Wofür ich gern Geld ausgebe – und wofür nicht

Heute soll es darum gehen, wofür ich mein Geld ausgebe.

Erlebnisse

Bei Erlebnissen, die mir lange in Erinnerung bleiben, bin ich nicht knauserig. So habe ich z.B. 600 Euro für die Feier zu meinem 30. Geburtstag springen lassen, über die wir neulich erst wieder sprachen, obwohl sie schon knapp 5 Jahre her ist.

Bei Urlaubsreisen hat es etwas gedauert, bis ich den Schalter umlegte. Nachdem ich von 2003 bis 2014 kein einziges Mal das Land verließ, entwickelten sich meine Reisekosten in Folge so:

  • 400 € in 2014
  • 700 € in 2015
  • 700 € in 2016
  • 1.900 € in 2017
  • 1.600 € in 2018
  • 2.500 € in 2019
  • 1.500 € in 2020
  • 3.800 € in 2021 (geplant)

2021 wird ein Knaller, sofern die Politik nicht dazwischen funkt. Mehr möchte ich dazu noch nicht verraten.

Auto

Ein Auto zu besitzen, wenn man in Berlin-Friedrichshain wohnt und arbeitet, ist eigentlich idiotisch. Dennoch möchte ich auf diesen Luxus nicht verzichten.

Die Anschaffungskosten halte ich niedrig, indem ich eines für 5.000-5.500€ kaufe und dann fahre bis es auseinanderfällt. 2004 kaufte ich einen fünfjährigen Opel Corsa für 5.000€, für den ich 2014 noch 300€ bekam. 2014 zahlte ich 5.500€ für einen dreijährigen Opel Corsa (der zuvor 2 Unfälle hatte), der mir seit 7 Jahren Freude bereitet.

Für Steuern und Versicherung zahle ich umgerechnet 33 Euro im Monat.
Für Inspektionen zahle ich gar nichts.
Auch fürs Waschen zahle ich nichts.
Und auch einen kostenpflichtigen Stellplatz habe ich nicht.
Benzin ist recht günstig, wenn man nur 4.000 bis 5.000 Kilometer pro Jahr fährt.

Hier mein erstes Auto (Baujahr 1999, gefahren 2004-2014):

Bildung / Genuss

Etwa 30 Sachbücher kaufte ich in den letzten 5 Jahren, anstatt sie in der Bibliothek auszuleihen. 600 Euro dürften hier zusammengekommen sein.

25 bis 30 Euro zahle ich für ein Kilogramm Kaffebohnen, wofür die meisten Leute nur 7 bis 10 Euro ausgeben. Den Unterschied sieht, riecht und schmeckt man, wie ich finde.

Unterhaltung

Drei Smartphone kaufte ich bisher: 2013 eins für 150€; 2016 eins für 690€; 2019 eins für 400€.

500€ zahlte ich 2014 für einen Fernseher, für den ich vor wenigen Wochen noch 150€ bekam und ihn durch einen für 470€ ersetzte zzgl. einer 160€-Soundbar. Mit beidem bin ich extrem zufrieden.

Das Foto entstand noch vor Lieferung der Soundbar:

Auch eine PlayStation 4 habe ich mir 2018 geleistet.

Trinkgeld

Zum Thema Trinkgeld könnte ich einen eigenen Beitrag schreiben.

Warum bekommen unfreundliche Kellner im Restaurant so viel mehr Trinkgeld als der nette Dönerverkäufer, der dich mit seinem Humor zum Lachen bringt und der Sauna-artige Temperaturen vor seinem Spieß aushalten muss?

Warum bekommt der Taxifahrer ein solch hohes Trinkgeld, selbst wenn er nicht mit dir spricht und auch nicht fragt ob Musik und Temperatur in Ordnung sind?

Warum gibt man im Urlaub mehr Trinkgeld als im kleinen familienbetriebenen Lokal in der eigenen Straße?

Warum gibt man mehr Trinkgeld, wenn Kollegen dabei sind, deren Meinung einem egal ist?

Warum gibt man bei McDonald’s kein Trinkgeld aber dafür wenn man in einer Bar am Tresen sitzt?

Viele Trinkgeld-Gewohnheiten sind fragwürdig.

Ich versuche, die Höhe des Trinkgelds vom Service abhängig zu machen (und nicht vom Essen, denn ich weiß nicht ob und wenn ja, wie viel der Koch abbekommt). Ganz einfach.
Und wenn der Service mehrfach nicht passt, gehe ich dort nicht mehr hin. Die Auswahl in Berlin ist groß genug.

Jetzt wo die Restaurants nur liefern bzw. abholen lassen dürfen, gebe ich immer 20%.

Mein Frisör hat seine Preise in den letzten 9 Jahren knapp verdoppelt – und trotzdem gebe ich mehr Trinkgeld als vor 9 Jahren.

Haushalt

Mein Schreibtisch und mein Kleiderschrank sind 14 Jahre alt. Sie erfüllen ihren Zweck.

Ich habe noch zahlreiches Geschirr, welches mir meine Eltern 2006 für meine erste Wohnung überließen, darunter auch noch zwei in der DDR produzierte Schüsseln.

Meinen schwarzen Nike-Rucksack habe ich von ca. 1998 bis 2020 jede Woche genutzt – in 22 Jahren! Dann war er aber auch fix und fertig und musste ersetzt werden.

Zu Hause trage ich hin und wieder noch einen Nike-Pullover, der auch auf alten Schulfotos von 2005 festgehalten ist. Die Farben sehen noch unheimlich gut aus für einen 15 Jahre alten Pulli 🙂

Meine Wohnungseinrichtung ist minimalistisch. Früher hatte ich kein gutes Gefühl, wenn neue Gäste mich darauf ansprachen. Eine Kollegin hat mir vor Jahren den Kopf gewaschen, sagte sinngemäß:

„Stefan, es ist DEINE Wohnung. Du musst dich hier wohl fühlen. Wenn du keine weiteren Staubfänger anschaffen möchtest, dann lass es. Und scheiß drauf, was andere Leute davon halten.“

Worauf ich allerdings viel Wert lege, ist eine vernünftige Matratze. Schließlich verbringe ich über 2.500 Stunden pro Jahr auf dem Ding.

Schlusswort

Versteht den Beitrag bitte nicht als Kritik. Jeder soll tun, was er für richtig hält. Ich beschreibe lediglich, was für mich wunderbar funktioniert – und nebenbei die Zinseszins-Lawine ins Rollen bringt:

9 Gedanken zu „Wofür ich gern Geld ausgebe – und wofür nicht

  1. Hallo Stefan,

    kannst Du mir einen Kaffee-Tipp geben?
    Ich trinke auch sehr gerne Kaffee. Meine liebsten Sorten waren/sind bisher ein paar von Gorilla, ca. 15 €/kg.

    Ich drücke Dir die Daumen, dass es mit dem Urlaub 2021 klappt.

    Viele Grüße
    Paul

    Gefällt 1 Person

  2. Pingback: Das wurde woanders geschrieben – Woche 6/2021 › Fuseboroto.info

  3. „Das Geldverdienen durch Witzemachen oder durch Reden interessiert mich überhaupt nicht mehr – weil dafür haben wir ja die Börse, die leider von den Deutschen immer schlechtgeredet wird und sie lassen ihr Geld irgendwo sonst liegen.“
    (Harald Schmidt)

    Leider einer der ganz, ganz wenigen deutschen Prominenten, die sich öffentlich zum Thema Vermögensaufbau äußern.

    Gefällt mir

  4. Hi Stefan,
    finde ich gut was du so machst, einiges trifft auch auf mich zu, gerade was Kleidung und Wohnungsausstattung/Geschirr betrifft, meine Frage ist, wie dein Lebensplan ist, also was du wann mit dem ganzen Geld machen willst?

    VG aus Bayern

    Joe

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