Ein besonders abstoßender Fall von Medien-Manipulation

Nigel Farage hielt diese Woche seine letzte Rede im Europäischen Parlament, dem er die letzten 20 Jahre angehörte. Bei der Europawahl 2019 im Vereinigten Königreich siegte seine Partei mit überwältigender Mehrheit, holte 55% mehr Stimmen als die zweitplatzierte Partei. Er kämpfte die letzten 27 Jahre für den gestern vollzogenen Brexit.

Seine 4-minütige Rede enthielt interessante Punkte, über die man geteilter Meinung sein kann. Diese möchte ich zitieren und mit erklärenden Stichpunkten ergänzen, bevor ich auf die erschreckende Reaktion der deutschen Medien zu sprechen komme.

„Dieses Projekt ist nicht nur undemokratisch, es ist anti-demokratisch. Es gibt Personen Macht, die nicht wieder abgewählt werden können. Das ist eine inakzeptable Struktur.“

• Das britische System zwingt die Abgeordneten, sich mit den Problemen der Bürger in ihren Wahlkreisen zu beschäftigen. Wer den Wahlkreis nicht gewinnt, zieht in der nächsten Legislaturperiode nicht ins Parlament ein. Bei Europawahlen gilt hingegen: Selbst wenn jemand überhaupt keine Stimmen im eigenen Wahlkreis erhält, zieht er ins Parlament ein, wenn die Parteifunktionäre ihn weit genug oben auf ihre Liste gesetzt haben.
[◦ Ein anti-demokratisches System in Deutschland führte dazu, dass Merkel über die Jahre alle parteiinternen und bei den Bürgern beliebten Kritiker losgeworden ist oder mundtot gemacht hat oder ihren Aufstieg blockiert hat: Friedrich Merz, Roland Koch, Christian Wulff, Wolfgang Bosbach, Wolfgang Schäuble, Hans-Georg Maaßen, Horst Seehofer, Rainer Wendt usw.]
• Malta hat im Europäischen Parlament einen Abgeordneten pro 66.667 Einwohner. Deutschland hat dort nur einen Abgeordneten pro 854.167 Einwohner.
• 27 der bisherigen 73 britischen Sitze im Europäischen Parlament werden sofort auf andere Länder umverteilt (der Rest wird für künftige EU-Erweiterungen reserviert). Von diesen 27 Sitzen erhält Deutschland: keine.
• Ursula von der Leyen bekleidet seit der letzten Europawahl das höchste Amt der Europäischen Union, obwohl sie bei der Wahl auf keinem Wahlzettel zu finden war, und obwohl sie zuvor die unfähigste und unbeliebteste Ministerin in Merkels Kabinett war. Eine Verhöhnung der Wähler, nachdem die Wahl von den EU-Funktionären als „wichtigste Wahl aller Zeiten“ angekündigt wurde.
• In den britischen Parlamentsdebatten und -abstimmungen der letzten Monate konnte man schön beobachten, was passiert, wenn Abgeordnete ihrem Gewissen unterworfen sind (ungewisser Ausgang) und nicht, wie in Deutschland, vorherigen Beschlüssen kleiner Gruppen von Parteibonzen hinter verschlossenen Türen. Wie oft Fraktionen hierzulande geschlossen abstimmen, ist erschütternd.
• Weitere wichtige Organe wie EU-Kommission, EU-Ministerrat, Europäische Zentralbank und Europäischer Gerichtshof sind überhaupt nicht demokratisch legitimiert. Ebenso wenig die zig Milliarden Euro für die Bankenrettung in Griechenland und anderen Ländern. Oder die Migrationspolitik.
• Selbst Martin Schulz, ehem. Präsident des Europäischen Parlaments, sagte: „Wenn die EU ein Staat wäre, und wenn dieser Staat die Aufnahme in die EU beantragen würde, müsste er zurückgewiesen werden – wegen mangelnder demokratischer Legitimation.“

 

Farage weiter: „Mein Vater und meine Mutter erteilten einem gemeinsamen Markt ihre Zustimmung, nicht einer politischen Union mit Flaggen, Hymnen, Präsidenten, und jetzt wollen Sie sogar ihre eigene Armee haben […] Was erwarten wir von Europa? Wenn wir Handel, Freundschaft, Zusammenarbeit und Gegenseitigkeit wollen, dann brauchen wir keine Europäische Kommission, keinen Europäischen Gerichtshof, keine dieser Institutionen und all ihre Macht.“

Und schließlich: „2005 verfolgte ich, wie die EU-Verfassung von den Menschen in Frankreich und den Niederlanden in Referenden abgelehnt wurde, und wie ihr hier in diesen Institutionen die französischen und niederländischen Wähler ignoriert habt und die Verfassung durch die Hintertür in Lissabon eingeführt habt. Auch die Iren hatten ein Referendum, sagten Nein und wurden gezwungen erneut abzustimmen. Ihr seid sehr gut darin, Wähler nochmal abstimmen zu lassen, doch was wir bewiesen haben ist: Die Briten sind zu groß um sich schikanieren zu lassen.“

Das lasse ich so stehen. Die Frage, wie gut oder schlecht der Brexit für die britischen Bürger ist, soll hier nicht diskutiert werden. Das wurde es die letzten 4 Jahre hindurch.

Fakt ist: Die Reaktion der deutschen Medien auf Farages Rede machte mich fassungslos.

Vorgeschlagen wurde mir die 4-minütige Rede von YouTube basierend auf meinem Interesse. Der Telegraph hatte sie hochgeladen.

Nach den 4 Minuten wollte ich interessehalber herausfinden, wie die deutschen Medien die Rede aufgenommen haben. Und meine schlimmsten Befürchtungen wurden übertroffen.

Mehrere große Medien veröffentlichten ganze Artikel nur zu dieser Rede, darunter WELT, Focus, Stern, Tagesspiegel.

KEINER davon enthielt auch nur einen der hier von mir zitierten, zentralen Sätze. Dabei war es eine mit 4 Minuten sehr kurze Rede.

Schlimmer noch: Es wurden jeweils Videoausschnitte der Rede gezeigt – und dabei wurden ALLE von mir zitierten Sätze rausgeschnitten. Neben mir stand ein Mülleimer und ich hätte fast reingekotzt.

Stattdessen die übliche Belehrung der Leser: Farage ist Rechtspopulist; er schwenkte eine britische Fahne woraufhin ihm der Ton abgestellt wurde; skurriler Auftritt; er wird jetzt eine großzügige Rente kassieren.

Verschwiegen wurde dagegen alles, was beim deutschen Wähler Zweifel an der totalitären, zentralistischen, anti-demokratischen, den Wähler verhöhnenden EU aufkommen lassen könnte, die erneut versucht, woran Hitler, Stalin, Napoleon und Karl der Große gescheitert sind: Einen europäischen Superstaat zu errichten – nach dem Vorbild Asiens, wo in den Riesenreichen Persien, China und Russland die politischen Führer eine ungeheure Macht auf sich konzentrieren konnten und die Freiheit der Menschen auf der Strecke blieb.

Wer daran zweifelt, wird als Europa-Skeptiker beschimpft. Mario Draghi bekam dagegen gestern das Bundesverdienstkreuz dafür, die Zinsen auf 0,0% gesenkt zu haben – verliehen von Frank-Walter Steinmeier, der dem iranischen Mullah-Regime kürzlich zum Nationalfeiertag gratulierte („im Namen meiner Landsleute“). An diesem Tag wird die Machtergreifung derer gefeiert, die (laut Amnesty International) Homosexuelle an Baukränen aufhängen, Ehebrecherinnen steinigen, Dieben die Hand abhacken und Frauen, die ihr Kopftuch ablegten, jahrelang ins Gefängnis schicken.

Jean-Claude Juncker, bis vor kurzem mächtigster Mann in Brüssel, sagte: „Wenn es ernst wird, muss man lügen.“ (2011 in Brüssel auf einer Abendveranstaltung zur Euro-Krise)

Außerdem: „Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter – Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt.“ (27.12.1999 im Gespräch mit dem Spiegel für den Artikel „Die Brüsseler Republik“)

Unter dem Schlagwort „Friedensprojekt“ sollen die EU-Bürger alle Kröten einer „ever closer union“ schlucken. Dabei lässt sich weder theoretisch noch historisch belegen, dass Großstaaten friedlicher sind als Kleinstaaten. Großstaaten können sich Aggressivität und Kolonialisierung viel eher erlauben. Der Frieden in Europa basiert vielmehr auf Nato-Versprechen und atomarer Abschreckung. Kleinstaaten wie Liechtenstein könnten sich selbst mit der größten Armee der Welt keinen Krieg leisten, denn je kleiner, desto stärker ist man auf Handel mit anderen Staaten angewiesen. Wie viele Kriege wurden von den Nicht-EU-Mitgliedern Norwegen, Schweiz und Island angezettelt?

Die Entfernung zum Bürger hat Auswirkungen auf Verschwendung, Korruption und Bürokratie: „Wenn auf Gemeindeebene ein Bürgermeister Geld bei einem Projekt verschwendet, fällt das ins Auge. Die Bürger können den Bürgermeister zur Rede stellen. Auf EU-Ebene sieht das anders aus. Die meisten Bürger wissen gar nicht, was vor sich geht. Also werden sie sich auch nicht in den Zug setzen, um nach Brüssel zu fahren und einen der 751 Abgeordneten zur Rede zu stellen. In der bürokratischen Masse geht die Verantwortung unter. Niemand ist es gewesen. Ähnliches gilt für die gefräßige Bürokratie. Nur auf lokaler und regionaler Ebene können die Bürger sie kontrollieren. Fordert das örtliche Tourismusbüro eine Budgetverdopplung, können die Bürger noch einigermaßen überprüfen, ob das gerechtfertigt ist. Aber wie sollen sie beurteilen, ob der gesellschaftliche Nutzen einer Budgetverdopplung für das European Institute for Gender Equality die Kosten übersteigt? Die meisten EU-Bürger werden das European Institute for Gender Equality noch nicht einmal kennen. Dadurch steigt der Spielraum derartiger Institutionen, immer weiter und weiter zu wachsen.“ (Philipp Bagus, Professor an einer Universität in Madrid)

Die EU-Funktionäre betonen gern gegenüber den Briten, dass ein (Frei-)Handelsabkommen nur möglich ist in Kombination mit Personenfreizügigkeit und mit der Übernahme von Umweltstandards etc. Das ist natürlich Unfug, wie die EU-Handelsabkommen mit China, USA, Japan oder Kanada zeigen. Kein Nicht-EU-Land lässt sich von der EU die Ausgestaltung seiner Einwanderungsgesetze vorschreiben.

Die Briten wären liebend gern in einer reformierten Union geblieben. Die EU-Funktionäre waren jedoch nicht bereit, auch nur einen Millimeter von ihrer Vision einer „ever closer union“ abzurücken.

Viel besorgniserregender finde ich jedoch, dass Stimmen wie die von Nigel Farage in den großen deutschen Medien verschwiegen werden und dass man Menschen wie ihn in die Schmuddelecke rückt, anstatt die Entwicklung eigener Einschätzungen bei Zuhörern und Lesern zuzulassen.

In den letzten 3 Jahren schaute ich 5 Reden und las 3 weitere Reden von Donald Trump jeweils in voller Länge. 8 Mal dasselbe Bild in Deutschland: Die interessantesten Punkte, die die Leute das was in Deutschland passiert infrage stellen lassen würden, werden weggelassen.

Das typische, widerliche Verhalten vom eigentlich zur Objektivität verpflichteten öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland wurde zuletzt perfekt dokumentiert: hier das 6-minütige Gespräch zwischen Sebastian Kurz und Claus Kleber am Wahlabend in Österreich.

Der aktivistische ÖRR-Journalistendarsteller Kleber wird hier wie ein Schuljunge vom wie immer höflichen, klaren und argumentativ wie rhetorisch brillanten Sebastian Kurz vorgeführt.

Ein ebenso abstoßendes Beispiel war das Gespräch von Christian Lindner mit Marietta Slomka (hier).

In die 4 (oder 5?) politischen Talkshows des ÖRR werden diejenigen, die ihre vom Mainstream abweichenden Meinungen brillant auf den Punkt bringen können, überhaupt nicht eingeladen. Ich denke da an Henryk M. Broder, Dushan Wegner, Roland Tichy, Ramin Peymani, Roger Letsch, Rainer Wendt, Birgit Kelle, Hamed Abdel-Samad, Claus Strunz, Boris Palmer, Titus Gebel, Carlos A. Gebauer, Rainer Zitelmann, Manfred Haferburg, Thilo Sarrazin, Thilo Schneider, Alexander Wendt, Felix Maximilian Leidecker, Thorben Meier, Anabel Schunke.

Der Rundfunkstaatsvertrag, der die Grundlage der Zwangsgebühren bildet, wird in keinster Weise erfüllt. Dort heißt es: „Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten haben bei der Erfüllung ihres Auftrags die Grundsätze der Objektivität und Unparteilichkeit der Berichterstattung, die Meinungsvielfalt sowie die Ausgewogenheit ihrer Angebote zu berücksichtigen.“

Zum Glück gibt es YouTube, Facebook, die Neue Zürcher Zeitung, die Achse des Guten, Tichys Einblick und andere Medien, wo Stimmen ein Gehör finden, die auf ARD, ZDF, Spiegel & Co. unterdrückt werden.

29 Gedanken zu „Ein besonders abstoßender Fall von Medien-Manipulation

  1. Hallo Stefan;
    das ist ein absolut klasse Beitrag von dir zu sehr aktuellen Themen. Eigentlich sind das doch skandalöse Zustände die bei uns herrschen!
    Im Gedächtnis bleibt mir immer die Witzveranstaltung der letzten EU-Wahl.
    Man stelle sich vor, Deutschland und Niederlande bestreiten vor einem Millionenpublikum das Endspiel um die Fussball-EM. Nach Abpfiff eines spannenden Spiels wird bei Beratungen hinter verschlossenen Türen schließlich Albanien zum Europameister erklärt.

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  2. Zustimmung in vielen Punkten, außer:
    Warum sollte Malta Mitglied der EU sein wollen, wenn man ihre Stimmen nicht höher gewichtet als die des mächtigen Deutschlands? Warum sollte Ungarn, Österreich, Polen oder ein anderer Staat Mitglied sein wollen, wenn sie von den Deutschen (dank der Bevölkerungszahl) immer untergebuttert werden! Natürlich ist es daher notwendig das diese kleineren Länder eine höhere Stimmengewichtung haben als die Deutschen!
    Das ist auch der BERECHTIGTE Grund dafür, das die DEUTSCHEN keine einzigen Abgeordneten mehr bekommen als sie schon haben.
    Oder willst du tatsächlich das die Deutschen DEUTSCHLAND 1 : 1 auf die EU übertragen! MERKEL und VdL endlich die Weltherrschaft.
    NEIN DANKE.

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    • Geben wir den Vegetariern & Veganern doch das doppelte Stimmengewicht bei Bundestagswahlen wie den Fleischessern. Radfahrerstimmen zählen dann mehr als Autofahrerstimmen. Landbewohnerstimmen zählen mehr als Stadtbevölkerungsstimmen. Pensionäre bekommen nur noch eine halbe Stimme. Und so weiter.

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      • Natürlich mußt du das tun, sonst würden sich diese Gruppen niemals im gleichen Club wiederfinden.
        Wo kommen wir da hin, wenn plötzlich die Deutschen bestimmen können was in Malta zu passieren hat? Nicht nur das, sie könnten dann auch über Frankreich bestimmen etc. (auch Frankreich hat eine höhere Stimmen-Gewichtung als Deutschland!).
        Warum gibt es sonst einen amerikanischen Senat, in dem sogar Hawaii die gleiche Anzahl an Senatoren hat wie LA oder NY?

        Die Deutschen haben schon viel zu viel Macht – und wenn man euren Politikern zuhört reicht ihnen das noch lange nicht! So wollen auf Augenhöhe mit China und den USA stehen.
        Alle Fehlentwicklungen der EU sind Deutschland geschuldet, weil die Deutschen viel zu viel Einfluss haben. Flüchtlingspolitik, Europolitik. VdL will die gleiche Energiepolitik/Klimapolitik wie sie Merkel für DE macht. Nur die Deutschen profitieren, die anderen tragen die Folgen…

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    • Niemand hat Facebook objektiv genannt. Mein Punkt zu YouTube und Facebook war: Menschen die sich ihre eigenen Gedanken machen, deren Einschätzungen aber von Politik & Medien aus ideologischen Gründen verschwiegen werden, bekommen dort eine Plattform, zu ihren Freunden, Kollegen, Bekannten und Unbekannten (mit ähnlicher oder abweichender Meinung) zu sprechen und sich mit ihnen auszutauschen.

      Was daran schlimm sein soll, dass man im News Feed mit den Informationen der Menschen und Organisationen versorgt wird, die man selbst ausgewählt hat, kommt mir nicht in den Sinn. Die Qualität dieser Informationen habe ich zu beurteilen. Das lasse ich mir von niemandem abnehmen.

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      • Informationen die der Algorithmus der eigenen Filterblase für einen vorschlägt…

        Qualität der Investigativität und Seriosität wird dann natürlich rein objektiv vom Laien eingeschätzt… vor allem wenn sie denn schon genau zum Weltbild passt und noch mehr polarisiert…Klingt nicht wirklich einleuchtend!

        Cambridge analytica, Verschwörungstheorien zum Corona-virus, ungeprüfte Fake-news, Boots, Polarisierung als Geschäftsmodell etc. pp.

        Sorry, ich halte das mainstream-Bashing mit den „sozialen“ Medien als Referenz für eine sehr billige Verteidigung des eigentlich Schuldigen.

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    • Das Bundesverfassungsgericht stellte vor einigen Jahren erschrocken fest, dass über 60% der ÖRR-Funktionäre Parteimitglieder sind. Nur etwa 1,5% der Deutschen waren 2019 Parteimitglieder. Wir reden hier also über das 40-fache.

      Es gibt zwei Studien (Lünenborg et al 2010; Weischenberg et al 2006) die zeigen dass 76% der deutschen Journalisten und 66% der deutschen Politikjournalisten Anhänger der Grünen oder SPD sind. Unter den Wählern waren es damals etwa 34%, also die Hälfte.

      Ich bitte dich, mir einen (nur einen!) Beitrag von ARD/ZDF herauszusuchen, in dem Merkel oder Grüne auch nur ansatzweise kritisch beäugt wurden. (aus der Zeit 2015-2020, egal ob sie es auf Facebook, Youtube, Twitter oder in der Mediathek hochgeladen haben)

      Findest du die ernsthaft objektiv und ausgewogen, wenn es um Klima, EU, Energiewende, USA geht?
      Und findest du es richtig, was Welt, Focus, Stern, Tagesspiegel diese Woche mit der Farage-Rede veranstaltet haben?

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        • Der BR-Beitrag ist für dich ein Beispiel für einen objektiven, ausgewogenen Bericht vom ÖRR und für ein Hinterfragen von Merkels Politik durch den ÖRR? Ist das dein Ernst? Es ist genau das Gegenteil!

          Die ÖRR-Frau im Studio stellt erst das Bündnis CDU/CSU infrage, spricht von Verrat an Merkel, unterbricht den Gesprächspartner, äußert sich populistisch („Stacheldraht, Wasserwerfer & Schlagstöcke“; „Zäune wieder hoch“), kritisiert ein Treffen der CSU mit dem ungarischen Ministerpräsidenten und verweigert dem Gesprächspartner einen Abschiedsgruß. Das ist für dich ein Beispiel für guten Journalismus? Oh je…

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  3. @ Sparta

    Beschreibe bitte kurz eine fiktive Person, benenne eine existierende Facebook-Seite die diese Person mit „Gefällt mir“ markiert, beschreibe wie Facebook diese Person manipuliert und welche Entscheidung sie auf Grundlage dieser Manipulation trifft.

    Ich denke dann wird es greifbarer.

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    • Super! Vicco von Bülow brachte es damals schon exakt auf den Punkt.

      Die unsägliche Lache der Interviewerin damals, frei nach dem Motto: “ Ach goldig, der Opi fürchtet sich vor dem Missbrauch des ÖRR…sowas passiert uns doch nicht mehr.“…30-40 Jahre später: Told you so!
      Ja, Hochmut kommt vor dem Fall…

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  4. Gerade die Briten, die sich viel zu viel rausgekommen haben. Farrel , der nur das will, was gut für England war. Sorry aber leider wird der Blog zu Politisch hat oft nix mehr mit Börse zu tun. Das erinnert an die DDR. Was zur geschrieben wird. Alles gegen Europa.

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  5. Das EU-Parlament fordert, die Zahlungen der Mitgliedsländer-Steuerzahler von 1,0% auf 1,3% des Bruttonationaleinkommens zu erhöhen.

    Skandal #1: Dass die Zahlungen automatisch mit der Wirtschaftsleistung ansteigen.

    Skandal #2: Die Forderung, 30% mehr als bisher von den Steuerzahlern zu nehmen.

    Skandal #3: Sebastian Kurz‘ Ablehnung als populistisch zu bezeichnen.

    Was für ein Moloch.

    https://www.nachrichten.at/politik/innenpolitik/kurz-droht-mit-veto-gegen-eu-finanzrahmen;art385,3220569

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  6. Dass dieses ach so schlechte Projekt es geschafft hat, auf einem seit Jahrtausenden immer wieder durch Kriege zerrütteten Kontinent erstmals ein Halbes Jahrhundert weitgehenden Frieden zu schaffen, der die Basis ist für unser aller Wohlstand, ist egal und unwichtig im Vergleich zu „die doofen mikrigen Malteser bekommen mehr Abgeordnete“. Rechne mal aus, wie groß das Parlament wäre, wenn Malta einen und Deutschland dann proportional genausoviele Abgeordnete hätte.

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    • Zitat aus diesem Beitrag:

      Unter dem Schlagwort „Friedensprojekt“ sollen die EU-Bürger alle Kröten einer „ever closer union“ schlucken. Dabei lässt sich weder theoretisch noch historisch belegen, dass Großstaaten friedlicher sind als Kleinstaaten. Großstaaten können sich Aggressivität und Kolonialisierung viel eher erlauben. Der Frieden in Europa basiert vielmehr auf Nato-Versprechen und atomarer Abschreckung. Kleinstaaten wie Liechtenstein könnten sich selbst mit der größten Armee der Welt keinen Krieg leisten, denn je kleiner, desto stärker ist man auf Handel mit anderen Staaten angewiesen. Wie viele Kriege wurden von den Nicht-EU-Mitgliedern Norwegen, Schweiz und Island angezettelt?

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        • „NOCH“ kein Großstaat…bleiben wir präzise. Die ideologischen Ambitionen sind da: Gemeinschafts-Vision (Green New Deal), Gemeinschafts-Armee, Gemeinschafts-Sozialsysteme (Arbeitslosenversicherung), etc.

          Wer soll diese „Projekte“ im Fall der Fälle denn exekutiv lenken? Die Kommission doch wohl und nicht das EU-Parlament; das nämlich geben die EU-Verträge momentan nämlich nicht her.

          In der UdSSR gab es auch schon Polit-„Kommissare“. Nicht vergessen: https://de.wikipedia.org/wiki/Politoffizier!

          Totalitarismus, ick hör dir trapsen…

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  7. Ich stimme Stefan Meisel in ziemlich allen Punkten zu, besonders was das EU Konstrukt angeht.
    Ich könnte jetzt ewig lange ausführen aber nur soviel, die Zinsen in der EU sind auf 0% wegen den ganzen Südländern. Es ist auch vertraglich festgelegt, das es keine Transferunion gibt aber die Realität sieht anders aus, siehe Griechenland und Co. und von wegen Werteunion, die Flüchtlingskrise inkl. deren „Verteilung“ zeigt was anderes. Die EU ist eine reine Wirtschaftsunion.
    Dazu wird uns immer wieder vorgehalten das es durch die EU Frieden gibt, und vorher? Ich kann mich nicht erinnern, das wir vor der EU mit den Franzosen oder Spaniern kurz vor einem Angriff standen…

    Es ist in der aktuellen Medienlandschaft auch kaum mehr möglich ein kritisches Wort zu äußern ohne das der/die Verfasser(in) in eine Ecke gestellt wird, wo sie ganz bestimmt nicht hingehören.

    Ein Donald Trump wird nur vermeintlich wütend abgebildet und sein „America first“ muss bekämpft werden aber wenn EU Verhandler Barnier verkündet die Interessen jedes EU Mitgliedstaates und deren Bürger stehen an erster Stelle, das sollen alle anderen gefälligst gut finden..

    Ich sehe Facebook und Co. ebenfalls nicht negativ oder als Meinungsmanipulativ zumindest nicht mehr als das was über das ÖR zu mir ins Haus kommt.

    Ich wünsche den Briten für die Zukunft alles gute und viel Kraft und Erfolg

    Joe

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  8. @Stefan

    Im übrigen will ich keinesfalls bestreiten dass es gewaltigen Reformbedarf in der EU/Politik allgemein gibt!

    Ob man mit Empörung & emotional aufgeladenem Bashing etwas positives & konstruktives hierfür beitragen kann… wenn ja, dann viel Glück mit dieser Schumpeter-Methode! 😉

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  9. Super Beitrag Stefan.

    Ich habe kürzlich in die Vanguard-ETFs auf FTSE 100 und FTSE 250 investiert, weil ich glaube das UK seinen Weg machen wird.

    Man wird es in den Medien natürlich anders aussehen lassen, aber UK ist zu groß und wichtig als das die EU sich in neuen Handelsverträgen übervorteilen könnte.

    ÖRR schaue ich schon lange nicht mehr. Erinnert mich an Propaganda und finsterste Zeiten…

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  10. Hallo Stefan,

    danke für deinen Beitrag. Der Anti-Brexit Kurs der deutschen Medien war und ist widerwärtig, und das, obwohl wir es als Deutsche besser wissen müssten:
    Wir hatten von 70 Jahren bereits einen rechten Führer, der der Bevölkerung mit Lügen weisgemacht hatte, er könne alles besser führen, man müsse ihm nur genug Macht geben!
    Und im Osten unseres Landes gab es bis vor 30 Jahren eine linke Führerkaste, die den Menschen ebenfalls mit Lügen weisgemacht hatte, man müsste sich um nichts sorgen, sie würden Alles für alle gut genug planen und leiten, und die Menschen ins Utopia der Ergebnisgleichheit führen!

    Und heute haben wir die (noch) supra-nationale EU, die die Kombination beider o.g. Ideologien ist, und uns wieder anlügt: „Vertrau uns, dann machen wir alles gut für dich; musst dich um nichts kümmern, gib uns nur genug Befugnisse, damit wir dein Leben nach unserem Weltbild umgestalten können!“

    Die einzig wahraftige Aussage eines Deutschen in der EU kam vom CSU Abgeordneten Manfred Weber, den die liebe „Flinten-Uschi“ v.d. Leyen – jetzt E-Uschi Präsidentin – ja schmutzigst abgesägt hat:
    „Wird der Brexit für England auch nur GEFÜHLT zum Erfolg, dann ist das das Ende der EU.“

    Darauf hoffe ich. Denn irgendwann kann der Wille der souveränen Nationalstaaten, den die darin lebenden Menschen demokratisch ausdrücken, nicht mehr – wie in der widerlichen Tabelle oben zu sehen – „ignoriert“ werden. Es ist mit der EU wie mit der röm. kath. Kirche vor 503 Jahren: Entweder, sie wird von innen heraus nach dem Willen der Bürger der souveränen Staaten reformiert, oder sie spaltet sich durch den Reformunwillen ihrer Eliten, und zerfällt.

    In diesem Sinne: Semper Reformanda!

    Grüße,
    der gute-verwalter

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  11. Erinnerungen von 30 jährigen an finstere Zeiten und Hitlervergleiche….

    Bei aller berechtigten Kritik drehen da bei manchen die emotionalen Gäule durch!

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    • Die EU war ein Friedensbringer. Dann kam der Euro mit dem Maastrichter Vertrag, an dem sich die wenigsten halten wollten und konnten, was den meisten bewusst sein durfte.

      Anschließend wurde von der EU bestimmt, wer wo einreisen und welche Sozialleistungen bekommt und wie welche Schulden auf Kosten anderer bezahlt werden.

      Die Bürger werden nicht mehr gefragt. Wenn doch, dann bei unwichtigen Dingen wie Winter- oder Sommerzeit, was dann in der Schublade verschwindet.
      Die EU scheint zur eigenen Diktatur geworden zu sein, die sich selbst am Leben erhält und die Völker spaltet. Deutsche gegen Südlander wegen der Schulden, Deutsche gegen Ostländer wegen Flüchtlingsaufnahmen und alle gegen Deutschland.

      Wenn uns das um die Ohren fliegt, gibt’s eine Katastrophe.

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      • Was viele auch noch übersehen, durch das ausscheiden der Briten verlagert sich die Stimmenverteilung hin zugunsten der „südlichen“ EU Länder, das wird noch knackig werden…

        Joe

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