Zudem kann Verdi jederzeit den ÖPNV lahmlegen, was ja immer wieder vorkommt.

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        • Wer seine Steuergelder besser nutzen möchte, kann auch Bahn fahren.. Den jetzigen Pendlerverkehr kann ich mir ohne ÖPVN nicht vorstellen. Leute ohne Führerschein sind darauf angewiesen (schlimm, dass man Schülern, Studenten & Senioren das Bahnfahren ermöglicht). Zudem würden diese Leute die Straße verstopfen & genug Parkplätze gibt es auch nicht. Ändert sich vielleicht mal mit autonomen Fahrzeugrn. Warum die Öffentlichen trotzdem noch so teuer sind, das sollte man mal prüfen.

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  7. BMW mangelt es sicher an Innovationskraft, da stimme ich zu. Bei BMW denkt man gewinnorientiert.

    Trotz des enormen Vorsprungs von TESLA, der hier immer wieder betont wird, schafft es TESLA nicht, wenigstens mal ein Jahr mit Gewinn abzuschliessen. Was nützt es an der Börse, der Erste zu sein, wenn man nur Geld verliert?

    Wenn Elektroautos so lukrativ und komfortabel wären, würde es schon längst, viel mehr und bessere Elektroautos geben. Oder?

    Was hat Tesla aus dem „riesigen“ Vorsprung bislang gemacht? Viel zu wenig, in meinen Augen.

    Die Automobilindustrie ist extrem kapitalintensiv. Es herrscht ein brutaler Wettbewerb. Es muss immer investiert werden. Wer es nicht tut, verliert den Anschluss.

    Das gilt auch für BMW, Daimler & Co.

    PS: Trotz Meinungsverschiedenheiten finde ich deinen Blog super! 🙂

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    • Finanzsenf:

      Da muss ich Dir recht geben. Was ich bei Tesla absolut nicht kapiere, ist eines. Deren Autos sind sehr teuer. Dafür muss man echt viel Geld hinlegen. Wie kann es sein bei so hohe Summe keinen Gewinn zu erzielen? Das ist absolut nicht zu verstehen. Wie will dann Tesla Gewinne machen, wenn die Preise sinken sollten?

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      • Tesla verkauft die großen Stückzahlen bis dato hauptsächlich in den USA. Dort kostet ein Model 3 Long Range 39.315 USD (= 35.100 €). In Deutschland kostet das gleiche Auto 51.390 € (= 57.500 USD), also gute 18.000 USD mehr. In den USA, dem Land in dem das Auto hergestellt wird, ist also nicht wirklich „teuer“.

        Der Grund dafür, warum wir hier in Europa so viel dafür bezahlen müssen, sind unter anderem die Importzölle.

        Und warum Tesla (noch) so wenig Geld verdient sollte doch eigentlich auch einleuchtend. Es wird massiv investiert (Gigafactorys, Ladenetzinfrastruktur,…) und versucht das Hauptprodukt möglichst schnell und flächendeckend zu verbreiten. Ein ganz normales Vorgehen bei jungen Unternehmen.

        Kann Tesla in Zukunft „vor Ort“ produzieren, fallen auch hohe Zölle weg. Die Ladenetzinfrastruktur bringt den eigenen Kunden dauerhaft Vorteile und kann später zusätzliche Einnahmen generieren.

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        • Ringod:

          Danke für die Infos. Dann sollte Tesla schnell wie möglich in EU oder Deutschland eine Fabrik aufmachen, sonst kommt VW bald an Tesla vorbei. Wer gibt denn bitte 51.000 Euro in D für ein Auto aus? Die sehr gut Verdienende können 50K ausgeben, aber nicht der Durchschnittsarbeiter.

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  8. Man muss beim Kauf eines Tesla folgendes bedenken.
    Der hohe Preis kommt daher, das man nicht „nur“ das Auto kauft sondern die Ladesinfrastruktur anteilig mit bezahlt, das vergessen viele Leute.

    Ich kann nur hoffen, das Tesla nicht irgendwann die (finanzielle) Luft ausgeht bzw. die Shareholder die Geduld verlieren. Für mich wäre Tesla jedenfalls kein Investment.

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  9. Der Einstieg in elektrisches fahren steht und faellt auch mit der Lade-Infrastruktur. Hier haben wir gewaltig auf zuholen. Dazu muessen Bauvorschriften, Gesetze usw. geaendert werden. In Europa waren bisher soweit meine Kenntnis reichen, niemand bereit die ensprechenden Massnahmen in die Wege zuleiten bzw. in Vorleistung zu gehen. Dies aendert sich nun langsam.
    Jeder Hersteller betreibt mittlerweile Batteriewerke oder kauft diese zu. Namenhafte Hersteller bauen im asiatischen Raum schon seit geraumer Zeit Elektro Fahrzeuge (Denza ist nur eines davon) Kooperationen gibt es viele.
    Wir werden sehen das nahezu jeder Hersteller in 2-3 Jahren mind. 1 bis 3 E-Fahrzeuge anbieten wird, dadurch werden diese auch deutlich guenstiger.

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  10. Ich wundere mich immer wieder, dass man trotz des genauen Hinsehens den Punkt übersieht, dass Tesla ein rein deutsches Produkt ist! Der komplette Tesla besteht nur aus deutschen Bauteilen, ist von deutschen Ingenieuren entwickelt worden und auch die komplette Produktionsstrasse ist deutsch.

    Tesla ist einfach nur jemand der den E-Markt antesten soll. Bisher wenn man die Zahlen rein nüchtern betrachtet kommt da im Vergleich zu den anderen Antrieben noch nicht viel bei herum.

    Die zunehmende effiziente Produktion von Wasserstoff deutet darauf hin, dass es aus meiner Sicht nur noch eine Frage der Zeit ist, bis das sogenannte E-Auto nicht mehr relevant sein wird.

    Relevant sind aus meiner Sicht nur die großen Volkswirtschaften, die einen Spiegel der Akzeptanz geben.

    Kurz gesagt: Tesla ist ein Testballon der deutschen Autoindustrie!

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    • Sehe ich genau so!

      Fakt ist nun mal, dass alle Komponenten aus Deutschland kommen.
      Das wäre nicht das erste mal, dass die Deutschen abwarten und später durchstarten!

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    • Wasserstoff kommt bestimmt und wird den Markt aufräumen wie Video2000!

      Es mag Anwendungsbereiche geben, wo Wasserstoff die bessere Technik ist. Langfristig sicher der Energieträger im autarken Haus.
      Aber der Zug in der (individuellen) Mobilität ist schon abgefahren:
      – Auch Wasserstoffantriebe brauchen Akkus (wenn auch kleinere)
      – Den Transport von Strom haben wir bereits im Griff und Infrastruktur ist vorhanden bzw einfacher auszubauen
      – Strom ist bereits lokal erzeugbar
      – Warum sollte sich ein Fahrzeug, das im Prinzip ein Elektroauto ist, ABER zusätzliche Technik (Brennstoffzelle + Hochdrucktank) benötigt, durchsetzen
      – Akkus werden billiger und technologisch besser (Reduktion von seltenen Erden, Kapazitäten, Ladeleistung)
      – Wirkungsgrade: Strom direkt bringt am ende ~70% auf die Straße, beim Wasserstoff sind’s um die 25%

      Im allgemeinen zu BMW: Ich habe das nur im Hinterkopf, aber deren Zahlen (Verschuldung, Cashflow, viel zu hohe Dividende?!) sahen in den letzten Jahren nicht so toll aus?

      Gefällt 2 Personen

  11. Ich denke, es wird zu einer kräftigen Konsolidierung der Autohersteller kommen. Man kann wahrscheinlich gutes Geld verdienen, indem man jetzt in die später Überlebenden einsteigt. Oder selbst die Überlebenden liegen dann in Ihrem Wert unter dem jetzigen Stand. Wobei ich ehrlich gesagt, zumindest in absehbarer Zeit, BMW zutraue, dass sie diese Konsolidierung überleben (im Gegensatz zu z. B. Opel). Was meinst du dazu?

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    • Vor allem sollte bedacht werden wo der Strom herkommt. Solange dazu noch Kohle etc verfeuert wird verlagert es die Abgase nur.
      Mal von der Batterie und der Gewinnung der dazu notwendigen Materialien unter fragwürdigen Bedingungen abgesehen – dies trifft übrigens auch auf die Aluminium Erzeugung zu.
      Richtig wäre eine well to wheel Betrachtung. Die stellt nur leider keiner an…. evtl weil dann Verbrenner garnicht mehr so schlecht sind…..? 😉

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