(Lesedauer: 3 Minuten)
In den ersten 5 Monaten 2026 gab es im Bitcoin-Space einige Narrative, die ich teilweise für recht fragwürdig hielt:
- „Jetzt kommt der Superzyklus. Rückgänge von 60% wird es nie wieder geben.“
- „Der 4-Jahres-Zyklus ist tot.“
- „Diesmal ist alles anderes, weil Institutionelle die Richtung vorgeben.“
- „Der Preis sinkt, weil Saylor verkauft hat.“
- „Der Preis sinkt, weil Geld für IPOs zurückgelegt wird.“
Fakt ist: Bitcoin tut 2026, was es 2022, 2018 und 2014 tat:
- Bärenmarkt-Beginn nach Bullenmarkt-Hoch in Q4/2025, Q4/2021, Q4/2017, Q4/2013
- Tief im Februar
- weiteres Tief im Juni, mehr als 50% vom Allzeithoch entfernt
- im Bärenmarkt mehr steigende als fallende Tage und Wochen
- Zwischenrallys von 30-35% mit Abprall am 200-Tage-Durchschnitt
- sehr ähnliches Verhalten wie immer im Verhältnis zum Balanced Price, Realized Price, % Supply in Loss, Bitcoin Dominance % vs Altcoins, 200-Wochen-Durchschnitt, Power Law, Fear & Greed etc.
- ein Bitcoin-Bärenmarkt braucht eine gewisse Tiefe und auch eine gewisse Länge
- dass der S&P 500 nahe Allzeithoch handelt, während Bitcoin sich im Bärenmarkt befindet, ist auch nichts Neues
Handle den Markt den du siehst, nicht den, den du dir wünschst.
Natürlich kann ein absolutes Extremereignis wie der Beginn der Corona-Pandemie die Lage kurzzeitig ändern.
Außerdem haben wir 2025 – anders als 2021, 2017 und 2013 – nicht in der absoluten Euphorie abgeschlossen, was das Verhalten 2026 verändern kann (weniger weak hands).
Aber oft ist es so, dass das Narrativ dem Preis folgt und nicht andersherum. Ich glaube nicht, dass Bitcoin heute woanders stehen würde, wenn Saylor nicht 32 BTC verkauft hätte, oder wenn SpaceX übermorgen nicht an die Börse gehen würde. (Dass STRC schon seit 29.05. nicht mehr in der angepeilten $99-101 Range gehandelt hat, erwähnt seltsamerweise kaum jemand.) (Die Quantencomputer-Sau wird dieses Jahr natürlich auch wieder durchs Dorf getrieben.)
Schaut man sich alle Daten an, dann könnte man schlussfolgern:
- Zyklus-Tief im Bereich $39,000 – $53,000
- Zyklus-Tief um Oktober herum (gut möglich dass es mit einem S&P 500 Korrektur-Tief zusammenfällt)
- Geht es bereits im Juni in den Bereich $39,000 – $45,000, dann könnte es auch bereits das Zyklus-Tief markieren und wir sehen um Oktober herum ein „höheres Tief“
- Kaufkurse bis weit ins Jahr 2027 hinein (wie 2015, 2019, 2023)
Ich mache es mir ganz einfach: Unter $55k sammle ich ein. Fallen wir nicht darunter, kaufe ich Aktien und gehe in diesem BTC-Bärenmarkt eben leer aus.
Wenn ich bei $54k kaufe und es bis $40k geht, dann weiß ich dass ich mich weder groß ärgern, noch schlaflose Nächte bekommen werde.
Im Folgenden seht ihr all meine BTC-Käufe der Jahre 2022 bis 2024 gelb markiert. Ich bin mit jedem einzelnen Kauf im Plus. Mein gewichteter Einstiegspreis sind rund $30,000 bzw. 26.700€.

Sieht nach Bärenmarkt-DCA aus.
Abschließend muss ich noch sagen, dass meine aktuelle Markteinschätzung sehr stark von Ben Cowen geprägt ist: https://www.youtube.com/@benjaminjcowen/videos
Die Gründe für den 4-Jahres-Zyklus halte ich ebenfalls für irrelevant – ob es nun um das Halving geht, oder den Wahlzyklus, oder ökonomische Zyklen, Zinszyklen, Geldschöpfungszyklen. Schaut euch den S&P 500 Verlauf seit den 1950er Jahren an und ihr werdet feststellen, dass auch der S&P 500 seine Tiefs häufig in 4-Jahres-Zyklen gefunden hat. Da gab es kein Halving 😉
Entschuldigt den genervten Ton, aber heute war kein geiler Arbeitstag und ich hatte noch kein Abendessen.
Michael Saylor:
„Die Volatilität war ein Geschenk für die Überzeugten. Sie schreckt die Touristen ab. Sie schreckt die Bequemen ab. Sie schreckt jene ab, die bereits auf herkömmliche Weise reich sind und über das ganze Geld verfügen. Wenn du in deinen Zwanzigern oder Dreißigern bist und bereit bist, Arbeit zu investieren – wenn du 100 oder 200 Stunden aufwenden willst und mehr Zeit als Geld hast –, dann ist die Volatilität von Bitcoin ein Geschenk. Wenn du hingegen mehr Geld als Zeit hast, arrogant und egoistisch bist und dich nur für das Offensichtliche entscheidest … nun, dann kaufst du Bitcoin erst, wenn die Volatilität verschwunden ist. Wüssten die Menschen im Rest der Welt, was ich weiß – würden sie es verstehen und mir zustimmen –, dann stünde Bitcoin schon morgen bei 10 Millionen Dollar. Und wenn Bitcoin morgen bei 10 Millionen Dollar stünde, dann stell dir einmal vor, wie sich die Menschen und deine Zuschauer fühlen würden … denn du hättest 20 Jahre an Gelegenheiten verpasst, in denen du Bitcoin für weniger als 10 Millionen Dollar hättest kaufen können. Der Unterschied zwischen 10 Millionen und 100.000 Dollar – genau das gibst du auf, wenn die Volatilität verschwindet und die Leute anfangen, dir zuzustimmen.“
entnommen aus:
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