Urlaubsbericht: Gran Canaria

Mein Mini-Sabbatical neigt sich langsam dem Ende zu: 36 von 45 Tagen sind rum.

Zwei Reisen hatte ich geplant. Vom US-Roadtrip hatte ich bereits berichtet.

Wohin sollte es anschließend gehen? Darüber hatte ich eine ganze Zeit gegrübelt. Meine vorherigen Reiseziele waren:

  • 2015: Schweden
  • 2016: Italien
  • 2017: Kalifornien
  • 2018: New York
  • 2019: Österreich (2x)
  • 2020: Österreich
  • 2021: Österreich (2x)
  • 2022: USA-Südwesten

Als eine Freundin von Teneriffa schwärmte, beschäftigte ich mich näher mit den Kanarischen Inseln. Dort bin ich nie gewesen.

Landschaftlich, klimatisch und von der Größe scheinen sich Teneriffa und Gran Canaria nicht sonderlich zu unterscheiden. Das kurzfristig buchbare Angebot an Flügen und Unterkünften ließ meine Wahl schließlich auf Gran Canaria fallen (für 8 Tage).

Sechs Tage nachdem ich auf dem US-Roadtrip mit meinem Kumpel Micha einen Lebenstraum erfüllt hatte sollte es losgehen.

Es war klar, dass es für jedes nachfolgende Reiseziel schwierig werden würde, damit zu konkurrieren, doch Gran Canaria übertraf meine Erwartungen voll und ganz.

Ich entschied mich, mein Lager die gesamten 8 Tage in einer einzigen Unterkunft aufzuschlagen. Die meisten Touristen, mit denen ich ins Gespräch kam, verteilten ihren einwöchigen Aufenthalt auf 2 Unterkünfte, doch so riesig ist die Insel nicht, und ich war in den USA in 16 Tagen schon in 8 Hotels untergebracht.

Tag 1

Um 5:15 Uhr klingelte mein Wecker. Nach dem 5-Stunden-Direktflug holte ich mein Auto ab: eine Mercedes A-Klasse A250e (Hybrid), brandneu mit 11 Kilometern auf dem Tacho und 218 PS. Ein Genuss, wenn man zu Hause einen 11 Jahre alten Opel Corsa fährt.

Gegen 17 Uhr checkte ich im Hotel ein. Da ich kein einziges Bild knipste, bin ich nicht sicher was ich an dem Abend noch angestellt habe. Viel war‘s anscheinend nicht.

Tag 2

Aufgewacht bin ich wo ich einschlief: im Paradies. Gerade in der Morgensonne ist die Hotelanlage ein wahr gewordener Traum. Ich musste mich kneifen um sicherzustellen dass ich wach war.

Jeden Morgen um 7 Uhr wuselten unzählige Angestellte auf der großen Anlage herum, um die tropischen Gärten, die beiden großen Pools, den Whirlpool, den Tennisplatz und den Minigolfplatz zu pflegen. Die Anlage war voll mit Palmen.

Es gab eine Tiefgarage, einen kleinen Supermarkt und einen Ausblick auf den Atlantik. Das Personal war unheimlich freundlich. Alles war so sauber dass man vom Fußboden hätte essen können. Das Frühstück ließ keine Wünsche offen und mein 70m²-Apartment war perfekt. Preislich war es absolut fair.

Palm Oasis Maspalomas heißt es: das beste Hotel in dem ich in den letzten 20 Jahren eingecheckt habe.

Nach dem Frühstück fuhr ich zum Roque Nublo. Dort kann man herrlich wandern und viel erkunden. Ich hielt mich dort ca. 3 Stunden auf. Vom Duft der Kiefernwälder auf der Atlantikinsel konnte ich nicht genug bekommen.

Schon die Fahrt war ein Erlebnis. Gefühlt sind die Hälfte der Straßen auf Gran Canaria Serpentinen, die sich die Berge hinauf schlängeln. Bergab hieß mein Freund Rekuperation.

Für 1,44€/l zu tanken macht auch Spaß, wenn es daheim 2,04€/l kostet.

Zum Sonnenuntergang fuhr ich zum Playa de Maspalomas, der 4 Kilometer vom Hotel entfernt war.

Tag 3

Am dritten Tag fuhr ich vormittags zum Strand. Mittags gab es dort Carpaccio: Feine Filetstreifen vom Angus-Rind mit Olivenöl, Zitrone, süßer Essigsauce, Parmesan und Pilzen.

Nachmittags ging es zum Pico de las Nieves. Leider war es dort stark bewölkt.

Abends ging ich von der Hotelanlage rüber zum rockigen „Love and Hate Tattoo Diner“ für einen Burger und zwei Schwarzbier vom Fass.

In den USA hatte ich mir angewöhnt, Fremde in kurze Plaudereien zu verwickeln. So entstanden nette Gespräche z.B. mit dem Kellner, dem Taxifahrer, einem Schweizer Pärchen beim Tennis sowie zwei Innsbrucker Frauen am Aussichtspunkt.

Die Abfuhr die ich am Hotelpool erhielt, als ich eine bildhübsche Señorita auf einen Drink an der Poolbar einzuladen versuchte, die sich mit nackten Brüsten sonnte, ist eine andere Geschichte. 😉

Tag 4

Am vierten Tag fuhr ich zum Playa de Amadores sowie zum Mirador del Balcón.

Tag 5

Am fünften Tag ging es zum Naturpark Bandama, dann zum Mirador Degolla de Becerra und anschließend zum Roque Bentayga.

Dort kann man schön wandern. Mein Enthusiasmus hielt sich aber in Grenzen, da ich etwas fußmüde war nach den 123 Kilometern, die ich zuvor in den USA zu Fuß zurückgelegt hatte.

Tag 6

Den sechsten Tag ging ich ruhiger an. Es ging nochmal zum Love & Hate Diner, an den Strand (beim Naturschutzgebiet der Dünen von Maspalomas) und in den Pool.

Nach dem Frühstück nahm ich mir 2 Stunden Zeit für meinen Blogbeitrag über Twitter, Elon Musk und die Meinungsfreiheit.

Tag 7

Am siebten Tag entschied ich mich, um 6 Uhr aufzustehen um vor dem Frühstück ein kleines Stück in die Berge hinein zu fahren zum Sonnenaufgang.

Der Schuss ging leider etwas nach hinten los. Das Mirador Astronómico de la Degolla ist hoch gelegen und nur 15 Autominuten vom Hotel entfernt, doch in Richtung Osten liegt eine breite, hohe Felswand. Entscheidet selbst, wie gut das „beste Foto“ ist (hier mit Blickrichtung Nordost).

Trotz Dusche und Sonnenaufgangs-Tour inklusive kleiner Wanderung schaffte ich es um 8:30 Uhr an den Frühstückstisch, sodass noch genug Zeit blieb für einen weiteren Ausflug zum Strand, eine ausgedehnte Pool-Session und um ein Tinder-Profil anzulegen. 😀

Frisch geduscht ging es am letzten Abend noch an die Hotelbar (für ein lokales Bier vom Fass und einen Frangelico Haselnusslikör) zu Livemusik vom Klavier.

Gran Canaria ist als kleine Atlantikinsel übrigens eines der Top-Ziele zur Sternenbeobachtung.

Tag 8

Gegen 13:30 Uhr Ortszeit musste ich auf dem Flughafen sein. Da blieb nicht mehr viel Zeit für Erlebnisse.

Ca. 22:30 Uhr hatte ich mein Gepäck, und anstatt noch eine Stunde mit den Öffis durch Berlin zu gondeln (mit Umsteigen!) stieg ich ins Taxi für 60 Euro.

Bei einem 8000-Euro-Sabbatical (Gehaltsverzicht plus 2 Reisen) kommt es auf 60 Euro auch nicht mehr an 😉 Außerdem kommt nach 5 Stunden in der Easyjet-Holzklasse eine Mercedes-Rückbank gerade recht.

Dafür gab es noch ein interessantes Gespräch mit dem ca. 30-jährigen Fahrer über Inflation, Energiepolitik und Krieg.

Es war definitiv nicht mein letzter Aufenthalt im Palm Oasis Maspalomas.

Zum Abschluss möchte ich mich noch bei meinem Kumpel Micha bedanken, der mir zuvor in den USA einige Rückenübungen gezeigt hat. 20 Jahre lang bekam ich Rückenschmerzen wenn ich stundenlang auf den Beinen war, vor allem nach ständigem Stop-and-Go wie z.B. in Museen. Seit 4 Wochen geht es mir deutlich besser.

3 Gedanken zu „Urlaubsbericht: Gran Canaria

  1. Hallo Stefan,
    klingt nach einem tollen Trip.
    Welch ein wunderschönes Hotel, sieht wirklich nach einem kleinen Paradies aus.
    Genieß die letzten Tage deiner Auszeit, hat jeder von uns mal verdient und ist absolut zu empfehlen.
    Was mich wirklich noch brennend interessieren würde, welches sind die besagten Rückenübungen?- damit könntest du mir und vermutlich vielen anderen weiterhelfen 🙂

    Anderes Thema, was machen deine Rücklagen bzw. Cash-Bestand, schießt du aktuelle nach und orderst Berkshire, oder ist das Krypto-Interesse ungebrochen ?

    Grüße,

    Steffen (ein jahrelang stiller mitleser)

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