Wer hat die Lösungen?

Der Countdown läuft: Noch rund 100 Tage bis zur Wahl des 19. Deutschen Bundestags.

Meine letzten vier politischen Beiträge haben 35% mehr Kommentare hervorgerufen als meine letzten zehn nicht-politischen Beiträge. Das ist der eine Grund für diesen Beitrag, der möglicherweise Auftakt einer kleinen Beitragsreihe über die nächsten 100 Tage werden wird. Der zweite Grund ist, dass der Erfolgsgrad des Vermögensaufbaus auch von politischen Entscheidungen abhängt.

Im Optimalfall entsteht – durch meine Anregungen, aber vor allem durch eure Kommentare – eine kleine Entscheidungshilfe zum Setzen der beiden Kreuzchen. [Als Berliner darf ich sogar ein drittes Kreuzchen setzen zur Zukunft vom Flughafen Tegel]

Los geht’s mit einer Frage.

 

In diesem ersten Beitrag soll es zunächst nur um die Festlegung der Themen und das Aufwerfen von Fragen gehen. Viel mehr ist noch nicht möglich, da einige Parteien ihr Wahlprogramm noch nicht vorgestellt haben.

Ich habe mir vier Themenblöcke überlegt: (1) Einnahmen und Ausgaben, (2) Rente und Aktienkultur, (3) Einwanderung und Auswanderung sowie (4) Europäische Union.

Selbstverständlich gibt es weitere wichtige Themen, doch das würde den Rahmen sprengen.

 

  1. Einnahmen und Ausgaben

Auf der Seite der (Staats-)Einnahmen ist festzustellen, dass deutsche Arbeitnehmer die zweithöchste Steuerbelastung weltweit haben. Wer als Alleinstehender 52.152 Euro brutto verdient, zahlt bereits 42% Einkommensteuer auf jeden verdienten Euro, der darüber hinausgeht. Hinzu kommen Sozialabgaben, Mehrwertsteuer, Ökosteuer, Stromsteuer, Grundsteuer, Tabaksteuer und so weiter. Ich habe gelesen, dass der Staat sich so 49% der Arbeitnehmer-Einkünfte unter den Nagel reißt.

Der Bundestag möchte den Leistungsträgern möglichst viel wegnehmen und ist der Meinung, bessere Entscheidungen darüber treffen zu können, wie man dieses Geld sinnvoll einsetzt. Weitaus trauriger finde ich allerdings die Tatsache, dass viele Bürger dem zustimmen.

Dazu eine kleine Grafik.

Staatsausgaben

Auf der Ausgabenseite der Umverteilungsrepublik Bundesrepublik fällt auf, dass der Sozialetat stärker steigt als die Investitionen in Bildung, Infrastruktur und Sicherheit. Ein beängstigender Drift nach links.

Die Politik verteilt Geschenke an die Wähler (Rente mit 63, Mütterrente, 5% Rentenerhöhung usw.) auf Kosten der Jungen. Ein cleverer Schachzug, denn Minderjährige sind nicht wahlberechtigt.

Die SED-Nachfolgepartei „Die Linke“ hat in ihrem jüngst vorgestellten Wahlprogramm bewiesen, dass ihr der 2. Platz bei der weltweiten Steuerbelastung noch lange nicht genug ist. Die FPD will in die andere Richtung.

[Über einen Abbau von Bürokratie und Subventionen müssen wir hier nicht reden. Das wird ein Traum bleiben.]

Unternehmen werden ebenfalls hoch besteuert. Bleibt dies so – und Großbritannien senkt wie angekündigt die Unternehmenssteuern – dann könnte ein Standortwechsel für deutsche Unternehmen interessant werden. Au weia.

 

  1. Rente / Aktienkultur

Laut Bericht der Rürüp-Kommission kamen im Jahr 2000 noch 4,13 Beitragszahler für einen Rentner auf. 2030 sollen es noch 2,2 sein, im Jahr 2040 nur noch 1,9. Das Rentenproblem wird also noch deutlich verschärft werden.

Derzeit fließen 9,35% unserer Bruttogehälter in die Rente der heutigen Rentner (zzgl. weiteren 9,35%, die von den Arbeitgebern kommen). Dass 18,7% der Bruttogehälter von 1,9 Arbeitern nicht reichen werden, um einen Rentner zu versorgen, sollte klar sein.

Es ist kaum zu glauben, dass die FDP die einzige Partei zu sein scheint, die begreift, dass die private Altersvorsorge gestärkt werden muss, weil die gesetzliche Vorsorge allein nicht mehr reichen wird.

Kein Politiker außerhalb der FDP kommt auf die Idee, dass man die laut Einstein mächtigste Kraft des Universums – den Zinseszinseffekt – zu Hilfe nehmen kann und muss.

Hier einige Punkte aus dem Rentenkonzept der FDP.

„Angestellt, Vollzeit, unbefristet – diese „Norm“ prägt bis heute jede sozialpolitische Debatte. Die Realität ist bunter. Altersvorsorge muss daher nach unserer Überzeugung künftig als System begriffen werden, in dem unterschiedliche Elemente aus dem gesamten Leben kombiniert und mitgenommen werden. Da hierzu auch private, auch aktienbasierte Vorsorge gehört, muss hier künftig jeder gleich gefördert werden – egal ob angestellt oder selbstständig. Der Staat sollte hierbei sinnvolle Dienstleistungen erbringen, z. B. ein Onlineportal bereitstellen, das jederzeit Transparenz über die Summe der eigenen Ansprüche schafft.

  […]

 Um die kapitalgedeckte Altersvorsorge zukunftssicher und attraktiv zu machen, sind die Vorgaben der Kapitalanlage für das Sicherungsvermögen an internationalen Standards zu orientieren. Hierzu gehört es auch, bei der geförderten Altersvorsorge zwischen Produkten mit und ohne Beitrags- und Zinsgarantie wählen zu können und für Produkte mit höheren Ertragschancen zu öffnen.

  […]

 Es soll nicht ein Großteil in festverzinsliche Wertpapiere investiert werden müssen, sondern vermehrt Aktien und alternative Anlageformen erworben werden können. Wir wollen, dass durch Deregulierung und einfache und unbürokratische Förderung die unterentwickelte Aktienkultur In Deutschland gesteigert wird, um die Mitte der Gesellschaft an den wirtschaftlichen Chancen der Globalisierung teilhaben zu lassen. Der langfristige Planungshorizont erlaubt es, temporäre Marktschwankungen auszuhalten.“

Die anderen Parteien scheinen nur 4 mögliche Ansatzpunkte zu sehen:

  • Senkung des Rentenniveaus
  • Verlängerung der Lebensarbeitszeit
  • Erhöhung der Rentenbeiträge der Arbeitnehmer
  • Erhöhung der Steuern

Die SPD hat ihr Rentenkonzept für die Bundestagswahl vor kurzem vorgestellt. Es ist erschreckend, dass man hier lediglich bis 2030 denkt. Erst danach wird es richtig ungemütlich für das Umlageverfahren. Der Partei fehlt ein langfristiges Konzept.

In diesem Jahr liegen die Renten 68 Milliarden Euro über den Einnahmen aus den Rentenbeiträgen. Dieses gigantische Loch muss mit Zuschüssen unserer Steuergelder gestopft werden.

Laut Berechnungen des Bundessozialministeriums wird diese jährliche Lücke bis 2045 auf 177 Milliarden Euro ansteigen. Wahnsinn! Bei 80 Millionen Einwohnern sind das 2.200 Euro, die jeder Einwohner dafür jährlich zu zahlen hat – zusätzlich zu den ohnehin schon hohen Rentenbeiträgen. Damit geht es der Rentenversicherung wie der Krankenversicherung: Beide wären längst „pleite“ ohne Steuer-Zuschüsse. Jeder Manager dieses – sorry – Sauhaufens wäre längst entlassen worden.

Wenn ich das Rentenkonzept von Frau Nahles richtig verstehe, dann kommen wir an einer deutlichen Erhöhung der Rentenbeiträge und der Steuern nicht vorbei.

Was wären die Folgen einer Erhöhung der Rentenbeiträge von derzeit 18,7% auf – sagen wir – 23%?

Viele Menschen werden ihre Jobs verlieren. Und zwar diejenigen, bei denen die Produktivität nur ein paar Prozentpunkte über den vorherigen Lohnkosten liegt. Die Beschäftigung vieler Menschen wird für die Arbeitgeber so teuer, dass es für sie zum Verlustgeschäft wird. Das wird auch dazu führen, dass viele Betriebe schließen müssen oder mit Subventionen – also mit unseren Steuergeldern – am Leben gehalten werden müssen. Ein Teufelskreis.

Viele deutsche Unternehmen werden weitere Arbeitsplätze ins Ausland verlagern. Viele Arbeitnehmer – gerade gut ausgebildete Fachkräfte – werden wegziehen, weil sie die Schnauze voll haben. Dies gilt insbesondere in dem Szenario, in dem im Herbst 2017 eine rot-rot-grüne Regierung gebildet wird.

Sollten die linken Parteien einige ihre Wünsche (Wiedereinführung der Vermögenssteuer; Erhöhung des Spitzensteuersatzes; Erhöhung der Kapitalertragssteuer; Erhöhung der Erbschaftssteuer; Einführung der Finanztransaktionssteuer) wahr machen, dann wird bald wieder eine Flüchtlingskrise einsetzen, aber dieses Mal raus (!) aus Deutschland.

Was wäre die Alternative?

Chile hat es vorgemacht. Die Chilenen haben ihr Rentensystem von einem Umlageverfahren auf ein Kapitaldeckungsverfahren umgestellt. Doch das wird in Deutschland leider ein Traum bleiben.

Ein Traum, der schon realistischer scheint, wäre die Rückkehr dahin, dass Gewinne aus Aktienverkäufen ab einer bestimmten Haltedauer steuerfrei bleiben.

In jedem Fall solltet ihr so früh wie möglich damit anfangen, privat vorzusorgen.

 

  1. Einwanderung und Auswanderung

Beim Thema Einwanderung stellen sich jede Menge Fragen. Was kann man in den Herkunftsländern der Kriegsflüchtlinge erreichen? Welche Rolle soll der Nutzen (die Qualifikation) bei der Einwanderung spielen? Wie kann man Einwanderer am besten integrieren? Wie kann man den Bürgern ehrenamtliches Engagement schmackhaft machen? Wie geht man mit kriminellen Einwanderern um?

Das sind Fragen, die viele Wähler beschäftigen und auf die einige Parteien (die SPD fällt hier besonders auf) noch keine klaren Antworten zu haben scheinen.

Nun zur Auswanderung.

In den letzten Jahren haben sich im Schnitt 140.000 Deutsche zum Auswandern entschlossen.

Die Deutschen wandern meist in die Schweiz, USA, nach Österreich oder ins UK aus. Gerade Schweiz und USA stellen allerdings hohe Anforderungen an Migranten, so dass zu den Auswanderern vor allem Hochqualifizierte zählen. Die Ärztekammer meldet eine Abwanderung von 30.000 Ärzten aus Deutschland seit 2001. Das ist eine Kleinstadt nur aus Ärzten bestehend. Wenn man bedenkt, wie lange die Ausbildung von Ärzten dauert und wie hoch die Anforderungen sind, ist das ein schmerzlicher Verlust. Darüber hinaus gehen viele MINT-Absolventen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) direkt nach dem Studium ins Ausland, meist nach Übersee oder in die Schweiz.

Die Auswanderungsgründe liegen auf der Hand. Man stelle sich einen jungen deutschen Arzt oder Informatiker vor, der sich informiert, was die Politik Gutes für ihn tun will. Er wird feststellen, dass man ihn als Steuerzahler und Arbeitskraft toleriert, er aber ansonsten zu arbeiten und keine Ansprüche zu stellen hat.

[Quelle: Tichys Einblick]

Laut der südafrikanische Beratungsgesellschaft „New World Wealth“ sind im vergangenen Jahr 4.000 Millionäre aus Deutschland ausgewandert. Die Anzahl der besonders vermögenden Menschen, die die Bundesrepublik verlassen, ist damit laut binnen kürzester Zeit sprunghaft gestiegen: 2015 waren demnach etwa 1.000 Millionäre aus Deutschland ausgewandert, in den Jahren zuvor dagegen habe die Anzahl höchstens im niedrigen dreistelligen Bereich gelegen.

[Quelle: Manager Magazin]

Wird die Politik hier etwas tun, um gegenzusteuern?

Steuerflucht

 

  1. Europäische Union

Sollen die wohlhabenden EU-Mitgliedsstaaten für die Schulden der anderen haften? Soll es (weiterhin) Umverteilungen innerhalb der EU geben wie von Kalifornien nach Mississippi oder von München nach Bremen?

Bringt man die kriselnden Staaten zu dringend nötigen Reformen? Schafft man eine „EU der zwei Geschwindigkeiten“? Kommt man endlich wieder zurück zum Subsidiaritätsprinzip, das besagt, höhere Ebenen sollen nur solche Probleme angehen, die auf unteren Ebenen nicht (zufriedenstellend) gelöst werden können?

Stellt man sich in der EU die Frage, warum nahezu alle großen Innovationen der letzten 50 Jahre ihren Ursprung in den Vereinigten Staaten haben und nicht in Europa? Könnten Bürokratie und Unternehmerfeindlichkeit eine Ursache sein?

Wichtige Fragen, die es in den kommenden 100 Tagen zu diskutieren gibt.

Vier Links zu weiterführenden Artikeln sowie ein Video:

  • „Zehn Gründe, warum die Deutschen nicht die Gewinner des Euro sind“:

http://think-beyondtheobvious.com/stelter-in-den-medien/ifo-schnelldienst-zehn-gruende-warum-die-deutschen-nicht-die-gewinner-des-euros-sind/

  • „Europa: Small it beautiful“:

https://www.tichyseinblick.de/gastbeitrag/small-is-beautiful/

  • „Das Geld anderer Leute“:

http://prometheusinstitut.de/das-geld-anderer-leute/

  • „Lasst dem Bürger, was des Bürgers ist“:

https://www.tichyseinblick.de/gastbeitrag/lasst-dem-buerger-was-des-buergers-ist/

  • „Rettet Europa vor der EU“:

 

Weiter geht es auf meinem Blog, sobald die Wahlprogramme der Parteien klarer ausformuliert sind.

 

Zitate, die mir gefallen

„Bei 50% Abgaben müssten die Angestellten und Gewerkschaften eigentlich vor dem Finanzamt streiken und nicht vor den Firmen.“ (Werner Bahlsen)

„In einer freien Gesellschaft hat kein Mensch, keine Gruppe, keine noch so demokratisch gewählte Mehrheit und kein Staat das Recht, Menschen zu zwingen, auf eine bestimmte Art und Weise glücklich zu sein.“ (Frank Schäffler)

„Stellen Sie sich vor, Sie lebten in einem System, in dem Sie zum Autokauf verpflichtet sind. Allerdings bestimmt einseitig der Verkäufer Modell, Ausstattung, Motorisierung und sogar den Preis! Sie als Käufer müssen seine Wahl in jedem Fall akzeptieren. Abwegig? Ersetzen Sie einfach die Worte «Verkäufer» durch «Regierung» und «Käufer» durch «Staatsbürger», und Sie werden merken, dass Sie sich genau in einem solchen System befinden.“ (Titus Gebel)

„Deutschland ist das Eichhörnchen der Weltwirtschaft. Es sammelt von früh bis spät Eicheln, um für schlechte Zeiten vorzusorgen, und vergräbt sie dann an Orten, wo es sie nie mehr wiederfindet.“ (Markus Krall)

 

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11 Gedanken zu „Wer hat die Lösungen?

  1. Ach ja… politische Debatten. Hab´s ja eigentlich aufgegeben, aber gut….

    Bei vielen Punkten sind wir einer Meinung (wobei die Konsequenzen dann doch wieder ganz anders aussehen können 😉 ), interessant sind dann doch die Reibungspunkte. Daher ein paar Fragen an dich, Stefan.

    „fällt auf, dass der Sozialetat stärker steigt als die Investitionen in Bildung, Infrastruktur und Sicherheit. Ein beängstigender Drift nach links.“

    Wie möchtest du steigende Investitionen in Bildung, Infrastruktur und Sicherheit finanzieren?

    „Viele Menschen werden ihre Jobs verlieren. Und zwar diejenigen, bei denen die Produktivität nur ein paar Prozentpunkte über den vorherigen Lohnkosten liegt.“

    Das gleiche Argument wurde gegen den Mindestlohn in Stellung gebracht. Das stellte sich im Nachhinein als falsch heraus (ein aufgebrachter Linker würde es billige Propaganda nennen).
    Auch wenn der Mindestlohn nicht viel gegen Armut ausgerichtet hat, sind eben NICHT zig Stellen verloren gegangen.

    Wie kommst du also zu deiner Feststellung (Spekulation)?

    „Die Ärztekammer meldet eine Abwanderung von 30.000 Ärzten aus Deutschland seit 2001. Das ist eine Kleinstadt nur aus Ärzten bestehend. Wenn man bedenkt, wie lange die Ausbildung von Ärzten dauert und wie hoch die Anforderungen sind, ist das ein schmerzlicher Verlust“

    Tja, die einen kommen, die anderen gehen
    http://www.tagesspiegel.de/politik/vor-allem-syrer-und-rumaenen-durch-zuwanderung-deutlich-mehr-aerzte-in-deutschland/19857002.html

    „Die Auswanderungsgründe liegen auf der Hand. Man stelle sich einen jungen deutschen Arzt oder Informatiker vor, der sich informiert, was die Politik Gutes für ihn tun will. Er wird feststellen, dass man ihn als Steuerzahler und Arbeitskraft toleriert, er aber ansonsten zu arbeiten und keine Ansprüche zu stellen hat.“

    Keine Ansprüche stellen?

    Gesundheitswesen? Weltweit auf Topniveau.
    Deutschland ist eines der friedlichsten, sichersten und wohlhabendsten Länder der Welt.
    Infrastruktur, Unis, Kulturangebote? Top. Wir maulen nur auf hohem Niveau.

    Die Auswanderungsgründe liegen auf der Hand?

    So einfach ist es nicht
    http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/auswanderung-aus-deutschland-neue-studie-zeigt-gruende-a-1022743.html

    Es kommen also auch reichlich Menschen wieder zurück.
    So schlimm kann es hier nicht sein.

    Die Links am Ende deines Artikels schaue ich mir dann auch gar nicht an. Das sind halt bestimmte Meinungen. Mit Wahrheit, Weisheit oder der Suche nach dem guten Leben hat das nichts zu tun (behaupte ich jetzt).

    Das ist auch der Grund, warum mich diese politischen Debatten mittlerweile ermüden.
    Jeder hat seine ganz persönliche Sozialisation, sein Mindset, seine Träume. Jeder hat seine eigene Meinung und wenig Lust sich reinquatschen zu lassen. Da läßt sich vieles finden, was einen bestätigt.

    So, jetzt gibt´s Abendlektüre mit Sohnemann (das echte Leben halt) und danach wieder Robert Wringham mit „Ich bin raus“. DAS ist mal ein erquickender Blickwinkel auf unsere Existenz. Diogenes läßt grüßen.

    Und den Tony Robbins schmöker ich auch noch weiter. Super Buch, danke dafür, Stefan.

    Also, noch mal zur Güte: Sehe mich auch als freiheitsliebenden Menschen. Bürokratie ist ein Graus, okay. Mehr Netto vom Brutto? Gerne. Hat die FDP übrigens schon mal versprochen…..

    Leg´ doch mal die Libertären beiseite und schau´ bei den Anarchisten rein. Proudhon könnte dir gefallen 😉 .

    So, der nächste bitte…..

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    • Hey Seb,

      leider kann ich nur kurz antworten. Dabei könnten die Fragen, die wir aufgeworfen haben, ganze Bücher, nein, Bibliotheken füllen.

      zur Finanzierung:
      Dafür stehen voraussichtliche Steuer-Mehreinnahmen von 400 Mrd. Euro zur Verfügung. Siehe 4. Link. Hinzu kommt – da wirst du mir sicher zustimmen – genug Potenzial, unnötige Ausgaben zu streichen.

      zum Mindestlohn:
      Günstige Bedingungen (gute Auftragslage, schwacher Euro, günstiges Öl usw.) haben in den letzten beiden Jahren dazu geführt, dass nur wenige Menschen entlassen wurden. Um den Erfolg/Misserfolg des Mindestlohns zu bewerten – falls überhaupt möglich – sollte man schon 1-2 vollständige Konjunkturzyklen betrachten.
      Zahlen belegen z.B., dass es für Studenten schwieriger geworden ist, Praktika zu finden mit einer Dauer von mehr als 3 Monaten.
      Dass in München, Stuttgart oder Frankfurt/Main derselbe Mindestlohn gilt wie Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg oder Sachsen-Anhalt, finde ich übrigens mehr als lächerlich. Auch hier gilt wieder: Solch dumme Fehler machen die Amis nicht.
      Es gibt auch immer wieder Berichte, dass die (für die Arbeitgeber entstandenen) Nachteile des Mindestlohns durch nicht bezahlte Überstunden ausgeglichen werden. Oder man fährt die Anzahl der geleisteten Stunden insgesamt herunter und gleicht dies durch Automatisierung/Rationalisierung aus. Oder man streicht Sonderzahlungen wie Weihnachtsgeld.
      Außerdem werden die höheren Kosten in Form höherer Preise an die Kunden weitergegeben.
      Bei der Erfolgsanalyse zum Mindestlohn gibt es also mehr Variablen als die Zahl der Entlassungen.

      zu den Auswanderungsgründen:
      Es ist schon auffällig, dass die Menschen in den beliebtesten Zielen höhere Freiheitsgrade haben als hier (Schweiz auf 1, USA auf 2, UK auf 4 z.B.).

      Viele Grüße, Stefan

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  2. Sind wir doch ehrlich, die Politiker machen Politik für ihre Generation. Ist ja auch logisch. Getreu dem Motto: Nach mir die Sintflut.

    Dumm nur das Leute wie ich, mit Ende 20 in die Röhre schauen und keinen wirklichen Volksvertreter zur Verfügung haben.

    Aber am aller schlimmsten, mit riesen Abstand, ist die schlechte Familien- und Bildungspolitik. Ist immer ein Wahlthema, aber auch das erste was nach der Wahl unter die Räder kommt. Dabei ist das die wichtigste Säule für Wohlstand, Wirtschaft und Lebensqualität.
    Wäre man hier besser aufgestellt, würden sich viele Probleme von selbst lösen.

    Ein interessantes Buch, mit zugeben seltsamen Titel dazu: Seid fruchtbar und beschwert euch, von Malte Welding

    Inhalt ist, dass China beispielsweise eine Ein-Kind Politik betreibt. Deutschland sogar eine Kein-Kind Politik.

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    • Hi Mahtchello,

      zu deinem ersten Satz:
      Gerhard Schröder und all die anderen, die an den Hartz-Gesetzen beteiligt waren, würde ich hier herausnehmen. Sie haben damals die richtige Entscheidung getroffen, obwohl sie wussten, dass sie bei den kommenden Wahlen hart abgestraft werden würden.

      zur „Kein-Kind-Politik“:
      Ich denke, in keinem anderen Land der Welt wird so viel Geld umverteilt von kinderlosen Leistungsträgern an Eltern, wenn ich da an Elterngeld/Elternzeit, Kindergeld, Mütterrente, kostenlose Kitas, kostenloses Mittagessen in Schulen usw. denke.

      Viele Grüße, Stefan

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  3. Moin Stefan,
    zum Thema Renten & Aktienkultur. Hier hatte ich das Glück in der Realschule ein Referat über unseren ehm. Bundeskanlzer Konrad Adenauer halten zu dürfen. Außer dass er der CDU angehörte, ist mir davon nur noch eins in Erinnerung geblieben. Die Gesellschaft bestand nach dem Krieg eher aus jüngeren Menschen, als ältere. Außerdem gab es viele Menschen, die im Ruhestand waren. Soweit so gut. Um das zweite Mal wiedergewählt zu werden stellte Konrad unser Rentensystem vom System der Kapitaldeckung zum Umlagesystem um. Das bedeutete plötzlich höhere Renten für die Renter bei zugleich niedirgeren Beiträgen für die Einzahler. Und alle waren happy. Schon als Jungendlicher hat mich das total entsetzt. Hätte er das früher nicht umgestellt, würden wir dieses Thema in dieser Form gar nicht diskutieren. Aber das ist Politik. Lg

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  4. Es ist doch ziemlich egal wer die nächsten 4 Jahre den Pausenclown oder Kanzler spielt. Wenn Ich wählen möchte kauf Ich Aktien , melde mich auf der HV an und gebe meine Stimme entsprechend ab. Da scheint sinnvolleres rauszukommen als bei dem Theater im Herbst.

    Keiner in der Politik hat eine Antwort auf die richtig wichtigen Fragen die uns die nächsten Jahrzehnte beschäftigen werden. Hier wird immer nur in 4 Jahresrythmen gedacht. Und auch die FDP schiebt ihre (fundamentalen) Wertvorstellungen notfalls beiseite, wie die Bürgerrechte in der NSA-Affäre…

    Ums kurz zu machen: Glaubt nicht, dass die Politik jemanden rettet (zumindest nicht die eigenen Bürger), wer etwas möchte muss es sich selbst erarbeiten, immer!

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  5. Leider ist es so, dass die FDP damals viel versprocchen und wenig gehalten hat.
    Für eine Wiedereinführung der Spekulationsfrist für Aktien, und sei es 5 Jahre und mehr, wäre ich als Langfristanleger sehr dankbar.

    Es wird immer die Ungleichheit der Vermögen kritisiert, besonders, dass eine große Schicht überhaupt kein Vermögen besitzt. Statt auf Verringerung der vorhandenen Vermögen zu setzen (linke Parteien -SPD, Grüne, Linke) sollte lieber auf eine langfriste Vermögensbildung der unteren Schichten gesetzt werden.

    Das geht mit Förderungen für Finanzschwache, ähnlich Riester nur mit „billigen“ und renditestarken Produkten wie Aktien/Fonds. Diese könnten bezuschusst werden. In den USA gibt es IRA Sparsysteme, wo steuerfrei Vermögen gebildet werden kann.
    Für mich ist die geschmähte FDP leider die einzige Partei, die sich zumindest in dieser Richtung engagiert.

    Beispiel: Mein Sohn hat mit dem Beginn seiner Ausbildung einen ETF Sparplan abgeschlossen (Dax, S&P, Emerging Markets zu je 25€). 50€ trägt er selbst, 25€ Zuschuss von mir. Damit hat er mit einem Alter von 21 Jahren in 4 Jahren über 5000€ für die Altersvorsorge angespart.

    Das kann jeder Geringverdiener auch, besonders wenn der Staat etwas Zuschuss gibt und sogar eine Steuerfreiheit garantiert wird, wenn das Vermögen bis zur Rente unangetastet bleibt. Evtl. kann man sogar versprechen, dass dieses Vermögen später nicht auf eine evtl. nötige Grundsicherung im Alter angerechnet wird. Das wäre doch super und die Anzahl der Vermögenslosen würde sich stark reduzieren.

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