Pro und Contra: Bitcoin wird Aktien in den nächsten 10 Jahren outperformen

(Lesezeit: 9 Minuten)

Zwischen 2011 und 2025 gab es keinen Zeitraum von mindestens 5 Jahren, in denen der S&P 500 Bitcoin (in USD) outperformt hat (auf Jahresschlusskurs-Basis).

Das sind 57 Zeiträume, also 57:0 für Bitcoin.

1 von 12 Vierjahreszeiträumen konnte der Aktienindex gewinnen (2018-2022).

Also 68:1 für Bitcoin.

Warum ist das so? (Es wird ja nicht durch eine Code-Zeile sichergestellt.)

Der heutige Beitrag wird in 3 Teile unterteilt:

1. Bisherige Ursachen

2. Welche Gründe lassen sich auf die Zukunft übertragen, welche nicht?

3. Fazit

Starten wir mit den Gründen für die bisherige Dominanz.

Für einen besseren Lesefluss lege ich meine Anmerkungen (ANM1, ANM2 usw.) an das Ende des Beitrags.

1.1 Neues/kleines Asset

Eine völlig neue Anlageklasse hat es leichter, hohe Wachstumsraten zu erzielen, als eine etablierte.

Von 2009 bis 2026 stieg der Wert aller Bitcoin von 0 auf 1,3 Billionen Dollar. (ANM1)

Der Aktienmarkt war 2009 bereits 30-50 Billionen Dollar schwer, und stieg seitdem auf etwa 150 Billionen Dollar.

Bitcoin macht heute ca. 0,26% des auf etwas über 500 Billionen Dollar geschätzten weltweiten Vermögens aus.

0,26% ihrer Vermögen in irgendetwas zu allokieren ist keine große Sache für die Unternehmen, Pensionsfonds, Universitäten, Family Offices, Hedgefonds, Staaten, Zentralbanken, Milliardäre sowie Max und Monika Mustermann.

Dennoch halte ich es für beeindruckend, dass Bitcoin bereits mehr Wert speichert als Berkshire Hathaway (mit seiner aktuellen Marktkapitalisierung von 1,1 Billionen Dollar).

1.2 Eigenschaften (sowie deren Stabilität) und Problembewusstsein

Bitcoin ist mobil. Es kann schnell, sicher und günstig über kleine und große Entfernungen übertragen werden, und wenn nötig bei der Flucht in ein anderes Land mitgenommen werden. (ANM2)

Bitcoin ist besser teilbar als Immobilien oder Gold.

Die Gesamtmenge von geschürften Bitcoin steigt langsamer als die von Immobilien oder gefördertem Gold.

Bitcoin funktioniert global, zugangsfrei, zensurresistent und ohne Mittelsmänner.

Bitcoin ist langlebig und hat keine oder sehr geringe Instandhaltungs- und Lagerkosten.

KI kann Bitcoin nutzen.

Die Codezeilen, die diese Eigenschaften sicherstellen, hatte Bitcoin von Anfang an. (ANM3)

Hinzu kommt das steigende Bewusstsein, dass die Geldmengenerhöhung der Banken und Zentralbanken für rund die Hälfte aller Probleme verantwortlich ist oder diese zumindest verschärft. (ANM4)

1.3 Adoption, FUD-Widerlegung, Katalysatoren, Resilienz

Der dritte entscheidende Punkt dafür dass Bitcoin heute nicht 0,0013 sondern 1,3 Billionen Dollar wert ist, ist für mich die Adoptionskurve sowie die bewiesene Resilienz.

Bestimmte Meilensteine haben dafür gesorgt, dass Käufer bereit waren, immer höhere Preise zu zahlen. Dazu zählen unter anderem:

  • Silk Road 2011-2013: Eine Million Kunden haben auf der Darknet-Webseite „Silk Road“ Drogen für 1,2 Milliarden Dollar mit Bitcoin bezahlt. (ANM5)
  • Zypern 2013: Nachdem die Regierung der Bevölkerung Geld direkt von den Bankkonten gestohlen hat, entdeckten die Menschen Bitcoin und der Preis schoss durch die Decke. (ANM6)
  • Wikileaks 2013: Nachdem Wikileaks Beweise für Kriegsverbrechen der USA vorgelegt hat, wurden ihnen die Konten gesperrt. Nur dank Bitcoin konnten sie überleben (und die mächtigste Instanz der Welt konnte nichts dagegen tun), wie später von Gabriel Shipton, dem Bruder von Julian Assange, bestätigt wurde.
  • Indien 2016: Premierminister Narendra Modi verkündet, dass in 4 Stunden die 500- und 1000-Rupie-Banknoten, die 85% des Bargelds ausmachen, nicht mehr angenommen werden. Am nächsten Tag bleiben die Banken geschlossen. Dies geschieht in einem Land mit 1,3 Milliarden Menschen, in dem 90% aller Transaktionen in Cash abgewickelt werden. Mehr als 30 Menschen sterben im Chaos der folgenden Tage. In den darauffolgenden Monaten geht die Bitcoin-Adoption in Indien durch die Decke.
  • Blocksize-War 2015-2017: Am Ende eines zweijährigen „Krieges“ um die Blockgröße wird klar, dass selbst die größten Spieler im Bitcoin-Space Bitcoin nicht ändern können. (ANM6)
  • MicroStrategy 2020: Das Unternehmen ändert das Geschäftsmodell und kauft so viele Bitcoin wie möglich.
  • Kanada 2020: Die Konten derer, die Proteste der LKW-Fahrer gegen Covid-Gesetze unterstützen, werden eingefroren. Spender und Trucker entdecken Bitcoin als Lösung.
  • Texas 2020: Seit ca. 2020 nutzt der texanische Netzbetreiber ERCOT die texanischen Bitcoin-Miner, um das Stromnetz zu stabilisieren.
  • Kongo 2020: Der älteste afrikanische Nationalpark wird vor der Pleite gerettet, indem die durch die Corona-Pandemie ausfallenden Tourismus-Einnahmen durch Bitcoin-Mining ersetzt werden.
  • Exxon Mobil 2021: Der zweitgrößte Ölkonzern der Welt beginnt damit, Gasflaring durch Bitcoin-Mining zu ersetzen.
  • Tesla 2021: Das Unternehmen kauft Bitcoin und akzeptiert es als Zahlungsmethode.
  • Nigeria 2021: Die Zentralbank verbietet den Kryptobörsen Käufe und Verkäufe. Das macht die Nigerianer erst so richtig heiß auf Bitcoin (Peer-to-peer), und 2023 rudert man dann wieder zurück als man merkt dass Bitcoin nicht verboten werden kann.
  • China 2021: Nach dem Miningverbot bricht die Hashrate um 50% ein, steigt aber schnell auf neue Allzeithochs.
  • Nochmal China 2021: Eine Kombination aus Social Credit System und Central Bank Digital Currency lässt die schlimmsten Albträume von George Orwell wahr werden. Im Rahmen einer Totalüberwachung wird von der kommunistischen Partei erwünschtes Verhalten belohnt, während Menschen mit einem niedrigen Punkte-Level mit Einschränkungen rechnen müssen, etwa beim Zugang zu sozialen Diensten, bei der Arbeitsplatz- und Ausbildungssuche. Ebenso möglich sind Reiseeinschränkungen, höhere Steuern sowie eine Drosselung der Internetgeschwindigkeit. EU-Bürokraten klatschen Beifall und schauen sich Ideen ab. Bitcoin ist die Lösung.
  • El Salvador 2021: Das erste Land führt Bitcoin als offizielle Landeswährung (legal tender) neben dem US-Dollar ein. 24 Prozent des Bruttoinlandsprodukts erzielt das Land durch Überweisungen von verwandten Auswanderern, die Geld an ihre Familien senden. Diese Transfers kosteten 10-30% an Gebühren.
  • Ukraine 2022: Vielen Ukraine-Flüchtlingen wird klar, dass Bitcoin die beste Fluchtwährung ist.
  • SEC 2022: Gary Gensler, Chef der US-Börsenaufsicht, sagt er kann Bitcoin nicht regulieren, weil Bitcoin dezentral und ein Rohstoff ist.
  • BlackRock 2023: Die ersten Bitcoin Spot ETFs in den USA werden zugelassen. Es folgen u.a. Käufe von: Abu Dhabi, GameStop, Rumble, Pakistan, Harvard, Brown, UAE, Luxemburg, Kasachstan, der Tschechischen Zentralbank, Pensionsfonds von Wisconsin und Michigan, JPMorgan Chase, Morgan Stanley, Goldman Sachs, Wells Fargo, diversen Hedgefonds (Millennium Management, Brevan Howard, Schonfeld Strategic Advisors, Jane Street & Susquehanna).
  • Bhutan 2023: Es kommt zufällig heraus dass das Land seit 2019 staatliches Bitcoin-Mining betreibt. Bhutan hat nur etwa 0,8 Millionen Einwohner, aber so viel Wasserkraft, dass man damit 17 Millionen US-Haushalte versorgen könnte. Als während der Corona-Pandemie die Tourismus-Einnahmen einbrachen, intensivierte das Königreich die Investitionen in Mining-Hardware. Die Bitcoin-Bestände machen einen zweistelligen Prozentsatz des Bruttoinlandsprodukts aus. (ANM8)
  • Trump 2024 / Strategic Reserve 2025: Nachdem sich Donald Trump mehrfach sehr positiv über Bitcoin äußerte, kündigt die US-Regierung eine Strategische Bitcoin-Reserve an. Hinzu kommen zahlreiche Bitcoin-Fans in der Administration sowie im Senat und unter Gouverneuren: JD Vance, RFK, Scott Bessent, Howard Lutnick, David Sacks, Pete Hegseth, Vivek Ramaswamy, Cynthia Lummis, Ted Cruz.
  • Preis 2024: Bitcoin gelingt es zum 4. Mal, ein neues Allzeithoch zu erreichen, nachdem der Preis mehr als 75% vom vorherigen Allzeithoch abgestürzt war. Meines Wissens hat kein anderes Asset das 4x geschafft. Dies schafft Vertrauen in Bärenmärkten. (ANM9)
  • Hashrate 2026: Die Hashrate des Bitcoin-Netzwerks liegt bei 1,03 ZH/s und ist damit das sicherste Computernetzwerk der Welt.

Zur Adoption und zu all den Resilienz-Beweisen kommt der Wissensaufbau hinzu, der dafür sorgt dass FUD (Fear, Uncertainty, Doubt) widerlegt wird und immer weniger Leute abschreckt:

  • „Bitcoin lässt die Weltmeere kochen“
  • „Bitcoin verschwendet Energie“ (ANM10)
  • „Damit kann man nicht bezahlen“
  • „Bitcoin hat keinen inneren Wert“
  • „Bitcoin generiert keinen Cashflow“
  • „Bitcoin wird verboten“
  • „Bitcoin ist zu langsam“
  • „Bitcoin kann man nicht anfassen“
  • „Quantencomputer machen Bitcoin wertlos“ (ANM11)
  • „Das nutzen nur Drogendealer, Geldwäscher, Terrorismusfinanzierer, Pädophile, Umweltschweine, Steuersünder und Psychopathen“

Hier sieht man, was Bitcoins Adoptions-Meilensteine in den kommenden Jahrzehnten sein werden/müssen:

2. Welche Gründe lassen sich auf die Zukunft übertragen, welche nicht?

Bitcoin ist also aus 3 Gründen 1,3 Billionen Dollar wert bzw. hat aus 3 Gründen Aktien outperformt: Neuheit, Eigenschaften, Adoption.

2.1 Neuheit/Größe

Die meisten von uns werden wohl dem Gedanken zustimmen, dass Bitcoin nicht in derselben Zeitspanne, die es für den Sprung von 130 Milliarden USD auf 1,3 Billionen USD gebraucht hat, auf 13 Billionen USD steigen wird.

Anders ausgedrückt: Das Gesetz der großen Zahlen sorgt für abnehmende Wachstumsraten. (ANM12)

Das sieht man gut im Rainbow-Chart mit logarithmischer Skalierung der vertikalen Achse (ANM13):

Im Power Law Chart, wo beide Achsen logarithmisch skaliert sind, führt dies zu einer Geraden (ANM14)

Spekulationen darüber, ob Bitcoin dem Power Law folgen wird, überlasse ich dem Leser.

Auf der mittleren Linie würde dies einer Performance von 36% pro Jahr von heute bis Anfang 2040 entsprechen, sowie 26% auf der unteren Begrenzung, und 44% auf der oberen Begrenzung.

Zum Vergleich: Die Amazon-Aktie stieg 32% pro Jahr vom Börsengang am 15.05.1997 bis heute.

Beide Charts zeigen auch, dass Bitcoin in 2025 viel höher hätte steigen müssen, um dem bisherigen Schema zu folgen.

2.2 Eigenschaften

Als eine der größten Gefahren für Bitcoin sehe ich, dass es erneut zu einem Kampf um den Code kommt (wie in ANM6 ausführlich beschrieben), bei der diesmal aber nicht die Seite gewinnt, die sich ein knappes, neutrales, globales, direktes, genehmigungsfreies, zensurresistentes, gut transportierbares, gut teilbares, programmierbares Geld wünscht.

Spekulationen über Eintrittswahrscheinlichkeiten überlasse ich auch hier dem Leser.

2.3 Adoption

So viel planen Amazon, Alphabet, Microsoft und Meta an Capex-Ausgaben für 2026:

650.000.000.000 USD

So viel planen sie für Bitcoin-Käufe:

0 USD

Seit Jahren halluzinieren Bitcoiner herbei, dass diese Unternehmen zumindest einen Teil ihrer Bestände an Anleihen in Bitcoin tauschen. Seit Jahren werden sie enttäuscht.

Das wäre für mich der nächste Schritt auf der Adoptionskurve – etwas das den Kurs auf 250.000 USD treiben könnte.

Die Wahrscheinlichkeit für einen signifikanten Bitcoin-Kauf durch die Magnificent 7 (bzw. einen weiteren nach Tesla 2021) ist meiner Meinung nach gesunken.

Darüber tröstet auch nicht die Tatsache hinweg, dass mit SpaceX, die gerade xAI übernommen haben und einen Börsengang womöglich noch für 2026 planen, wohl bald ein zweites Top-10-Unternehmen Bitcoin hält.

Nachrichten wie zuletzt die, dass Bitcoin die größte Position im Portfolio der Harvard University ist, sind zwar nett, aber wenn Bitcoin auf 250.000 USD steigen soll, muss mehr kommen. (ANM15)

3. Fazit

Achtet auf die Entwicklung der Adoption, der Hashrate, der Code-Debatten, und vielleicht auf die Einhaltung des Power Law. (ANM16)

Wird Bitcoin Aktien outperformen in den nächsten 10 Jahren? Das kann meiner Meinung nach nur passieren, wenn die Adoption voranschreitet, und das kann niemand seriös vorhersagen.

Abschließend die Anmerkungen:

ANM1: Bitcoins Marktkapitalisierung lag bereits bei 2,5 Billionen Dollar.

ANM2: Lest dazu z.B. die Geschichte von Laleh Farzan und wie ihr 2017 auf der Flucht von Afghanistan nach Deutschland von den Schleppern alles gestohlen wurde – abgesehen von ihren Bitcoin Private Keys: https://bitcoinmagazine.com/culture/bitcoin-financial-freedom-in-afghanistan

ANM3: Dazu zählen u.a.: Proof-of-work; Halving alle 210000 Blöcke; Schwierigkeitsanpassung alle 2016 Blöcke; max. Blockgröße.

ANM4: Das ist hier in einem 40-minütigem Video erlärt: https://stefansboersenblog.com/2025/04/20/was-ist-das-problem/

ANM5: Es wurden nicht ausschließlich Drogen gehandelt, aber hauptsächlich.

ANM6: Den Blocksize War hatte ich hier beschrieben: https://stefansboersenblog.com/2023/03/19/bitcoin-skalierbarkeit/

ANM7: Die ganze Geschichte könnt ihr hier nachlesen: https://stefansboersenblog.com/2024/05/01/wtf-happened-in-cyprus/

ANM8: Hier schrieb ich mehr dazu: https://stefansboersenblog.com/2024/10/08/bhutan-bitcoin/

ANM9: 93% Drawdown 2011; 87% 2015; 84% 2018; 77% 2022 (jeweils vom vorherigen Allzeithoch)

ANM10: Mein Beitrag zum Thema: https://stefansboersenblog.com/2022/08/11/meine-reaktion-auf-bitcoin-verschwendet-energie/

ANM11: Mein Beitrag zum Thema: https://stefansboersenblog.com/2024/05/30/bitcoin-quantencomputer/

ANM12: Bei Gold ist dies allerdings nicht so. Der Goldpreis in US-Dollar stieg in den 100 Jahren zwischen 1900 und 2000 stärker (CAGR 2,6%) als zwischen 1800 und 1900 (CAGR 0,06%). Theoretisch ist also auch bei Bitcoin eine Beschleunigung möglich.

ANM13: https://www.blockchaincenter.net/en/bitcoin-rainbow-chart/

ANM14: https://charts.bitbo.io/long-term-power-law/

ANM15: Aus diesem Beitrag geht hervor, dass Bitcoin auch nach dem jüngsten Verkauf die größte Position von Harvard bleibt: https://www.blocktrainer.de/blog/elite-uni-harvard-hat-bitcoin-verkauft

ANM16: Bitcoin-Hashrate: https://mempool.space/de/graphs/mining/hashrate-difficulty#3y

11 Gedanken zu „Pro und Contra: Bitcoin wird Aktien in den nächsten 10 Jahren outperformen

  1. Hallo Stefan.

    [Bitcoin Power Law]

    Auf der mittleren Linie würde dies einer Performance von 36% pro Jahr von heute bis Anfang 2040 entsprechen

    Die Performance wird doch von Jahr zu Jahr geringer, egal, ob man auf das Power Law schaut oder auf den Rainbow Chart – beide prognostizieren sinkende Renditen Jahr für Jahr.

    Deshalb wundert es mich, warum du über einen Zeitraum von 15 Jahren von einer einheitlichen (durchschnittlichen) Rendite von 36% pro Jahr sprichst.

    Wenn ich in das Power Law schaue, dann prognostiziert es für 2026 eine „faire Rendite“ von 39,6% ($142.917 -> $199.557) und für 2039 von 21,9% ($3.241.412 -> $3.951.209). (2040 ist auf dem Chart leider nicht mehr komplett drauf.)

    Durchgehend 36% pro Jahr sind das keinesfalls, und der Durchschnitt über die Jahre dürfte deutlich unter 36% pro Jahr liegen.

    Gruß Walter

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    • Hallo Walter.

      Genau das hatte ich geschrieben: Eine Gerade auf einem Log-Log Graph zeigt abnehmendes Wachstum an.

      Das bedeutet nicht, dass man keine Compound Annual Growth Rate (CAGR) von heute bis zu einem bestimmten Punkt ermitteln kann – und genau das interessiert einen Anleger.

      Dieser Wert beträgt wie angegeben 36% von gestern bis zum Jahreswechsel 2039/2040.

      Du glaubst, dass es weniger als 36% sind, weil du vom mittleren Punkt HEUTE ausgehst. Relevant ist aber der Verlauf ausgehend vom heutigen PREIS.

      Grüße

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      • Hallo Stefan,

        okay – wenn ich vom heutigen Preis auf den 01.01.2040 hochrechne, dann kommt das fast hin (33,7% durchschnittlich pro Jahr).

        Jetzt ist nur noch die Frage, ob das 2040 mit der Mittelgerade des Power Law klappen wird.

        Selbst wenn wir in den nächsten Monaten die von manchen prognostizierten/erhofften $140K bis $150K erreichen sollten, hätten wir gerade die Mittellinie des Power Law erreicht.

        Damit man weiterhin auf das Power Law bauen kann, sollten wir die Mittellinie aber deutlich nach oben überschreiten – d.h. Preise deutlich jenseits der $200K.

        Falls wir das nicht schaffen, kann auch das Power Law-Modell beerdigt werden, weil dann die bisherige Mittellinie nicht mehr trägt und rechnerisch immer weiter nach unten wandern wird.

        Bleiben wir gespannt!

        Gruß Walter

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  2. Hallo Walter.

    „dann kommt das fast hin (33,7% durchschnittlich pro Jahr)“

    CAGR von 68k (dem USD-Preis bei Veröffentlichung des Beitrags) auf 4.750.805 (dem letzten Punkt auf dem verlinkten Graph für den 18.12.2039) wären 36,03% über 13,8 Jahre und 35,73% (also ebenfalls rund 36%) über 13,9 Jahre.

    https://www.kreditrechner.net/cagr-wachstumsrechner.php

    Wollen wir wirklich weiter Lebenszeit dafür verwenden, zu diskutieren ob es 36% oder 34% sind?

    „Damit man weiterhin auf das Power Law bauen kann, sollten wir die Mittellinie aber deutlich nach oben überschreiten“

    Nein. Wir müssen lediglich oberhalb der Support-Linie sowie unterhalb der Resistance-Linie bleiben.

    „Jetzt ist nur noch die Frage, ob das 2040 mit der Mittelgerade des Power Law klappen wird“

    Hat das jemand behauptet?

    Ich habe die Wachstumsraten zu allen drei Punken Ende 2039 angegeben – nicht nur zur mittleren Linie. Außerdem schrieb ich, dass ich nicht darüber spekuliere, ob Bitcoin weiterhin dem Power Law folgen wird oder nicht.

    Grüße

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    • Hallo Stefan.

      „Damit man weiterhin auf das Power Law bauen kann, sollten wir die Mittellinie aber deutlich nach oben überschreiten“

      Nein. Wir müssen lediglich oberhalb der Support-Linie sowie unterhalb der Resistance-Linie bleiben.

      Das klingt fast so, als würdest du davon ausgehen, dass die drei Linien fix sind?

      Die mathematischen Hintergründe zum Power Law
      https://medium.com/quantodian-publications/bitcoins-natural-long-term-power-law-corridor-of-growth-649d0e9b3c94

      Die Mittellinie (die eigentliche Power Law-Linie) ist keine fixe Linie, sondern eine Regressionslinie über alle Preise, d.h. die wird jeden Tag neu berechnet, weil jeden Tag ein neuer Wert zur Datenbasis dazukommt.

      D.h. falls wir uns nicht halbwegs gleichmäßig unter und über der Mittellinie aufhalten, dann wird die Regressionsrechnung sukzessive immer niedrigere Steigungen ergeben. Die Mittellinie würde dann immer flacher verlaufen.

      Womit die aktuellen Preisprojektionen in die Zukunft Makulatur würden.

      Sprich, wenn das letzte ATH bereit das finale Zyklushoch war, und wir jetzt im Bärenmarkt sind – wovon ja sehr viele ausgehen – dann ist das heutige Power Law als Prognose-Instrument eigentlich schon ruiniert, weil sich dann die Mittellinie immer stärker ändern wird.

      Gruß Walter

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  3. Hallo Walter.

    Ich finde, wir verzetteln uns hier mit dem Power Law. Können wir nochmal einen Schritt zurücktreten und das große Ganze betrachten?

    Die Essenz des Beitrags war: Ob Bitcoin von 2026 bis 2036 stärker performen wird als Aktien, kommt auf die Adoption und Code-Stabilität an. Das Power Law diente dem Punkt, dass die Wachstumsraten in der Vergangenheit abgenommen haben. Nicht mehr, nicht weniger.

    Die Wachstumsrate kann auch zunehmen, siehe Gold im 20. Jhd. vs. 19. Jhd.

    Dass wir in diesem Zyklus nicht auf über $200k gestiegen sind, hängt v.a. damit zusammen, dass Ereignisse den Bärenmarkt ausgelöst haben, bevor Retail-Investoren (Max und Monika Mustermann) die letzte Phase des Bullenmarktes einläuten konnten (wie 2017 und 2021). Käufer zwischen $100k und $126k waren vor allem Treasury Companies und andere Unternehmen, Hedgefonds, Staaten/Staatsfonds, Family Offices, Universitäten, Pensionsfonds.

    Das könnte bedeuten, dass auch das Max. Drawdown des Bärenmarktes geringer ausfällt als früher, weil die Fallhöhe geringer ist. Spekulationen über kurze Zeiträume halte ich allerdings für wenig sinnvoll, weil niemand weiß was bis Jahresende passiert bzgl. Zinsen, Geldmenge, Wirtschaft, Iran, Taiwan etc.

    Wenn Mark Zuckerberg morgen verkündet, Bitcoin für 15 Milliarden Dollar für Meta gekauft zu haben, dann sieht die Welt ganz anderes aus.

    Grüße

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  4. Hallo Stefan.

    dass Ereignisse den Bärenmarkt ausgelöst haben, bevor Retail-Investoren (Max und Monika Mustermann) die letzte Phase des Bullenmarktes einläuten konnten (wie 2017 und 2021).

    Nachdem inzwischen so viel mehr Geld in BTC steckt – haben da Max und Monika Mustermann überhaupt genügend Geld, um merkliche Kursbewegungen – und gar eine parabolische Übertreibung – auszulösen?
    (Ernsthafte Frage.)

    Gruß Walter

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    • Hallo Stefan,

      es ist wirklich anstrengend, wenn du jede Frage und jede Bemerkung als Angriff auf dich und deinen Text wertest.

      Gerade die letzte Frage mit der „Wirkungskraft“ des Retails war überhaupt nicht persönlich gemeint.

      Angesichts der immer größeren Mitspieler (Pensionskassen, Firmen, Vermögensverwalter etc) im BTC-Markt hätte ich eben vermutet, dass der Einfluss der Retailer auf den Preis immer mehr schwindet.

      Ich lese aber gerne andere Meinungen und deren Begründungen, weil ich (als eher Techniker als Finanzkundiger) mir bewusst bin, dass ich von vielen Finanzthemen nur oberflächliches Wissen habe.

      Deswegen nimm meine Posts bitte nicht so persönlich. Mir geht es wirklich eher darum, zu erfahren, warum andere manches anders sehen. Im Idealfall tauscht man Argumente aus, und danach ist jede Seite ein bisschen schlauer – unabhängig davon, ob man seine Meinung dann ein bisschen modifiziert oder nicht.

      Gruß Walter

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      • Ach so, sorry.

        Ich würde sagen, es kommt immer auf den Zeitpunkt und die Handlung der anderen Marktteilnehmer an.

        Wenn Bitcoin bei $120k steht und es wenig Kaufinteresse von institutioneller Seite gibt, dann kann Retail den Preis eines >$2bn Assets etwas weiter nach oben treiben, schätze ich. (Allerdings sind das auch die Zeiträume, in denen Bitcoin Treasury Companies das meiste Kapital einsammeln für ihr Stacking.)

        Bei $120k wird es vermutlich auch so einige Privatleute gegeben haben, die auf 8-stelligen Bitcoin-Vermögen gesessen haben (von Käufen aus der Zeit 2013-2016) und Teile verkauft haben, um sich etwas zu gönnen.

        „What Bitcoin Did“ auf YouTube hat oft interessante Gäste, die Blockchain-Daten in dieser Hinsicht auswerten.

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