Zur Hölle mit den Reichen?

Es waren einmal zehn Männer, die jeden Mittag miteinander zum Essen in ein Wirtshaus gingen. Die Rechnung für alle zusammen betrug jeden Tag genau 100 Euro. Die zehn Männer teilten sich diese Rechnung nach demselben System auf, wie in Deutschland zurzeit Steuern festgesetzt werden: Vier Gäste (die ärmsten) zahlten gar nichts, der fünfte zahlte 1 Euro, der sechste 3 Euro, der siebte 7 Euro, der achte 12 Euro, der neunte 18 Euro. der zehnte (der reichste) 59 Euro. So ging das eine ganze Zeit lang. Jeden Tag trafen sie sich zum Essen in dem Wirtshaus und alle waren glücklich und zufrieden.

Doch eines Tages kam Unruhe in dieses Arrangement. Der Wirt hatte die Idee, die Rechnung um 20 Euro zu verringern. „Weil ihr so gute Gäste seid”, sagte er. Das war an sich richtig nett von ihm, die zehn Gäste freuten sich darüber auch sehr, jetzt kostete das Essen nicht mehr 100 Euro, sondern nur noch 80.

Die Gruppe wollte es natürlich beibehalten, anteilmäßig so zu bezahlen, wie man in Deutschland besteuert wird. Dabei änderte sich für die ersten vier Gäste gar nichts, sie aßen weiterhin völlig kostenlos. Wie aber sah es für die restlichen sechs aus? Wie konnten sie die Ersparnis von 20 Euro so aufteilen, dass jeder etwas davon hatte?

Die sechs stellten schnell fest, dass 20 Euro geteilt durch sechs Zahler 3,33 Euro pro Person ergibt. Aber wenn sie diesen Betrag von dem jeweiligen Anteil abzögen, dann bekämen auch der fünfte und der sechste Gast ihr Essen kostenlos; mehr noch, sie bekämen sogar noch Geld dafür, dass sie zum Essen gingen. Dieses System taugte also nichts. Aber was tun? Der Wirt hatte den rettenden Einfall: Er schlug vor, dass jeder prozentual ungefähr so viel weniger zahlen sollte, wie er insgesamt zur Rechnung beisteuerte.

Heraus kam dabei folgendes: Der fünfte Gast (wie die ersten vier) zahlte ab sofort gar nichts mehr (100% Ersparnis), der sechste zahlte noch 2 Euro statt bisher 3 (33% Ersparnis); der siebte zahlte noch 5 Euro statt bisher 7 (29% Ersparnis); der achte zahlte noch 9 Euro statt bisher 12 (25% Ersparnis); der neunte zahlte noch 14 Euro statt bisher 18 (22% Ersparnis) und der zehnte Gast zahlte ab sofort noch 50 Euro statt bisher 59 (15% Ersparnis).

Jeder einzelne der sechs zahlenden Gäste kam damit also günstiger weg als vorher, und die ersten vier Gäste aßen immer noch völlig kostenlos. Damit waren die Gäste zunächst sehr zufrieden. Das änderte sich jedoch, als sie einige Tage später in der Wirtschaft den Gewerkschaftsboss Winter trafen, der ihnen noch einmal alles aus seiner Sicht vorrechnete. Nun stellten sie fest, dass doch nicht alles so ideal war, wie sie zunächst gedacht hatten.

„Ich habe nur 1 Euro von den 20 bekommen”, sagte der sechste Gast und zeigte auf den zehnten, den Reichen: “Aber der kriegt 9!”

„Stimmt!”, rief da der fünfte”, ich hab auch nur 1 Euro zu früher gespart – und der spart gleich neunmal so viel wie ich. Das ist nicht gerecht!”

„Wie wahr!”, rief da der siebte. „Warum kriegt der zehnte 9 Euro zurück und ich nur 2?”

„Alles kriegen mal wieder die Reichen!”

„Moment mal”, riefen da die ersten vier im Gleichklang. „Wir haben überhaupt nichts bekommen. Ist doch mal wieder typisch, das System beutet die Ärmsten aus!”

Und wie aus heiterem Himmel gingen die neun gemeinsam auf den zehnten los und verprügelten ihn.

Herr Winter stand dabei und klatschte Beifall.

Am nächsten Mittag tauchte der zehnte Gast nicht mehr zum Essen in dem Wirtshaus auf. Den übrigen neun war das egal. Sie setzten sich zusammen und aßen und tranken wie gewohnt – nur eben ohne ihn. Aber als es an der Zeit war, zu bezahlen und der Wirt die Rechnung brachte, stellten sie völlig konsterniert fest: Alle neun zusammen hatten nicht genug Geld, um auch nur die Hälfte der Rechnung bezahlen zu können.

Und wenn sie nicht verhungert sind, dann wundern sie sich noch heute.

Die Moral von der Geschicht‘

  • Im Jahr 2017 zahlten die 10% einkommensstärksten Haushalte 48% der Einkommenssteuer (inkl. Soli) in Deutschland. Die einkommensstärksten 20% zahlten 67%. Die einkommensstärkste Hälfte zahlte 93%.
  • Nimmt man Mehrwert- und Versicherungssteuer hinzu, zahlten die Top-10% etwa 37% der Steuern. Die Top-20% zahlten 54% und die obere Hälfte zahlte 82% der Steuern. (Quelle)
  • In meinem Familien-, Freundes-, Kollegen- und engeren Bekanntenkreis fällt mir nur eine einzige Person ein, die ehrlich und häufig Dankbarkeit dafür ausstrahlt, was die einkommensstarken Haushalte für die Gesellschaft beisteuern: Jasper Quast
  • Gewerkschaftsbosse sind die größten Populisten und Spalter der Gesellschaft.
  • Steuersenkungen sind gewerkschaftlichen Erpressungen vorzuziehen.
  • Menschen mit hohem Einkommen bzw. Vermögen laufen hierzulande permanent mit einer Zielscheibe auf dem Rücken herum. Jakob Augstein, Miteigentümer des SPIEGEL-Verlags, schrieb vor kurzem einen Artikel unter dem Titel „Zur Hölle mit den Reichen“. Bei jeder anderen gesellschaftlichen Gruppe wäre das ein Kündigungsgrund für einen Journalisten.
  • Werden die Starken von den Schwachen, den Medien und Politikern monetär und verbal so sehr gepiesackt, dass sie auswandern, dann verliert dadurch jeder, der im Land verbleibt. Und zum Bleiben zwingen kann man die Starken nicht, außer in kommunistischen Unrechtsstaaten, wie es mein Geburtsland DDR war.

 

 

Anekdote:

Sinnbildlich für den Umgang der Deutschen mit den Leistungsträgern ist auch folgende Anekdote von Dr. Jochen Heistermann.

Im Frühjahr 1985 fand die Landtagswahl in NRW statt, die geprägt war vom „Wir in NRW“-Slogan des Landesvaters Johannes Rau. Ich nutzte die Gelegenheit, auf eine Großveranstaltung der SPD in Dortmund zu gehen. Das Ganze hatte Volksfestcharakter, viele Kinder bekamen bunte Luftballons und auf der Bühne waren etliche Redner, unter ihnen auch Rau. Die Sprecher blickten zurück auf den Wiederaufbau an Rhein und Ruhr nach dem Krieg und die großen Erfolge der SPD, riefen zum Zusammenhalt der Menschen auf und sangen das Hohelied des kleinen, ehrlichen Arbeiters. Als schließlich Rau ans Rednerpult trat, konnte er minutenlang nicht sprechen aufgrund der frenetischen Ovationen. Während seiner Rede nutzten die Zuschauer jede Kunstpause zum Applaus und manchmal wurde er durch den Jubel sogar mitten im Satz unterbrochen. Ich wurde dagegen etwas verdrossen, weil Rau nur von Kontinuität bei Stahl und Kohle sprach und Arbeitsplätze in diesen Bereichen erhalten wollte. Die Zukunft sollte offenbar so aussehen wie die Vergangenheit. Rau räumte zwar aufkeimende Strukturprobleme ein, forderte aber die Genossen zu Geschlossenheit auf, um diese zu überwinden. Am Lautesten wurde es, als er den Slogan der CDU „Aufschwung. Nur mit uns!“ zitierte und mit hochgereckter Faust rief: „Nein, Aufschwung mit allen Bürgern!“.

Nach seinen Ausführungen durften Fragen gestellt werden und so stellte ich mich an. Die Fragesteller vor mir bestätigten die Politik der SPD und lobten einhellig deren Politik. Eine Frau brach sogar in Tränen aus, als sie speziell die christliche Einstellung von „Bruder Johannes“ würdigte, wie er damals ob seines pastoralen Auftretens scherzhaft genannt wurde. Als ich ans Mikrophon trat, war ich zwar nervös, fragte aber frech, was Herr Rau für technische Akademiker tun wolle – insbesondere für junge Informatiker und wies darauf hin, dass ich lediglich ein Angebot über 1.200 DM vorliegen hatte, was dem Sozialhilfeniveau entspräche. Die Antwort kam postwendend von einem der Redner, der 1.200 DM als gutes Anfangsgehalt empfand und ergänzte, dass seine Söhne nicht einmal die Hälfte davon als Lehrgeld beziehen würden, aber bereits produktiv arbeiteten, während ich mich offenbar noch weiter an der Uni herumdrücken wollte. Ein zweiter Redner übernahm das Mikrophon und sagte, dass er nach dem Krieg für 80 Pfennig die Stunde das Land aufgebaut hätte und mein Anspruchsdenken nicht fassen könne. Er meinte, dass die schlechte Erziehung diese fehlende Dankbarkeit der jungen Leute bewirken würde. Als ich ihm antworten wollte, nahm mir der Moderator das Mikrophon aus der Hand und meinte, dass es noch weitere Fragen gäbe und ich mir die Antwort hinter die Ohren schreiben solle. Frustriert wandte ich mich zum Gehen, wobei mir jemand aus der Menge ein Bein stellte und ich ungeschickt das Gleichgewicht verlor. Der nächste Fragesteller bemerkte das und sagte mit schneidender Stimme: „Da macht der Herr Studiosus mal drei Schritte selber und schon liegt er auf der Nase!“, was mit Gelächter und rauschendem Beifall der Menge bedacht wurde. Als ich mir den Weg durch die Menge bahnte, kam noch ein abschließender Kommentar vom Podium: „Das sind die Leute, die alles bestreiten, nur nicht ihren eigenen Lebensunterhalt!“, was zu brüllendem Gelächter und Sonderapplaus führte.

Mit dem kläglichen Rest meiner Würde ging ich ans schwarze Brett der Uni und schrieb Telefonnummern von Firmen ab, die Informatiker suchten. Die gab es reichlich, aber fast alle in Süddeutschland, wo ich eigentlich gar nicht hin wollte. Ich rief mehrere Firmen an und erhielt von allen Einladungen samt Kostenerstattung. So reiste ich zwei Wochen später in den Süden. In München bekam ich das Angebot in der Forschungsabteilung eines großen Konzerns zu arbeiten mit der Perspektive, auch zu publizieren und zu promovieren. Dazu bot man mir einen Auslandsaufenthalt von mindestens sechs Monaten in Princeton/USA mit Kontakten zur dortigen Universität an. Als mein neuer Chef mir 4.100 DM Einstiegsgehalt bot samt der Aussicht, dass diese nach der Probezeit auf 4.500 DM angehoben wurden (bei 13,5 Monatsgehältern), unterschrieb ich vollkommen perplex den angebotenen Vertrag. Ich wurde zu meinem Glück gezwungen und habe es nie bereut.

Zitat Ende.

 

Passende Zitate zum Thema:

„Bei 50% Abgaben müssten die Angestellten und Gewerkschaften eigentlich vor dem Finanzamt streiken und nicht vor den Firmen.“ (Werner Bahlsen)

 

„(Staatlich) Erzwungene Solidarität ist keine Solidarität.“ (Titus Gebel)

  

„Wenn die Benzinpreise weiter stark ansteigen, dann sagen die klugen Leute: Senkt doch einfach die Mineralölsteuer, denn dann sinken die Preise. Das wird aber nie passieren! Stattdessen würde sich eine Regierung folgendes ausdenken: Die Armen bekommen eine Sonderunterstützung. Denen wird etwas ausbezahlt. Da wird es nämlich eine neue Behörde geben, die das verteilen darf. Und der Staat wird mächtiger und hat das Problem vermeintlich gelöst.“ (Titus Gebel)

 

„Wer etwas über echte soziale Gerechtigkeit lernen möchte, der sollte einen Blick in die Geschichte Englands werfen. Die Antwort des Marktes, nicht des Staates, war gegenseitige Hilfe. Anfang 1800 gab es in England etwa 9.000 sogenannte „Friendly Societies“ mit zusammen 700.000 Mitgliedern bei einer Gesamtbevölkerung von damals 9 Millionen. Die (meist armen) Mitglieder schlossen sich freiwillig (!) zusammen und zahlten Geld an diejenigen Mitglieder, die krank wurden oder deren Familienangehörige starben. 1897 hatte die Mitgliedschaft der Tausenden freiwilligen Zusammenschlüsse knapp 5 Millionen erreicht. Als der Staat die Friendly Societies durch eine staatliche Pflichtversicherung ersetzte, hatte die Mitgliederzahl knapp 7 Millionen erreicht und weitere 2 Millionen waren in unregistrierten Vereinen organisiert. Der Staat hatte Angst, dass ihm die Macht entgleitet. Er wollte die Kontrolle über die Arbeiter wiedererlangen.“ (Titus Gebel)

 

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59 Gedanken zu „Zur Hölle mit den Reichen?

  1. Hey Stefan!

    Coole Geschichte, die du ja schon auf Facebook geteilt hast 🙂 Aber wen genau meinst du mit den „Reichen“? Also meinst du die „reichsten“ Arbeitnehmer oder die Unternehmer/Kapitalisten? Denn die Kapitalertragssteuer, Körperschaftssteuern,… sind ja viel niedriger als die Einkommenssteuer. Kann aber alles zusammen genommen trotzdem ordentlich was zusammen kommen … Muss ich mich auf jeden Fall ausführlicher damit beschäftigen! Ich bin auch geschockt von der SPD und mir sind auch schon paar Leute untergekommen, die sagten, dass wenn man studiert, „nichts Ordentliches macht“. Nur wer sich irgendwie körperlich betätigt, arbeitet „richtig“. LOL. Aber ich glaube, diese Entwicklung ist auf dem Rückmarsch. Denn immer weniger können sich mit so jemandem wie Schulz oder so identifizieren und es gibt immer mehr und mehr Akademiker (weswegen auch hier die Löhne langfristig sinken werden, übrigens.) Na ja, aber in Deutschland gibt es ja trotzdem viele sehr Reiche. München, Hamburg, Berlin. Um Mal im O-Ton Schwarzeneggers zu bleiben: „Geld macht nicht glücklich. Ich habe jetzt 50 Millionen Dollar, aber ich war genauso glücklich als ich 48 Millionen hatte.“ 😀 😀

    Viele Grüße 🙂

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    • Vielen Dank, Anna!

      Im Text ging es ja nur um Einkommen, nicht um Vermögen oder die Unterscheidung Arbeitnehmer/Arbeitgeber. Die Überschrift hatte ich aufgrund des erwähnten Augstein-Artikels gewählt. Auch dort ging es um die Einkommensbesteuerung, d.h. auch dort war das Wort „Reiche“ unpassend, zieht aber mehr Leser an als „Zur Hölle mit den Einkommensstarken“. 🙂

      Du hast Recht. Man müsste noch KfZ-Steuer, Stromsteuer, Ökosteuer, Tabaksteuer, Lotteriesteuer, Grunderwerbsteuer, Kapitalertragsteuer, Branntweinsteuer, GEZ-Gebühren usw. berücksichtigen. Eine Auswertung der gesamten Steuerbelastung nach Einkommensdezilen ist mir aber nicht bekannt.

      Da du Arnie ansprichst… der ist ein gutes Beispiel. Mit nichts gestartet und reich geworden, weil er sich Ziele gesetzt hat und unermüdlich an deren Erreichung gearbeitet hat. Er hat immer mehr als andere an sich gearbeitet und niemals aufgegeben.

      Viele Grüße
      Stefan

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      • Klingt ja erst einmal gut, diese Tellerwäscherphilosophie…aber eine Frage hätte ich, wieviel Millionen von € besitzt Du…oder waren Deine Eltern faul, viel schlimmer noch: Du etwa auch?….

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  2. Nimmt man Mehrwert- und Versicherungssteuer hinzu, zahlten die Top-10% etwa 37% der Steuern. Die Top-20% zahlten 54% und die obere Hälfte zahlte 82% der Steuern. (Quelle)

    Wollen wir doch mal sehen, wie das Einkommen verteilt ist:
    Die reichsten 10 % besitzen 60 % des gesamten Vermögens. Die reichsten 50 % besitzen 97,5 % des gesamten Vermögens in D…

    Finde den Fehler!

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    • Was hat das Vermögen mit der Besteuerung von Einkommen und Konsum zu tun?

      Davon abgesehen kann ein hohes Vermögen ganz unterschiedliche Gründe haben (Erbschaft, Lottogewinn, erfolgreicher Diebstahl, hohe Sparquote, schlauere Geldanlage usw).

      Plädierst du für eine Wiedereinführung der Vermögenssteuer oder für eine Erhöhung des Spitzensteuersatzes? Wie würden die Besteuerten deiner Meinung nach darauf reagieren? Wer würde deiner Meinung nach profitieren?

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      • Na ja, das Fass mit dem ärmsten und dem reichsten hast Du selbst in Deiner Parabel aufgemacht.
        Aber grundsätzlich hast du Recht, dass ein großes Vermögen nicht unbedingt etwas mit hohem Einkommen zu tun haben muss. Aber es wird in den meisten Fällen korrelieren. Woher soll z. B. eine exorbitant hohe Sparquote wohl sonst kommen? Wenn Du an dieser Stelle den Lottogewinn oder den erfolgreichen, steuergünstigen Diebstahl meinst…. ist sicher nicht die Regel.

        Und ja, eine Erhöhung des Spitzensteuersatzes und eine Vermögenssteuer würde ich begrüßen. Und wenn wir schon dabei sind: es kann nicht sein, dass Erben millionenschwerer Unternehmen quasi keine Erbschaftssteuer abdrücken müssen. Von den „optimal steuergestaltenden“ Unternehmen Google, Apple, Amazon & Co. will ich noch gar nicht reden.
        Wie die Besteuerten darauf reagieren? Evtl. ähnlich wie die Mindestlohnbezieher wg. dem Lohn, oder diejenigen, die in Zeiten von Deutsche Wohnen und Vonovia eine bezahlbare Unterkunft suchen.
        Für die Steuergestaltung braucht und will der Gesetzgeber sicher keinen Applaus.

        Ich sehe die Dinge mittlerweile ein wenig anders als noch vor ein paar Jahren. Nämlich aus der Sicht der weniger privilegierten (zu denen ich Gott sei Dank nicht zähle), bzw. der abhängig Beschäftigten. Eine „der Markt wird es schon richten“ Position halte ich jedenfalls für kaltherzig. Herr Titus K. wird mir da vermutlich nicht zustimmen.

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        • Hey Timo!

          Interessant, wie unterschiedlich die Meinungen auseinander driften. Ich denke z.B., dass die Erbschaftssteuer abgeschafft gehört. Selbst wenn jemand drei Trillionen vererbt, haben Behörden, Staat, etc. nichts darin verloren. Es geht ihn einfach nichts an. Hier auch noch von Todesfällen zu profitieren … ekelhaft ist das.

          Viele Grüße

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          • Steuern sind ein notwendiges Übel. Keiner mag sie, aber ohne geht es halt nicht. Bei Todesfällen wird es nochmal pikanter. Erbschaftssteuer komplett abschaffen…. hmm ok, warum nicht? Eine Vermögenssteuer wäre dann m. E. allerdings unumgänglich, um diese Lücke zu stopfen.
            So stellt man nicht mehr auf den Todesfall ab, sondern auf das Vermögen, dass sich durch vorgenannten erhöht hat. Jetzt hat das Kind einen anderen Namen…

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            • Hey Timo 🙂

              Also ich bin mir nicht sicher, ob das so ist. Wieso muss man eine Steuer kompensieren, wenn eine andere ausfällt? Man kann auch Kosten einsparen. Es gibt ja genug, was total unnötig ist und wofür Steuergelder drauf gehen. Menschen, die einfach Geld zugesteckt bekommen, gehen damit nicht gut um. Denen immer mehr zuzustecken, ist fahrlässig, aber das merkt ja jeder selbst irgendwann.

              Keine Vermögenssteuer, keine Erbschaftssteuer.

              Deinen Kommentar an Jenny (Ex-Studentin) finde ich interessant. Ich glaube, ich werde dazu auch einen Beitrag schreiben, sonst sprengt das den Rahmen des Kommentars.

              Aber etwas zum Nachdenken:
              1. Was ist Ungleichheit? Ist dir bewusst, dass Menschen unterschiedlich sind? In ihren Ansichten, ihren Handlungen, ihrer Geschichte, ihren Moralvorstellungen? Selbst in der gerechtesten Welt werden die Menschen unterschiedlich sein … einige werden nicht mit Geld umgehen können … sie verpulvern alles. Sie fallen. Andere machen es anders. Die kriegen auch andere Ergebnisse. Und wie willst du diese Handlungen kontrollieren? Wer ist dafür verantwortlich? Ein einzelner Mensch – Gott – Staat – Gesellschaft?

              2. Was ist der Staat? Was ist die Gesellschaft? Das sind Ansammlungen von Individuen – Menschen, die unterschiedlicher nicht sein können. Jeder von ihnen denkt anders. Der Staat: Bundeskanzlerin Angela Merkel. Richterin Gisela Birnbaum. Der Geheimdienstler Robert Weber. Und so weiter. Die Gesellschaft: Ich. Du. Stefan. Jenny. Die Sekretärin Maria vom Büro nebenan. Der Innenarchitekt Klaus Sowieso. Und so weiter. Und wer ist jetzt genau von denen verantwortlich, dass jeder Mensch (Fremde) einen bestimmten Lebensstandard inne hält?

              „Jetzt sollen sicher nicht alle das gleich verdienen.“

              Wer, was an Gehalt verdient, bestimmt im Grunde jeder Mensch selber – in dem er auf Angebot/Nachfrage reagiert. Ein Informatiker verdient deshalb mehr, weil sein Arbeitgeber diese Tätigkeit als rar einstuft und das Angebot nicht üppig ist. Die Putzkraft verdient weniger, weil diese Tätigkeit nicht rar ist und es ein hohes Angebot gibt. Deswegen: die Menschen werden nie gleich verdienen, sondern immer soviel, wie Angebot/Nachfrage zulassen. Das ist natürlich branchenabhängig.

              “ Ich bin der Meinung, dass Qualifikation/ Fähigkeiten/ Einsatz und Unternehmertum sich absolut auszahlen müssen.“

              Das tun sie nicht automatisch. Du kannst auch ins Klo greifen und etwas produzieren, was niemand will. Dann kriegst du 0€. Hier kommt es wieder auf Nachfrage/Angebot an. Produzierst du etwas, das rar ist, und viele wollen? => viel Geld. Oder steigst du in einen Markt ein, der übersättigt ist und die Nachfrage schwindet? => kein Geld.

              Es ist nicht so, dass wenn du eine Idee hast und sie mit Schweiß, Mühe und Tränen umsetzt, auch was kriegst. Wieso „muss“ sich das automatisch auszahlen?

              „In der Politik sehe ich allerdings immerzu nur das Gegenteil.“

              Jeder Mensch beschäftigt sich die meiste Zeit des Tages mit sich selber. Das kann man niemandem zum Vorwurf machen. Politiker sind Beamte, die diese Karriere im meisten Fall aus eigennützigen Gründen angestrebt haben. Sie kennen die Menschen nicht, „in dessen Namen sie sprechen“ (sowas geht auch überhaupt nicht, jeder Erwachsene spricht für sich selbst!) Keine Ahnung, wozu es sie gibt. Aber Armut werden sie ganz sicher nicht beseitigen. Wie soll das auch gehen? Man kann vielen Menschen €1 Million in die Hand drücken und nächste Woche stehen sie mit Schulden oder nur noch €10 in der Tasche dar. Wie kann man denn solchen Menschen helfen?

              Jeder muss sich selbst helfen. Das übernimmt keiner für einen. Nicht du, nicht ich. Nicht Angela Merkel oder sonst wer. Das geht auch überhaupt nicht.

              Ohman , jetzt ist das trotzdem voll der Roman geworden xD Na ja. Bin gespannt auf deine Gedanken!

              VG 🙂

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              • Hallo Anna,

                ist nun schon 2 Tage alt, aber ich antworte trotzdem und versuche es, kurz zu halten.
                „Also ich bin mir nicht sicher, ob das so ist. Wieso muss man eine Steuer kompensieren, wenn eine andere ausfällt?“

                Weil Vater Staat gerne mehr Geld als weniger zur Verfügung hat.

                „Man kann auch Kosten einsparen. Es gibt ja genug, was total unnötig ist und wofür Steuergelder drauf gehen.“

                Aha, und was z. B.?
                Ok, ich helfe Dir: HSH Nordbank, ICE Strecke Berlin – München, Toll Collect, BER, S21…. Du hast also Recht, dass man Geld einsparen kann. Passiert nur leider nicht. Wenn Herr O. Scholz als amtierender Finanzminister in einen Skandal wie die HSH Nordbank verwickelt ist (ein Musterbeispiel an neoliberalem Handeln!) die den Steuerzahler Milliarden kosten wird, dann zweifle ich daran.

                „Ist dir bewusst, dass Menschen unterschiedlich sind? In ihren Ansichten, ihren Handlungen, ihrer Geschichte, ihren Moralvorstellungen? Selbst in der gerechtesten Welt werden die Menschen unterschiedlich sein …“

                Ja, ist mir klar. Nicht klar ist mir, worauf Du hinaus willst. Vielleicht hätte ich statt Ungleichheit den Begriff Ungerechtigkeit verwenden sollen.

                „Und wie willst du diese Handlungen kontrollieren? Wer ist dafür verantwortlich? Ein einzelner Mensch – Gott – Staat – Gesellschaft?“

                Auch hier weiß ich nicht, worauf Du hinaus willst. Ich will es nicht kontrollieren, wieso sollte ich?

                „Wer, was an Gehalt verdient, bestimmt im Grunde jeder Mensch selber – in dem er auf Angebot/Nachfrage reagiert.“

                So, hier wird es jetzt wild. Das lese ich wirklich oft in irgendwelchen Blogs: „Du bestimmst, was Du verdienst“…. Entschuldigung, aber das ist doch ideologischer Mumpitz. Wenn ich mich für eine Ausbildung/ Studium entscheide stelle ich die Weichen, wohin es beruflich für mich hingeht. Der Ingenieur wird in aller Regel kein Werbetexter und der Maurer in den seltensten Fällen Musiker. Meine Möglichkeiten auf Angebot/ Nachfrage zu reagieren sind also beschränkt.
                Welche Reaktionsmöglichkeiten hat für Dich denn die 45 jährige Putzfrau aus Mittelanatolien mit überschaubaren Deutschkenntnissen? Oder die Erzieherin von nebenan?
                Aber das liegt vermutlich in der Natur der Sache, dass man die Welt vornehmlich aus der eigenen Perspektive betrachtet. Wer macht die ganzen Finanzblogs? Richtig, nicht der vorgenannte Maurer oder die Erzieherin, sondern so wie ich das beobachtet habe, eher die Akademiker unter uns. Auch hier mag es Ausnahmen geben.

                „Es ist nicht so, dass wenn du eine Idee hast und sie mit Schweiß, Mühe und Tränen umsetzt, auch was kriegst. Wieso „muss“ sich das automatisch auszahlen?“

                Da hast Du Recht. Ich sprach auch von einer „guten“ Idee. Aber auch die muss nicht zwingend zum Erfolg führen. Punkt für Dich. Was ich damit sagen wollte: wer ein unternehmerisches Risiko eingegangen ist und damit Erfolg hatte, dem sei er gegönnt.

                „Jeder Mensch beschäftigt sich die meiste Zeit des Tages mit sich selber. Das kann man niemandem zum Vorwurf machen.“

                Tut er das? Ok. Und jetzt? Mir wäre nicht bewusst, das irgendjemandem zum Vorwurf gemacht zu haben.

                „Politiker sind Beamte, die diese Karriere im meisten Fall aus eigennützigen Gründen angestrebt haben. Sie kennen die Menschen nicht, „in dessen Namen sie sprechen“ (sowas geht auch überhaupt nicht, jeder Erwachsene spricht für sich selbst!) Keine Ahnung, wozu es sie gibt. Aber Armut werden sie ganz sicher nicht beseitigen. Wie soll das auch gehen? Man kann vielen Menschen €1 Million in die Hand drücken und nächste Woche stehen sie mit Schulden oder nur noch €10 in der Tasche dar. Wie kann man denn solchen Menschen helfen?“

                So, hier kommen wir jetzt ans Eingemachte. Leider hast Du Recht, die werden Armut nicht beseitigen, denn die wollen das gar nicht! Aber genau darum geht es doch, dass das einfach nicht sein kann!! Bezeichnend, dass diese „Elitenverwahrlosung“ einfach so hingenommen wird.
                Fast 1000 Tafeln in D und Deine Aussage dazu ist: „da kann man wohl nix machen“??
                Wie wäre es damit, den sozialen Wohnungsbau wieder aufzunehmen, um diese ganze Privatisierung durch Heuschrecken wie Deutsche Wohnen Einhalt zu gebieten? Den Mindestlohn raufsetzen auf einen mind. 2-stelligen Betrag und nicht um lächerliche 51 Cent (in 2 Stufen!). Hartz IV aufstocken und die Sanktionen beseitigen und die Befristungskultur bei abhängig Beschäftigten beenden.
                Aber Dein Argument ist, „nein lieber nicht, nachher kaufen die sich von den paar Almosen eh nur Kippen und Alk!“??? Entschuldigung, aber das ist mMn menschenverachtend und vorurteilbehaftet.
                Und niemand will „vielen“ Menschen eine Million geben. Manche können nicht mit Geld umgehen, ok, das ist halt so. Und jetzt? Dann geben wir denen besser nix, bzw. halten die lieber mal kurz? Aber wer sind die? Haben die ein Schild um den Hals?

                „Jeder muss sich selbst helfen. Das übernimmt keiner für einen. Nicht du, nicht ich. Nicht Angela Merkel oder sonst wer. Das geht auch überhaupt nicht.“

                Und wieder hast Du Recht. Das bestreite ich auch gar nicht, dass jeder für sich selbst verantwortlich ist. Aber die Rahmenbedingungen müssen einfach stimmen und das ist die Verantwortung der Politik.

                Gruß
                Timo

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                • Hey Timo 🙂

                  „Weil Vater Staat gerne mehr Geld als weniger zur Verfügung hat.“

                  Das stimmt wohl. Aber er verpulvert ja einen Großteil für Unsinn. Ist es also eine gute Idee, ihm noch mehr Geld zu geben? Ich glaube nicht …

                  Ich möchte darauf hinaus, dass es 80 Millionen verschiedene Meinungen zu „Gerechtigkeit“ / „Ungerechtigkeit“ gibt. Und selbst wenn man sich auf eine Definition einigt, weiß man nicht, wie man das erreichen soll. Denn selbst in der gerechtesten Welt werden Menschen unterschiedliche Startbedingungen haben. Einige kommen hübscher zur Welt und können aus ihrem Körper einen Vermögenswert machen, während andere das nicht können. Andere haben Talent im Programmieren oder ihnen fällt etwas Bestimmtes leichter, etc. Andere kamen in einem Elternhaus zur Welt, das gute finanzielle Bildung weitergibt, während andere hier straucheln usw. Das wird immer so sein …

                  „Ich will es nicht kontrollieren, wieso sollte ich?“

                  Das ist es ja. Ich will es auch nicht. Selbst wenn ich wollte, wie könnte ich es? Mein Tag ist nur begrenzt. Wie sollte ich jeden Menschen überwachen können? Und jetzt kommt es: keiner will das. Keiner kann das. Auch Beamte nicht. Deswegen geht das gar nicht.

                  Richtig, die Finanzblogs sind in der Regel von Akademikern gemacht. Wir wollen da raus. Wir lesen viel. Keine Frage, die Reinigungskraft oder der Vollzeit-Kellner hätten das viel dringender nötig. Warum lesen die nichts dazu? Und wieso sollten Andere Schuld daran sein, dass sie das nicht tun? :/

                  „Leider hast Du Recht, die werden Armut nicht beseitigen, denn die wollen das gar nicht! Aber genau darum geht es doch, dass das einfach nicht sein kann!“

                  Das ist aber so? Wie willst du die Menschen dazu zwingen, dass sie tun, was du willst? Richtig, sie wollen nicht, und sie können es auch gar nicht. Dass es Tafeln gibt, ist doch super? Menschen helfen Menschen. Dann könnte es doch viel mehr geben. Warum sollte das der Staat übernehmen?

                  Na ja, wenn der Staat das alles bezahlen soll, dann wird er auch mehr einnehmen wollen. Wer soll das bezahlen? Der Staat macht nur einseitige Transaktionen, also wenn er mehr Geld einnehmen will, muss er es jemandem wegnehmen. Guck mal, Stefan geht das gehörig auf den Keks. Wie hoch muss die Steuerlast noch fallen? Würdest du 80-90% Abgaben tolerieren? Kein Vermögensaufbau mehr. Nicht mehr essen gehen. Kein Urlaub mehr. Alles zu teuer. Stell dir vor, du arbeitest 80-90% für fremde Menschen, die du nicht kennst. Wie definiert sich Ausbeutung?

                  „das ist die Verantwortung der Politik.“

                  Die Politik ist jeder einzelne Politiker oder Beamte. Wer von denen genau trägt die Verantwortung? Ich weiß nicht, was du meinst.

                  Viele Grüße 🙂
                  Anna

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                  • Hallo Anna,

                    leider erkenne ich den Kern deiner Botschaft nicht. Was willst Du mir sagen? Dass wir alle unterschiedlich sind? Stimmt.
                    Das Gerechtigkeit komplett subjektiv ist und wir da nicht weiterkommen? Ich widerspreche vehement. Man kann Ungerechtigkeit erkennen und etwas dagegen tun! Wie das gehen könnte, habe ich oben in aller Grobheit beschrieben.

                    „Das stimmt wohl. Aber er verpulvert ja einen Großteil für Unsinn.“

                    Aha… und was für ein „Unsinn“ wäre das neben meinen Beispielen? Glaubst Du nicht, du machst es Dir hier recht einfach? „Einfach den Unsinn bleiben lassen und dann braucht der Staat die ganzen Steuern nicht mehr?“

                    „Das ist es ja. Ich will es auch nicht. Selbst wenn ich wollte, wie könnte ich es? Mein Tag ist nur begrenzt. Wie sollte ich jeden Menschen überwachen können? Und jetzt kommt es: keiner will das. Keiner kann das. Auch Beamte nicht. Deswegen geht das gar nicht.“

                    „Das ist es ja?“ Sorry, hier komme ich gänzlich nicht mit? Ich habe zu keiner Zeit irgendwas von Überwachung geschrieben? Wie man jeden Menschen überwachen kann, dafür gibt es übrigens sehr kompetente Ansätze. Facebook und Cambridge Analytica sind da gute Ansprechpartner. 😉
                    Soviel zu keiner kann das. Und keiner will das? Darüber denke selbst nochmal kurz nach.

                    „Wir wollen da raus.“

                    Ja wo wollt ihr denn raus? Ich darf mal annehmen aus dem berühmten Hamsterrad? Gutes Ziel.

                    „Wir lesen viel. Keine Frage, die Reinigungskraft oder der Vollzeit-Kellner hätten das viel dringender nötig. Warum lesen die nichts dazu? Und wieso sollten Andere Schuld daran sein, dass sie das nicht tun?“

                    Ok, Deine These ist also: „Würden die auch lesen und sich schlau machen, dann hätten wir, bzw. die kein Problem.“
                    Korrigiere mich, wenn ich das falsch interpretiere.

                    „Wie willst du die Menschen dazu zwingen, dass sie tun, was du willst?“

                    Will ich doch gar nicht. Ich möchte gerne, dass diejenigen, die an der Macht sind(sprich: unsere Politiker) die Regeln für ein nachhaltiges und soziales Miteinander aufstellen. Wie ich das machen will? Na ja, wenn ich nicht einverstanden bin, dann muss ich bei der nächsten Wahl mein Kreuzchen anderswo machen. Anderes schwieriges Thema.

                    „Dass es Tafeln gibt, ist doch super? Menschen helfen Menschen. Dann könnte es doch viel mehr geben.“

                    Puhhh…. Dein voller Ernst? Echt jetzt? Ich empfehle mal darüber nachzudenken, WARUM es diese 1000 Tafeln gibt! Geh doch mal hin und klär die Leute dort über die Vorteile eines kleinen ETF-Sparplans auf. Aber nimm jemand großes starkes mit!

                    „Warum sollte das der Staat übernehmen? “

                    Kleine Aufgabe: Bitte das Wort „Sozial-“ noch korrekt in deinen Satz einbauen. Dann hast Du deine Antwort.

                    „Wer soll das bezahlen? Der Staat macht nur einseitige Transaktionen, also wenn er mehr Geld einnehmen will, muss er es jemandem wegnehmen. Guck mal, Stefan geht das gehörig auf den Keks. Wie hoch muss die Steuerlast noch fallen? Würdest du 80-90% Abgaben tolerieren? Kein Vermögensaufbau mehr. Nicht mehr essen gehen. Kein Urlaub mehr. Alles zu teuer. Stell dir vor, du arbeitest 80-90% für fremde Menschen, die du nicht kennst. Wie definiert sich Ausbeutung?“

                    Tut mir Leid, hier gebe ich auf. Das geht in grundlegende ökonomische Überlegungen, die ich nicht mit Dir diskutieren möchte und auch nicht kann. Hier muss man sich selbst schlau machen. Ich empfehle das Studium der Kritik an der Agenda 2010. Da kann man viel mitnehmen.
                    Nur so viel: Ja, der Staat muss es jemandem wegnehmen. Und vom wem nehme ich es? Vom Reichen der viel hat, oder vom Armen, der nichts hat (wenn ich das mal ein wenig schwarz/ weiß malen darf)?
                    Reichtum konzentriert sich immer mehr dort, wo er eh schon ist. Der Linksliberale hat hierzu unten ein Beispiel genannt wie das passiert. Derzeit fließt das Geld von unten nach oben. Ungleichgewichte sind für kein komplexes System gut.

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                    • Hey Timo! Oha, langsam wird es unübersichtlich.

                      Ich denke, wir haben zwei entgegengesetzte Überzeugungen: Du sagst, Ungerechtigkeit wäre objektiv (sofern ich verstanden habe) und ich denke, nein, jeder versteht etwas Anderes darunter.

                      „Will ich doch gar nicht. Ich möchte gerne, dass diejenigen, die an der Macht sind(sprich: unsere Politiker) die Regeln für ein nachhaltiges und soziales Miteinander aufstellen. Wie ich das machen will? Na ja, wenn ich nicht einverstanden bin, dann muss ich bei der nächsten Wahl mein Kreuzchen anderswo machen. Anderes schwieriges Thema.“

                      Du sagst, das willst du doch nicht und im nächsten Satz sollen Menschen das machen, was du für richtig hältst. Sie stellen die Regeln nun mal nicht auf (zum Glück). Und du kannst auch nichts dagegen machen, egal, wo du ein Kreuzchen machst. Das ist auch eine gute Nachricht.

                      Ich denke nicht, dass der Staat für „Soziales“ verantwortlich ist. Er scheitert doch eh jeden Tag daran. Warum sollte jemand, der nicht leistet, was er verspricht, mit noch mehr Aufgaben und Kompetenz ausgestattet werden? Ja, natürlich, Lesen bringt die Menschen weiter.

                      „Reichtum konzentriert sich immer mehr dort, wo er eh schon ist.“

                      Richtig, weil diese Menschen gelernt haben, wie man Geld macht. Ich stimme zu bei dem, was Stefan Müller weiter unten gesagt hat: Es ist nicht das riesige Reichtum das Problem, sondern die Nichtvermögensbildung der anderen Seite.

                      Wer Interesse hat, kann gerne mehr dazu lesen, dass man vom Staat nicht viel erwarten kann:
                      https://amzn.to/2lI0AUx Why Government Doesn’t Work von Harry Browne 🙂

                      Viele Grüße,
                      Anna

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  3. Huhu Stefan,
    schöner Artikel. Sehr bildlich, obwohl mich die Beispiele gleichzeitig auch traurig machen..
    Eine perfekte Lösung wird es nie geben. Ich selbst habe z.B. rund 40% Abgaben von meinem Gehalt (Versicherungen, Steuer, zzgl AG-Anteil) und finde das nun nicht tragisch. Man bekommt viel Gegenleistung. Auch Erbschaftssteuer finde ich nicht schlimm, sofern Kinder weniger zahlen als Neffen und Co. Ich lebe gerne in Deutschland. Gute Bildung, Medizin und zunehmend familienfreundlicher. Der ewige Neid muss aber aufhören, sonst wird man nie glücklich.

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    • Hallo Ex-Studentin,

      Neid ist nicht schön und hilft in aller Regel auch niemandem weiter.
      Ich sehe es in meinem Freundeskreis selbst, wie unterschiedlich Eigentum verteilt ist. Einer nennt Ende 30 schon 2 Häuser sein Eigen (geerbt) und hat nen Ingenieursjob im Metallertarif. Bin ich neidisch?… nö, hilft mir ja nix, wenn er genauso viel/ wenig hat wie ich.
      Doch Neid ist was anderes als Ungleichheit. Ungleichgewichte sind in jedem komplexen System nicht gut. Und eine Gesellschaft ist ein solches System.
      Jetzt sollen sicher nicht alle das gleich verdienen. Ich bin der Meinung, dass Qualifikation/ Fähigkeiten/ Einsatz und Unternehmertum sich absolut auszahlen müssen. Der- oder Diejenige, die eine gute Idee hat und auch den Mumm, diese zu verwirklichen, soll von mir aus gerne reich werden.

      Aber bei den Grundbedürfnissen hört es auf: Du sprichst gute Bildung, (gute) Medizin und (zunehmende) Familienfreundlichkeit an. Das braucht man, und einige haben das. Aber haben das auch die ärmsten 30 %? Das sehe ich deutlich anders als Du.
      Insofern nur einige Stichworte: Agenda 2010, Hartz IV, gesetzliche Rentenquote < 50 %, Pflegenotstand, Mindestlohn. Die Kassenärztliche Vereinigung diskutiert derzeit eine Gebühr für den Besuch der Notaufnahme. Die Bildungsausgaben in Deutschland sind knapp 1 % unter dem OECD-Schnitt. Was KITA-Angebote angeht, höre ebenfalls nicht unbedingt gutes, was deren Verfügbarkeit angeht.

      Gesegnet ist der, der in ein wohlhabendes (im Sinne von: einiges entfernt von arm) Elternhaus hineingeboren wurde. Arm macht vor allem eines: Armut. Und die kostet uns alle mehr. Wir sind also gut beraten, diese zu bekämpfen. In der Politik sehe ich allerdings immerzu nur das Gegenteil.

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      • Ich denke an sich, dass jeder seines Glückes Schmid ist. Selbst, wenn man aus einem armen Elternhaus (zumindest in D) kommt. Aber realistisch gesehen, kann man so schwere Rahmenbedingungen haben, dass ein eigenständiges Aufsteigen sehr schwer ist. Wenn man z.B. gesundheitliche/psychische Probleme hat. Meine Mutter arbeitet in einer offenen Anstalt. Die Bewohner hatten meist schwere Kindheiten. Aus einer Hartz 4-Familie zu stammen, ist an hingegen kein Show Stopper. Man hat es zwar schwieriger Abitur zu machen, aber auch eine gute Ausbildung ist schon viel wert. Zumindest ist das meine Beobachtung in meinem Freundeskreis. Man steckt wiederum nicht drin, wie gefragt man am Arbeitsmarkt ist.

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        • Hey Jenni,
          ich bringe zu meinen Bewerbungsgesprächen immer mein Sonderschulzeugnis mit. War ja 5-7 Ohne Schule und ende 7- 9 Klasse auf der Sonder. Es macht schon deutlich einen Eindruck. Vor allem wenn man es Selbstbewusst zeigt und man bleibt direkt im Kopf 🙂

          Auch eine Schwere Kindheit ist heutzutage nicht unbedingt ein Stopper 🙂
          Bei meinen Eltern waren manche Substanzen nicht so weit, dann ist die ein oder andere Psychische Störung nicht wegzudenken, in dem Stadtteil in dem wir gelebt haben, gab es 2006 nur eine Arbeitslosigkeit von 29,5%. In der Finanzkrise weit höher. Und Organisierte Kriminalität herrschte dort.
          – Perfekt zum Urlaub machen –
          Also wenn ich es da raus geschafft habe dann müsst ihr es erst recht schaffen.
          Es ist auch mein größter Vorteil, weil ich Armut erlebt habe. Weil ich es weiß was es bedeutet dort zu leben. Und ich es nie wieder erleben möchte. Es ist ein großer Antrieb für mich 🙂
          Hinzukommt das für Personen die nicht viel gehabt haben die Lebensqualitätssteigerungen viel früher anfangen als bei Personen im Mittelstand. Das Motiviert zusätzlich 🙂
          Das bemerke ich immer wieder, es schaffen nur wenige aus dieser Hölle heraus, aber die die es schaffen, die werden extrem erfolgreich.Zum Beispiel kam Arnold aus Armut, der CEO von Starbucks oder Kolja. Alle haben es geschafft 🙂

          Natürlich nimmt man die ein oder andere Narbe mit, die darf man nur nicht andauernd aufreißen 🙂

          Gruß,

          Pascal

          PS. Das Umfeld ist das A und O 🙂

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          • Hi Pascal,
            aus dem eigenen Umfeld „auszubrechen“ ist nicht selbstverständlich. Hattest du einen Schlüsselmoment, mit dem alles anfing?

            Ich hatte alles in allem eine schöne Kindheit. Erst als Heranwachsener wurde ich immer kritischer, vor allem wenn man plötzlich immer mehr Vergleiche hat. Meine Vergangenheit war nicht perfekt, aber meine Eltern sind bis an ihre Grenzen gegangen, um alles irgendwie hinzubekommen. Wir haben es nun dank Internet viel leichter uns alles selbst bei zu bringen. Die früheren Generationen waren ziemlich auf sich allein gestellt bzw. hatten höchstens ihre Familie. Zusätzlich spielt auch die Genetik eine große Rolle. Vor der kann man nicht entkommen.

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            • Das Internet ist super 🙂 Deswegen setze ich mich heute noch dafür ein das meine Kleinen (ich nenne die Kleinen die noch im Heim wohnen) endlich besseres Internet als 50 bit/s bekommen.

              Schlüsselmomente gab es viele. Es lief in mehreren ertappen. Grundsätzlich vorweg der größte Schlüsselmoment war das ich mit 13 ins Heim kam. Hier die 4 wichtigsten:
              1. Ein Kumpel ist sehr Jung an einer Überdosis von Rauschmitteln gestorben, deshalb habe ich schon in Bremen kein Alkohol/ Drogen/ Zigaretten (außer Schoki) angerührt. Während der Großteil anfing zu Konsumieren. Dies veränderte mich relativ zu meinem „Freundeskreis“. Viele Freunde waren gut, bis sie damit angefangen haben, das habe ich ein paar mal durchmachen müssen.

              2. Mein Berufsberater hat mich so stark beleidigt:“ Du wirst niemals den Hauptschulabschluss schaffen, du bist nur Dumm, du warst so lange nicht in der Schule als ob, hier ich habe eine ABM für dich“ das ich mir gesagt habe Okay, ich mache ABI. Während viele von meinen „Freunden“ grad mal die Hauptschule geschafft haben. Und spätesten hier auf die Schiefe bahn kamen. Hat mich zusätzlich relativ verändert.

              3. Abgebrochen habe ich es dann wegen 50ct im Parkhaus. Da war ich glaube 19 Jahre alt. Das war ein Schlüsselmoment. Vorher ist natürlich viel Passiert. Insgesamt war es bestimmt drei Tausend die er sich schon von mir geborgt hatte (War Jung und naiv ich weiß :D). Die 50ct haben das Fass zum überlaufen gebracht. Das war der Freundeskontakt-abbruch. Natürlich habe ich für das Geld Gegenleistungen bekommen, die nicht in Geld aufgewogen werden können. Schwierig in Worte zu fassen. In Bremen herrscht große Korruption, nicht nur im Bamf… leider.

              4. Den Entschluss den Kontakt zu meinem Elternhaus zu beenden hatte ich vorletztes Jahr. Ich habe nach Hause telefoniert. Wir haben uns gestritten, wegen dem Studium. Ich fands doof. Andere wollten mich durch das Anschreien dazu bringen weiter zu studieren. Ich habe gesagt, dass ich erstmal nicht telefonieren möchte.
              Zwei tage später Stürmt die Polizei bei uns die WG weil von Zuhause jemand bei der Polizei angerufen hätte und gesagt hatte, das ich schlimme (Sehr sehr schlimme) Sachen machen würde. Zum glück konnte ich die Polizei schnell davon überzeugen, dass die Vorwürfe nicht stimmen. Sie haben noch vorgeschlagen, dass ich mal zuhause anrufe. Gesagt getan. Dort habe man sich ja nur sorgen um mich gemacht etc.

              Das war der Moment in dem ich mich entschied den Kontakt endgültig abzubrechen. Natürlich habe ich auch von meinem Umfeld Rückendeckung bekommen 🙂
              Es war zum Schluss auch eine ganz andere ebene Gespräche zu führen. Diese Menschen sind nicht umsonst immer noch im Getto, weil sie auch geistig dort zuhause sind.

              Funfact: Wir hatten zuhause einen Fliesentisch. So klischeehaft 😀

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  4. Pingback: Ein paar Worte über Leistung und Leistungsträger*innen | Ansgar Sadeghi - Texter, Onlinejournalist, Mensch

  5. Ohje! Ich kann nicht glauben, dass dieses hirnrissige Beispiel für „Gerechtigkeit“ genommen wird. Das Problem? Die Einkommenssteuerregelung begünstigt die 1% Reichen, denn deren „Einkommen“ entsteht eben genau nicht aus „fleißiger“ Arbeit, sondern aus Kapitalerträgen zum Beispiel Zinsen und wie wird dieses mühelose Einkommen versteuert…für die Putzfrau genauso wie für den Milliardär, eben mit 25%. Wenn die 1% Vermögenden den Spitzensteuersatz von 45% zahlen müsste, so wären das satte 20% mehr. Müssen sie aber nicht, Dank der christlichen mitfühlenden Bundesregierung für die Vermögenden (ach ja: Kapital ist ein scheues Reh, sagen die Apologeten des grenzenlosen Reichtums für Wenige)…also können unsere Schulen weiter verrotten und das Mehr an Steuereinnahmen wird für Rüstung verbraten (Der Russe greift an oder der Migrant)…und übrigens werden zur Zeit 1,8 Millionen Bürger Deutschlands in über 2000 Suppenküchen (Tafeln) verköstigt…und die müssen das Essen bezahlen…Das ist außerdem eine private Veranstaltung, die Vermögenden und unsere Bundesregierung haben sich aus dieser Lebenshilfe der Tafeln mal ganz konsequent rausgehalten. Es geht nicht um „Neid an Vermögen“, sondern um soziale Gerechtigkeit und der größte Teil der deutschen Vermögenseliten scheren sich einen Scheißdreck um die „Armen“…nur Diskriminierung, Hohn und Spott bleiben für die Bedürftigen übrig. Wartet nur ab, bis Ihr dran seit.

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  6. Das Problem ist nicht der riesige Reichtum auf der einen Seite sondern die Nichtvermögensbildung auf der anderen Seite. Selbst die „kleine“ Putzfrau kann sich langfristig mit kleinen Beträgen ein kleines Vermögen aufbauen. In anderen Ländern haben selbst einfache Arbeiter überwiegend Wohneigentum, und sei es nur eine Miniwohnung im Hochhaus.

    Hier wird lieber Miete für etwas besseres ausgegeben und das Geld bis zur Dispogrenze ausgegeben, statt für 25€/ Monat in Aktienfonds oder ETFs zu investieren. Leider fehlt hier in Deutschland die finanzielle Bildung.
    Wenn ich die teuren Autos und großen Mietwohnungen der Schichtarbeiter bei uns sehe und dann von ihren Schulden höre, soll mir keiner etwas von zu wenig Geld erzählen.

    Ich bin mir auch sicher, dass durch mehr Erbschafts- und Vermögenssteuer nur der Neid etwas reduziert wird, den Mangel an Vermögen der unteren Hälfte der Gesellschaft wird das nicht beseitigen.
    Im Gegenteil, es ist zu befürchten, dass dadurch mehr Unternehmen und Reiche in die Nachbarländer abwandern, wo es bessere Bedingungen gibt. Das passt zum Beispiel, was Stefan angebracht hat. Wenn der Hauptzahler geht, haben alle weniger …..

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    • Hallo Stefan,

      mit einigen Punkten hast Du ja Recht. Wenn man sich die große Kiste nicht leisten kann, dann kann man sie sich halt nicht leisten. Auch mit der finanziellen Bildung ist es ganz allgemein nicht so weit her.

      Aber hey, selbst ich als Akademiker bin insofern erst recht spät Mitte 30 zu einiger Einsicht gelangt. Wie sollen dann die „kleine“ Putzfrau oder andere eher weniger bildungsaffine Genossen zur Erleuchtung gelangen? Ich halte das für weltfremd.

      „In anderen Ländern haben selbst einfache Arbeiter überwiegend Wohneigentum, und sei es nur eine Miniwohnung im Hochhaus.“

      Und liegt das jetzt daran, dass unsere hiesigen einfachen Arbeiter zu dumm sind, oder an den Rahmenbedingungen in den anderen Ländern?
      By the way… welche anderen Länder sollen das denn sein?

      „….soll mir keiner was von fehlendem Geld erzählen“.

      Sorry, Stammtischniveau, das zu pauschalisieren.

      „Ich bin mir auch sicher, dass durch mehr Erbschafts- und Vermögenssteuer nur der Neid etwas reduziert wird“

      Es geht nicht um Neid, sondern um Ungerechtigkeit. Die Voraussetzungen sind eben nicht für alle gleich, das kann man nicht bestreiten.

      Gruß
      Timo

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  7. Alle Jahre wieder die gleiche Leier… So etwa im Jahr 2009 erzählte Guido Westerwelle etwas davon, dass „Fünfzig Prozent der Bevölkerung […] 94 % der Steuerlast [tragen]“ (Einkommenssteuer) und wie furchtbar ungerecht das doch sei. Auch damals verschwieg er halt den nicht unwichtigen Fakt, dass diese 50% auch 82% des Gesamteinkomens bezogen. Ach und übrigens gehörte man schon zu den oberen 50%, wenn man über 25.000€ an Einkommen im Jahr bezog. Klingt plötzlich viel weniger dramatisch als manche es gerne hätten. Die Quelle weiter oben verschweigt diesen Zusammenhang verständlicherweise auch, ist das Institut der deutschen Wirtschaft doch als sehr arbeitgebernah bekannt, um nicht zu sagen eine Lobbyorganisation pro Neoliberalismus. Und natürlich ist das Fazit im Artikel, dass Steuererleichterungen quasi erste Wahl sind. Eigentlich dachte ich bisher, nur die vollkommen kompetenzlose FDP verbreitet so einen Stuss, weshalb sie auch nie in der Masse gewählt wird.

    Leute, geht raus. Sprecht mit Menschen, die nicht in einem rosaroten Elfenbeinturm leben, sondern zwei Nebenjobs benötigen, um über die Runden zu kommen. Raus aus eurer Echokammer und zurück in die Realität! Nur weil es uns gut geht, sollten wir uns nicht über alle anderen erhaben fühlen…

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  8. Also ich bin gerade am Nachrechnen. Ein Normalverdiener mit 54000 Euro brutto zahlt schon über 10000 Euro Lohnsteuer plus geschätzt 3000 Euro Mehrwert- und Verbrauchssteuern plus vielleicht 1000 Euro KESt.
    Das sind zusammen 14000 Euro Steuern im Jahr. 67,6 Mio. Einwohner sind mindestens 18 Jahre alt.
    Wenn die jetzt alle soviel Steuern wie der Normalverdiener im Beispiel zahlen ergibt das:
    76,7 Mio. * 14000 Euro = 1,07 Billionen Euro

    Laut Wikipedia waren die gesamten Steuereinnahmen 2017 734,5 Milliarden.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Steueraufkommen_(Deutschland)

    Der Normalverdiener zahlt also schon (1070 Mrd./734,5Mrd.=1,4568) 45,68% mehr als der Durchschnitt.

    Kann mir jemand sagen ob und wenn ja wo ich falsch gerechnet habe?

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    • Ja. Du hast ein Paar Begriffe verwechselt. Steuerzahler ≠ Steuerträger

      Steuerzahler ist derjenige, der es an das Finanzamt überweist. Also der die Steuer entrichtet. Dies ist bei der Mehrwertsteuer nicht der fall. In diesem Fall ist das Unternehmen im Form der Umsatzsteuer der Steuerzahler.
      Du bist zwar Steuerträger und Steuerdestinar aber nicht der Steuerzahler in dem Fall 🙂

      Steuerdestinar ist derjenige der nach Gesetzeswillen die Steuerlast trägt 🙂

      Steuerträger ist derjenige der die Last wirklich trägt.

      Ich stimme dir zu, die Lohnsteuer/Abgabenquote ist exobitant. Es wären 2018 10249€ in der Steuerklasse 1.
      Vergessen darf man nicht, das wirklich jeder etwas von der Steuer absetzen kann, grade in Deutschland.

      Durchschnitt ≠ Median
      Du hast Durschnittliches Einkommen (alle einkommen durch Anzahl der Teilnehmer) mit dem Mittleren Einkommen (50% der Einkommen liegen drüber oder drunter verwechselt). Dies liegt in DE bei Monatlich 1.615€.
      Also der Normalverdiener zahlt weniger, der Durchschnittsverdiener mehr, weil dort ja auch die Superverdiener mitgezählt und einfach durch 2 geteilt werden 🙂

      Ich hoffe ich konnte helfen 🙂

      Gruß,

      Pascal

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      • Danke für Deine Erklärung, Pascal.

        Mit Normalverdiener meinte ich jemanden der normal verdient. Also in Vollzeit arbeiten geht, weder Akademiker noch Ungelernter ist. Ein quasi Normalo.

        Wo bleiben denn die ganzen angeblich so hohen Steuerzahlungen der Reichen? Wenn die kaum Steuern zahlen würden kämen die rund 0,75 Billionen Steuereinnahmen doch auch zusammen.

        Zwei „Normalos“ zahlen doch schon für einen Arbeitslosen die Steuern mit. So viele Arbeitslose und Studenten gibt es doch nun auch wieder nicht.

        Als Rentner zahlt man dann zum Teil auch noch Steuern auf den Rentenanteil, der aus versteuerten Rentenbeiträgen stammt. Das machen die Reichen sicher nicht, da sie in der Regel gar nicht in der GRV sind.

        ALG und Krankengeld sind steuerfrei aber progressionspflichtig. Man zahlt also troztdem Steuern drauf.

        Könnte es sein, dass die „Reichen“ viel ihres Einkommens in Steuersparmodelle investieren? Wenn ich 45000 Euro in eine zur Vermietung gekauften Immobilie investieren würde, bräuchte ich auch keine Einkommensteuer zahlen.

        Kann ich mir aber nicht leisten.

        Selbst in der Gesetzlichen Krankenkasse subventionieren Normalverdiener Spitzenverdiener, wie ich selbst erfahren konnte. Obwohl jeder der über 53000 Euro verdient den Höchstsatz in die KK zahlt bekommt jemand der 70000 Euro verdient mehr Krankengeld als jemand der 55000 Euro verdient. Das geht dann wieder nach dem Netto.

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        • als Staatsdiener im Finanzamt kann ich dir versichern, dass die sog Reichen richtig viele Steuern zahlen und dabei sehe ich noch nichmal die richtig großen Fische

          meherere 100 k oder ne Million Steuern sind keine Seltenheit

          Gruß

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