8 Wege, von Bitcoin zu profitieren

Wie können wir von der Bitcoin-Adoption profitieren? Spontan fallen mir ein:

1. Mining

2. Sich in Bitcoin bezahlen lassen

3. Fiat hergeben, mit Eigenverwahrung

4. Fiat hergeben, mit Fremdverwahrung

5. ETP/ETC/ETN

6. Aktien von Bitcoin Treasury Companies

7. Aktien von Kryptobörsen

8. Aktien von Mining-Unternehmen

Mining

Bei den deutschen Strompreisen ist es für die überwältigende Mehrheit von uns unmöglich, Bitcoin-Mining zu betreiben, ohne Geld zu verlieren.

Je nach individuellem Strompreis, aktuellem Bitcoin-Preis, Hardware-Kosten, Hardware-Effizienz und Anwendungsfall kann es sich lohnen, zum Beispiel:

  • wie bei Terahash in Bayern: man zahlt Industrie-Strompreise und muss ohnehin enorme Mengen Wasser erhitzen, wobei die Bitcoin-Miner den ersten Teil (von 20°C auf 60°C) übernehmen, und Bitcoin ist dann praktisch das Abfallprodukt 🙂
  • wenn man privat so viel Photovoltaikstrom produziert, dass man diesen nicht komplett selbst nutzen kann, und über Mining mehr verdient als über die jämmerliche Einspeisevergütung
  • mit einer Bitcoin-Heizung wie von 21Energy
  • indirekt – es gibt z.B. Deutsche die Bitcoin-Mining in Paraguay betreiben, woran du dich beteiligen kannst (dir gehört dann die Hardware und du bekommst einen Anteil am Mining)

So oder so wirst du höchstwahrscheinlich nie selbst einen Block finden, sondern würdest einen Anteil über einen Miningpool erhalten.

Arbeiten für Bitcoin

What do the regulators do in response to a system that cannot be regulated? They regulate the bits they can. They regulate the exchanges, they regulate the bank accounts, they regulate the national currency side of things. They shut down the on-ramps and off-ramps. They say: „We will not let you take your money with you.“ And what do Millennials say to that? „DUDE, I DON’T HAVE ANY FUCKING MONEY. All I have is my creative potential, my spirit, my productivity, and I can sell that directly for Bitcoin without an exchange, without an on-ramp, without an off-ramp. And when I need to buy something, I’ll use my digital currency directly without re-entering your system to which I was never invited. Shut down the on-ramps, shut down the off-ramps, and I will stay onboard. I will stay digital. I won’t touch your gilded cage anymore because I don’t need you. I exit.“ (Andreas Antonopoulos, https://www.youtube.com/watch?v=FyK4P7ZdOK8)

Produkte und Dienstleistungen bzw. Arbeitsleistung für Bitcoin anzubieten ist nicht so einfach. Die Bitcoiner, die ich kenne, werden ihre Bitcoin in den nächsten Jahrzehnten nicht hergeben. Wer will schon den besten Wertspeicher der Welt anbieten, damit ich seinen Rasen mähe?

Doch es funktioniert. Man muss nur die Augen öffnen und hinsehen. Ich kenne bspw. 2 Leute in meiner Heimatstadt, die sich von ihrem Arbeitgeber (einer Eisdiele) in Bitcoin bezahlen lassen.

Fiat hergeben, mit Eigenverwahrung

Der Klassiker: Kauf bei einer Börse, Versenden auf eine Adresse für die man selbst die privaten Schlüssel generiert hat, verwaltet, und sicher verwahrt. Dann bist du deine eigene Bank.

Am besten brandsicher, wasserschadensicher, so dass die Keys niemals Kontakt mit Computer/Handy/Internet hatten, außerhalb der eigenen Wohnung, versichert, und so dass man im Falle einer Entführung/Erpressung nicht mal selbst allein rankommt (z.B. 2-von-3 mit Eltern und Kumpel), evtl. über 2 Wallets (wobei man dem Bösewicht Zugriff auf die kleine Wallet gibt). Der Kreativität sind da kaum Grenzen gesetzt und der Schutzaufwand hängt selbstverständlich vom (erwarteten) Wert ab.

Problem: Stellt man sich dumm an und verliert die Schlüssel, gibt es keinen Kundendienst, den man anrufen kann. Das Geld ist für immer futsch.

Fiat hergeben, mit Fremdverwahrung

Dasselbe, aber mit Verwahrung durch einen Dienstleister wie Coinbase, Binance, Kraken, Coinfinity etc.

Problem: enormes Vertrauen/Hoffnung nötig (Hacking, Pleite, krimineller Vorstand)

Not your keys, not your coins.

Aktien von Bitcoin Treasury Companies

Kann man machen. Mit Glück höhere Rendite.

Aber: Höhere Volatilität, höheres Risiko, höhere Steuern, geringere Handelbarkeit, weniger Zensurresistenz, keine Versand-/Empfangsmöglichkeit, ggf. schwierige Deckungsprüfung, ggf. höhere Gebühren/Spreads

Aktien von Kryptobörsen oder Minern

Nur der Vollständigkeit halber angegeben. Wahrscheinlichkeit, damit Bitcoin outzuperformen, nahe null.

ETP / ETC / ETN

Exchange Traded Products, die ein einziges Asset wie Gold oder Bitcoin enthalten, haben in Deutschland nicht den rechtlichen Status (Sondervermögen etc.) von ETFs und laufen daher unter ETP, ETC oder ETN.

Inzwischen ist das Angebot hierzulande groß genug, dass es Produkte mit Kosten (TER) von nur 0,05% bis 0,15% pro Jahr gibt. Schaut einfach mal auf JustETF: https://www.justetf.com/de/search.html?search=ETFS&assetClass=class-currency&index=Bitcoin&sortOrder=desc&sortField=fundSize

Wichtig: Ich bin kein Steuerberater und kann im Folgenden nur wiedergeben, was mein Verständnis des deutschen Steuerrechts im März 2026 ist.

Es gibt einige in Deutschland handelbare Bitcoin ETPs, die zu 100% mit Bitcoin besichert sind und die einen „physischen Auslieferungsanspruch“ garantieren. Diese sind, wie Bitcoin selbst, nach einem Jahr steuerfrei (§23 EStG Privates Veräußerungsgeschäft), vorher unterliegen sie der persönlichen Einkommensteuer unter Berücksichtigung von Freigrenzen, und bei Produkten ohne Auslieferungsanspruch der Kapitalertragssteuer unabhängig von der Haltedauer.

Es kann bei manchen Brokern vorkommen, dass deren IT das nicht auf die Reihe bekommt bzw. sie auf Nummer Sicher gehen und die Abgeltungssteuer abführen, obwohl ein Auslieferungsanspruch besteht. Das muss dann über die Steuererklärung korrigiert werden. Fragt am besten euren Broker vor dem Kauf zur Besteuerung eines konkreten Produkts.

Bezüglich der Frage, welche der ca. 20 in Deutschland handelbaren Bitcoin ETPs einen Auslieferungsanspruch haben, schaut einfach bei JustETF oder in die Informationsblätter der Anbieter oder vertraut dem Large Language Model eurer Wahl.

Wie gesagt hat man bei ETPs ein größeres Problem bei Bankrott des Anbieters, als es bei ETFs der Fall ist. Das könnte man abmildern, indem man auf mehrere Anbieter verteilt.

Solche Produkte können sinnvoll sein, wenn man sich Eigenverwahrung nicht zutraut (oder wenn man neben Eigenverwahrung über weitere Optionen diversifizieren will), oder wenn der Betrag so gering ist, dass sich die Kosten eines Hardware Wallets nicht lohnen.

Fazit

Ich setze auf Sport und gesunde Ernährung, um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, eine Zeit mitzuerleben, in der „Arbeiten für Bitcoin“ der Normalfall ist.

Bis dahin: Stay Humble, Stack Stats.

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