OpenAi.toast

(Lesezeit: 2 Minuten)

Kann mir jemand erklären, wie ein Szenario aussehen soll, in dem OpenAI und ChatGPT nicht spätestens 2027 als Lachnummer in die Geschichte eingehen werden?

Als sich Sam Altman und Elon Musk 2015 zusammengesetzt und versucht haben, alle KI-Experten von Google und Facebook abzuwerben, ergab das absolut Sinn.

Als Microsoft 2019 und 2023 Milliardenbeträge investiert hat, ergab das absolut Sinn.

Als Andreessen Horowitz 2021 einstiegen, ergab das absolut Sinn.

Der ChatGPT-Moment 2022 war womöglich eines des wichtigsten Ereignisse letzten Jahrzehnts.

Aber jetzt, 2026, wo sie links und rechts von Google/Gemini überholt wurden, mit dem Klingelbeutel herumzugehen und weitere 100 Milliarden Dollar einsammeln zu wollen und Ende des Jahres sogar einen Börsengang anzustreben – da hat Sam Altman meiner Meinung nach den Bezug zur Realität verloren.

Woher sollen die Umsätze kommen, um die für Training und Inferenz nötigen Cloudkosten zu decken? (Man hat Oracle und anderen ein paar Hundert Milliarden hier, ein paar Hundert Milliarden dort versprochen.)

Google hat den Code Red ausgerufen, alle seine Kräfte auf Gemini konzentriert – und gewonnen.

OpenAI hat nicht wie Google die Apps, in die es ChatGPT integrieren kann: Search, YouTube, Chrome, Maps, Gmail und Google Workspace, Home usw.

OpenAI hat nicht wie Google 100 Milliarden Dollar Jahres-Nettogewinn aus anderen Geschäftszweigen, mit denen sie alle Ausgaben für ChatGPT quersubventionieren könnten. OpenAI muss ChatGPT mit Werbung vollstopfen und hohe Abogebühren verlangen. Google muss das nicht.

OpenAI hat nicht wie Google seine eigenen TPUs und seine eigenen Rechenzentren, sondern muss die massiven Margen von Nvidia (74% Bruttomarge), AMD und den Hyperscalern bezahlen.

OpenAI hat nicht wie Google die enormen Datenmengen, die benötigt werden um KI-Modelle nicht nur schlau sondern genial zu machen. (Aus diesem Grund hat Apple den Kampf gegen Waymo eingestellt.)

Einige rufen: Microsoft, Microsoft, Microsoft. Ja, das ist ein Gigant, dem 27% von OpenAI gehören, aber Microsoft wird nicht einen weiteren Dollar in OpenAI stecken, wenn dieser sich nicht mindestens in $1.25 verwandelt – und das sehe ich einfach nicht, seitdem Gemini besser ist.

Weshalb hat die Microsoft-Aktie gestern 12% verloren (einer der schlechtesten Tage des Jahrhunderts für Microsoft)? Nicht aufgrund schlechter Quartalszahlen. Auch nicht aufgrund einen schlechten Ausblicks, sondern weil sie erstmals den Anteil von OpenAI am Azure Backlog veröffentlicht haben: 45%. Der Markt realisiert langsam, dass das ein Fass ohne Boden ist.

Die gestrigen Gerüchte, Amazon überlege, 50 Milliarden Dollar zur nächsten OpenAI-Finanzierungsrunde beizusteuern – sind genau das: Gerüchte. Es würde mich extrem überraschen und schockieren, wenn sich das als wahr heraustellen würde.

Ach ja, die Überschrift war eine Hommage an das gute, alte „Amazon.toast“, mit dem 1999 Amazons Untergang prognostiziert wurde 😉 Mal sehen ob mein Beitrag besser altert.

2 Gedanken zu „OpenAi.toast

  1. Ich persönlich frage lieber chatGPT als Gemini, finde die Antworten besser. Kann dir kein konkretes Beispiel geben, einfach Bauchgefühl. Deshalb würde ich es bisher schade finden, wenn’s zur Lachnummer wird. Das kann sich natürlich ändern.

    Viele Grüße

    Paul

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    • Agentic AI wird in Zukunft nicht nur Fragen beantworten und Bilder/Videos generieren, sondern konkrete Probleme lösen, um unserem Alltag produktiver zu gestalten.

      Mit Googles neuem Universal Commerce Protocol wird nicht nur die Product Discovery des Shoppings, sondern auch der gesamte Checkout-Prozess in Gemini stattfinden, ohne dass du die App verlassen und zur Seite/App des Händlers wechseln musst.

      Oder ein anderes Beispiel: Ich wollte heute 105 physische Bücher zum Kauf anbieten, bekam aber schon Kopfschmerzen beim Gedanken, eine Auflistung der 105 Titel, Autoren, Erscheinungsjahre und Preisvorschläge zu erstellen. Hier kann Google/Gemini seine Vorteile ausspielen. Fotos von Texten in echte Texte zu verwandeln (und dann zu verschicken oder zu übersetzen) ist etwas, das Google schon seit 10 Jahren kann. Ich muss also nur meine 105 Bücher stapeln, ein Foto machen, und Gemini erledigt den Rest, vermutlich mithilfe all der Daten, mit denen Google Images, Google Books etc. die letzten Jahre gefüttert wurden. (Hab es noch nicht probiert, aber von Freunden gehört dass es gut klappt.)

      Nicht mehr lange, dann wird Gemini nicht nur die Bücherliste ausspucken, sondern den Zustand jedes Buches erfassen und bei Rebuy ein konkretes Angebot für alle Bücher für mich anfragen.

      Anderes Beispiel: Wir lassen auf der Arbeit schon seit Längerem die Meetings von Gemini zusammenfassen (integriert in Google Meet). Das kann Gemini besser als ich.

      Viele Grüße

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