In 5 Schritten zum Aktienkauf

Übermorgen ist es wieder soweit: Ich beteilige mich an einem Unternehmen. Wie immer werde ich anschließend einen Artikel darüber schreiben.

Übermorgen?! Wieso das denn?

Sowohl beim Giro-, als auch beim Depotkonto entschied ich mich für das beste Angebot. Leider dauert es bei diesen Banken 2 Tage, bis Geld vom Girokonto auf dem Depotkonto ankommt. Ärgerlich, doch die besseren Konditionen sind es mir wert.

Market Timing habe ich aufgegeben. Ich investiere, wenn Geld übrig ist. Also übermorgen.

Nach meinen letzten Käufen kamen im Blog Fragen auf, wie es zu dieser Entscheidung gekommen ist. Dazu möchte ich in diesem konkreten Fall etwas mehr schreiben.

Schritt 1

Ich entschied mich, im Mai den Betrag X in Aktien zu investieren. Die Höhe dieses konkreten Betrags ist eine sinnvolle Höhe für den Kauf eines Einzelwertes. Bei einer Aufteilung auf 2 Unternehmen würden doppelte Ordergebühren anfallen und der Gebührenanteil wäre unverhältnismäßig hoch.

Ein neuer Kauf muss nicht immer gleich ein neues Unternehmen sein. Der erste Schritt bei der Aktienauswahl sollte es sein, das eigene Portfolio unter die Lupe zu nehmen und das Unternehmen auszuwählen, bei dem man zum aktuellen Zeitpunkt am ehesten einen Nachkauf tätigen würde.

Eine kleine Hilfe bei dieser Entscheidung kann die Tabelle sein, die ich im fünften Schritt näher beschreiben werde.

Zeitaufwand: 30 bis 45 Minuten

Portfolio
Schritt 2

Ich möchte mehr als 13 Unternehmen zur Auswahl haben.

Am liebsten beteilige ich mich an US-amerikanischen und europäischen Unternehmen. Also entschied ich, mir die Zusammensetzung der zwei großen Indizes anzusehen.

S&P 500 – die 500 größten börsennotierten US-Unternehmen
Stoxx Europe 600 – die 600 größten börsennotierten Unternehmen in Europa

Wer eine größere Auswahl haben möchte, kann den kanadischen, australischen und japanischen Aktienindex hinzunehmen. Andere Länder kommen für mich im Prinzip nicht infrage.

USA Europa
Da ich nicht 1.100 Unternehmen einzeln analysieren möchte und kein Screener meinen Anforderungen gerecht wird, habe ich mir mein eigenes „Filtersystem“ ausgedacht.

Auf finanztreff.de suche ich nach dem Index und rufe die Indexzusammensetzung auf.

Nun kopiere ich alle Einzelwerte in eine Excel-Tabelle – mit Namen, WKN, Branche, KGV, Marktkapitalisierung und 3-Jahres-Kurssteigerung. Dort sind auch weitere Kennziffern zu finden, die ich jedoch nicht benötige.

Nun kann ich in Excel alles herausfiltern, was ein zu hohes KGV, eine zu geringe Marktkapitalisierung oder eine zu geringe Kurssteigerung aufweist – oder in einer Branche angesiedelt ist, in die ich nicht investieren möchte.

Dann filtere ich nach Namen. Von vielen Unternehmen weiß ich bereits, dass ich mich nicht an ihnen beteiligen möchte.

Filter
Von 1.100 Unternehmen sind etwa 150 übrig geblieben.

Zeitaufwand: 30 Minuten

Schritt 3

Bei so vielen Unternehmen kann ich es mir leisten, wählerisch zu sein.

Die nächste Filter-Runde beginnt. Ich kopiere die WKN in das Suchfeld auf finanzen.net und rufe den Bereich „Bilanz/GuV“ auf.

Bei 150 Unternehmen muss dieses Filtern ratzfatz gehen. Meine Augen richten sich nur auf 3 Dinge:

  • Der Umsatz darf nicht zu gering sein.
  • Stetige Steigerung des Umsatzes (keine zweistelligen Einbrüche und kein jahrelanges „auf der Stelle treten“).
  • Eigenkapitalquote nie unter 35% in den letzten 3 Jahren.

Zeitaufwand pro Unternehmen: 15 Sekunden
Bei 150 Unternehmen ergibt das knapp 40 Minuten.

Nun habe ich von 1.100 Unternehmen die 20 Unternehmen selektiert, die am ehesten meinen Anforderungen entsprechen – mit 70 Minuten Zeitaufwand.

Selektion
Schritt 4

Ich gebe zu: Die Schritte 2 und 3 waren etwas nervig. Doch je näher die Entscheidung rückt, desto mehr Spaß bereitet mir die Selektion.

Nun ist die Auswahl klein genug, dass ich mir die Unternehmen näher ansehen möchte – in ungefähr dieser Reihenfolge:

Es kann Sekunden oder nur wenige Minuten dauern, bis ein Unternehmen von meiner Watchlist fliegt.

Von 20 Unternehmen blieben 11 übrig.

Schritt 5

Das Unternehmen aus Schritt 1 sowie die 11 Unternehmen aus dem letzten Schritt übertrage ich nun in eine weitere Excel-Tabelle mit folgenden Zeilen.

Zahlen
Auf 7 x 12 = 84 Zahlen zu schauen und dabei eine Entscheidung zu treffen, ist etwas viel. Aus diesem Grund kommt Farbe ins Spiel.

Bei jedem Kriterium färbe ich die Zellen in 2 bis 4 (je nach Kriterium und Ausprägung) verschiedenen Farben: dunkelgrün (sehr gut), hellgrün (gut), orange (schwach), rot (sehr schwach).

Beispielweise bei der EK-Quote: 1 Unternehmen dunkelgrün, 2 Unternehmen hellgrün, 2 Unternehmen orange, 1 Unternehmen rot. Die restlichen 6 Unternehmen bleiben weiß.

Nachdem ich das mit allen 7 Kriterien durchgezogen habe, fällt leichter ins Auge, welche die Top-Unternehmen nach meinen Kriterien sind.

4 von 12 Unternehmen blieben übrig. Dann schaute ich mir jedes der 4 Unternehmen in Ruhe noch einmal genauer an.

Ich wusste bzw. weiß: Egal für welches der 4 Unternehmen ich mich entscheiden würde – die anderen 3 Unternehmen laufen mir nicht weg.

Letzten Endes spielt das Bauchgefühl eine große Rolle und die Überlegung: Welches der 4 Unternehmen scheint mir aktuell am günstigsten bewertet?

Die Antwort liefere ich euch am Dienstagabend.

Kaninchen

Einen solchen Aufwand betreibe ich natürlich nicht bei jeder Kaufentscheidung. Wahrscheinlich lasse ich nächstes Mal die Schritte 2, 3 und 4 weg. Außerdem muss ein Großteil der Zahlen aus Schritt 5 erst im Jahr 2017 aktualisiert werden.

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4 Gedanken zu „In 5 Schritten zum Aktienkauf

  1. Mal zur Info: Seit dem 1. Januar 2012 müssen beleglose €uro-Zahlungen innerhalb der EU, egal ob inländisch oder grenzüberschreitend, am nächsten Geschäftstag nach Auftragserteilung bei der Empfängerbank vorliegen. Dies gilt für Überweisungen wie für Lastschriften.
    Daran sind auch Deine Banken und Online-Broker gebunden. Trotz günstigeren Konditionen.

    Ansonsten bin ich auch gespannt, auf Deine „Neuvorstellung“ 🙂

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  2. Pingback: Heute gekauft: Cerner Corporation | Stefans Börsenblog

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